PR-Offensive für Atomkraft

22. September 2009 · von Benjamin Borgerding

Die meisten Deutschen mögen Atomkraft nicht besonders. Marketingleute sprechen da von einem Image-Problem. Da auch Atomkraft ein Produkt ist, das verkauft sein will, verfahren die Verantwortlichen branchentypisch: Nicht das Produkt selbst wird verändert, sondern seine Verpackung. Das erreicht man über eine geschickte Kommunikation, die Einfluss auf die öffentliche Meinung nimmt. Und ganz nebenbei Wahlkampf im eigenen Interesse mitgestaltet.

Am 27.09.2009 ist Stichtag. Dann entscheidet sich nicht nur, wer die nächsten vier Jahre die Geschicke Deutschlands lenkt, sondern auch, ob die Atomkraft ins Technologie-Nirwana verabschiedet wird. Nicht nur Politiker blicken deshalb diesem Tag mit Bangen entgegen, auch die großen Energieversorgungsunternehmen (EVU) sind besorgt.

Greenpeace liegt nun ein Konzeptpapier der Unternehmensberatung PRGS vor, das sich an ein großes Energieversorgungsunternehmen richtet. Das Papier mit dem Titel „Kommunikationskonzept Kernenergie“ entwickelt eine „zeitlich den Wahlkampf begleitende politische Kampagne“ mit dem Ziel einer „positiven Beeinflussung der Kernenergiedebatte“. Bedenkenswert für den Zustand unseres politischen Systems ist die Unerschrockenheit, mit der das Konzept eine Verfilzung von Atomindustrie und Politik empfiehlt. Da eine Werbekampagne pro Kernenergie als „unglaubwürdig und kontraproduktiv“ bewertet wird, wird dem Energieversorger empfohlen, für die Parteien „koordinierende Funktionen“ wahrzunehmen.

Beim Lesen des 109 Seiten starken Papiers hatte ich mehr als einmal ein Dejá-Vu-Erlebnis. Das Konzept ist überaus aufschlussreich hinsichtlich der Parallelen zwischen den enthaltenen Empfehlungen für die Atomwirtschaft und der Pro-Atom-Rhetorik gewisser Politiker. Man könnte es schlechterdings für eine Interview-Schulung halten, die aufzeigt, wie bei kritischen Nachfragen zum Thema Atomkraft am besten reagiert werden sollte. In dem Konzept selbst heißt es unumwunden, Ziel der politischen Kampagne sollte es sein, “CDU/CSU und FDP mit neuen Argumentationsansätzen” zu versorgen.

Unter anderem empfiehlt es Ängste vor einer Import-Abhängigkeit von russischem Erdgas zu schüren. Ähnliche Panikmache hat man in den letzten Wochen auch vom bayerischen CSU-Landeschef Markus Söder vernommen (zuletzt etwa im ZDF-Wahlforum am 15.09.). Der Wortlaut des Konzepts indes ist an Zynismus kaum zu überbieten. Darin heißt es, man solle “historisch tradierte Ängste gegenüber Russland wecken”.

„Argumentationshilfen“ gibt es in dem Konzept noch viele mehr: Bevor sie auf die Notwendigkeit von Atomkraft zu sprechen kommen, erklären zurzeit viele Unionspolitiker erst einmal, dass sie eigentlich Fans der Erneuerbaren seien (hier etwa Angela Merkel auf die Frage nach Laufzeitverlängerung). Auch diese Strategie findet sich in dem Konzept wieder, das eindringlich davor warnt, Atomkraft gegen die Erneuerbaren auszuspielen. Es rät, einen „Schulterschluss zwischen Kernkraft und Erneuerbaren Energien zu betonen“, denn so könne das EVU „Brücken zu Klimaschützern bauen und versuchen, über diese Flanke die Front der Kernkraftgegner aufzuweichen.“ Vor diesem Hintergrund macht auch das Gerede von der Brückentechnologie, dessen sich die Atomkraft-Fürsprecher so notorisch bedienen, plötzlich Sinn.

Ob die Kommunikations-Offensive pro Atomkraft Früchte getragen hat, wird spätestens das Wahlergebnis am kommenden Sonntag zeigen.

Kommentare

  • Heinz Haber

    Na ich bin ja sowieso schon als Kernkrafttroll verschrien, aber so wie sich die Antiatomtrolle auf der Seite des Atomforums austoben dürfen, freue ich mich, dass Sie der “Gegeseite” Gelegenheit geben sich hier lächerlich zu machen, denn ich werde ja sowieso niemanden umstimmen.

    Allerdings fände ich Ihr Strategiekonzept auch mal spannend, vielleicht könnten SIe es mal dagegenhalten, und vor allem schon vorab verraten, was nach Asse und Gorleben wohl für ein Riesenverstrahlungsgau am Samstag vor der Wahl an die Presse sickern wird? Ist aus Krümmel gar eine radioaktive Wolke ausgetreten bei der Schnellabschaltung? Gibt es plötzlich gefährliche Risse an Biblis A?
    Ich bin gespannt.

    22.9.2009 um 16:34 Uhr · Antworten

    • Webwombel

      Hallo Kernkraftroll,
      Herr Heinz Haber,

      eine Frage:
      Stellen Sie sich vor, die Steinzeitmenschen hätten uns hochgiftigen Müll hinterlassen. Was würden wir heute über sie denken?

      Ich bin sicher, die kommenden 10.000 Generationen werden uns für genauso mischugge halten wie wir die Quaksalber, die in vergangenen Jahrhunderten ihren Königen Quecksilber als Medizin verabreicht haben.

      Mir ist völlig unverdtändlich wie man “pro Atomenergie” sein kann. Entweder man ist persönlich wirtschaftlich abhängig davon (in der Branche tätig) oder man leidet an Realitätsverlust – anders kann ich es mir nicht erklären.

      Ja, sofortiger Ausstieg wäre genauso unsinnig wie der sofortige Abzug aus Afghanistan. Aber Herr Ströbele (Grüne) hat es mal auf den Punkt formuliert: “Verantwortungsvoll und so schnell wie möglich”.

      22.9.2009 um 18:45 Uhr · Antworten

      • Heinz Haber

        Hallo Webwombel,
        du wirst es nicht glauben, ich bin für die Kernenergie wiel ich drei Kinder habe.
        Leider sind die erneuerbaren Energien noch nicht ausreichend entwickelt.
        Das CO2 was Greenpeace und Fischer, Schröder, Tritin und Gabriel rauslassenwollen finde ich schlimmer als das bischen Atommüll, den kann man nämlich prima vergraben, das CO2 nicht, das haben wir wahrscheinlich ein paar hundert millionen Jahre unausweichlich an der Backe… Momentan gibts nur CO2 oder Radioaktive Reststoffe, die man aber -da bin ich total optimistisch- auch irgendwann kleinbekommt- Die Reststrahlung ist ja Energie, irgendwann wird der “Müll” zu einem Schatz, erst wenn es nicht mehr strahlt, ist die ganze Kernnenergie weg – schafft man es bis dahin alles zu nutzen, bekommt man aus einem Kilo Uran soviel Energie wie aus 200.000 Litern Flüssiggas- ich bin gegen abschalten und für anschalten, wir brauchen billige Stromspeicher für die EE, ganz schnell- momentan geht’s bezahlbar nur mit Wasser, das ist aber quasi am Ende. Dann gibts noch Leute die wollen Druckluft in die Erde zu pressen, wenn es dabei genausoviele Erdbeben wie bei den Geothermiekraftwerken gibt, dann ist das auch wieder nix…. Dann müssen wir weiter auf die Kernfusion, die vielversprechenste Erneuerbare Energie zur Grundlastsicherung, warten…

        22.9.2009 um 21:33 Uhr

      • Webwombel

        Hallo Herr Haber,

        interessante Thesen. Schon im 3. Jahrtausend angekommen?

        Sie schreiben “Momentan gibts nur CO2 oder Radioaktive Reststoffe”. Das ist schlicht falsch. Zitat: “Bereits 2007 wurde das für das Jahr 2010 … gesetzte Ziel eines Anteils der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von 12,5 Prozent von der Realität überholt.”, Quelle: Bundesverband WindEnergie e.V.

        1. Wenn die Menschheit alles “was noch nicht richtig entwickelt ist” verworfen und an bestehendem festgehalten hätte, dann säßen wir noch heute in der Höhle und würden mit Steinen Feuer machen.

        2. Sie schreiben: “Atommüll, den kann man nämlich prima vergraben”. Unfassbare Sicht der Dinge. Sagen Sie das mal einem Anwohner in der Nähe der “Asse”. Das Zeug soll da Jahrhunderte oder Jahrtausende lagern und wir haben schon Probleme nach 2 Jahrzehnten. Wie ignorant und egoistisch muß man sein um das zu befürworten?

        Sie sind für Atomenergie. Aus Ihren Argumenten liest man: Völlig unabhängig von Alternativen. Die Position “Gegen den sofortigen Ausstieg” kann ich noch verstehen, weil ein stabiles alternatives System stehen muß. Aber “für Atomenergie” ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu erklären.

        In der Sendung Quarks & Co. wurde es mal anschaulich beschrieben. Es gibt Schriftzeichen, die ca. 3000 Jahre alt sind. Man hat Jahrzehnte benötigt, diese zu entziffern. Wenn wir heute Fässer vergraben und noch so gut kennzeichenen, man wird spät gar nicht verstehen, was da drin ist (bzw. erst wenn es erste Tote gab).

        Solche eine Technologie zu befürworten ist doch Irrsinn!

        23.9.2009 um 16:14 Uhr

      • Heinz Haber

        Ich dachte beim Grünfried “duzt” man sich, naja, mir egal!
        zu 1)
        Ich wiederspreche nicht, hab ich gefordert, die EE abzuschalten???
        Nur- es hilft nichts, “über das Jahr” 40 Mio kwH Windenergie zu haben und
        -es hilft auch nichts mit der Peakleistung einer WIndanalage weiterzurechnen, wie das Tritin und Gabriel so gerne machen
        Fakt ist, wir haben jetzt schon soviel Windenergie, wie wir an den Sparsamsten Tagen verbrauchen und danach ist Ende! Alles was jetzt noch mehr installiert wird müssen wir verwerfen, wenn der Wind richtig doll weht und wenn er nicht weht müssen wir was verbrennen, um den Strom zu bekommen – solarstrom spielt keine relevant rolle und kostet nur Geld!
        Uns fehlt noch ein Stromspeicher, dann können wir richtig Loslegen mit EE und es wird auch nicht so teuer, aber so lange der nicht INSTALLIERT (!!!) ist, brauchen wir eine andere Quelle – Pest oder Cholera sagt Herr Gabriel- ich sage Kernenergie, und “SIe” haben nur warme Worte und Zukunftsprognosen? Wie wollen Sie die Grundlast der 17 deutschen AKW JETZT ersetzen????
        zu 2)
        Regen Sie sich nicht so auf über Asse, das ist nicht so schlimm. Wir sind von Radioaktivität umgeben. Es wurde ausgerechnet, dass im Deckgebirge über Asse mehr- viel mehr natürliches Uran ist, als in den paar Fässern da unten.
        Das Zeug liegt da ganz gut und lag ohne Gabriel auch ganz gut da…
        Denken Sie doch mal, der Gabriel ist VERANTWORTLICH für Asse seit Ende letzten Jahres, was konkret hat er bis heute gemacht? Nix, nur heisse Luft! Warum? Weils eh egal ist! Das soll nicht heissen, auch wenn es so klingt, dass ich für einen leichtfertigen Umgang bin, aber man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen, man kann das da versiegeln und dann isset weg. Frankreich lacht sich tot, die verbuddeln viel mehr von dem Zeugs…
        Und noch ne Zahl: Es wurden auf der Welt über 500 Atombomben inzwischen an der Erdoberfläche gezündet, wissen Sie was das heisst? Da ist mehr Uran 235 drin, als in den Brennstäben, viel höher konzentrient, und/oder Plutonium, und da sichkert nicht ein Bächlien rein, das wurde auf einmal in der Luft zerkrümelt, gespalten in Giftige Nuklide gewandelt, usw, 500 mal- und um wieviel ist die mittlere Radioaktivität auf dieser Erde angestiegen?? um 0,01 milliSievert Belastung pro Jahr bei einer natürlichen Gesamtbelastung von 2,4 und durch die Medizin obendrauf 1,9 – also bekommen Sie durch 500 Atombomben jetzt nicht 4,3 sondern 4,301 mSv auf die Lampe… Also – Ball flach halten!

        23.9.2009 um 17:05 Uhr

      • Heinz Haber

        Oh Gott, Sie werden 10x stärker bestrahlt durch die Atombomben, das kommt vom schnellen Tippen
        von 4,3 nicht auf 4,301 sondern auf 4,31 mSv ist die Strahlung gestiegen
        (Skandal um die Atombombentests, die Leukämie ist ganz nahe… Man hat sich in der Strahlendosis um das zehnfache verrechnet, wie neulich bekannt wurde, blablabla)

        23.9.2009 um 17:21 Uhr

      • Webwombel

        Nee, Herr Haber,

        nix mit “Ball flach halten”. Ihre Argumentation ist ja haaresträubend. “Asse ist nicht so schlimm”. Was soll das? Fahren Sie mal nach Asse und erzählen Sie den betroffenen Anwohnern mal “is doch nicht so schlimm”!!! Vorschlag: Haben Sie eine Grube in Ihrem Garten aus und erklären Sie sich bereit den Müll bei sich hinterm Haus zu lagern. Sie werden sicher reich und “das bisschen Atommüll is ja nicht schlimm”.

        Zum Thema “jetzt abschalten” verweise ich auf meinen letzten Satz im ersten Kommentar: “Ja, sofortiger Ausstieg wäre genauso unsinnig wie der sofortige Abzug aus Afghanistan. Aber Herr Ströbele (Grüne) hat es mal auf den Punkt formuliert: “Verantwortungsvoll und so schnell wie möglich”.”

        Und das Argument “Wir sind von Radioaktivität umgeben.”. Klar. Stellen Sie sich vor: Ihr Arzt röngt Sie heute 4 Mal, Sie fragen kritisch nach “ist das nicht etwas viel?”, und der Arzt sagt, das sei nich so schlimm, er habe Sie ja gestern 6 Mal geröngt. Man darf gefährliches nicht mit noch gefährlicherem verharmlosen.

        Langsam erscheint es mir, als seien Sie an einem Institut für Rhetorik tätig, dass das Verhalten in Internetforen untersúcht. Sie können das alles doch nicht ernstmeinen.

        Satiriker?

        24.9.2009 um 05:21 Uhr

      • Heinz Haber

        Sie Sind ihren verkrusteten Ideologien aus den 70gern zu verhaftet, es ist schwierig.
        Ich bleibe da bei, das mit Asse ist nicht gut, aber von Tschernobyl weit entfernt.
        Sie haben keine Ahnung von radiokativität und informieren sich nicht:
        Die grösste natürlche Strahlenbelastung ist das Radongas, es sammelt sich in gebäuden und macht Lungenkrebs, da ist der Trittin nicht drauf gekommen. Tausende von Grün bewegten Menschen werden in ihren Gasdichten Energisparhäusern verstrahlt, weil in den Bauvorschriften von Rot-Grün nicht drinsteht, “macht auch eure Kellerwände und die Bodenplatte Gasdicht” Das Radon zieht durch den Keller hoch und bleibt im Versiegelten Haus, das sind mehr als ein mSv pro Jahr, dagegen ist Asse ein Pippifax- jetzt neulich habe ich das erste mal das Wort “Radon” auf Gabriels BMU-Seite gesehen, natürlich kämpft er an vorderster Front, blablalba
        Medizinische Strahlenbelastung komt aus den CT-Scanner. Mann könnte sie alle ersetzen durch StrahlungsFREIE MRT-Scanner, das ist in der Hand von Ullalalala Schmidt, wird aber aus Kostengründen nicht gemacht, nochmal 1 mSv Jährliche Strahlenbelastung.
        Rot-Grün verstrahlt also de faktor die Bevölkerung und verwendet gleichzeitig die Strahlenangst als Politikmittel… schon mal drüber nachgedacht? schon mal einen Totenkopf auf ein Passivhaus projiziert? Schon mal auf einem Radiologenkongress gegen CT-Scanner demonstriert? Ihr seit dolle Helden, ihr seit einfach verkrustete alt-Ideologen aus dem letzten Jahrhundert!

        24.9.2009 um 08:38 Uhr

      • Rena Gorges

        Herr Haber,

        was sie da schreiben ist mehr als zynisch. Immer noch gibt es Missbildungen und Erkrankungen durch den Tchernobyl Gau und es gibt eine Studie die beweist, dass Kinder die in der Nähe von AKWS aufwachsen ein wesentlich höheres Risiko haben an Krebs zu erkranken.

        27.10.2009 um 17:36 Uhr

  • peter meier

    das konzept der atomkraftgegnerInnen heißt: finger in die wunde legen und auch nach 30 jahren endlich die wahrheit fordern.
    es ist, trotz des eher geringen einsatzes von börsengeneriertem kapital, ziemlich erfogreich.
    und vor allem glaubwürdiger.
    da braucht man niemand zu unterstellen (zu untertrollen), es würden irgendweche risse produziert (hervorgezaubert).
    sowas schafft die strommafia von ganz alleine und aus reiner profitgier.

    FÜR EINE STRAHLENDE ZUKUNFT IN DEINEM VORGARTEN!

    22.9.2009 um 16:41 Uhr · Antworten

  • Heinz Haber

    Naja, aber in der Summe sterben bei keiner anderen Technik zur Stromerzeugung (pro Kilowattstunde) bis auf die Wasserkraft so wenig Menschen, wie bei der Kernenergie – am Krassesten ist ja die Kohle 650.000 Menschen pro Jahr alleine in China, da kannst Du Tschernobyl Hiroshima und Nagasaki und alles andere aufaddieren und kommst nicht auf diese Zahlen…
    Ausserdem strahlt mein Vorgarten sowieso :-)

    22.9.2009 um 17:14 Uhr · Antworten

    • Tobias

      Und auch das ist eine Behauptung, die erstmal belegt werden sollte.

      Tote pro Kilowatt… was für bescheuerte Rechnungen lasst ihr euch eigentlich noch einfallen?

      22.9.2009 um 17:25 Uhr · Antworten

    • HH

      Herr Haber (und alle anderen Kernkraftlobbyisten)!

      Warum werden denn Asse und Gorleben erst vollgestopft, dann zugeschüttet und vertuscht? Damit in ein paar Jahren wieder alles rausgeholt und erneut zur Stromgewinnung genutzt wird? Wer’s glaubt…
      Bezüglich Ihrer Aussage, Kernenergie sei so umwelt- und menschenlebenfreundlich frage ich mich, ob Sie sich mit den Vorgängen des Uranabbaus – meist in tiefst unterentwickelten Ländern – überhaupt einmal beschäftigt haben. Wenn dem so wäre, könnten Sie soetwas wohl kaum ruhigen Gewissens schreiben.
      Was Ihre Kritik an Greenpeace angeht, ein Konzeptpapier des politischen Gegners zu veröffentlichen, habe ich selten etwas lächerlicheres gelesen als Ihre Andeutungen, diverse (hausgemachte!) Skandale der Atomwirtschaft seien eigentlich eine Verschwörung der Umweltschützer. Da dürfte jeder Mensch mit gesundem Verstand zu Recht an Ihrer These zweifeln.

      23.9.2009 um 09:29 Uhr · Antworten

      • Heinz Haber

        >Herr Haber (und alle anderen Kernkraftlobbyisten)!
        Wenn ich Lobbyist wäre, hätte ich das hier nicht nötig :-)

        >Warum werden denn Asse und Gorleben erst vollgestopft, dann zugeschüttet
        >und vertuscht? Damit in ein paar Jahren wieder alles rausgeholt und erneut zur
        >Stromgewinnung genutzt wird? Wer’s glaubt…
        Asse wurde mit ein wenig schwach radioaktivem Müll “vollgestopft” wie schacht Konrad, das klingt relativ schnell weider ab und ist unbrauchbar….
        In Gorleben ist- falls Du das übersehen hast noch gar nichts drin!
        Warum das da drin ist frage ich mich eher, ich habe nicht gegen Wackersdorf und Kalkar demonstriert, hätten wird diese TEchniken zugelassen, müssten wir nix hochradioaktives verbuddeln – wir könnten dann 60 mal mehr Strom aus derselben Menge Uran gewinnen…

        >Bezüglich Ihrer Aussage, Kernenergie sei so umwelt- und
        >menschenlebenfreundlich frage ich mich, ob Sie sich mit den Vorgängen des
        >Uranabbaus – meist in tiefst unterentwickelten Ländern – überhaupt einmal
        >beschäftigt haben. Wenn dem so wäre, könnten Sie soetwas wohl kaum
        >ruhigen Gewissens schreiben.
        Der Kupferabbau wird auch nicht wesentlich humanistischer ausgeführt, trotzdem fordert Greenpeace nicht die Abschaltung der so Kupferbedürftigen Solartechnologie – das ist schlimm aber kein Argument gegen die Kernenergie nur gegen die Abbaumethoden…
        >Was Ihre Kritik an Greenpeace angeht, ein Konzeptpapier des politischen
        > Gegners zu veröffentlichen, habe ich selten etwas lächerlicheres gelesen als
        > Ihre Andeutungen, diverse (hausgemachte!) Skandale der Atomwirtschaft seien
        > eigentlich eine Verschwörung der Umweltschützer. Da dürfte jeder Mensch mit
        > gesundem Verstand zu Recht an Ihrer These zweifeln.
        Sosos, dass in der heissen Wahlkampfphase ein 20 Jahre altes Papier aufgetan wird ist Zufall? Dass letztes Jahr ein 20 Jahre bekannter Wassereinbruch in Asse hochstilisiert wird ist Zufall? Dass nach zehn Jahren nichtstun in Gorleben einer feststellt, dass bald die Zeit für die Erkundung rum ist – ausgerechnet jetzt – ist reiner Zufall? Dream on…

        23.9.2009 um 09:49 Uhr

      • Mr.X

        kleiner Denkanstoß, haben sie sich mal mit den Vorgängen zum Gold und Platinabbau beschäftigt? Beides wird mit hochgiftigen Lösungen in freier Natur ausgewaschen. Ich finde unser, da schließe ich mich mit ein (leider), Verhalten zum Thema Umweltschutz oft als Heuchelei oftmals durch bloße Unwissenheit. Eigentlich war der G-Kat ja ein Beitrag FÜR!! Umweltschutz nur wenn man sich jetzt die Platinminen mal anschaut???…..naja. Da haben sie wieder die Wahl zwischen Pest und Cholera

        07.4.2011 um 16:53 Uhr

  • Heinz Haber

    Mist, da fehlt Seite 45, typisch, gerade wenn die Pro-Kernenergieargumente kommen, fehlt ne Seite, grummel….

    22.9.2009 um 17:23 Uhr · Antworten

  • Heinz Haber

    So fertig!
    Vielen Dank, sehr interessant!
    Ich fühle mich gut informiert…
    Aber das Gegenpapier hätte ich echt gerne auch gesehen!

    22.9.2009 um 17:55 Uhr · Antworten

  • Florian

    Wirklich spannend zu lesen! Teil der Lobbystrategie ist auch die “Energiewende in der Blogosphäre” (S.92). Zitat: “Beginnend mit einer Bestandsaufnahme relevanter Blogs werden Argumente pro Kernenergie in den Webdiskurs eingespeist.” Scheint nicht wirklich geglückt zu sein, oder täusche ich mich?

    22.9.2009 um 18:57 Uhr · Antworten

    • PRGS Unternehmensberatung

      Hallo Zusammen,
      in der Tat ist keine der Maßnahmen wirklich geglückt, weil sie gar nicht erst umgesetzt wurden. Das liegt daran, daß es sich bei diesem “Konzeptpapier” um eine von mehreren Ideensammlung aus unserem Hause handelte die zu Akquisezwecken entworfen wurden. Das Produkt war dann aber so schlecht und entsprach nicht den Standards unseres Hauses, dass wir den Akquiseversuch an dieser Stelle abgebrochen haben. Wir haben gemerkt, dass wir nicht die nötige Fachkompetenz in unserem Hause für den Bereich Kernkraft haben,
      Diese Ideensammlung wurde also nicht beauftragt, nicht umgesetzt und ist im Mülleimer gelandet ist.
      Ich bitte an dieser Stelle um Verzeihung, dass diese „Gedankensammlung“ für solche Diskussionen sorgt.
      Thorsten Hofmann

      23.9.2009 um 08:01 Uhr · Antworten

      • Heinz Haber

        Das macht gar nichts, der nächste Atomskandal ist da
        Fakten und Wiederrufe irritieren da nur…..

        23.9.2009 um 08:58 Uhr

      • Benjamin Borgerding

        Dass das Konzept zu Akquisezwecken erstellt wurde, lässt sich von uns an dieser Stelle nicht widerlegen. Allerdings sprechen Sie an einer Stelle des Papiers wortwörtlich von einem „Auftrag“ (S.9). Das Konzept ist keine lose „Gedankensammlung“, die im Papierkorb gelandet ist. Nach unseren Informationen ist es durchaus an den Kunden gegangen. Wie wir wissen vermutlich auch Sie, dass wir das Papier nicht aus Ihrem Mülleimer gefischt haben.

        Unübersehbar bleibt, wie sehr sich die von Ihnen vorgeschlagenen Argumentationen und Kommunikationsmaßnahmen mit den Äußerungen von Politikern decken – vor allem aus den Reihen der Unionsparteien und auch der FDP. Das Problem Atomkraft soll hier wie da kommunikativ gelöst werden, nicht inhaltlich. Die Argumente der Industrie, an die sich das Konzept wendet, und die Argumente der Politiker sind dieselben.

        23.9.2009 um 12:58 Uhr

      • Marcus

        Durchaus verständlich, dass Auftragnehmer wie -geber das Bekanntwerden dieses Konzeptes, oder auch nur der darin enthaltenen Lösungen als Beratungsideen, mehr als peinlich sind. Zeigt es doch, dass man sich auch für nichts zu schade ist.

        25.9.2009 um 23:00 Uhr

  • Florian

    In der SWOT-Analyse (S. 29) steht übrigens als Schwäche: “Störfälle in Kernkraftwerken jederzeit möglich”

    22.9.2009 um 19:05 Uhr · Antworten

  • Heinz Haber

    Laut Spiegel-Online wurde das Teil für die Eon erstellt.
    Naja, der schwarze Strich ist so kurz, das konnte quasi nur RWE oder EON sein…

    23.9.2009 um 14:27 Uhr · Antworten

  • happy-buddha

    Danke, für die nützlichen Informationen !!

    23.9.2009 um 18:19 Uhr · Antworten

  • RüdiBrandt

    Da ist der H.Haber (haha) mit seiner “Argumentation” ja schön eingefahren :)
    http://www2.kernenergie.de/energieverantwortung/fragen-antworten/index.php

    23.9.2009 um 18:51 Uhr · Antworten

    • Heinz Haber

      Lustig, keine Argumente dagegen, das “aufschreiben” der Argumente reicht jetzt schon, sie als falsch zu erklären….
      Naja ein Volk bekommt immer die Regierung, die es verdient….

      23.9.2009 um 21:17 Uhr · Antworten

  • shrinkhead

    Importabhängigkeit
    Pro Atomkraft – tief unter der Erde
    Warum thematisiert Greenpeace nicht die Alternative Tiefengeothermie offensiv? 60% tief unten ist Wärme aus atomarem Zerfall.
    http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab84.pdf
    Selbst E.ON Bayern greift vorgenannte Studie auf und schreibt, dass 50% des Stroms in Deutschland mit Bergwärme erzeugbar ist.
    Fehlen hier die Urang Utans, die bei der unsäglichen Kampagne gegen Pflanzenöle am Ende perfekt von Gabriels externen Mitarbeitern (Ecologic.eu) selbst im Fachgespräch im BMU auf den Folien präsentiert wurden? Zur Erinnerung – wir sprachen damals über 30 x 30 km weltweit, ohne weitere Ausweitung der Flächen.
    Vielleicht ist Geothermie zu einfach – 1000 Jahre Strom und Wärme fast umsonst… streiten wir also weiter um Endlager und denken über den Sinn von Angeboten wie Laufwasserstrom der Greenpeace nach.

    23.9.2009 um 22:09 Uhr · Antworten

  • Heinz Haber

    Die Antwort gibts im neuen Spiegel…
    Es gibt zahlreiche Erdbeben um die Geothermiekraftwerke. Leider ist keine Technik ohne Risiken, aber stimmt schon, nen Versuch ists wert, ist aber nicht einfach, ein paar Bohrungen wurden auch wieder eingestellt wegen is nicht…

    23.9.2009 um 22:18 Uhr · Antworten

  • shrinkhead

    Im Spiegel steht tatsächlich etwas zu Tiefengeothermie? d.h. Bohrlöcher zwischen 3000 – 6000 m oder mehr von professionellen Firmen gebohrt, die auch die Exploration von Erdgas und Erdölfeldern in Deutschland beherrschen und dabei absichtlich als Standardtechnik kleine unterirdische Erdbeben auslösen (sog. Fracken).
    Dann muss ich mir den Spiegel wohl mal kaufen, ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass Erdgas- und Erdölbohrungen funktionieren und tiefe Geothermie nicht.

    23.9.2009 um 22:44 Uhr · Antworten

    • Heinz Haber

      Naja, ob sich der Kauf lohnt… das sind nur zwei Seiten, da werden einige Vorhaben aufgezählt, wo es dann gewackelt hat und darüber philosophiert, dass das Wasser-Hineindrücken wohl als eine Art Gleitmittel Gesteinsspannungen “auflösen” kann und dann kommt es zu einem Beben…

      24.9.2009 um 08:48 Uhr · Antworten

      • shrinkhead

        Wie geil ist das bitte? Das nenn ich PR Profi gegen Erneuerbare!!!!
        Artikel mit links Geothermieanlage rechts Bild von Erdbeben im Spiegel Nr 39 S. 132 – 133:
        Bildunterschrift “Geothermieanlage in Landau, Erdbebenschäden in Kalifornien*: Epizentrum ermittelt.”
        Der Witz – das bebilderte Erdbeben in Kaliforien hat aber auch überhaupt garnichts mit Geothermie zu tun.

        Den Artikel im aktuellen Spiegel mit den Bedenken realistisch 65% des Stroms regenerativ aus der Erdwärme zu gewinnen habe ich gelesen.
        Das würde mir als BDEW Mitglied ernsthaft Angst machen! Besser also man fördert Firmen wie Ecologic als Ghostwriter der Gesetze im Umweltministerium, verteilt Journalistenpreise für Nachhaltigkeit über deren Freunde und Förderer http://www.econsense.de etc. und wie sich Meinungen heute sonst noch so produzieren lassen.

        In Summe finde ich im Spiegel PR Artikel eine konkrete Gefahr vor, die sich bisher auf eine zersprungene Deckenlampe und mehrere klirrende Gläser beschränkt. Diese “Gefahr” ist wohl zu vermeiden sofern die Löcher tief genug und professionell gebohrt werden. Dass nebenbei meiner Kenntnis nach in Landau mindestens drei Löcher erfolgreich gebohrt wurden – davon kein Wort.

        “Das Beben von Landau” macht subtil Angst vor Bergwärme und endet in der suggestiven Frage, ob die Bohrer in Zukunft fernab der Zivilisation stehen sollen.
        Dies würde der sinnvollen Nutzung des heißen Wassers aus Geothermie völlig widersprechen, dieser Zusatznutzen wird aber von den offiziellen Verfassern nicht einmal im Artikel angesprochen.

        Über http://www.iucn.org als Stifter eines Preises für H. Bethge im Spiegel habe ich mir noch keine Meinung gebildet. Mich stört nur schon wieder die Mitgliedschaft von Ecologic bei denen.

        25.9.2009 um 20:13 Uhr

      • Heinz Haber

        Tja, man muss feststellen, dass das “Spiel mit der Angst” offensichtlich mit jeder Grosstechnik funktioniert, es bleibt nicht auf Kernenergie beschränkt….
        Am besten wir lassen die Panikmache in Zukunft einfach, das ist alles nur Bauernfängerei…

        27.9.2009 um 18:50 Uhr

  • Craig Morris

    Habt ihr das wirklich erst jetzt entdeckt, oder habt ihr den Bericht länger gehabt aber jetzt erst veröffentlicht? Ich frage deswegen, weil das gleiche (in etwa) schon 2005 passiert ist, wie ich damals berichtete: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20957/1.html

    24.9.2009 um 11:04 Uhr · Antworten

    • Jan Haase

      Wir haben das Dokument als Audruck in Hamburg Anfang September anonym per Post zugeschickt bekommen.

      24.9.2009 um 13:30 Uhr · Antworten

      • Craig Morris

        Danke!

        24.9.2009 um 14:16 Uhr

  • Heinz Haber

    Echt? Na, das wäre doch mal Gelegenheit für einen Kritischen TP-Bericht in die andere Richtung? Aber Sie sind wahrscheintlich nicht Craig Morris, oder?

    24.9.2009 um 12:21 Uhr · Antworten

    • Craig Morris

      Heinz, du hast mich tatsächlich durchschaut – ich bin in Wirklichkeit Johannes B. Kerner: http://www.youtube.com/watch?v=4kfVKqiIZeM

      24.9.2009 um 16:18 Uhr · Antworten

      • Heinz Haber

        Okay – ich hätte einen Gegenskandal:
        Die Strompreismehrkosten für die EE-Einspeisung sind nach BMU seit dem Jahre 2000 auf 23 Mrd Euro kumuliert, nota bene NUR die Mehrausgaben durch das Energieeinspeisegesetz, ohne sonstige Subventionen (KFW, etc) und das für einen zu 50% komplett unplanbaren jährlichen Stromertrag von rund 90.000 kWh GWH
        Für das selbe Geld hätten wir in diesem Zeitraum 6 oder 7 EPR 1600 Druckwasserreaktoren von Areva bauen können und dann könnten wir dieselbe Strommenge als Grundlast, statt Kohle ab jetzt sofort für 2-3 cent /kwh CO2-Frei und das für die nächsten 60 Jahre herstellen!
        Aber dank EEG müssen wir angefangen mit 1 Mrd Euro im Jahre 2000 in einer z.Zt. Exponential wachsenden Kurve heute schon 4.5 Mrd Euro Jährlich und immer mehr zu dem Strompreis dazubuttern
        Quelle:
        http://www.erneuerbare-energien.de/files/erneuerbare_energien/downloads/application/pdf/broschuere_ee_zahlen_bf.pdf

        DAS ist der echte Wahnsinn!

        24.9.2009 um 16:58 Uhr

  • Jan-Christian Lewitz

    Es ist doch traurig, die Unsinnigkeit zu lesen, z.B. bei @Webwombel in Bezug auf die noch ungelöste Speicherbarkeit erneuerbarer Energien:

    “1. Wenn die Menschheit alles “was noch nicht richtig entwickelt ist” verworfen und an bestehendem festgehalten hätte, dann säßen wir noch heute in der Höhle und würden mit Steinen Feuer machen.”

    Meine Vorschläge:
    A. diejenigen, die den Ausbau propagieren, kümmern sich auch darum, den Rest (Netzanbindung, Speicherung, Umweltverträglichkeit, etc.) zu lösen.
    B. Mir ist doch immer der Spruch mit dem Flugzeug (KKW) und der fehlenden Landebahn (Endlager) der AKW-Gegener in Erinnerung und nun der Spruch mit “Höhle und … Feuer”, wenn man nicht voranschreitet. Um die Endlagerfrage haben sich schon viele gekümmert, Gorleben ist gut untersucht. Die Asse war und ist immer ind er Verantwortung des Bundes gewesen. Der Bund hat seine Verantwortung nicht ausreichend wahrgenommen.

    Und weiter zur Entsorgung:
    @Webwombel
    “2. Sie schreiben: “Atommüll, den kann man nämlich prima vergraben”. Unfassbare Sicht der Dinge. Sagen Sie das mal einem Anwohner in der Nähe der “Asse”. Das Zeug soll da Jahrhunderte oder Jahrtausende lagern und wir haben schon Probleme nach 2 Jahrzehnten. Wie ignorant und egoistisch muß man sein um das zu befürworten?”

    Das sind die Fakten:
    Seit Jahrzehnten werden nicht-radioaktive Abfälle in Salzstöcken endgelagert. Diese Abfälle sind z.B. Dioxine, schwermetallhaltige Substanzen, u.a mit Quecksilber, Medizinabfälle usw. Diese Abfälle haben ein ca. gleich großes Gefährdungspotenzial je Kubikmeter wie radioaktive Abfälle, es müssen also die gleichen Sicherheitsanforderungen für die Endlagerung gelten. Außer dass diese Abfälle keine Halbwertszeiten haben, ist noch zu beachten, dass ca. die tausendfache Menge an Abfällen jedes Jahr eingelagert wird, als bereits in der Asse ist. Um die Sicherheit geht es somit nicht dabei, aber immer um die Fleischtöpfe (Spendenaufkommen z.B. Greenpeace / Abgeordnetendiäten Gabriel).

    24.9.2009 um 14:20 Uhr · Antworten

    • Benjamin Borgerding

      A. diejenigen, die den Ausbau propagieren, kümmern sich auch darum, den Rest (Netzanbindung, Speicherung, Umweltverträglichkeit, etc.) zu lösen.

      Wenn sich “Ausbau” hier auf den Ausbau der Erneuerbaren bezieht, kann ihre Aussage nur als schlechter Scherz bezeichnet werden. Schließlich wurden seinerzeit auch Höchstspannungsnetze errichtet, um den Anforderungen der Großkraftwerke und einer Netzspannung von 380KV zu entsprechen. Erneuerbare Energien liefern ja heute schon 17 Prozent des deutschen Strombedarfs und sind im Netz integriert. Ein weiterer Ausbau, den 91% der Bevölkerung will, stellt technische Anforderungen, die in einem vernünftig gesetzten Zeitrahmen (im Plan B von Greenpeace bis 2050) erfüllt werden und nicht von heute auf morgen – wie sie insinuieren.

      Außer dass diese Abfälle keine Halbwertszeiten haben, ist noch zu beachten, dass ca. die tausendfache Menge an Abfällen jedes Jahr eingelagert wird, als bereits in der Asse ist. Um die Sicherheit geht es somit nicht dabei, aber immer um die Fleischtöpfe

      Nicht-radioaktive Abfälle stellen keinesfalls die gleichen Sicherheitsanforderungen wie radioaktive Abfälle. Wer tatsächlich Quecksilber und hochradioaktiven Müll gleichsetzt, hat die Fakten nicht mehr im Blick. Ferner sagt Ihre Aussage rein gar nichts über die Eignung von Salzstöcken aus, in die diese Abfälle eingelagert werden. Dass sie uns tatsächlich die Jagd auf Spendengelder vorwerfen, ist nicht nur hinsichtlich des Engagements vieler tausend Greenpeace-Ehrenamtliche vor dem Hintergrund der exorbitanten Gewinne der Atomkonzerne geradezu grotesk.

      25.9.2009 um 16:42 Uhr · Antworten

  • Tobias

    Alles was einfach so da ist erleidet leicht die Gefahr als selbstverständlich an gesehen und auch so vereinnahmt zu werden. Bestes Beispiel ist der plötzlich mehr und mehr fehlende Regen zu Speisung der Anbauflächen in Afrika.
    Ebenso sehe ich ein weiteres Problem über das ich faktisch nichts geschrieben finde genau hier.
    Ein so effektives System zur Stromerzeugung wie die Atomkraft “spült mal eben sooo locker die KWH ins Netz”. So erscheint dann die mit Hightech
    und ganz einfach Köpfchen und genauen hinschauen mögliche Einsparung
    von Strom kaum noch attraktiv, noch wirklich wichtig.
    Da der Mensch ein energiesparendes Wesen hat spart er ohne Notwendigkeit
    am Denken ein. Erst mit einer Verknappung werden wir wirklich wach.
    Die Atomkraft hilft uns so im Dämmerzustnd der Zufriedenheit zu verharren.

    24.9.2009 um 19:22 Uhr · Antworten

  • Polmag

    Von der TAZ hätte ich eigentlich erwartet, dass sie umfassend über das Papier berichtet. In dem Papier gibt es genügend Textstellen, aus denen eindeutig hervor geht, dass es einen Auftrag von E.ON gegeben hat und dass PRGS bereits zuvor für E.ON gearbeitet hat. Die Dementis von E.ON und PRGS sind nicht haltbar. Schade, dass die TAZ die Chance nicht genutzt hat und sich sogar über den Spiegel lustig macht. Interessant ist, dass der sonst eher atomfreundliche SPIEGEL über Spiegel-Online zur Aufklärung beigetragen hat. Es gibt also auch noch Überraschungen in den Medien. Die Lektüre des Papiers ist auf jeden Fall jedem zu empfehlen, der sich für Energiepolitik sowie für Lobbyismus interessiert.

    26.9.2009 um 15:02 Uhr · Antworten

  • Ingo Schillak

    Ich, als angehender staatlich geprüfter Umweltschutztechniker- Erneuerbare Energien und Energieberatung, kann dazu allgemein nur folgendes sagen.

    1) Restrisiko Kernenergie
    So gering es auch sein mag, es besteht. Konsequenz eines Gaus in Deutschland – 100 %iger Staatsbankrott.

    2) “Unsere Reaktoren sind die sichersten der Welt”
    Mag sein, mag auch nicht so sein. Tatsache ist, solange diese so “Hochsicheren” Anlagen von Menschen bedient werden und Interessenverbände, die an einer Gewinnmaximierung interessiert sind, steigt das Restrisiko auf deutlich höhere Werte an, als dies alleine auf die Technik beschränkt, der Fall ist.
    Gewinnmaximierung verträgt sich nun einmal nicht mit Sicherheitsmaximierung.

    3) In den Debatten werden immer wieder die Ausgangsgeschehnisse aus den Augen verloren – Der Uranbergbau mit seinen großflächigen „Beeinträchtigungen“ der Umgebung. Ich erspare mir die Polemik, was die Situation der Bevölkerungssituation in den Gebieten angeht.

    4) Die „Garantie“ der sicheren Endlagerung.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass keines der Unternehmen, die heute die KKW betreiben, auch nur 500 Jahre überstehen werden. Fraglich bleibt auch, ob die Menschheit in 500 Jahren, aus welchen Gründen auch immer, dann noch in der Lage ist, mit evtl. auftretenden Problemen des Atommülls um zu gehen. Vielleicht lachen diese Menschen später einmal über die „Naivität“, mit der wir heutzutage dieses Thema handhaben. Vielleicht aber werden diese Altlasten sich zu einem katastrophalen Vermächtnis entwickeln – wir können es einfach nicht wissen.

    5) Die EE
    Immer wieder wird von Seiten der Kernenergie-Branche die Situation der EE derart dargestellt, dass sie nicht in der Lage sind, eine kontinuierliche Stromversorgung zu sichern.
    Ihnen empfehle ich daher einmal die Internetseite des ISET der Universität Kassels auf zu suchen und sich mit dem Konzept der virtuellen Kraftwerke auseinander zu setzen.

    Nicht genau dem Konzept entlehnt, aber von vielen Fachleuten empfohlen. Sonne und Wind liefern, was immer auch gerade an Energie geliefert werden kann. Dazu kommt Wasserkraft. VORLÄUFIG noch und im abnehmenden Maße bleibt der Kohlestrom mit im Mix. Die Spitzenlasten werden durch moderne Gas-Dampf Kraftwerke abgedeckt, die im Gegenteil zu KKW’s sehr schnell anlaufen können.
    Auch sind die zu erwartenden Erträge von Wind und Sonne ziemlich genau über einige Tage hinweg prognostizierbar, so dass entsprechende Planungen möglich sind.

    Mit solchen Konzepten können die KKW innerhalb weniger Jahre, eines nach dem anderen abgeschaltet werden. 2021 als Enddatum der Kernenergie ist in Deutschland definitiv realistisch.
    Mit einem vermehrten Aufwand kann der Ausstieg auch schneller bewerkstelligt werden.
    Kernkraft ist NICHT nötig.

    6) Kernenergie gerade für ihre Kinder?
    Wohnen sie denn in unmittelbarer Nähe eines KKW (innerhalb von 5 km)?
    Auch wenn die Zusammenhänge bislang nicht nachweisbar sind, zeigen Studien eben doch „Auffälligkeiten“ was die Krebsrisiken angeht. Aber bloß, weil man es derzeit noch nicht nachweisen kann, bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass dem nicht so sein kann.

    Marie Curié wusste auch noch nichts über die Gefahren der Radioaktivität und es gab zu den damaligen Zeiten auch noch keine vergleichbare Meßtechnologie, mit der die Strahlung hätte ausgewertet werden können. dennoch gilt als unbestritten, dass sie an den Folgen einer radioaktiven Verstrahlung gestorben ist.

    Wissenschaft ist die fortwährende Korrektur von Fehlern, die einstmals als gültige „Gesetzmäßigkeiten“ erachtet wurden. Was gestern noch als wahr galt, kann sich morgen bereits als falsch erweisen.

    21.10.2009 um 18:59 Uhr · Antworten

  • Dyrn

    Möglicherweise von Interesse:

    Letztes Wochenende fand in Tutzing (Bayern) eine dreitägige Tagung zum Thema „Der Klimawandel – Zwang zur Energiewende“ statt. Teilnehmer u.a.: Der frühere Finanzminister Hans Eichel und der EU Kommissar für Energie, Andris Piebalgs.

    Es sprach unter anderem der RWE Vorstandschef über Kernenergie.

    Tagungsbericht ist hier online: http://www.ttn-institut.de/klimawandel-energiewende

    17.11.2009 um 09:58 Uhr · Antworten

  • Svenja Rother

    AKWs containern!

    Wir sehen uns in Berlin!

    15.9.2010 um 16:23 Uhr · Antworten

  • Benedikt

    Heinz Haber hat mit seinen Argumentationen vollkommen recht. Wir brauchen die AKWs. Ich bin auch für eine Laufzeitenverlängerung.
    Was würde passieren, wenn wir die AKWs abschalten? Wir müssten unseren Strom aus Kohlekraftwerken herstellen oder den Strom von ausländischen Atomkraftwerken kaufen
    Außerdem sind unsere Atomkraftwerke sowieso sicherer als die im Osten, da unsere z. B. mit Wasser gekühlt werden und die im Osten mit Graphit (Tschernobyl war Graphitgekühlt).

    An die Gegner: Was seid ihr für leute seid ihr Umweltschützer? Dann frag ich euch: Was ist gut für die Umwelt an einem Wasserkraftwerk, Habt ihr schonmal darangedacht wieviel Schadstoffe die Herstellung und Entsorgung von Photovoltaikplatten freigesetzt werden.
    Zu eurer Information ich bin für Umweltschutz und trotzdem für Atomkraftwerke und wohne auch ziemlich nahe an zweien dran.

    13.11.2010 um 20:01 Uhr · Antworten

    • Bruno Staubehälter

      Niemand will die Atomkraftwerke sofort abschalten.
      Allerdings wären wir sie beim Rot-Grünen Plan wesentlich schneller los.
      Wer gegen Atomkraft ist muss auch nicht zwangsweise für die einzelnen EE sein…

      14.11.2010 um 12:10 Uhr · Antworten

  • Silnie

    Ich bin gegen den Atomstrom. Weshalb erkranken immer mehr Menschen an Krebs und haben Probleme mit der Schilddrüse. Ich getraue zu sagen, dass ganz sicher viele Probleme, z.B. austreten von Atomaren-Stoffe bei verschiedensten Akw’s, vertuscht werden. Und ich glaube nicht, dass alle Akw’s vollkommen dicht sind. Da treten doch ständig schädliche Stoffe aus. Da bin ich mir fast sicher.

    17.3.2011 um 16:44 Uhr · Antworten

  • Christian Seebauer

    Als Diplomingenieur mit Kurzerfahrung im Kernforschungsreaktor Garching könnte ich mich rege an der Diskussion beteiligen. Als Künstler kann ich dieses Thema viel eindrucksvoller ausdrücken. Hier ist der Super-GAU: http://www.seebauers-world.com/view.php

    18.3.2011 um 19:14 Uhr · Antworten

  • Günter Stummer

    Kernkraftwerke sind die Honigtöpfe der Evolution zur Beseitigung der Spezies Mensch.

    18.3.2011 um 21:55 Uhr · Antworten

  • Ralf

    “Deutsche Kernkraftwerke sind sicher”, allerdings nur bis auf ein Restrisiko. Der Haken am Restrisiko, das man ja angeblich guten Gewissens in Kauf nehmen kann, ist jedoch der, dass es sich mit der Anzahl der Kraftwerke und der Laufzeit erhöht, und zwar aus rein statistischen Gründen.
    Als Analogie kann man das Lottospiel betrachten. Jeder einzelne Spieler wird so gut wie sicher keinen Jackpot knacken, weil die Wahrscheinlichkeit dafür viel zu gering ist. Auf der anderen Seite wird aber alle paar Wochen trotzdem ein Jackpot geknackt. Das liegt einfach daran, dass es einige Millionen Lottospieler gibt. Die Wahrscheinlichkeit, das es einer von diesen Millionen Spielern schafft, ist eben sehr viel größer als die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen Spieler.
    Für die Atomkraft bedeutet das, daß es nur eine Frage der Zeit und der Anzahl der Kraftwerke ist, bis der nächste GAU passiert. Da hilft einem auch der Standpunkt überhaupt nicht weiter, dass in Tschernobyl eine “unsichere russische” Technologie benutzt wurde, und dass es in Deutschland weder Tsunamis noch gravierende Erdbeben gibt. Solange es ein Restrisiko gibt, wird dieses Restrisiko auch irgendwann zuschlagen. Das ist eine reine Frage der Statistik und ist unabhängig von einzelnen technischen Sicherheitsmaßnahmen.

    20.3.2011 um 12:16 Uhr · Antworten

  • Gerhard Küchen

    Jetzt hat sich in Japan das “Restrisiko” in seiner ganzen Urgewalt erneut offenbart. Auch in Japan gibts diese Atomlobby, wie hier! Diese unkontrolierbaren Atommachtspiele hinter den Kulissen gehen zu lasten von Transparenz und Demokratie. Sie sind geeignet, Staatsverdrossenheit zu fördern und den demokratischen Rechtsstaat ad absurdum zu führen. Dies gilt besonders, wenn es dieser Art von ATOMLOBBY hinter den Kulissen gelingt, das der Steuerzahler die ganze ATOM-Entsorgung im Wesentlichen trägt und auch das in Tschernobyl und Fukushima realisierte “Restrisiko” allein trägt. Dieses angebl. Restrisiko müßte versichert werden und die Entsorgung des Atommülls müßte die Atomindustrie selbst zahlen. Dann wäre es nicht mehr weit her mit dem billigem Atomstrom. Die oben von Lobbykontrol belegte, dunkle, verdeckte Lobbyarbeit der Atomenergie hält diesen unwirtschaftlichen, vordemokratischen Informations- und Machtzustand für die ATOMENERGIE aufrecht. Das ist ein Skandal. Die Politiker, die gegen diesen Skandal nicht wirksam vorgehen, verletzen ihren Amtseid (Schaden vom dt Volk abzuwenden) und müssen zurücktreten! Frau Merkel treten sie zurück! Ein verpfichtendes Lobby-Register ist das Mindeste. Es muß sofort eingerichtet werden. Sonst schafft sich Deutschlands Demokratie selbst ab!

    20.3.2011 um 16:31 Uhr · Antworten

  • Karin Müller

    Ich bin für Atomkraft alle anderen Möglichkeiten sind noch nicht
    ausgereift und für die meisten einfach zu teuer….hier steigen
    ständig die Preise für Nebenkosten Dienstleistungen uvm.
    daher keine weiteren finanziellen Belastungen mehr es reicht…..

    21.3.2011 um 16:35 Uhr · Antworten

    • Bruno Staubehälter

      Ich behaupte jetzt einfach mal Atomkraft ist auch nicht so billig.
      Warum?
      Nun ja, wer zahlt die Endlagerung (bei der die Energieunternehmen übrigens mitverdienen da ihnen das “Endsorgergeschäftchen gehört)?
      Der Staat und den bezahlen wir…
      Wer zahlt die beim Uranabbau geschädigten Arbeiter?
      Niemand…
      Wer zahlt die (ja doch möglichen) Folgen eines GAUs?
      Niemand…
      Sicherlich kannst du behaupten Atomkraft sei billig, aber wenn ich alles so angucke behaupte ich einfach mal:
      Erneuerbare sind genauso “billig”!

      07.4.2011 um 15:39 Uhr · Antworten

  • Emanuel

    Es regen sich alle auf wenns um Atomenergie geht, aber keiner verzichtet so richtig auf alltägliche Dinge um Energie zu sparen. Wie sagt man in Wien? Mir is des wurscht. Es ist mir wirklich scheiss egal was in 100 Jahren so abgeht!
    Die Menschheit ist auf Bestem Wege sich selbst auszuschalten. Ich glaube kaum dass wir es noch 100 Jahre machen. Ich sehe da viel grössere Probleme als diese beschissene Kernenergie (bin übrigens voll dafür). Wir haben Kriege, Hungersnöte, Naturkatastrophen (welche sicherlich nicht wegen der Kernenergie sind) und soviele andere riesen Probleme und ihr regt euch da alle auf wenn da irgendwo mal was schief läuft. Ja mei, der Mensch nützt die positiven Seiten also hat er auch die negativen Konsequenzen zu tragen. Und wenn das Tod, Bestrahlung und was auch immer bedeutet, dann habens halt a Pech!

    Fast alle fahren irgendwelche PS starken Autos, schleudern CO2 in die Luft, verbrauchen in der Arbeit, im Privatleben, Zuhause, Draussen und beim Scheissen Energie und dann regt man sich hier noch auf.
    Geht und regt euch doch bei der Automobilbranche auf! Es gibt genug Möglichkeiten ein Fahrzeug mit 1 Liter Krafstoffverbrauch / 100km zu bauen oder sogar mit Wasser zu betreiben. Warum regt sich da keiner auf??? Warum kauft ihr wöchentlich euer scheiss Benzin?
    Ich sag euch warum. Weil keiner auf eure/meine Meinung scheisst. Das Geld wird den Ölmultis in den Arsch geschoben. Diese Leute beherreschen die Welt. Und unsere Regierungen kassieren auch noch mit. Ich sag nur Mineralölsteuer. Alles wird versteuert. Eh klar. Der Staat braucht Geld weil es das Ganze Geld irgendwelchen Leuten in den Arsch schiebt. Leuten die in 20 Jahren keine 2 Sätze Deutsch gelernt haben.

    Regt euch nicht auf – Ihr seids alle selber schuld.

    Es lebe die Atomkraft und wenn was schief geht, dann gehts halt schief. Scheiss drauf. In 50 Jahren rotten wir uns sowieso alle gegenseitig aus.

    07.4.2011 um 02:21 Uhr · Antworten

    • Bruno Staubehälter

      Ich denke ich muss ihnen die gesellschaftlichen Probleme in Afrika und die darin verwickelten großen Unternehmen nicht aufzählen.
      Blutdiamanten, Gold, Tantal und viele weitere Rohstoffe an denen sich Unternehmen bereichern und das fast ausschließlich zu mehr als fragwürdigen Methoden.

      Ich denke die “positiven Seiten” kriegen hier nur wenige zu spüren (mit Ausnahme von denen die in Kleiderketten wie “Kik” einkaufen”).
      Markenware bleibt teuer, egal ob sie in aus dem eigenem Lande kommt oder ob sie “Made in China” ist (bestes Beispiel ist da denke ich mal die Elektronikbrache).
      Das meiste Geld bleibt in den Chefetagen hängen.
      Das die, die etwas verändern wollen, selbst nichts machen ist in den meisten Fällen gelogen. Jeder der bereit ist auf eine Anti-Atom-Demo zu gehen ist selbst auch in anderer Form aktiv.
      Der Rest geht nicht auf Demos, kauft falschen Ökostrom und glaubt daran das seine Schokolade von glücklichen Menschen und bester Alpenmilch hergestellt wurde nur wenn er eine lila Kuh sieht.
      In 100 Jahren ist sowieso alles vorbei?
      Muss es nicht wenn Menschen wie du und ich gemeinsam aktiv werden.

      PS:
      Informiere dich nochmal über die Rolle von großen Unternehmen in Entwicklungsländern und du wirst schnell merken dass sie dort an vielen Problemen beteiligt sind und sich dort auf Kosten der Bevölkerung eine goldene Nase verdienen.

      07.4.2011 um 16:11 Uhr · Antworten

  • Christian Seebauer

    Lustig, wenn’s knallt…

    Um Energie zu gewinnen, versucht man eine “Kettenreaktion” auf Messers Schneide zu beherrschen. Das System kann man sich so (in)stabil vorstellen, wie den Versuch, eine Murmel dauerhaft auf einem Zahnstocher zu jonglieren. Alles andere führt unweigerlich zum GAU (größter anzunehmender Unfall). Als Künstler male ich heute über meine Erfahrungen, die ich während meines Elektrotechnik Studiums in einem Praktikum im Kernforschungsreaktor Garching bei der GSR Gesellschaft für Reaktorsicherheit gesammelt habe.

    Als fast schon fertige Diplomingenieure „durften” mein Studienkollege Tom und ich damals wochenlang die Notausschaltung und Verhinderung der Kernschmelze auf einem Großrechner simulieren. Letzteres gelang uns (in der Computersimulation) allerdings nie. Trotzdem gab’s am Ende eine gute Note. Wahnsinn!

    Egal, an welcher der vielen Stellschrauben (Sicherheitsparameter) wir auch drehten, es kam (fast) immer zum GAU. Dieses Ereignis meldete uns der IBM-Großrechner mit einer erheiternden Sirene und bei jedem weiteren (simulierten) GAU stieg natürlich unsere (damals doch noch recht kindliche) Stimmung.

    Der uns betreuende Doktorand wollte uns nach drei Wochen GAU’s schließlich zeigen, wie es besser geht. Sie ahnen es bereits: Es war der „Vorführeffekt” – wieder ein GAU! Bilder sehen Sie unter http://www.seebauers-world.de/fukushima.php,
    Dipl.-Ing. Univ. Christian Seebauer

    22.7.2011 um 17:29 Uhr · Antworten

  • Themes

    Was halten denn die Fachleute vom Atomausstieg und gleichzeitigen Atomstromimport?

    12.9.2011 um 14:34 Uhr · Antworten

    • Pulli

      Naja, besser ein GAU in Frankreich als in Deutschland, wa?

      12.9.2011 um 15:48 Uhr · Antworten

  • Lottina

    Für wie sicher Atomtechnik gehalten wird, sieht man schon an der Reaktion der ersten Stunden. Auch die Börse reagiert. Da heißt es dann schließlich nach Stunden: Ein Arbeiter verstorben, 4 verletzt, aber nicht verstrahlt, sondern …
    Was heißt das? Ein Menschenleben ist gleichgültig? Verstrahlung ist es ja nicht, also o.k.? Was passiert eigentlich bei der Explosion eines Ofens in einer Hülle, in dem schwach radioaktives Material vernichtet wird? Was ist die Ursache der Explosion? Gab es im Inneren der Hülle keine Radioaktivität?
    Viele Fragen, wenig klare Antworten, außer wohl noch mal Glück gehabt, kein Gau!

    12.9.2011 um 18:11 Uhr · Antworten

    • Techniker

      Eine Anlage zur Verglasung von SCHWACH radioaktiven Material (z.B. Handschuhe der arbeiter (sowas wird oft auch einfach in den Hausmüll geschmissen ;-) ) ) hat wohl kaum das Potential für einen GAU – Und ich finds wieder lustig, wie katastorphal das schon wieder gesehen wird – Wenn mal einer von einem Solardach fällt und dabei Stirbt, so tragisch das auch ist, denkt auch niemand daran diese “Risikotechnologie” Solar abzuschaffen. Wenn aber einer durch eine Explosion getötet wird, die aus einer Anlage hervorging, die u.a. auch materialien verarbeitet, die mit radioaktiven materialien in Kontakt getreten sind, dann, ja dann – ist diese Technologie viel zu risikoreich — -

      12.9.2011 um 18:27 Uhr · Antworten

Kommentar schreiben

Pflichtfeld

Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht

optional

Trackbacks

Permalink

Dieser Blogbeitrag ist unter folgender Adresse dauerhaft erreichbar:
http://blog.greenpeace.de/blog/2009/09/22/pr-offensive-fuer-atomkraft/trackback/