Polar bear on starbord side!

11. September 2009 · von Iris Menn
(c)Iris Menn/Greenpeace - Eisbärenfährte

Eisbärenfährte

Mein erster Eisbär, zumindest der erste in freier Natur! Morgens schon hatte ich die Spuren an der Eiskante entdeckt und den Tag über immer wieder Ausschau auf die weite Eisfläche vor uns gehalten. Aber “weiß auf weiß” ist eben gut getarnt. Trotzdem haben wir ihn dann entdeckt, als er gemütlich durch das Eis wanderte. Und weiter entfernt – allerdings selbst im Fernglas klein – konnten wir noch eine Mutter mit einem Jungtier im Schnee sitzen sehen. Schön!

Eisbären unterscheiden sich von anderen Bären durch zahlreiche Charakteristika, die es ihnen möglich machen, in der harschen Arktis zu überleben. So besitzen sie Schwimmhäute zwischen den Zehen, die sie zu exzellenten Schwimmern machen, und ihr besonders langer Hals lässt den Kopf während des Schwimmens aus dem Wasser ragen. Gegen die Kälte sind Eisbären durch zwei Fellschichten über einer dicken Fettschicht gerüstet. Bei Hunger können sie in einen Zustand niedrigeren Energieverbrauchs fallen, der es ihnen ermöglicht, mehrere Monate von den eigenen Fettreserven zu leben. Eisbären jagen neben Robben – ihrer Hauptbeute – auch Walrösser, Belugas, Narwale und Seevögel, in einigen Regionen sogar Rentiere.

Ein Eisbär als toller Abschluss von drei arbeitsreichen Tagen am Gletscher 79°Nord, die durch Hochs und Tiefs gekennzeichnet waren. Erst verzögerte der Nebel den Start der Untersuchungen und dann, als wir die Geräte wieder einsammeln wollten, machte erneut Nebel unseren Plänen einen Strich durch die Rechnung. Die Zeit sitzt uns im Nacken, denn in Longyearbyen auf Spitzbergen wartet das nächste Wissenschaftlerteam. Es begleitet uns auf dem dritten Abschnitt unserer Expedition. Einen Tag länger auf 79°Nord heißt mindestens einen Tag Verspätung bei der Ankunft in Longyearbyen. Und noch wissen wir nicht, wie die Fahrt dahin verläuft, denn Eis kann den Transit weiter verzögern. Da heißt es Entscheidungen treffen, die nicht einfach sind.

Wir haben uns letztendlich entschieden zu warten und das Wetter hat mitgespielt. Der Nebel verzog sich am Nachmittag und Martin, unser Hubschrauberpilot, hat mal wieder seinen Beitrag geleistet, dass alles gut geklappt hat.

Am späten Abend ist alles erledigt und wir stoßen gemeinsam an, denn die Wissenschaftler Gordon und Fiamma sind zufrieden mit ihren Untersuchungen. Sie haben alles geschafft, was sie sich vorgenommen hatten, und dabei bereits viele weitere Ideen für nächstes Jahr gesammelt. Den Transit nach Longyearbyen werden sie nutzen, schon einmal einen groben Blick auf die gesammelten Daten zu werfen. Fiamma hat insgesamt 100 CTD-Messungen (CTD = conductivity, salinity, depth) durchgeführt, also Temperatur, Salinität, Sauerstoff und Strömung im Wasser gemessen – da gibt es eine Menge an Daten zum Analysieren. Ich gedulde mich noch etwas, aber vor unserer Ankunft auf Spitzbergen möchte ich dann doch eine erste Einschätzung von den beiden hören.

Kommentare

  • Markus Mauthe

    Hallo Iris, wie immer ein toller Bericht. Schön das es mit dem Eisbären geklappt hat.
    Ich drücke weiterhin die Daumen das ihr im Zeitplan bleibt. Kopenhagen wartet auf eure Daten. Grüße aus Finnland, wo ich gerade die braunen Kollegen des Eisbären fotografiere. Markus

    12.9.2009 um 13:02 Uhr · Antworten

    • Iris Menn

      Lieber Markus,
      hab viel Erfolg in Finnland. Wir sind gerade in Longyearbyen zum kurzen Stopp und machen uns heute Nachmittag auf zum letzten Abschnitt der Expedition. LG Iris

      13.9.2009 um 11:33 Uhr · Antworten

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