03.03.2016

5 schützenswerte Bewohner der Ostsee

Heute ist der internationale Tag des Artenschutzes. Grund genug mal einen Blick auf die zahlreichen Tier und Pflanzenarten in Nord- und Ostsee zu werfen.

Auf dem Papier hat Deutschland zwar große Meeresschutzgebiete eingerichtet, doch klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine riesen Lücke: Obwohl Schutzgebiete die Artenvielfalt bewahren sollen, finden dort massive Zerstörungen statt. So sind zum Beispiel Ölbohrungen oder das Verpressen von CO2 erlaubt. Und dies soll sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern. So sieht es zumindest der Vorschlag des zuständigen Umweltministeriums vor. In der letzten Märzwoche findet eine Anhörung im Landwirtschaftsministerium statt, bei der es endlich um Fischereibeschränkungen in den Nordsee-Schutzgebieten geht. Wir appellieren an die Verantwortlichen, den Schutz der Nord- und Ostseegebiete endlich verantwortungsbewusst und konsequent durchzuführen.

Warum Schutzgebiete zum Erhalt der Artenvielfalt von großer Bedeutung sind? Wir stellen euch fünf schützenswerte Bewohner vom Nord- und Ostsee vor, die sich über strengen Schutz ihres Lebenraums freuen würden.

1. Die Kegelrobbe

Mit einer Körperlänge von bis zu 2,5 Meter und einem Gewicht bis zu 300 Kilogramm ist die Kegelrobbe das größte freilebende Raubtier in Deutschland. Da sie angeblich eine große Konkurrenz für die Fischerei darstellten, wurden Robben in den letzten Jahrhunderten intensiv gejagt und nahezu ausgerottet. Um das Jahr 1900 lebten noch zirka 100.000 Kegelrobben in der Ostsee. Bis in die 1980er dezimierte sich ihr Bestand jedoch auf rund 2.000 Tiere. Neben der Jagd trug insbesondere die Belastung durch Giftstoffe in der Ostsee zu diesem Rückgang bei, da sie die Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere einschränkt. Heute haben sich die Bestände wieder leicht erholt und es gibt mehr als  20.000 Kegelrobben in der Ostsee, was u.a. auf die Verringerung des Jagddrucks und der Verschmutzung zurückzuführen ist.

2. Der Schweinswal

Der Schweinswal, mit einer Länge bis zu 1,60 Meter und einem Gewicht bis zu 70 Kilogramm, ist der einzige heimische Wal in Deutschland. In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände  in der Ostsee stark geschrumpft, insbesondere im Zeitraum von Mitte der 1990er bis Mitte der 2000er um fast 50 %. Damit gilt der Schweinswal als stark bedrohte Tierart. Gründe dafür sind der enorme Unterwasserlärm, der die Orientierung der Wale einschränkt, sowie die Giftstoffbelastung und das Ersticken vieler Tiere in Fischernetzen. Unter der europäischen FFH-Richtlinie gibt es an der Küste Schleswig-Holsteins seit 2000 ein unter Schutz gestelltes Aufzuchtgebiet für Schweinswale, jedoch dürfen dort Fischer trotzdem Stellnetze ausbringen. In den letzten Jahren geborgene Schweinswal-Kadaver wiesen oftmals Verletzungen durch Netze auf.


3. Der Heringshai

Der Heringshai in der Ostsee wird bis zu 3 Meter lang und 200 Kilogramm schwer. Er ernährt sich von verschiedenen Schwarmfischen wie Heringen, Sardinen und Makrelen. Laut International Union for Conservation of Nature (IUCN) wird der Heringshai im Nordostatlantik als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, was vor allem auf den Handel mit Heringshaifleisch zurückzuführen ist. Lange wurde er auch in Deutschland z.B. als „See-Stör“ oder „Kalbsfisch“ angeboten. Da die Haie nur eine geringe Fortpflanzungsrate haben (sie werden erst im Alter von 13 bis 20 geschlechtsreif), konnten sich die Bestände nicht von der Überfischung erholen. Erst seit 2014 trat eine Regulierung des Handels mit Heringshaien durch einen Beschluss des internationalen Artenschutzabkommens CITES in Kraft.


4. Gestreifte Hörnchenschnecke

Die gestreifte Hörnchenschnecke wird bis zu 3 Zentimeter lang und gehört zur Familie der Hinterkiemer. Dies bedeutet, dass ihre Kieme hinter dem Herzen liegt. Die vier lamellierten Fühler auf ihrem Kopf dienen ihr zu Orientierung. Gestreifte Hörnchenschnecken sind auf Seegras und Tang zu finden, wo sie auf Nahrungssuche nach Moostierchen sind. Ihre Haut bildet ein saures Sekret, dass ihr zur Feindesabwehr dient.


5. Gemeiner Sonnenstern

Der Gemeine Seestern hat 8 bis 14 eher kurze Arme und erreicht, in einer vergleichsweise sehr langen Wachstumsphase von 10 Jahren, einen Durchmesser von rund 30 Zentimeter. Diese Art kann sich für Seesternverhältnisse erstaunlich schnell fortbewegen und schafft immerhin 50 cm in der Minute. Gemeine Sonnensterne sind Fleischfresser und nehmen verschiedene Beutetiere wie Kiemenschnecken, Moostierchen und Muscheln zu sich.

Wenn ihr den fünf Arten helfen wollt, unterstützt unsere Arbeit zum Schutz der Meere: www.greenpeace.de/meeresschutz

 

Topic
Meere


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