Atommüll ist kein Müll wie jeder andere. Die Entsorgung der strahlenden Reste ist ein so großes Problem, dass es bisher noch kein Land gemeistert hat. ARTE zeigt heute um 21 Uhr den Dokumentarfilm „Albtraum Atommüll“ des Regisseurs Eric Guéret, der ein wenig Licht ins Dunkel dieser Problematik bringt.
Der Film folgt dazu den Spuren, die der Atommüll weltweit hinterlässt und geht Fragen nach, die in der Öffentlichkeit viel zu selten gestellt werden: Wo landet der Müll? Was passiert bei seiner angeblichen Wiederaufbereitung? Auf der Suche nach Antworten ist Guéret von Frankreich nach Russland, in die USA und nach Deutschland gereist.
Dabei hat Guéret erschreckende Entdeckungen gemacht: In den USA etwa lagern verstrahlte Brennstäbe in verstärkten Containern direkt neben den Kernkraftwerken. Noch schlimmer (und weiter verbreitet) ist die Methode „Augen zu und durch!“: Man lagert die Brennelemente einfach in großen Wasserbecken und spielt auf Zeit. Dieses Verfahren hat unter anderem dazu geführt, dass der Karatschai-See in Russland zu den am stärksten radioaktiv kontaminierten Orten der Erde gehört und die Region um den See für mehrere hunderttausend Jahre verseucht sein wird.
Guérets Film hat bereits Wellen geschlagen und beschäftigt jetzt auch französische Politiker. Staatssekretärin Chantal Jouanno fordert eine Untersuchung des französischen Energiegiganten EDF. Spiegel-Online berichtet:
Worum geht es? Journalisten der Zeitung “Libération” und des Fernsehsenders “Arte” hatten EDF vorgeworfen, seit Mitte der neunziger Jahre jährlich rund 108 Tonnen nukleares Material nach Sibirien verschickt zu haben. Dort werde das abgereicherte Uran im Atomzentrum Sewersk, früher Tomsk-7, unter freiem Himmel gelagert.
Offenbar versucht EDF, 13 Prozent seines anfallenden Atommülls in Sewersk los zu werden. Der Zugang zu der Lagerstätte ist natürlich streng verboten, nur mit einem Schein der nationalen Atombehörde möglich. Aber für den Fall gibt es heutzutage ja andere Möglichkeiten (via Nuclear Reaction).
Mehr über die Ausmaße des Atommüll-Problems: Heute um 21 Uhr auf ARTE, den Trailer gibt’s hier.
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Manu
Toll, ich hab kein Arte.
13.10.2009 um 16:59 Uhr ·
Nico Sachau
http://www.youtube.com/watch?v=kwZmeh7nO9s
Hier ist die Doku aufgeteilt zu sehen…
MfG nico
27.1.2010 um 18:27 Uhr ·
Claudia Sommer
Für alle die die Doku “Alptraum Atommüll” verpasst oder kein Ate haben hier die Online Version http://bit.ly/7vFnh
14.10.2009 um 09:39 Uhr ·
andre
danke für die programminfo und besonders für den link von claudia !
14.10.2009 um 10:16 Uhr ·
T-Lo
Ich hab mir den Film gestern angeschaut und muss sagen, dass ich von dem meisten noch nichts wusste.
Es ist schon schockierend was dort berichtet wurde, ich kann es nicht nachvollziehen wie Menschen so handeln können. Da schütten die Russen einfach den See zu…
Wenn die Leute auch nur mal kurz an die Menschen und die Natur denken würden.
Aber Geld regiert die Welt :/
14.10.2009 um 18:20 Uhr ·
andre
stimmt, t-lo, geld regiert die welt. es ist ein armutszeugnis, wie die betreiberfirmen der AKW ihr Gewissen an den Nagel gehangen haben, um “Renditen” zu erhöhen. auch in den aktuellen Verhandlungen werden wieder zuallererst Kosten gegeneinander aufgerechnet (wobei in die “Kosten” für Atom-Strom längst nicht alle tatsächlichen Kosten einfließen, die von der Produktion bis zur Lagerung entstehen). Einen Wert von Gesundheit und Leben scheint es für diese Menschen nicht zu geben.
15.10.2009 um 10:35 Uhr ·
Kranker Pfleger
Ich kann Lösungen anbieten: http://weblog.hundeiker.de/item-1520.html
13.1.2010 um 18:47 Uhr ·