Der Wochenendeinkauf mit dem guten Gewissen

21. August 2009 · von Janine Lück

Auf geht’s -  gewappnet mit Einkaufzettel, Einkaufwagen und meinen neu ergatterten Einkaufsratgebern.

Milch und Käse stehen ganz oben auf der Liste – also erstmal zu den Kühlregalen. Welche Milch soll es denn dieses mal sein? Keine Ahnung, nach Preisen kann man hier wohl nicht gehen. Also ein kurzer Griff in meine Tasche und den Gentechnik-Ratgeber von Greenpeace zurate ziehen. Welche Milchprodukt kann ich ohne Bedenken kaufen? Schnell füllt sich mein Einkaufswagen mit Käse, Milch, Joghurt und noch einigem mehr – alles Gentechnik-frei.

Dann geht’s weiter zur Fischtheke. Morgen kommen mich meine Eltern besuchen, und da will ich was Feines kochen. Aber welchen Fisch kann ich bedenkenlos kaufen, ohne bitteren Nachgeschmack gratis dazu? Schnell den Gentechnik-Ratgeber zurück in die Tasche und den Fischratgeber raus. Der sagt mir: Lachs ist gut! Und ein leckeres Rezept habe ich dafür auch noch Zuhause liegen.

Super, auf zur Obst- und Gemüseabteilung. Aber so lecker hier alles aussieht, ‘Gefahr’ lauert. Was viele nämlich nicht wissen ist, dass Obst nicht unbedingt immer so gesund ist, wie man vermutet. In einigen Läden und bei bestimmten Früchten – wie zum Beispiel Trauben – ist der unbedachte Konsum oft leichtsinnig. Sowohl Obst als auch Gemüse wird in vielen Ländern massig gespritzt. Reine Giftschleudern sind das Ergebnis, die getarnt als gesunde Leckereien auf unseren Tellern landen.
Aber nicht mit mir! Denn ich habe vorhin noch schnell einen Blick in den Pestizid-Ratgeber von Greenpeace geworfen. Jetzt weiß ich was ich unbedenklich kaufen kann, ohne mein Familie morgen zu vergiften.

Den Fischratgeber, den ich immer noch in der Hand halte, stecke ich wieder ein und stoße dabei auf den Holz-Ratgeber. Den brauche ich heute zwar nicht, aber Leonie wollte ich ihn immer noch mal zeigen. Die will nämlich einen neuen schönen Holzstuhl für ihren Balkon. Aber nicht aus Tropenholz, das aus Urwaldzerstörung kommt. Alternativen gibt es ja, man muss sie nur kennen.

Jetzt aber zurück zum Einkauf. Was fehlt noch? Ein Blick auf meinen Einkaufszettel und ich weiß wieder, was ich mir für heute noch vorgenommen habe: eine Energiesparbirne für meine neue Stehlampe.
Erst gestern habe ich einen super Artikel in der Brigitte über Glühbirnen, Energiesparlampen und Halogenleuchten gelesen. Letzte Woche hatte ich sie vergessen – jetzt liegt sie aber in meinem Einkaufwagen und es kann zur Kasse gehen.

Voll bepackt mit Einkaufstaschen und ab geht’s nach Hause. Später will ich noch mal los gehen, eine neue Bluse kaufen. Vorher will ich aber noch mal auf GreenAction.de checken, welche Tipps Kirsten und Linda dort für mich haben. Damit ich meine neue Bluse auch mit gutem Gewissen tragen kann.

Kommentare

  • Norbert

    Ich beglückwünsche dich, wenn du so einkaufst bzw. so einkaufen kannst.
    Kurzgesagt: Für alles gibt es einen Ratgeber. Gut, dass es sowas gibt.
    Nur ein Detail fehlt mir: Wie lang brauchst du beim einkaufen, wenn du jedes mal im Ratgeber nachschauen musst? Ok, irgendwann stellt sich bestimmt mal eine gewisse Routine ein, aber das dauert bestimmt auch etwas Zeit.
    Nun gut, Ich beglückwünsche dich ebenfalls, dass du genug Geld in der Tasche hast, um dich mit Bio-Produkten einzudecken, das hat nicht jeder.
    Ich beglückwünsche dich weiterhin, dass du keine größeren Probleme hast, als vor und während des Einkaufs genau -besser: penibelst – darauf zu achten, was du kaufst. Das kann nict jeder von sich behaupten.
    Sicherlich steht auch in dem Artikel der Brigitte, dass der Großteil – eigentlich fast alle – Energiesparlampen nicht mal doppelt so lang halten wie normale Glühbirnen. Achja das steht ja wirklich da. Oh, aber ein was hast du vergessen: in den meisten – den billigen – ESL ist zeimlich viel Quecksilber drin. Man weiß ja sicherlich was Ich meine. Ich hoffe du kommst auch mit der niedrigen Leuchtkraft von nicht einmal 400cd aus, normale Glühbirnen sind da schon immer bei über 600cd gewesen. Aber Ich bin sicher du hast dir eine teure ESL geholt, damit du auch sicher gehen kannst, dass diese unbenklich ist.
    Was sorgt eigentlich bei dir für ein gutes Gewissen, wenn du eine neue Bluse trägst die von Kirsten und Linda empfohlen wurden? Bitte ohne irgendeinen Link, sondern mal die eigene Meinung.

    Wenn du wie gesagt wirklich so auf deine Gesundheit und dein Kaufverhalten Wert legst machst du sicherlich nichts falsch, aber mir persönlich wäre das viel zu viel Aufwand – zeitlich wie finanziell.

    23.8.2009 um 14:08 Uhr · Antworten

    • Janine Lück

      Lieber Norbert,
      danke für deine Glückwünsche. Du hast vollkommen recht, nicht jeder kann sich Bio-Produkte leisten und nicht jeder hat das Wissen und die Zeit sich mit nachhaltigem Konsum auseinander zu setzten. Aber es gibt genügend Leute, bei denen es nicht an Zeit mangelt, die sich nicht hinter großen Problem verstecken können und die genügend Geld hätten, um nachhaltig zu konsumieren.
      Ich bin selber Studentin. Und ja ich habe das Glück, von meinen Eltern, die mein Konsumverhalten unterstützen, finanziert zu werden. Außerdem Arbeite ich in meinen Semesterferien und auch während des Studiums. Klar ist das Geld am Ende des Monats trotzdem oft knapp. Aber es ist auch eine Frage der Prioritäten, für was man seine letzten 20 Euro ausgibt.
      Es mag vielleicht am Anfang ein großer Schritt sein, zu sagen: Ab heute achte ich auf meinen Konsum. Aber ich kann für mich nur sagen, dass ich zum Einkaufen nicht länger brauche als andere. Dafür tue ich aber meiner Gesundheit und unserem Ökosystem etwas Gutes.
      Greets Janine

      24.8.2009 um 15:04 Uhr · Antworten

  • Thomas Buiter

    Moin Janine,

    wieso hat man bei diesem Einkauf ein gutes Gewissen? Wie ich das sehe besteht der grossteil des Einkaufs aus tierischen Produkten. Da kann man nur hoffen, dass der Fisch auch ein reines Gewissen hatte als er erstickte oder falls er “glück” hatte ohne vorherige Betäubung geschlachtet wurde. Die Kühe haben ihre Milch für den Joghurt und Käse sicherlich auch lieber an Dich weitergegeben, als an ihre Kälber, die mit Trockenmilchpulver fern ihrer Mütter aufgezogen wurden. Es kann aber auch sein, dass diese Kälber bereits für Kalbsfleisch geschlachtet wurden und daher keine Muttermilch mehr benötigen.

    Den Fischratgeber habe ich auch schon an anderer Stelle kritisiert, da er die Situation der Fische völlig verharmlost. War es denn norwegischer oder amerikanischer Lachs?

    Liebe Grüsse

    Thomas

    23.8.2009 um 15:57 Uhr · Antworten

    • Janine Lück

      Hallo Thomas,
      Warum ich ein gutes Gewissen habe, fragst du.
      Ich bin selber seit 10 Jahren Vegetarierin. Zuhause bin ich von klein auf mit dem Stichwort nachhaltigem Konsum aufgewachsen. Bei uns gab es nie öfter als zwei mal die Woche Fleisch/Fisch. Meine Eltern haben immer sehr darauf geachtet, was bei uns Zuhause auf dem Tisch landet. Seit einer Weile lebe ich sogar größtenteils vegan, wobei ich eingestehen muss, das ich trotzdem ab und an gerne mal eine Bio-Buttermilch trinke oder einem leckeren Bio-Käse nicht widerstehen kann. Ich versuche in vielen Dingen des Alltags nachhaltig zu leben und auch meinen eigenen Ansprüchen zu genügen. Dass ich nicht perfekt bin, weiß ich auch.
      Genau deswegen erwarte ich auch von keinem anderen perfekt zu sein. Es geht meiner Meinung nach nicht darum andere schlecht zu machen, sondern das vorzuleben, was man selber als richtig erachtet und anderen Hilfestellungen zu geben, die danach fragen.
      Grüße Janine

      24.8.2009 um 15:03 Uhr · Antworten

      • Thomas Buiter

        Moin Janine,

        perfekt ist niemand. Bei mir passt aber einfach “Gutes Gewissen” mit einem für mich getöteten Tier nicht zusammen. Dass Du von Haus aus an einen moderaten Fleich/Fisch Konsum gewöhnt bist finde ich wirklich positiv, leider bekommt nicht jeder ein solches Verhalten mit auf den Weg.

        Was mich aber etwas stutzig macht: Du sagst, Du bist seit 10 Jahren Vegetarierin. Hat das nur ökologische oder auch ethische Gründe? Weil ökologisch gesehen, ist doch Fischkonsum meiner Meinung nach, kaum noch vertretbar, ethisch gesehen natürlich erst recht nicht. Du bereitest also Deinen Eltern Fisch zu und isst ihn dann selber nicht? Oder bist Du Pesketarierin mit veganem hang?

        Liebe Grüsse (vom kaspischen Meer)

        Thomas

        24.8.2009 um 15:32 Uhr

  • Regina

    Lieber Thomas,ich habe eine Zeit vegan gelebt und selten soviel ” Krankheiten ” gehabt.Wenn der liebe Gott gewollt hätte,das wir niemals nicht Fleisch,Fisch und tierische Produkte,sprich Milch und Eier verzehren sollen,hätte er diese wohl kaum geschaffen.Was nicht heissen soll,das man alles ausprobieren und essen muß.(Von dem der Unkraut sät will ich jetzt nicht sprechen,den lasse ich mal ausser acht)
    Der Körper braucht gewisse Stoffe,die nun mal in Fleisch,Fisch oder Milch und Milchprodukten enthalten sind.Eine Zeit lang bin ich,weil ich keine Milch usw. zu mir nehmen darf auf Sojaprodukte umgestiegen,dachte auch,kein Tier prima,von wegen,mein Körper hat es mir nicht gedankt,weil ich z.B. Probleme mit meinen Nägeln bekommen habe.So reagiert wohl jeder Körper verschieden und man muß für sich selber herausfinden,was einem gut bekommt.Man muss auch nicht nur von Bio Produkten leben,aber ausgesucht sollten sie schon sein.Wo sie herkommen und was drinnen ist,sollte man in jedem Fall darauf achten.Es ist mit Sicherheit schwer,wenn man aufs Geld achten muss Bio Produkte zu kaufen,da es aber mittlerweile immer mehr Supermärkte gibt,die auch Bio Produkte anbieten,kann man sich wenn man den Dreh raus hat, zusammen suchen,wo man was am preiswertesten bekommt.Man muss das ganze komplexer sehen und weiter denken und auf dem Boden der Tatsachen bleiben.Und vor allen Dingen,erstmal die Meinung eines Anderen anhören und nicht gleich auf ihn losgehen.Man kann selber so manches mal völlig daneben liegen und merkt es erstmal nicht,weil einfach nicht das gleiche Ziel gesteckt wurde.Ich möchte auch nicht,das Tiere zum Sterben geboren werden,aber es gibt einige Sachen zwischen Himmel und Erde,da kommt es auf das Wie an.
    Lieben Gruss Regina

    24.8.2009 um 23:37 Uhr · Antworten

    • Thomas Buiter

      Liebe Regina,

      also das mit den Krankheiten kann ich nun nicht nachvollziehen, da ich eher die gegenteilige Erfahrung gemacht habe. Es gibt viele Veganer, die lang und gesund leben. Die russische Ärztin Galina Schatalova behauptet sogar, dass wenn man eine gesunde veganer Ernährung von anfang bekommt und auch später fortsetzt, bis zu 150 Jahre alt werden könnte und dabei gesund lebt. Auch den Vitamin B12 Mangel dem Veganer leicht zum Opfer fallen, kann man durch vernünftige Ernährung und durch rein pflanzliche Supplemente entgegenwirken.

      Ob der liebe Gott nun die Tiere erschaffen hat, damit wir sie essen ist eine Theorie. Vielleicht hat er ja auch den Menschen als Futter für die Tiere erschaffen, bei dem Vermehrungsgrad würde das fast Sinn machen. Ich glaube aber da eher an die Evolution und sehe den Menschen nur als momentan überlegene Tierart. Diesen “Glauben” teilen wohl nicht alle, aber es ist meine Überzeugung, bis mir einer das Gegenteil beweist.

      Liebe Grüsse

      Thomas

      25.8.2009 um 08:16 Uhr · Antworten

  • Mathias Wündisch

    du bist ahnungslos, schau mal hier

    http://www.youtube.com/watch?v=osQgObgwlSM&feature=related

    entsorge deine energiesparlampe so schnell du kannst! wenn du kinder hast, verbanne sie aus deinem haushalt. lg mathias

    16.3.2011 um 12:52 Uhr · Antworten

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