25.02.2016

Island stoppt die Jagd auf Finnwale

Island verzichtet auf den Abschuss von 154 Finnwalen für 2016.

Jetzt ist es also so weit! Einer der letzten Walfänger zeigt späte Einsicht und sagt die Jagd auf Finnwale ab: Kristjan Loftsson, einer der reichsten und einflussreichsten Männer der Eisinsel und Geschäftsführer des Walfangunternehmens Hvalur lässt seine Fangschiffe zu Hause. Offiziell weil ihm die japanischen Lebensmittelstandards zu hoch und die entsprechend notwendigen chemischen Analysen des Finnwalfleisches zu aufwändig sind. Die tatsächlichen Gründe liegen sicher woanders: 

1. Die Waljagd lohnt sich wirtschaftlich nicht. In Island gibt es keinen Markt für Finnwal und das Fleisch der bis zu 154 Tiere, so die jährliche Quote, wird zu 100% auf den japanischen Markt exportiert. Doch auch da will es offensichtlich niemand. Tausende Tonnen Walfleisch lagern dort ungenutzt in den Kühlhäusern. 

2. Der diplomatische Druck auf Island und damit auch auf Kristjan Loftsson ist in den letzten Monaten und Jahren ständig gestiegen: diplomatische Noten, der Ausschluss Islands von internationalen Konferenzen und das wiederholte thematisieren des Walfangs bei Regierungsreisen und -besuchen haben offensichtlich ihren Effekt gezeigt. Auch die Bundesregierung hatte daran ihren Anteil.

3. Druck vom deutschen Fischhandel. Greenpeace hatte in den vergangenen Monaten die deutschen Fischunternehmen und Supermarktketten aufgefordert, Fisch von Loftssons Firma HB-Grandi abzulehnen. Dieser Druck wurde offensichtlich weiter gereicht.

Isländische Freunde berichten, dass Loftsson die Entscheidung nicht leicht gefallen, der Druck aus den eigenen Reihen aber zu groß geworden sei. Da freu ich mich. Aber richtig!

Walfang in Island (2009): Die ersten Wale werden mit dem Schiff Hvalur 9 an Land gebracht. Der erste erlegte Wal war ein Weibchen und 18 Meter lang.
Kristjan Loftsson, Besitzer und CEO von Islands Walfang-Flotte ist an Bord.
Greenpeace Kampaigner Jörg Feddern übergabt am 5. Juli 2013 im Hamburger Rathaus einen Brief an den Ersten Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), mit der Aufforderung den Transfer von isländischen Walfleisch über den Hamburger Hafen nach Japan zu unterbinden. Vor dem Rathaus protestieren Aktivisten mit einem Banner:"Stoppt den Handel mit Walfleisch".
Hamburger Hafen am 5. Juli 2013: Greenpeace-Aktivisten protestieren im Hamburger Hafen gegen den Handel mit Walfleisch. Mehrere Schlauchboote empfingen das Frachtschiff "Cosco Pride" der Reederei Cosco an der Hamburger Hafengrenze mit Bannern: "Stoppt den Handel mit Walfleisch!". Das Containerschiff hat Walfleisch aus Island geladen, das nach Japan exportiert werden soll.
Gruppenaktionstag am 6. September 2014 gegen isländischen Walfang. Für den Schutz der Finnwale protestieren Greenpeace-Ehrenamtliche in rund 23 Städten. Sie informieren Verbraucher über die Verbindungen der Fischmanufaktur „Deutsche See“ zur isländischen Walfangindustrie. Infostände befinden sich vor ausgewählten Supermärkten von "Edeka" und "Kaiser´s Tengelmann" mit "Deutsche See"-Sortiment.
Greenpeace-Aktivisten protestierten am 30. Oktober 2014 bei der "Deutschen See" in Bremerhaven gegen die Zusammenarbeit der Fischmanufaktur "Deutschen See" mit Isländischen Walfängern. Die Aktivisten schweißen ein Schild mit der Aufschrift: "Deutsche See macht Geschäfte mit Walfängern" an eine Walskulptur, die bereits einige Wochen zuvor aufgestellt wurde. Anlass für den Protest sind die Verbindungen von "Deutsche See" zum isländischen Walfang: Deutsche See bezieht Fisch von dem isländischen Fischereiunternehmen HB-Grandi hf, das eng mit der letzten aktiven Walfangfirma des Landes, Hvalur hf, verbandelt ist.
Seit Jahrzehnten kämpft Greenpeace für den Schutz der Wale. In Schlauchtbooten protestierten im Januar 1988 Aktivisten in Schlauchbooten gegen ein isländisches Schiff, das den Hamburger Hafen erreichen will.

Walfang gehört ins Geschichtsbuch und nicht ins 21. Jahrhundert. Die isländischen Walfangschiffe gehören abgewrackt und die Harpunen eingemottet. Jetzt müssen Norwegen und Japan folgen!

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Ich bin beeindruckt von Eurer Ausdauer hier dran zu bleiben und Eurer Fairness im Umgang mit den beteiligten Unternehmen. Einfach toll. Da weiss ich doch, wieso ich Greenpeace unterstütze...
Martin
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