Der Wal-Deal und wie wir die Debatte über den Walfang in die japanische Öffentlichkeit tragen…

29. Januar 2009 · von Angela Pieske

Gestern kam uns zu Ohren, dass die USA mit Japan Pläne schmiedet, den kommerziellen Walfang wieder einzuführen, um die festgefahrenen Wogen der IWC zu glätten. Am Wochenende verhandelten der amerikanische IWC-Kommissar Dr. Doug de Master und der Vorsitzende Dr. William Hogarth (beide noch Überbleibsel aus Bush-Zeiten) mit der japanischen IWC-Delegation einen Deal aus. Japan darf den Walfang in ihren Küstengewässern wieder aufnehmen, wenn sie den “wissenschaftlichen” Walfang im Südpolarmeer reduzieren. Die einzigen, die von diesem Deal profitieren, sind allerdings die Japaner. Sie könnten nämlich weiterhin Wale im Südpolarmeer fangen und zusätzlich den kommerziellen Walfang in ihren heimischen Küstengewässern wieder aufnehmen. Da dadurch im Endeffekt mehr Wale sterben würden als vorher, darf dieser Deal auf keinen Fall zustandekommen.

Aus diesem Grund muss sich der neue amerikanische Präsident Obama direkt in seiner ersten Amtswoche nicht nur um die kaputte Wirtschaft seines Landes, den Klimawandel und den Irak kümmern sondern auch um die Wale.

Greenpeace USA forderte Obama auf, einen neuen IWC-Kommissar und Vorsitzenden einzusetzen. Aufgrund der brisanten Lage innerhalb der IWC sind Fachleute mit außenpolitischen Erfahrungen und großem diplomatischen Geschick gefordert.

Eine Rückkehr Japans zum kommerziellen Walfang ist vollkommen inakzeptable, das finden nicht nur wir sondern auch Obama vor seinem Amtsantritt.

Die japanische Walfanglobby ist stark und ihre Forderungen werden immer dreister. Jeder Jahr erhöht Japan seine selbst ernannten Quoten, den Deal für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs bereitet die Delegation schon seit Jahren vor, und gegen Widersacher wird hart durchgegriffen, wie die Verhaftung unserer beiden Aktivisten Junichi und Toru zeigte.

Um so wichtiger ist es für Greenpeace, direkt in Japan vor Ort zu sein, um die Menschen über die Missstände in ihrem Land aufzuklären und ihnen zu zeigen, wie sie mit Greenpeace zusammen etwas für die Umwelt und ihr Land erreichen können. Aus diesem Grund eröffnete Greenpeace Japan in der Hafenstadt Aomori ein Kommunikationszentrum. In dem Fischerei- und Walfangort Aomori kann die Bevölkerung von nun an mit Greenpeace über Umweltthemen diskutieren. Schlüsselthemen werden natürlich der Meeresschutz und das japanische Walfangprogramm im Südpolarmeer sein.

In Aomori wird auch der Prozess gegen unsere beiden Aktivisten, die im Mai letzten Jahres den Walfleischschmuggel im Rahmen des japanischen Walfangprogramms aufdeckten, stattfinden.

Kommentare

  • Michael Mittelstädt

    Bei Greenpeace International gibt es dazu eine E-Mail-Aktion:
    http://www.greenpeace.org/international/campaigns/oceans/whaling/ending-japanese-whaling/US-whaling-dealing

    29.1.2009 um 19:49 Uhr · Antworten

  • Divad

    +++ Mitmachaktion +++

    Dear friends,
    We have received worrying rumours of a political deal that could result in increased whaling off the coast of Japan – threatening already endangered whales. We need your your help in ensuring that this deal is killed off – and not the whales.
    According to leaked reports from a closed door meeting in Hawaii, the International Whaling Commission is currently considering a proposal that would involve the trading of a small reduction in the quota of whales that Japan hunts in the Southern Ocean Whale Sanctuary, in return for an agreed increase in hunting minke whales off the coast of Japan. Of greatest concern is that one of the minke whale populations in this areas is listed as endangered.
    The only acceptable agreement would be a complete end to Japanese whaling in the Southern Ocean Whale Sanctuary – but we cannot let this happen at the cost of endangered whales in the North Pacific.
    The most disturbing information about these reports is that the United States IWC Commissioner and the US Chair of the IWC seem to be at the forefront of the proposal. Both are appointees from the Bush administration who are still in place, and already attempting to undermine Obama’s foreign policy on whaling.
    It is clear that there are many, many big issues on President Obama’s plate in his first week in the Oval Office. His words and action on climate change and other environmental issues are very welcome but if the news reports are true, then this issue simply cannot wait.
    While on the campaign trail, President Obama’s position was unequivocal – no commercial whaling and stronger international regulations on whaling.

    Please forward this email your friends. Help ensure an end to ALL whaling in the Southern Ocean Whale Sanctuary
    Faithfully,
    Sara, Dave, Lisa and all the whales team

    P.S. President Obama wants to stop whaling in the Southern Ocean – now is your chance!
    http://www.greenpeace.org/international/campaigns/oceans/whaling/ending-japanese-whaling/US-whaling-dealing

    29.1.2009 um 19:50 Uhr · Antworten

  • Divad

    oha. das nenn ich Timing :)

    29.1.2009 um 19:51 Uhr · Antworten

  • Divad

    Haben beide gleichzeitig gepostet :) :) :)

    29.1.2009 um 19:52 Uhr · Antworten

  • Thomas Buiter

    Wieso liesst man auf der Hautseite nichts über die Nachrichten, die im Blog auftauchen?

    Liebe Grüsse

    Thomas

    01.2.2009 um 00:43 Uhr · Antworten

  • Angela Pieske

    Hallo Thomas,

    nicht alle unsere Nachrichten im Blog stehen auf unserer Hauptseite, weil wir manchmal noch aktuellere Themen haben bzw. in letzter Minute die Seite auch umgestalten, um noch aktueller zu sein. Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass wir zurzeit keine brandaktuellen Nachrichten aus der Antarktis vorliegen haben. Mit Hilfe unseres Blogs besitzen wir zumindestens die Möglichkeit über andere Themen breiter und auch umfassender zu berichten.

    Herzlichen Gruß
    Angela

    03.2.2009 um 19:51 Uhr · Antworten

  • Thomas Buiter

    Hallo Angela,

    also ich finde Meldungen, dass das IWC nun offiziell bestätigt hat, dass es eine Absprache gibt und Japan einen Kompromiss komplett ablehnt nicht unwichtig. Dass Greenpeace nun nichts aus dem Südpolarmeer meldet leuchtet mir ja ein, da ihr nicht vor Ort seid. Dafür laufen im australischen und neuseeländischen Fernsehen Greenpeace Spots wo um Spenden zur Rettung der Wale gebeten wird. Ich persönlich empfinde das halt als …. naja ich sag mal “sonderbar”. Man sollte in solchen TV-Spots dann wirklich so ehrlich sein und sagen “Spendet für die Rettung der Welt” aber gezielt für die Wale ist in meinen Augen nur eine reine Fundraising-Sache, die die Wahrheit doch etwas verzerrt.

    Liebe Grüsse

    Thomas

    03.2.2009 um 20:53 Uhr · Antworten

  • Thomas Buiter

    Japanische Walfänger benutzen militärische Anti-Personen-Waffen gegen Sea Shepherd Aktivisten. Beweis ist nun photographisch wie auch per Video erbracht. Desweiteren haben die japanischen Walfänger nun einen Wal erlegt.

    Liebe Grüsse

    Thomas

    06.2.2009 um 00:55 Uhr · Antworten

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