Open Ship – die Beluga II in Berlin

05. November 2009 · von Viktoria Thumann

(c) VThumann/Greenpeace - Kopenhagen ruft

Kopenhagen ruft

Hamburg Hauptbahnhof, ich bin auf dem Weg nach Berlin. Dort liegt seit Anfang der Woche das Greenpeace-Schiff Beluga II. Ich warte auf meinen Zug. Am Gleis nach Berlin dreht ein Kamerateam, dafür wurden die Anzeigentafeln ausgewechselt. Statt Berlin steht da nun Kopenhagen. Das passt. Auch die Beluga II ist auf dem Weg nach Kopenhagen, zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen, wo ein Nachfolgeprotokoll für Kyoto beschlossen werden soll.

Aber jetzt macht das Schiff erst einmal bis zum 14. November im Regierungsviertel Halt. Während dieser Zeit habt ihr jeden Tag die Möglichkeit zwischen 13 und 17 Uhr vorbei zu kommen und ein Schiff zu besichtigen, mit dem Greenpeace schon oft im Auftrag der Umwelt unterwegs war. So wurden zum Beispiel im August von der Beluga II vor Schweden große Felsbrocken im Meeresschutzgebiet versenkt, um dort illegalen Fischfang zu verhindern. Neben den Schiffsführungen gibt es verschiedene Vorträge und Filme zum Thema Klimawandel. Am Freitag um 17 Uhr wird zum Beispiel Greenpeace Energie-Experte Andree Böhling über Plan B referieren – ein Konzept, das zeigt, wie Deutschland unabhängig von Energie-Importen und Atomkraft bis zum Jahr 2050 fast CO2-frei werden kann.

Das Banner wird gehisst

Das Banner wird gehisst

Berlin, S-Bahnhof Friedrichstraße, es schneit. Die Beluga II liegt fünf Minuten zu Fuß von der Haltestelle auf der Spree, direkt gegenüber vom ARD-Hauptstadtstudio. Nachdem ich meine erste persönliche Schiffsführung bekommen habe, gibt es gleich etwas zu tun. Das Banner muss gehisst werden. Gar nicht so einfach. Auf dem Deck ist es glatt und glitschig, außerdem wird aus dem Schneegestöber gerade ein nasskalter Regen. Nach 15 Minuten ist es geschafft. Das Banner hängt und meine Füße sind bis auf die Haut nass.

(c) VThumann/Greenpeace - Das Banner hängt

Das Banner hängt

Kurz darauf erscheint unser erster Gast. „Cool. Euer Banner sieht man sogar schon von der S-Bahn aus.“  Schön, die Arbeit hat sich also gelohnt. Und ich darf  das gerade Gelernete direkt umsetzen und durch das Schiff führen. Wir diskutieren ein wenig und die Dame packt reichlich Info-Material für ihre Bekannten ein. Ihr scheinen noch einige Fragen auf der Zunge zu brennen und sie will am Freitag auf jeden Fall zum Vortrag kommen, um anschließend mit Andree Böhling persönlich zu sprechen. Sowas geht hier nämlich auch auf der Beluga II in Berlin.

Dann warten wir auf weiteren Besuch. Ein heißer Tee tröstet über die feuchten Füße hinweg.

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