Stephie Töwe
12.06.2017

You got the power! Heute ist World Meat Free Day.

Warum es tatsächlich etwas bringt, lieber Gemüse als Fleisch zu essen. #issgutjetzt

Ob wir mittags hastig eine Currywurst runterschlingen, oder mit Kolleginnen und Kollegen gemeinsam einen Salat machen, hat viele Auswirkungen. Nicht nur auf unsere Gesundheit. Denn jeden Tag entscheiden wir mit unserer Essenswahl auch darüber, wie es der Umwelt und den Tieren in den Ställen geht.

World Meat Free Day? Was soll denn das jetzt schon wieder sein?

Heute ist World Meat Free Day. Dieser Tag weist darauf hin, dass täglich weltweit viel zu viel Fleisch gegessen wird. Es gibt aber reichlich Alternativen zu Fleisch, die lecker und gesund sind. Wir Deutschen gehören zu den besonders leidenschaftlichen Fleischessern, was weder für uns noch für unsere Umwelt oder das Klima gut ist. Und Millionen Tiere müssen unnötig unter  grausamen Haltungsbedingungen leiden. Es gibt viele gute Gründe weniger Fleisch zu essen oder darauf ganz zu verzichten.

Der Song zum World Meat Free Day 2017.

Das heißt also, wenn ich heute am World Meat Free Day auf Fleisch verzichte, dann habe ich eine gute Tat getan?

Auf jeden Fall! Aber natürlich nur, wenn du dir morgen nicht gleich die doppelte Menge Fleisch wieder auf den Teller schaufelst. Wer sich fragt, ob denn ein Tag ohne Fleisch überhaupt etwas bringt für die Umwelt, der sollte diesen CO2-Rechner ausprobieren. Ein kleines Rechenbeispiel zeigt, dass es sich lohnen kann: Wenn alle Berliner einen Tag lang kein Fleisch essen würden, hätte man so viel CO2 gespart, wie 250.000 Haushalte in einem Jahr verbrauchen. Wenn wir aber ernsthaft etwas erreichen wollen, reicht ein fleischloser Tag im Jahr natürlich nicht aus.Um unser Klima retten und den Verlust unserer Artenvielfalt stoppen zu können, müssen wir unseren Fleischkonsum um mindestens die Hälfte dauerhaft reduzieren.

 

Aha. Ist dann so ein fleischloser Tag nicht eher ein Witz?

Hm. So leicht ist das nicht. Viele Menschen denken sehr wenig darüber nach, was sie essen, und welche Auswirkungen ihre Entscheidung beim Essen auf sie selbst, andere, auf die Tiere und die Umwelt hat. Sie vergessen, dass sie als Verbraucher eine enorme Macht bei der Wahl ihrer Lebensmittel haben. Essen ist eine existentielle Grundlage. Jeder einzelne Mensch sollte im Prinzip ein großes Interesse daran haben, was auf dem Teller landet. Der World Meat Free Day ist daher eher ein symbolischer Akt, der es vielen Menschen leicht machen möchte, einfach mal über ihr Essverhalten und dessen Auswirkungen nachzudenken. Für viele Menschen ist es bei Familienfeiern, Treffen mit Freunden, auf Partys oder auch beim Mittagessen mit den Kollegen gar nicht so einfach, Fleisch links liegen zu lassen. Der World Meat FreeDay will Mut machen und zeigen, dass es überall auf der Welt bereits Menschen gibt, die gut ohne Fleisch auskommen.

Viele Menschen sind mit dem Gefühl aufgewachsen, dass der Verzehr von Fleisch natürlich, normal und nötig ist. Die Industrie redet uns das gerne ein, obwohl die Produktion von Fleisch alles andere als natürlich ist. Leider haben viele Politiker noch nicht kapiert, dass uns die Massentierhaltung und der Konsum von Billigfleisch teuer zu stehen kommen. Die Unmengen von Gülle und Mist verunreinigen zum Beispiel unser Grundwasser. Trinkwasser aufzubereiten wird immer aufwändiger. Die steigenden Preis sollten eigentlich die Verursacher in der Fleischindustrie zahlen, tatsächlich zahlt am Ende der Verbraucher: 

Anstatt sich dafür einzusetzen, das vegetarische Angebot in Kantinen, Schulen und Kitas auszubauen und zur Normalität zu machen, fordert die CDU, dass Schweinefleisch auf den Speisplan gehört. Ein schierer Wahnsinn, im Hinblick auf die Gesundheit, den Klimawandel und die Verschmutzung von Trinkwasser, Böden und Luft.

Der australische Tierschützer James Aspey hat sich nach einer Krebserkrankung bewusst mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Hier erklärt er, warum er zum Veganer wurde:

Es gibt sehr viele Gerichte, die ohne Fleisch auskommen, leicht zuzubereiten sind und lecker schmecken. Hier findest du eine Liste mit verschiedenen Blogs zu vegetarischen und veganen Rezepten, die Appetit und Lust auf mehr machen.

Alle, die weniger Fleisch essen oder lieber gleich ganz auf Alternativen umstellen, sind für mich Alltagshelden!  Nutzt eure Macht als Verbraucherinnen und Verbraucher!

Mehr zum Thema findet ihr auf unserer Homepage: http://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/bewusst-essen

 

 

 


Stephie Töwe

Stephanie Töwe

Stephanie Töwe arbeitet seit 1999 bei Greenpeace Deutschland als Campaignerin im Bereich Nachhaltige Landwirtschaft.


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