[Update]: Anti-Atom-Banner am Reichstag

01. September 2009 · von Benjamin Borgerding

Banner-Aktion am Berliner Reichstag Das Banner am Reichstag hängt. Eine schöne Szene spielt sich auf der Wiese davor ab: einige Grundschüler – vermutlich auf einem Klassenausflug – haben sich um einen der Greenpeace-Aktivisten geschart. Zum Schutz vor der Sonne tragen die Kleinen weiße Cappies, der Aktivist in ihrer Mitte trägt einen roten Helm zum grünen T-Shirt.

Bis eben haben die Kids noch krakeelt wie ein Schwarm Möwen. Erstaunlich, wie aufmerksam sie jetzt zuhören. Artig heben sie die Finger und löchern den Rotbehelmten mit Fragen. Gerade hat er ihnen erklärt, warum die Entsorgung von radioaktivem Müll so schwierig ist, da fragt ihn ein kleines Mädchen: „Warum fliegt man nicht einfach zum Mond und tut den Müll dahin?“ Ein Lächeln huscht dem Aktivisten über das Gesicht. „Das ist nicht so einfach…“ beginnt er. Kinder- und Jugendarbeit gehört für Greenpeace eben dazu…

Zwischendurch brandet wieder Applaus auf. Ein Tourist spricht mit einem der Greenpeacer, die vor dem Reichstagsgebäude mit Flyern Aufklärungsarbeit leisten. Eigentlich habe er auch in den Reichstag hinein gewollt, dies aber für die Aktion gerne auf morgen verschoben.

(c) Andree Böhling / Greenpeace - Anti-Atom-Banner am Reichstag

(c) Benjamin Borgerding / Greenpeace - Für eine Zukunft ohne die Risikotechnologie Atomkraft

Allgemein hält sich der Unmut über vermasseltes Sightseeing sehr in Grenzen. Auf die Durchsagen der Polizei – „Bis zur Beendigung der Aktion ist der Zugang zur Kuppel des Reichtages leider nicht möglich“ – gibt es kaum empörte Reaktionen. Der Protest in Berlin steuert somit unter breiter Zustimmung auf seinen Höhepunkt hin: nächsten Samstag – pünktlich zur großen Anti-Atom-Demo – wird hier der große Anti-Atom-Treck eintreffen. Mit dabei: über fünfzig Trecker (und mein Kollege Matthias Edler), die kürzlich aus dem Wendland aufgebrochen sind. Berlin wird sie freundlich empfangen, soviel steht fest!

Doch vorher wird aber noch geräumt. Ein Feuerwehrwagen fährt direkt vor das Eingangsportal. Die Leiter fährt aus, hoch zu dem Aktivisten links am Eingang. Ein Feuerwehrmann in der Gondel lässt den Aktivisten hinein steigen. Ihn belohnt erneuter Applaus aus der Menge. Danach wird der Aktivist auf der anderen Seite eingesammelt. Das Banner – an den Seiten gekappt – flattert im Wind, und wird noch von den übrigen Aktivisten auf dem Dach eingezogen. Das Ende einer gelungenen Aktion!

Kommentare

  • Flo

    Wie geil. Immer wieder gerne gesehen ;)

    01.9.2009 um 22:54 Uhr · Antworten

  • Suse

    Wir können nur hoffen, dass solche Aktionen nach der Bundestagswahl nicht mehr notwendig sind. Bis dahin- Weiter so!

    02.9.2009 um 16:24 Uhr · Antworten

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