Beiträge auf Spiegel-Online haben heute verdeutlicht, was an zwei der beliebtesten (und hartnäckigsten) Argumente für Atomkraft dran ist. Nischt, gar nischt.
Argument Nr.1 : Atomkraft ist ein Klimaschützer
Der Artikel „Atomkraft macht Klimakiller billiger“ führt aus, warum Atomkraft nicht das Mittel gegen den Klimawandel ist, als das es die Atomkonzerne so gerne ausloben: Wer glaubt, dass die deutsche CO2-Bilanz durch eine Laufzeitverlängerung der AKW verbessert würde, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht – das zeigt eine neue Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA).
Die Wirte sind in dem Fall die vier großen deutschen Energieversorgungsunternehmen (EVU). Die würden zwar mit einer Laufzeitverlängerung auf den ersten Blick CO2 einsparen, weil AKW viel weniger Klimagas ausstoßen als dreckige Kohlekraftwerke. In den Management-Etagen der EVUs dürfte allerdings nicht aus Freude um mehr Klimaschutz laut gejubelt werden. Den Damen und Herren liegen andere Dinge wesentlich näher am Herzen.
Das UBA rechnet vor, dass mit einer Laufzeitverlängerung die Preise für CO2-Emissionszertifikate in den Keller gehen dürften. Es ist psychologisch leicht nachvollziehbar, welche Formel in den Köpfen der Energiebosse Großmann und Co. da aufblinkt: „Billig = Kaufen!“ Also kauft man sich für’n Appel und’n Ei die Emissionszertifikate und bläst das ganze CO2, das man mit den Atomkraftwerken so hübsch „einspart“, durch die Schlote anderer Kraftwerke in die Atmosphäre. Nebenbei sieht man sich auch nicht mehr bemüßigt, Investitionen in die Erneuerbaren zu tätigen.
Atomkraft eins, Klimaschutz null.
Argument Nr.2: Atomkraft ist billig
Die Lüge vom billigen Atomstrom könnten Steuerzahler in England bald schwarz auf weiß auf ihrer Stromrechnung finden. Der Guardian berichtet, dass man auf der Insel darauf gekommen ist, den Bau von acht neuen AKW mit einer Zusatzsteuer zu finanzieren.
Damit drohen den britischen Bürgern kräftige Aufschläge auf die Stromrechnung. 500 Pfund zahlt ein Durchschnittshaushalt derzeit pro Jahr für Elektrizität – künftig könnten auf diesen Betrag noch einmal bis zu 44 Pfund draufgeschlagen werde
Scheinbar befürchtet man in der Downing Street eine Stromlücke, wenn man die zu Recht ungeliebten Kohlekraftwerke abschaltet, um CO2 einzusparen. Mit demselben Argument hat die Atomlobby auch hierzulande Stimmung für Atomkraft gemacht. Dass Atomkraft auch in England Gift für den Klimaschutz ist, zeigt Greenpeace UK in einem Video:











Helge
Und heute legt SPON nochmal nach mit einem Artikel über Chaos bei Nachrüstarbeiten in Biblis: Techniker berichtet über Chaos in Biblis. Was ein weiteres Märchen der Atomindustrie entlarvt: die angeblich sichere Nachrüstung von Altreaktoren.
20.10.2009 um 17:47 Uhr ·
Nesse
Alle Medien brauchen Schweinegrippe, BSE, Flugzeugabstürze – und Kernkraftwerke! Beschämend ist dabei nur, wie wir immer wieder manipuliert werden. Auch der unwissendste Journalist – oder Intendant -, weiß heute, dass ein Transformator kein nukleartechnisches Bauteil eines Kraftwerks ist. Dennoch sehen, oder lesen wir immer wieder die Topmeldungen von der radioaktiven Gefahr. Große Teile unserer Medienmacher sitzen auf dem Energiesektor im Boot von Greenpeace. Und wenn es nach Greenpeace ginge, hätten wir – aus ideologischen oder sonstigen Gründen – den Industriestandort Deutschland schon längst schließen müssen.
Fazit also: Alles sofort abschalten – außer der Kampagne gegen die ”Atom”-Wirtschaft natürlich!
29.10.2009 um 11:49 Uhr ·