28.10.2016

Sieht so der Fischmarkt der Zukunft aus?

Man malt sich ja immer mal wieder gerne aus, was die Zukunft so bringt. Aber hast du dir schon mal überlegt, was auf dem Hamburger Fischmarkt in, sagen wir mal fünfzig Jahren so los sein könnte? Ein Film vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Wissenschaftsjahr 2016 *17 zeigt was auf dem Fischmarkt von morgen verkauft werden könnte – nämlich das was Wissenschaftler*innen heute schon prophezeien: Plastik statt Fisch. Schon im Jahr 2050 könnte der Plastikmüll im Meer mehr wiegen, als alle Fische zusammen, heißt es in einer aktuellen Studie. Aber seht selbst: 

13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jährlich über beispielsweise Flüsse oder Hochwasser von Land aus ins Meer. Das besagen zumindest Schätzungen. Rund 150 Millionen Tonnen Plastik sollen sich bereits in unseren Weltmeeren angesammelt haben. Und weil es sich nicht abbaut, sondern nur in kleinere Teile zerfällt, treibt dort dann das ganze Plastik Jahrzehnte bis Jahrhunderte lang vor sich hin. So wie der berühmte Müllstrudel im Nord-Pazifik etwa, der bereits die Größe Mitteleuropas erreicht haben soll. Ein Kontinent aus Müll, der sogar einen Namen trägt: „Great Pacific Garbage Patch“.

Aber wir müssen gar nicht bis in die Weiten des Pazifiks denken, auch vor unserer eigenen Haustüre liegt Plastikmüll rum – an den Ufern unserer Flüsse etwa. Dort kommt übrigens auch der Müll her, der im Video zu sehen istGreenpeace-Ehrenamtliche sind im März in 62 deutschen Städten losgezogen und haben Ufer aufgeräumt. Gefunden wurde in der Natur das, was einst in Supermarkt-Regalen oder anderen Läden stand. Zum Beispiel Plastik-Spielzeug, Flip Flops, Einweg-Plastikgeschirr, Plastikflaschen, Plastiktüten.

Plastiksammelaktion von Greenpeace Ehrenamtlichen am Hamburger Strand am 18. März.

 

Und Action!

Das ist vielleicht das erste Mal, dass es Plastikmüll zu einer prominenten Requisitenrolle in einem deutschen Film geschafft hat. Aber es ist nicht das erste Mal, dass Menschen gegen Plastik losziehen. Immer wieder und immer mehr Freiwillige gehen raus um aufzuräumen, zu dokumentieren und Veränderungen anzustoßen. Ob im hohen Norden, in Naturschutzgebieten oder dort wo wir zu Hause sind und Urlaub machen  – an Orten, die wir lieben, die wir uns bewahren möchten. 

Zu Recht fragt man sich an dieser Stelle: Wo kommt dieses ganze Plastik eigentlich her und wo steckt es drinnen? Und: Sollten wir nicht einfach weniger Plastik produzieren, verbrauchen und wegwerfen? Aber Moment mal, warum machen wir das nicht? Und wer muss eigentlich damit anfangen? Jeder von uns kann täglich anfangen einen Beitrag zu leisten (10 Tipps für weniger Plastikmüll) – beim Einkaufen oder beim Kaffee trinken oder schon morgens beim Duschen. Doch um die ganz große Kurve zu kratzen, braucht es ein Einsehen von Politik und Wirtschaft. Und um dieses zu bewegen, braucht es uns alle gemeinsam – denn je mehr wir sind, desto sicht- und hörbarer – desto erfolgreicher können wir #wellemachen für Meere ohne Plastikmüll.

Topic
Meere


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