Wie steht es eigentlich um das Wald- und Klimacamp auf Sumatra? Genau 100 Tage ist es her, dass mich die indonesische Polizei gezwungen hat, es nach wenigen, aber sehr aufregenden Tagen zu verlassen. Gerade habe ich auf einem internationalen Meeting einige meiner indonesischen Kollegen wiedergetroffen. Meine erste Frage galt dem Camp und den Menschen aus Teluk Meranti, mit denen wir uns letztes Jahr gemeinsam gegen die Abholzung der wertvollen Torfwälder auf der Kampar Halbinsel engagiert hatten.
Und was mir Bustar, Zul und Joko erzählten, hat mich sehr froh und zuversichtlich gestimmt: Der Protest der Bevölkerung in Teluk Meranti geht weiter! Erst am Freitag haben sich mehrere hundert Menschen – lokale Bündnisse und Frauengruppen – anlässlich des Besuchs des indonesischen Forstministers vor dem Gebäude der Provinzregierung versammelt und mit Bannern und Plakaten gegen die Konzessionen des Papierkonzerns April protestiert. In einem Gespräch zwischen Forstminister und der Gemeinde konnten sie dem Minister sehr deutlich sagen, dass sie keine Akazienplantagen auf ihrem Land wollen.
Es muss wohl sehr emotional zugegangen sein. Allein in dem Dorf Teluk Meranti hatten über 1.000 Menschen gegen die Umwandlung ihres Waldes in Holzplantagen unterschrieben, im Nachbardorf Teluk Binjai wurden ebenfalls Unterschriften gesammelt. Vertreter der Gemeinde übergaben alle Unterschriftenlisten an den Minister. Immerhin hat der Minister bestätigt, dass die Regierung weiterhin an einem vorläufigen Stopp der Urwaldzerstörung auf der Kampar-Halbinsel und der Überprüfung der Konzessionen festhält. Es gäbe keine „endgültige Erlaubnis für April“.
Unterdessen versucht der Papier- und Zellstoffkonzern April mit allen Mitteln, die Leute umzustimmen und von den großen Vorteilen der Akazien-Monokulturen zu überzeugen. Dazu wurden extra T-Shirts bedruckt und verteilt, auf denen zu lesen ist „Holzplantagen bringen Wohlstand für alle“. Zum Glück fallen die Menschen in Teluk Meranti auf so plumpe Propaganda nicht herein. Von den 2.500 „Geschenken“ werden nur rund 100 wirklich getragen.
Und das Camp? Das ist seit Dezember 2009 offizielles Eigentum der Gemeinde von Teluk Meranti. Momentan hält sich dort niemand permanent auf, einige Dorfvorsteher schauen zur Kontrolle immer mal vorbei. Es gibt Überlegungen, dort ein Zentrum für Naturschutz oder Renaturierung von Torfwäldern einzurichten und dort auch internationale Weiterbildungen zu veranstalten. Das ist jedoch noch nicht entschieden. Vorerst bleibt das laute Quaken der Frösche bei Nacht also noch ohne schlafloses Publikum.
Alle Beiträge zum Thema lest ihr in meinem Blog zum Wald- und Klimacamp.













