Wind 3 bis 4, See 1,5 Meter, Luft 28 °C, Wasser 28°C, zur Zeit bedeckt, trocken – Es hat sich am Wochenende einiges getan! Zum einen ist das japanische Küstenwachschiff verschwunden, zum anderen sind wir aus dem Taifunausläufer raus.
Am Samstag wollten wir mit einem Schlauchboot zu unserem “Schatten” fahren, aber der Seegang war noch zu stark, um ein Boot zu Wasser lassen zu können. So hatten wir das Vorhaben auf Sonntag verschoben. Aber da hatte es sich dann erledigt. Unser Radarschirm war frei von allen Hinweisen menschlicher Nähe ist!
In der Nacht hatte die japanische Küstenwache ihren Kurs gewechselt und ist nach Südwesten gelaufen. Unter Umständen ein Hinweis darauf, wo die Flotte entlangfährt. Aber eben nur ein Hinweis, kein Beweis. Aufgrund unserer Erfahrung und den Angaben in dem “wissenschaftlichen Forschungsprogramm”, sind wir guter Dinge, die Flotte trotzdem zu finden.
Am Sonntag hatten wir für ein paar Stunden karibisches Wetter und mussten gegen Abend die Maschinen ausschalten, um ein kleines Filterproblem zu beheben. Während die Ingenieure am Sonntag im heißen Maschinenraum geschuftet haben, konnte der Rest der Mannschaft den willkommenen Stop zu einem Bad im Meer nutzen. Die Dünung war noch recht stark, so dass wir zwei bis drei Meter neben dem Schiff hoch und wieder herunter getragen wurden. Wenn man die Wellen gut abpassen kann, eine willkommene Einsteigehilfe, um wieder auf das Schiff zu kommen!
Zum täglichen Arbeitsbeginn, steht immer das Saubermachen. Das umfasst Duschen, Toiletten, die Gänge, die Messe, den Aufenthaltsraum und die Wäscherei. Ich mag am liebsten die Wäscherei. Da habe ich meine Ruhe, befülle die Waschmaschinen, den Trockner, hole die schmutzigen Geschirrhandtücher aus der Kombüse, lege die saubere Bettwäsche zusammen und bringe alles wieder an seinen Platz.
Allerdings ist die Wäscherei zur Zeit so eine Sache, die liegt ganz unten im Schiff, da wo es jetzt sehr warm ist! Und es herrscht eine ganz hohe Luftfeuchtigkeit. Außerdem ist der kleine Raum nicht gut zu lüften. Es ist also eine Frage von weniger als einer Minute, bis der Schweiß einem aus allen Poren rinnt. Bei an die 40 Grad Lufttemperatur heizt man den Körper allein schon durch das Atmen auf. Aber das wird sich ja auch in wenigen Wochen ändern!
Übermorgen erwarten wir die Äquatorquerung. Und wir “Pollywalks” wissen noch nicht einmal, an welchem Tag die “Taufe” sein wird. Vorgestern hatten wir wieder eines unserer Treffen. Wir haben uns T-Shirts gemacht, die Neptun vermutlich nicht gefallen werden. Mich beschleicht das Gefühl, egal, was wir machen, die Taufe wird schrecklich werden! Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Weil sie bisher immer schrecklich war und auch schrecklich sein soll!
Aber wir haben uns gedacht, wenn wir schon daran nichts ändern können, dann wollen wir wenigstens im Vorfeld möglichst viel Spaß haben. Wir wissen nicht, wer von den “Shellbacks” Neptun spielen wird. Aber als wir ein Treffen unserer Gegner belauscht haben, konnten wir hören, dass die Wahl wohl zwischen Bent, unserem Chief Ingenieur und Grant, dem Bootsmann ablaufen wird.
So haben wir jetzt Poster mit deren Konterfei vorbereitet und als Wahlwerbung gestaltet. Als erste Tat hatten wir auf einer Klopapierrolle alle möglichen Wünsche an Neptun, in allen möglichen Sprachen gerichtet. Die Rolle wurde bereits nach weniger als zehn Minuten entdeckt und konfisziert. Ich befürchte, diese Rolle bekommen wir am Tag der Taufe wieder zu sehen.
Wir wollen auch noch unsere “Henkersmahlzeit” zelebrieren! Da Simona, die Kochassistentin zu uns gehört, wollen wir am Tag zuvor dem Koch frei geben! Dann bekommen die “Pollywalks” ein ausgesprochen feines Mahl, mit viel Liebe zum Detail – und der Rest was ganz einfaches. Ich glaube, das wird uns besonders übel genommen werden. Ich bin und bleibe mehr gespannt als mir lieb ist und hoffe, dass das Ganze schnell vorüber gehen möge!
Liebe Grüße, Regine
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Patrik
Hallo Regine,
Warum ist es eigentlich so schwer Japan durch äußeren Druck das Handwerk zu legen?
Die Gemeinschaft der IWC könnte diese illegalen Aktionen, die unter dem scheinheiligen Deckmantel der Wissenschaft ablaufen, doch durch mehr als nur Verbote stoppen.
Warum darf Japan in einem Schutzgebiet jagen, wenn die Lüge so klar auf der Hand liegt. Ist doch völlig paradox. Warum wird die Flotte nicht einfach durch amtliche Gewalt aus dem Schutzgebiet geschleppt ?
Es ist doch einfach zum kotzen, jedes Jahr dieses Massaker von 1000 Walen hinzunehmen.
Wünsche euch totzdem alles Gute und macht so weiter.
Gruß Patrik
26.11.2007 um 22:17 Uhr ·
Cordula
Hi Regine,
schliesse mich voll und ganz meinem Vorredener an!
Mir treibt es auch puren Hass hoch, diese Ignoranz der Japaner erdulden zu müssen!
Es ist doch sicher schon weltweit bekannt und es kann doch nicht angehen, dass Japaner sich allen schlichtweg wiedersetzten!!!
Dieses Verhalten macht allerdings auch sehr traurig und ich bin bemüht hier bei allen Freunden und Bekannten zu sammeln um Geld für eure wirklich tapferen und unendlich mutigen Einsätze zu sammeln!
Meiner 13 jährige Tochter trieb diese Abschlachterei der Wale Tränen in die Augen, mir auch und ich werde mit ihrer Klassenlehrerin reden es zum Schulprojekt zu machen…”Eine Schule sammelt Geld für die Rettung der Wale” z.B.
Ich hoffe sehr es klappt!
Ganz viel Erfolg und Glück
Cordula
07.12.2007 um 17:21 Uhr ·