YoU-Turn The Streets: Event mit ehrenamtlichen Greenpeace-Aktivisten
Greenpeace Gastautor
02.12.2016

"Eine bessere Welt ist möglich - und ich möchte dazu beitragen!"

Vier ehrenamtliche Aktivisten berichten von ihren Erfahrungen bei Greenpeace

Am 5. Dezember ist International Volunteers Day, also "Tag der Ehrenamtlichen". Auch beim Blick hinter die Kulissen von Greenpeace Deutschland stellt man fest, dass wir nicht nur Schlauchbootfahrer in unseren Reihen haben: Einen Großteil unserer Aktivitäten organisieren rund fünftausend ehrenamtliche Aktivisten - im Alter zwischen neun und neunzig und verteilt über das ganze Bundesgebiet. Aus gegebenem Anlass möchten wir heute gerne vier von ihnen vorstellen:

Jo Reinhartz

Jo Reinhartz

Wie heißt du, woher kommst du, was machst du bei Greenpeace?

Mein Name ist Johannes "Jo" Reinhartz und ich komme aus Frankfurt. In der Frankfurter Greenpeace-Gruppe engagiere ich mich zu den Themen Klimaschutz und Wälder. Außerdem gebe ich Seminare für andere Ehrenamtliche bei Greenpeace.

Was motiviert dich, bei Greenpeace aktiv zu sein?

Ich bin seit 1989 in der Frankfurter Gruppe aktiv. Zuvor habe ich für Greenpeace gespendet. Nach dem Bombenanschlag auf die Rainbow Warrior 1985 in Neuseeland habe ich beschlossen, Greenpeace zu unterstützen!

Was war dein ulkigstes, skurrilstes oder lustigstes Erlebnis mit Greenpeace?

Eines meiner besten Erlebnisse war während einer Aktion gegen den illegalen Export von Giftmüll nach Afrika. Als wir einen Teil dieses Mülls an das dafür verantwortliche Unternehmen zurückbrachten, drohte uns der dortige Werkschutz Prügel an. Zum Glück kam die Polizei dazu. Sie sagten den Leuten vom Werkschutz: "Jetzt halten Sie sich aber mal zurück! Wenn die von Greenpeace zu Ihnen kommen, dann haben die sicher einen wichtigen Grund...!" 

YoU-Turn The Streets in Berlin
YoU-Turn The Streets: Mit dem Event machten Greenpeace-Ehrenamtliche in vielen Städten (hier in Berlin) darauf aufmerksam, dass sich städtischer Autoparkraum anders deutlich besser nutzen lässt!

Wie schafft ihr es, Menschen ohne erhobenen Zeigefinger von euren Inhalten zu überzeugen?

Wir schaffen es oft, Leute zu überzeugen, wenn wir von unseren eigenen Erfahrungen berichten. Man sollte selbst bereit sein, das umzusetzen, was man von anderen Menschen erwartet - wie z.B. Ökostrom nutzen oder eine umweltfreundliche Ernährung. Nach dem Motto "Wenn unsereins das kann, dann können das andere sicher auch"

Welche Möglichkeiten hast du bei Greenpeace, dich als Ehrenamtlicher einzubringen?

Die Möglichkeiten sich bei Greenpeace als Ehrenamtlicher einzubringen sind vielfältig - auch was die Themenauswahl angeht. So ist es dem Engagement vieler Ehrenamtlicher zu verdanken, dass Greenpeace sich z.B. mit TTIP und CETA befasst! Das motiviert einen noch mehr zum Erfolg der Greenpeace-Arbeit beizutragen, da man als Ehrenamtlicher ernst genommen wird.

Eileen Wolf

Eileen Wolf

Wie heißt du, woher kommst du, was machst du bei Greenpeace?

Ich heiße Eileen und komme ursprünglich aus Frankfurt am Main. Mit 16 Jahren habe ich dort eine Greenpeace Jugendgruppe mitgegründet. 2011 bin ich dann zum Studieren nach Hamburg gezogen. Bei Greenpeace Hamburg bin ich im Webteam, das heißt, ich pflege zusammen mit anderen Ehrenamtlichen die Social Media Kanäle. 

Was motiviert dich, bei Greenpeace aktiv zu sein?

Mich motiviert der Gedanke, dass eine bessere Welt möglich ist. Mit dem, was ich bei Greenpeace mache, möchte ich dazu beitragen. Zum Beispiel haben wir uns mit Hamburger EU-Abgeordneten getroffen, um mit ihnen über CETA zu sprechen. Es ist spannend, den Dialog auch öffentlich über Twitter zu führen und sie so dazu zu bringen, sich zu positionieren. 

Was war dein ulkigstes, skurrilstes oder lustigstes Erlebnis mit Greenpeace?

In Frankfurt wollten wir mal in einem Baumarkt auf die Problematik von Tropenholz aufmerksam machen. Alles war super geplant. Wir haben uns genau informiert, wo es Tropenholz gibt, haben die Presse informiert und uns am Tag X in Gorilla-Kostüme geschmissen. Überraschungsmäßig wollte ein Teil von uns als wildgewordene Gorilla-Herde den Baumarkt stürmen, während der Rest die Kunden und Passanten informieren sollte. Unser Sturm auf den Baumarkt wurde leider dadurch vereitelt, dass der Filialleiter uns freundlich lächelnd begrüßte und uns eine Führung durch die Holzabteilung anbot, in der wie durch Zauberhand plötzlich nur noch FSC-zertifizierte Ware lag. Da standen wir nun in unseren Kostümen… 

Wie schafft ihr es, Menschen ohne erhobenen Zeigefinger von euren Inhalten zu überzeugen?  

Ich fühle mich moralisch nicht überlegen gegenüber Menschen, die sich nicht für Umweltschutz interessieren. Ich denke, es ist wichtig, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und auch mal über sich selbst lachen zu können. 

Repair Café in Hamburg
Ehrenamtliche haben im Jahr 2016 in vielen Städten Repair Cafés organisiert, um zu zeigen, dass sich Smartphones oft mit einfachen Mitteln reparieren lassen.

Welche Möglichkeiten hast du bei Greenpeace, dich als Ehrenamtliche einzubringen?

Wenn man wenig Zeit hat, kann man bei den Aktivitäten mitmachen, die die Gruppe organisiert. Man kann aber auch mehr Verantwortung übernehmen und sich den Hut für einzelne Aktivitäten aufsetzen - bis hin zu regionalen Kampagnen, die von den Gruppen selbst geplant und durchgeführt werden. Außerdem gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, von denen man auch in anderen Lebensbereichen profitiert. 

Bernd Schadowski

Bernd Schadowski

Wie heißt du, woher kommst du, was machst du bei Greenpeace?

Mein Name ist Bernd Schadowski, ich komme aus Jülich und bin seit 2015 bei Greenpeace Aachen. Dort bin ich als Öffentlichkeits-Koordinator aktiv. Außerdem engagiere ich mich in unserer Energie-Gruppe und nutze mein Hobby Fotografie, um mit guten Bildern Aktionen und Themen zu präsentieren. 

Was motiviert dich, bei Greenpeace aktiv zu sein? 

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für die Welt! 2015 war ich mit meiner Familie bei der Kohlekette beim Braunkohle-Tagebau Garzweiler. Dort traf ich auf einen Info-Stand von Greenpeace Aachen. Die Aktivitäten von Greenpeace verfolgte ich schon seit Jahren begeistert. Mittlerweile sind meine Frau Susanne, meine 16-jährige Tochter Kristina und ich dabei. 

Wie schafft ihr es, Menschen ohne erhobenen Zeigefinger von euren Inhalten zu überzeugen? 

Es ist wichtig, Menschen nicht penetrant zu nerven, sondern gezielt einen Samen mit einer Botschaft zu säen und dann immer ein wenig zu gießen. Die Menschen denken von selbst drüber nach, irgendwann kommt der zündende Funke und sie verstehen, worum es geht. Es geht darum zu überzeugen, nicht darum zu überreden.

Welche Möglichkeiten hast du bei Greenpeace, dich als Ehrenamtlicher einzubringen? 

Jeder kann sich einbringen, egal ob er oder sie neu oder schon lang dabei ist. Denn jeder hat unterschiedliche Fähigkeiten. Entscheidungen werden demokratisch getroffen, jede Stimme zählt. Nein, besser: Jede Stimme wird gehört. 

Jana Brommer

Jana Brommer

Wie heißt du, woher kommst du, was machst du bei Greenpeace?

Mein Name ist Jana. Ich lebe in Leipzig und bin ehrenamtlich bei Greenpeace Leipzig als Ansprechpartnerin für unsere Jugendaktionsgruppe tätig und gehöre zum Öffentlichkeitsarbeits-Team. Vor allem koordiniere und pflege ich die Internetseite und die Sozialen Medien von Greenpeace Leipzig. 

Was motiviert dich, bei Greenpeace aktiv zu sein? 

Ende 2008 war ich gerade nach Halle gezogen und wollte endlich ehrenamtlich aktiv werden. In der Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, in der ich aufwuchs, gab es nicht die richtigen Plattformen für mich. Fußballverein und Denkmalschutzverein in allen Ehren, aber das waren einfach nicht meine Interessen. Anfang 2009 wurde ich bei Greenpeace Leipzig aktiv, weil es in Halle keine Gruppe gab. Im Oktober 2009 gründeten noch ein interessierter Mensch und ich Greenpeace Halle. Hättest du mich vor zehn Jahren gefragt, ob ich ein Presseinterview geben könnte, wäre ich wahrscheinlich stotternd in Ohnmacht gefallen. 

Protest gegen Mikroplastik in der Alster
Ehrenamtliche von der Greenpeace Jugend in Hamburg protestieren in der Alster gegen Mikroplastik in Kosmetikprodukten.

Wie schafft ihr es, Menschen ohne erhobenen Zeigefinger von euren Inhalten zu überzeugen? 

Ich nutze Ich-Botschaften und bin wirklich interessiert an der Meinung des Gegenübers. Wenn ich einen Menschen frage, wie es ihr oder ihm geht, dann möchte ich das auch wissen. Außerdem versuchen wir als Gruppe, Alternativen anzubieten, wenn es um Konsumverhalten geht, die häufig sogar viel mehr Spaß machen und die KonsumentInnen zum eigenen Engagement anregen sollen. 

Welche Möglichkeiten hast du bei Greenpeace, dich als Ehrenamtliche einzubringen?

Ehrenamt bei Greenpeace kann sehr vielfältig sein. – Das liegt ganz bei dir selbst! Oftmals ist es vor dem Beginn von Kampagnen so, dass Aktionsmöglichkeiten mit uns entwickelt werden, wir geben Rückmeldungen zu Aktionen, die von Greenpeace Deutschland organisiert wurden und sagen, welche Sachen unserer Meinung nach gut waren oder halt nicht. Diese Kritik wird dann aufgenommen und ggf. auf andere Aktionen übertragen.

Bist du auch Umweltfan und hast Lust dich zu engagieren? Auf dieser Seite findest du die Greenpeace-Gruppe in deiner Nähe.


 

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Ehrenamt

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Gastautoren aus der Greenpeace-Welt schreiben über die Kampagnen, für die sie sich in ihren Ländern einsetzen.


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