Es ist genau Halbzeit bei der Klimakonferenz in Kopenhagen. Auch sechs internationale Greenpeace-Jugendliche sind dabei. Für die deutsche Greenpeace-Jugend bin ich das.
Letzte Woche haben wir uns orientiert, in dem riesigen Komplex des Bella-Centers. Rund 30.000 Menschen sind für den Klimagipfel akkreditiert. Wir haben versucht mit Delegierten zu sprechen. Ich habe mich bemüht, mit deutschen Delegierten ins Gespräch zu kommen. Ich wollte ihnen die Wünsche der jungen Generation klar machen. Doch es hat leider nicht so gut geklappt.
Alle sind extrem gestresst und alle Delegationsverhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Deswegen habe ich die gesamte deutsche Delegation förmlich und höflich eingeladen, sich am Tag der zukünftigen Generationen kurz mit uns Jugendlichen treffen. Wir wollen uns bei Kaffee und Keksen austauschen und ihnen eine Musikbildershow unserer Arbeit zeigen. Es kam keiner. Schade.
Wir waren auch im Plenum und haben zuhören können. Dort haben wir mitbekommen, wie fast alle Inselstaaten sich für ein neues, ambitioniertes und bindendes Protokoll aussprachen. Unterstützung dafür bekamen sie allerdings nicht. Schade.
Und weil das alles nicht wirklich leidenschaftlich ist – mit den Delegierten und der Konferenz – haben wir vor allem auch protestiert. Wie sowas aussieht, könnt ihr in dem Video sehen.

Derzeit sieht es nicht so aus, als würde der Klimagipfel den wichtigen, guten und hohen Erwartungen gerecht werden. Was sehr schade ist. Doch es gibt noch eine Woche! Die zweite Woche ist die entscheidende Woche, da nun Minister und Regierungschefs anreisen.
Außerdem – und das ist wirklich genial – ist die Klimabewegung gerade auf dem historischen Höhepunkt! Und wird weiter und weiter und weiter wachsen.
Allein in Kopenhagen haben am Samstag 100.000 Menschen protestiert. Diese Massenbewegung fand sogar in der Konfernz selber Interesse (siehe Bild!). Nach der Demo überreichten Vertreter verschiedener NGOs den beiden wichtigsten Menschen dieser Konfernz Yvo de Boer (Chef vom UNFCCC) und Connie Hedegaard (Präsidentin der COP15) Segel aus allen Teilen der Welt. Die Segel dienen als Symbol für den globalen Protest und den weltweiten, eindringlichen Wunsch nach Klimagerechtigkeit!
Auch wenn weit mehr als 100.000 Menschen diesen Wunsch haben, trugen ihn hier 100.000 gemeinsam auf die Straße. Und das gab es in dieser Größe noch nicht. Uns gibt das Hoffnung. Hoffnung, dass es voran geht. Auch wenn es langsam voran geht, viel zu langsam.


Nun sind fast genau zwei Wochen vergangen seitdem ich nach Kopenhagen gefahren bin und es hat sich verdammt viel getan. So viel, dass ich – leider – gar nicht dazu gekommen bin alles zu bloggen.












