Heute hat der Umweltausschuss im Bundestag in einer Sondersitzung getagt, um über die Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel zu beraten. In der Sitzung ist auch die Zuverlässigkeit des Betreibers Vattenfall erörtert worden. Auf den ist man derzeit bei der Konkurrenz nicht besonders gut zu sprechen, wie das Handelsblatt berichtet. E.ON, RWE und EnBW sehen aufgrund der Pannen in Krümmel und des katastrophalen Krisenmanagements von Vattenfall ihre Felle davonschwimmen. Die Atomkraft wurde öffentlich in Misskredit gebracht, nicht einmal unter einer schwarz-gelben Regierungskoalition scheint eine bedingungslose Laufzeitverlängerung noch garantiert:
Die Branche fürchtet um die erhoffte Revision des Atomausstiegs nach der Wahl – oder zumindest teure Gegenleistungen für längere Laufzeiten.
In einem Brief an Vattenfall-Atomchef Ernst Michael Züfle haben die wütenden Drei ihrem Unmut Ausdruck verliehen und kritisiert, dass Vattenfall „zu den Ereignissen und Vorgängen zu Krümmel” nicht in gebührender Weise Stellung bezogen habe: „Vielmehr mussten wir feststellen, dass sich der Vattenfall-Konzern in dieser Frage zurückhält bzw. sich der Diskussion entzieht”. Unmittelbarer Anlass: Vattenfall hat es abgelehnt, die Vorfälle in Krümmel in einer geplanten Zeitungsbeilage des Deutschen Atomforums zu kommentieren.
Mit einer Image-Kampagne im September möchte sich die Atom-Lobby mehr Zuspruch verschaffen. Politische Schützenhilfe bekommt sie unterdessen aus Schleswig-Holstein, wo das Krümmel-Gutachten vor der Bundestagswahl nicht mehr veröffentlichen werden soll, weil man es noch „rechtlich ordentlich” prüfen müsse, so der neue Sozialminister Christian von Boetticher heute während der Sondersitzung. Der Verdacht liegt nahe, dass den Atomgegnern vor der Wahl keine weiteren Argumente an die Hand gegeben werden sollen.
Heinz Smital von Greenpeace kritisiert in dem Zusammenhang:
Dabei ist die schleswig-holsteinische Atomaufsicht unter Führung von Boettichers nicht einmal in der Lage, die Audio-Aufzeichnung im Leitstand des AKW’s (ähnlich der Blackbox in Flugzeugcockpits) gegen den Widerstand des Betreibers Vattenfall rechtlich ordentlich per Sofortvollzug durchzusetzen.










