Der Energieriese ist wieder da

20. August 2009 · von Benjamin Borgerding

Anregung, Ansporn, Beispiel: Das nächste Video vom RWE-Energieriesen ist da. Wir präsentieren: “RWE Energieriese Director’s Cut“, eine neu geschnittene Fassung des Spots mit bisher unveröffentlichten Szenen.

Der Director’s Cut enthält einige brisante Enthüllungen: So dokumentiert eine während der Drehpause mitlaufende Kamera, was der Riese tatsächlich mit den Windkraftanlagen anstellte. Außerdem stellt sich heraus: Das Vieh verbringt wesentlich mehr Zeit in der Braunkohlegrube als bisher angenommen. Und in dem zärtlichen Blick, den er auf seine Atomkraft- und Kohlekraftwerke wirft, blitzt eine über jeden Zweifel erhabene Liebe auf.

Aufruf an euch da draußen: Bitte das bisher gezeigte noch übertrumpfen! Mitmachen könnt ihr auf GreenAction.

Seitdem RWE seinen Spot veröffentlicht hat, wurde kübelweise Häme über die Werbeagentur Jung von Matt ausgeschüttet: Der Energieriese weise angeblich eine allzu markante Ähnlichkeit mit dem Filmmonster Shrek auf. Plagiat? Nein, zeigt die erstaunliche Entdeckung meines Kollegen Tim Koch: Nicht Shrek hat Modell gestanden, sondern RWE-Boss Jürgen Großmann höchstselbst. Zeit also sich bei Jung von Matt (und Shrek) zu entschuldigen.

riese-grosmann

Bild rechts: (C)Michael Gottschalk/ddp

Noch mehr Material zum kreativen Verfremden liefert RWE mit seinem neuen Spot zum “Autostrom“. Darin wird in Anlehnung an die DEA-Werbespots der 90er Jahre über möglichst viele Variationen des Wortes “laden” gekalauert. Nebenbei wird der Grünwaschschwachfug “Elektroauto” angepriesen. Da sind wir doch dabei und sagen: Wir lassen uns nicht verladen!

Kommentare

  • LifeScientology

    HAHA, wirklich ein guter Spot :-) Der erste mit den Fakten war etwas besser, dieser dafür lustiger. Die Kohlegruben-Szene ein paar Mal zu wiederholen und diejenige mit den Wind- und Strömungskraftwerken rückwärts laufen zu lassen ist echt cool.
    Weiter so!

    20.8.2009 um 21:28 Uhr · Antworten

  • SuBanKi

    Ich finde auch den ersten Spot besser. Dieser ist ohne die Fakten und das Wissen um den ersten Spot aussagelos. Ich denke Greenpeace benötigt auch keine Tricks, die Wirklichkeit ist schlimm genug. RWE baut ja keine Windräder ab, sondern kaum welche auf.

    21.8.2009 um 00:50 Uhr · Antworten

  • Bene

    richtig schöne Aktion Leute!

    21.8.2009 um 11:13 Uhr · Antworten

  • Paule

    Sagt mal alle, wann kapiert ihr eigentlich endlich, dass es nichts bringt, andere Leute zu beschuldigen und verballhornen, noch dazu im Internet?
    Wenn ihr was bewegen wollt, sucht Euch Gesprächspartner, setzt Euch an einen Tisch und redet miteinander. Oder geht von mir aus, zusammen auf die Straße.
    Sonst muss ich noch zu dem Schluss kommen, dass Umweltschützer zu viel Zeit haben.

    21.8.2009 um 15:46 Uhr · Antworten

    • Tobias Staufenberg

      Wieso sollte das nichts bringen? Genau so zeigt man doch, dass Greenwashing in Zeiten des Internets keine Zukunft mehr hat. Thomas Knüwer hat das schön auf den Punkt gebracht: “Plakatwände und Zeitungsanzeigen geben keine Widerworte – Internet-Nutzer schon.”
      Es wird Zeit, dass Unternehmen wie RWE lernen, dass es Zeit ist zu handeln und nicht bloß rumzulabern. Greenpeace ist gerne bereit, Know-How und Kraft einzusetzen – siehe Opel – aber dann müssen die Bemühungen auch von der anderen Seite ernst gemeint sein. Grundlegende Veränderungen sind nur möglich, wenn alle mitziehen. Ein grünes Feigenblatt für einen ansonsten dreckigen Riesen wird es jedoch nicht geben!

      21.8.2009 um 17:52 Uhr · Antworten

  • Florian

    Schönes Foto, ich dreh am Rad :-)

    21.8.2009 um 18:27 Uhr · Antworten

  • Norbert

    Der Artikel bewegt sich hart an der Grenze zwischen Humor und Geschmacklosigkeit.

    Ich weiß was die Antwort darauf sein wird: “Aber RWE macht dies und das, die bösen Energieriesen… blabla.” – Aha.

    Hat einer der Energieriesen schon eine öffentliche Aktion bswp. im Internet gegen Greenpeace geführt? Ich weiß es nicht, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.

    23.8.2009 um 14:16 Uhr · Antworten

  • Reiner Wenserit

    Die Bemühungen um Aufklärung der mehr als dreisten Machenschaften, hier des RWE sind, suchen Ünterstüzer und haben in TB News::: einen weiteren gefunden!
    Geile Kampagne, kommt super rüber!!! Leider von allem unbeindruckt stecken die
    etablierten Parteien insbesondere die Grünen ihren Kopf in den Sand der Zeit und bleiben ohne Reaktion zu einer derartigen Volksverdummung die schon bei Kindern ansetzt.

    24.8.2009 um 13:49 Uhr · Antworten

  • Gast

    Greenpeace ist gegen Kernenergie als auch gegen Kohlekraftwerke. Es ist aber auch unmöglich sich allein auf regenerative Energien zu verlassen wenn man eine konstante Netzfrequenz von 50 Hz benötigt, um einen Blackout zu verhindern.

    Welche Energien sollen dann nach der Einschätzung von Greenpeace genutzt werden um die Grundlast zu decken?

    PS: Großmann macht selbst öfters Anspielungen, über seine Gemeinsamkeiten mit der Werbefigur. Ob diese von vornherein beabsichtigt waren, weiß aber wohl nur er. Aber es stimmt: Seitdem er im Amt ist, ist RWE deutlich klimafreundlicher geworden.

    25.8.2009 um 10:32 Uhr · Antworten

  • Nurzu Gast

    Bla bla, schöne Ideen den Spot zu verunstalten, wirklich!

    Aber mal ehrlich: Man sollte die technischen Möglichkeiten nicht ausser Acht lassen!

    z.B. dass wir ohne Atomkraft noch nicht auskämen! Oder wollt ihr wirklich das Landschaftsbild zerstören indem jeder sein eigenes Windrad im Garten hat,damit es reicht?

    20% Energieversorgung durch Atomenergie lassen sich net einfach ersetzen! Auch wenns schön wäre. Wobei weiterhin die Atomenergie die bisher sauberste (im Verhältniss zur Effizienz) Stromquelle.

    Und nun lösch den Kommentar,da er sich nicht mit deiner Auffassung deckt!

    26.8.2009 um 07:32 Uhr · Antworten

    • Tobias Staufenberg

      Warum sollten wir deinen Kommentar löschen? Hier darf jeder seine Meinung kund tun, so lange das fair und freundlich geschieht.
      Die Stromlücke ist eines der Lieblingsmärchen der Atomlobby und bereits an anderer Stelle hier im Blog ausführlich diskutiert worden.
      Zur angeblichen Klimafreundlichkeit der Atomkraft hat das Ökoinstitut bereits 2007 eine Studie vorgelegt, in der nicht nur die Stromerzeugung, sondern der gesamte Lebenszyklus (Kraftwerksbau, Brennstoffabbau/-transport, etc) in die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde eingerechnet wurden. Ergebnis: Atomkraft ist mitnichten so sauber, wie gerne behauptet wird.

      26.8.2009 um 10:19 Uhr · Antworten

  • Mitarbeiter eines Stromriesen

    Meiner Meinung nach wird hier der Konzern in ein völlig falsches Licht gerückt! Ich selbst bin auch kein Freund von der Konvetionellen Energiegewinnung. Aber bevor hier geurteilt wird sollte man sich richtig informieren.

    Auf der Homepage der RWE Innogy werden alle Regenrativen Energieerzueger gelistet. Hier wird deutlich wieviel hier schon geleistet wurde. Das Problem sind auch nicht die EVU´s sondern die, die sich mit aller Macht gegen WIndräder, Solarnalagen etc. wehren.

    Da sich der Grossteil hier über den RWE Konzern auslässt solltet ihr euch mal Desertec ansehen. Hier wird dem “schwarzen Mann” in seinem Land ein riesen Solarkraftwerk in die Wüste gebaut. Es gibt nur ein Problem das sich diesem Unternehmen stellt. Wie kommt der grüne Strom nach Europa? Das finde Ich wirklich frech und in den Medien wird diese Idee doch so hoch gelobt.

    Also nochmal an alle. Bevor hier Unternehmen wie RWE in schlechtes Licht gerückt werden, erstmal den persönlichen Horizont erweitern und die Informationen die RWE Innogy auf Ihrer HP veröffentlicht wahrnehmen.

    21.3.2010 um 13:34 Uhr · Antworten

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