“Die größte Reederei der Welt”

06. August 2009 · von Andrej Mischerikow

Zwischendurch ist dann doch auch mal in Hamburg Sommer, die Stadt und das Elbufer sind voll mit

Touristen

TouristInnen

Tourist_innen

Touristinnen und Touristen. Direkt hinter unserem Büro fliesst die Elbe, alle möglichen (und unmöglichen, wie Mississippi-Raddampfer) Hafenrundfahrtboote fahren darauf auf und ab und manchmal, wenn der Wind richtig steht, können wir die Ansagen der Bootsführer hören. Zum Beispiel wird den TouristInnen erzählt:” In diesem Gebäude sitzt die grösster Reederei der Welt…. (Kunstpause)… Greenpeace! Die haben Tausende von Schlauchbooten!”.
Das ist bestimmt ganz lustig, aber wenn man den Witz öfter hört, dann verschleisst er sich schon. Egal, wir hier drinnen sind ja nicht die Zielgruppe. Ich weiss auch gar nicht, wieviele Schlauchboote Greenpeace weltweit besitzt.

Ärgerlicher sind dann schon die Bemerkungen mancher (nicht aller!) Barkassenführer über unser angebliches “Luxus-” Gebäude. Um das mal klarzustellen, von der Wasserseite aus kann man es ja nicht sehen: Wir haben in diesem ehemaligen Speichergebäude nur zwei und eine halbe Etage, hier sitzen 170 MitarbeiterInnen in 100 Räumen, also keinesfalls luxuriös. Das Gebäude gehört uns nicht und unsere Miete liegt deutlich unter dem Durchschnitt der Hamburger Büromieten in Hafenlage.

Es gilt immer noch: He lücht! (plattdeutsch, “Er lügt”).
Und die grösste (Container-)Schiffsreederei weltweit ist (meine ich) die dänische Maersk Line mit über 500 Schiffen.

Kommentare

  • Simyo

    Ich hab auch schon gehört, daß man sich auf Barkassen über die neue Greenpeace-Residenz im repräsentativen neuen Luxusvierten “HafenCity” lustig macht… Warum muss es denn Hafen sein, ich zahle das schließlich auch mit meinen Förderbeiträgen?

    Gruß,
    Simyo

    06.8.2009 um 17:32 Uhr · Antworten

    • Andrej Mischerikow

      Hallo Simyo,

      “am Wasser” war Vorgabe: Greenpeace gehört an und aufs Wasser. Und wir können dich beruhigen – wir bauen nicht selber, sondern werden lediglich Mieter.

      Der Umzug in das Elbtorquartier im östlichen Magdeburger Hafen ist für das Jahr 2011 geplant, im April 2009 wurde der architektonische Wettbewerb entschieden.

      Unser aktueller Mietvertrag endet im Jahr 2011. Das ist die Chance, in ein Gebäude zu ziehen, das nach den neuesten ökologischen Kriterien errichtet wird und zu Greenpeace passt.

      Wir haben von Anfang an großen Wert darauf gelegt, sowohl ein Maximum an Energieeffizienz als auch ein Maximum beim Einsatz erneuerbarer Energien zu erreichen. Mit dem Entwurf der Architekten „Bob Gysin + Partner“ können wir unseren Plan eines Plusenergiegebäudes weiter verfolgen, also eines Gebäudes, das mehr Energie erzeugt als verbraucht. Mit Photovoltaik und Windenergie soll mehr Strom erzeugt werden, als Greenpeace selbst benötigt. Zudem werden Pläne verfolgt, die Wärme durch solarthermische Anlagen und Erdwärme zu erzeugen. Wenn sich die Pläne umsetzen lassen, wäre dieses Gebäude für die Hafencity richtungsweisend.

      Mehr Infos gibt es unter
      http://www.greenpeace.de/ueber_uns/nachrichten_ueber_uns/artikel/siegerentwurf_fuer_zukuenftige_deutschlandzentrale_vorgestellt/

      20.8.2009 um 13:49 Uhr · Antworten

  • Thomas Buiter

    Zitat:”Und wir können dich beruhigen – wir bauen nicht selber, sondern werden lediglich Mieter.”

    Das heisst doch am Ende, dass es noch mehr kostet als selber bauen, oder nicht? Oder sponsort der Vermieter die neuen Büros?

    Liebe Grüsse

    Thomas

    20.8.2009 um 17:17 Uhr · Antworten

  • Thomas Buiter

    Als Info: Hier im Blog ist immer noch der Riesen der Meere Blog falsch verlinkt. Wenn dieses verbesert wurde, kann dieser Beitrag gelöscht werden. Unter : http://blogs.greenpeace.de/riesendermeere ist keine Seite mehr erreichbar.

    Grüsse

    Thomas

    20.8.2009 um 17:24 Uhr · Antworten

  • Florian Pithan

    Also, wenn ich richtig informiert bin wird Greenpeace in der Summe sogar ein wenig Geld sparen. Einen neuen Mietvertrag hätten wir eh gebraucht, da unser Alter im Elbspeicher ausläuft. Dazu kommen die Mietausgaben von Greenpeace Media und Greenpeace Energy.
    Glücklicherweise wurde der Mietvertrag für das neue Gebäude schon vor langer Zeit unterzeichnet, mittlerweile sind die Mieten in der Hafencity nach oben geschnellt. Das betrifft uns aber meines Wissens nicht. Daher sind die Mieten trotz der Lage am Wasser nicht astronomisch hoch, auch wenn dies vielleicht von Seiten mancher Barkassenkapitäne so behauptet wird.
    Wasser und Meer (auch wenn HH ja nicht direkt am Meer liegt, ist der Hafen ja doch ein Seeschiffhafen) sind sehr symbolstark – viele unserer Kampagnen waren und sind mit dem Meer und Wasser verknüpft. Deshalb hat Greenpeace mit dieser Standortwahl auch ganz bewusst ein Zeichen gesetzt.
    Das neue Büro hat auch eine bessere U-Bahnanbindung und wird nach vollökologischen Gesichtspunkten gebaut. Auch das war uns wichtig, denn bei all den Forderungen, die wir an Andere stellen, müssen wir selber dann wenigstens ein gutes Vorbild sein.

    20.8.2009 um 20:57 Uhr · Antworten

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