Arctic Sunrise vor Spitzbergen
Larissa Beumer
20.06.2016

Nach der Expedition ist vor der Expedition

Auf der Arctic Sunrise unterwegs vor Spitzbergen - Teil 1

Erst vor knapp zwei Monaten bin ich von unserer letzten Tour mit der Arctic Sunrise aus Spitzbergen zurückgekehrt. Jetzt packe ich schon wieder meine Tasche. In den kommenden Wochen wollen wir in den Gewässern vor Spitzbergen die beeindruckende Unterwasser-Biodiversität dokumentieren und die Schäden durch die rabiate Grundschleppnetzfischerei aufzeigen.

Ende Mai konnten wir einige der größten Fischerei- und Handelsunternehmen überzeugen, ihre Suche nach Kabeljau nicht in bisher unberührte Gebiete der nördlichen Barentssee rund um Spitzbergen auszudehnen. Ein großer Erfolg! Doch leider haben sich nicht alle Fischereiflotten an der Selbstverpflichtung beteiligt.

Vor Ort wollen wir einen weiteren schädlichen Nebeneffekt der Fischerei untersuchen. Leider sind die Strände Spitzbergens längst nicht mehr so unberührt und naturbelassen, wie man sie sich vielleicht vorstellt. Jeden Tag schwemmt das Meer große Mengen Müll an Land. Ein Großteil davon ist Fischereimüll: Netze, Boien, Leinen. Es gibt grausame Bilder von Eisbären, Robben, Rentieren und Vögeln, die sich in diesen Netzen verheddern und elendig verenden, wenn sie nicht rechtzeitig gefunden werden.

Müll am Strand auf Spitzbergen
Diese Menge Müll habe ich mal alleine innerhalb einer Stunde an einem 20 Meter langen Strandabschnitt in Spitzbergen gesammelt.

Endlich raus aus dem Büro

Für langfristigen und rechtlichen Schutz kann nur die norwegische Regierung sorgen, indem sie in diesen Gewässern ein Meeresschutzgebiet einrichtet. Vidar Helgesen, der norwegische Umweltminister, spürt bereits den Druck von vielen Menschen weltweit, die ihn auffordern, zum Schutz dieser Meeresgebiete aktiv zu werden:

Facebook-Post von Norwegens Umweltminister Vidar Helgesen

Die letzten zwei Monate waren intensiv: Wahnsinn, wie viel Arbeit die Organisation so einer Schiffstour ist. Ich freue mich jetzt, aus dem Büro rauszukommen und schon bald wieder die kalte Arktisluft zu schnuppern. Hoffentlich klappt alles. Ich bin gespannt und werde Euch hier natürlich auf dem Laufenden halten!

Larissa Beumer ist vor der Küste Spitzbergens unterwegs auf der Arctic Sunrise, um dort die Bedrohungen eines einzigartigen Lebensraums zu dokumentieren. Dies ist ihr erster Blogbeitrag von der Expedition (hier geht's zu Teil 2, 3 und 4)

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Larissa Beumer

Larissa Beumer

Larissa Beumer (*1987) hat Geographie in Berlin und Global Change Management in Eberswalde studiert.


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