Demo in Berlin
Dirk Zimmermann
13.01.2017

Appetit auf eine bessere Landwirtschaft    

Wir haben es satt! Große Demonstration für ökologische Landwirtschaft in Berlin am 21.01.2017

Ob es wieder kalt wird am 21. Januar in Berlin, wenn es zum nun schon siebten Mal „Wir haben es satt!“ heißt, steht noch in den Sternen. 100%ig sicher ist hingegen: Es ist wichtiger denn je für Bauernhöfe, bessere Lebensmittel und ökologische Landwirtschaft und gegen Tierfabriken auf die Straße zu gehen

Wir haben es satt-Demo Berlin 2016
In Zukunft bitte ohne Tierleid! Greenpeace-Aktivistin bei der "Wir haben es satt!"-Demo im Jahr 2016

Politisch bewegt sich nämlich praktisch nichtsLandwirtschaftsminister Schmidt hält unbeirrt Kurs Richtung macht Politik für eine industrielle und umweltschädigende Agrarindustrie. Obwohl es jede Mengen Baustellen gibt, glänzt Schmidt mit Untätigkeit - oder er engagiert sich für ein Verbot „irreführender“ Bezeichnungen wie „vegetarische Currywurst“ oder „veganes Schnitzel“ für Fleisch-Ersatzprodukte. Kurz vor Start der „Grünen Woche“ am kommenden Freitag wird Schmidt wohl einen Vorschlag für eine Haltungskennzeichnung von Fleisch vorlegen – allerdings auf freiwilliger Basis.

Ein bisschen mehr als nix, aber eben viel zu wenig, denn nur eine verpflichtende Kennzeichnung wäre wohl in der Lage, grundlegend etwas an den Haltungsbedingungen unserer Nutztiere zu ändern und Fleisch von Tieren aus kritischer Haltung aus dem Handel zu verbannen. Bei Eiern hat dies weitgehend funktioniert, Käfigeier finden sich praktisch nur noch in verarbeiteten Produkten, in denen sie nicht gekennzeichnet werden müssen.

Die Tierhaltung wird auf der Agrardemo auch dieses Jahr wieder nur eines von vielen Themen sein. Die Problemliste wird immer länger: Höfesterben, Pestizide, Gentechnik, Milchpreise, Gülleeinsatz, Megaställe, Regionalität, Großgrundbesitz, Agrarsubventionen und Bienensterben stehen ganz oben. Auch Protest gegen den Gentechnik-Konzern Monsanto steht wieder auf der Tagesordnung - daran ändert auch die geplante Übernahme des gelinde gesagt „unbeliebten“ US-Unternehmens durch Bayer nichts - im Gegenteil.

Nur ein Thema könnte dieses Jahr weniger prominent vertreten sein: TTIP war letztes Jahr allgegenwärtig, nun ist das Freihandelsabkommen so gut wie beerdigt. Ein Ergebnis ausdauernden und intensiven Protests! Die Agrarwende mag ein dickeres Brett sein – doch sie ist ebenso wichtig wie machbarDeshalb: Auf zur Demo am 21.01. nach Berlin!

Weitere Infos zu Treffpunkten, Zeiten etc:


Dirk Zimmermann

Dirk Zimmermann

Dr. Dirk Zimmermann ist Kampaigner im Bereich Nachhaltige Landwirtschaft bei Greenpeace Deutschland.


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