Sonntagmorgen kurz nach 9 Uhr. Ich befinde mich in Berlin, links von mir ist das Brandenburger Tor, gegenüber die ehemalige polnische Botschaft. Derzeit wird da renoviert. Das geschieht sozusagen hinter den Kulissen. Vor das schätzungsweise hundert Meter breite Gebäude ist ein riesiges hellblaues Plakat gespannt. Auf der linken Hälfte steigen neun bunte Papierdrachen in die Luft. Ihre Flügel haben die Farbe verschiedener Ostblockflaggen. Auf den drei größten Drachen erkenne ich Deutschland, Polen und Ungarn. Außerdem ganz klein die Ukraine und Lettland. Dazwischen noch die Slowakei und vier weitere.
Die andere Hälfte des Plakats ziert ein riesiger Schriftzug. In gewaltigen Lettern steht da „1989 – Es gelang gemeinsam“. Wow, der Mauerfall ist schon 20 Jahre her. Morgen. In Gedanken versunken betrachte ich das Plakat, als auf dem Dach plötzlich etwas passiert. Eins, zwei, drei … insgesamt zähle ich neun Personen. Fünf davon klettern über die Kante und beginnen sich abzuseilen. Nachdem sie einige Meter geschafft haben, bekommen sie von oben eine Art riesige hellblaue Wurst gereicht. Gemeinsam halten sie diese längliche Geschwulst, einer neben dem anderem, während sie sich weiter abseilen. Immer mal wieder hört man etwas klacken. Rufe dringen zu mir herüber. „Noch drei Meter.“ Mittlerweile haben sich die Kletterer bis unter den Schriftzug abgeseilt. Nun lässt sich auch von hier unten entziffern, was auf ihren Jacken steht. „Greenpeace“. „Eins, zwei …“ – jemand zählt laut vor. Plötzlich rauscht es gewaltig. Es klingt, als würden die Drachen sich vom Plakat lösen und tatsächlich davonfliegen wollen. Aber nein, innerhalb von wenigen Sekunden haben die Kletterer ein Banner entrollt. Der Spruch auf dem Plakat ist nun ergänzt. Jetzt steht da „1989 – Es gelang gemeinsam, 2009 – es kann nur gemeinsam gelingen, Kopenhagen – Klimaschutz jetzt!“
Reisebusse halten, Menschen bleiben stehen und fotografieren. Mir ist verdammt kalt, soll die erste Nacht unter Null Grad gewesen sein hier in Berlin. Meine steif gefrorenen Zehen lassen mich behaupten, dass es noch nicht viel wärmer geworden sein kann. Wie es wohl den Kletterern da oben geht?
10.54 Uhr. Der „Linden Grill“ direkt gegenüber der Botschaft öffnet langsam seine Pforten. Hoffen wir, dass Getränke und Döner weitere Menschen anlocken. Schließlich sollen so viele wie möglich die Botschaft lesen und verstehen worum es hier geht: Auch heute muss gemeinsam gehandelt werden! Derzeit sieht es nicht besonders rosig für ein Nachfolgeprotokoll von Kyoto aus. Deutschland und Polen geben sich besonders stur. Kanzlerin Angela Merkel und Polens Ministerpräsident Donald Tusk müssen sich einen Ruck geben und ihre Blockadehaltung aufgeben. Es ist an der Zeit, erneut Geschichte zu schreiben. 1989 und 2009 – gemeinsam stark sein!
Sonntagmorgen kurz nach 9 Uhr. Ich befinde mich in Berlin, links von ist das Brandenburger Tor, vor mir die ehemalige polnische Botschaft. Das Gebäude wird derzeit renoviert. Sozusagen hinter den Kulissen, denn vor das Augenmaß mindestens hundert Meter breite Gebäude ist ein riesiges hellblaues Plakat gespannt. Mit dieser Farbe soll der Betrachter anscheinend den Himmel assoziieren, denn auf gut der Hälfte der Fläche sind neun Drachen gezeichnet. Ihre Flügel haben die Farbe verschiedener Ostblockflaggen. Auf den drei größten Drachen erkenne ich Deutschland, Polen und Ungarn. Außerdem ganz klein die Ukraine und Lettland. Gemeinsam scheinen die Drachen in den fast wolkenlosen Himmel aufzusteigen. Die andere Hälfte des Plakats ziert ein riesiger Schriftzug. In gewaltigen Lettern steht da „1989 – Es gelang gemeinsam“. Darunter ein schwarzer Kasten mit „1989 > 2009 Gdansk > Warszawa> Berlin> Praha> Budapest> Tallin> Vilnius> Riga> Sofia> Kiev>“. Wow, 20 Jahre Einheit. Morgen. In Gedanken versunken betrachte ich das Plakat, als auf dem Dach plötzlich etwas passiert. Eins, zwei, drei … insgesamt zähle ich neun Personen. Fünf davon klettern über die Kante und beginnen sich abzuseilen. Nachdem sie einige Meter geschafft haben, bekommen sie von oben über eine Art riesige hellblaue Wurst gereicht. Gemeinsam halten sie dieses Geschwulst, einer neben dem anderem, während sie sich weiter abseilen. Immer mal wieder hört man etwas klacken. Rufe dringen zu mir herüber. „Noch drei Meter.“ Mittlerweile haben sie sich bis unter den Schriftzug abgeseilt. Nun lässt sich auch von hier unten entziffern,was auf ihren Jacken steht. „Greenpeace“. „Eins, zwei, drei“ – jemand zählt laut vor. Plötzlich rauscht es gewaltig. Es klingt als würden die Drachen sich vom Plakat lösen und tatsächlich davon fliegen wollen. Doch nein. Aber nein, innerhalb von wenigen Sekunden haben die Kletterer ein Banner entrollt. Der Spruch auf dem ursprünlgichen Plakat ist nun ergänzt. Jetzt steht da „1989 – Es gelang gemeinsam, 2009 – es kann nur gemeinsam gelingen, Kopenhagen – Klimaschutz jetzt!“
Reisebusse halten, Menschen bleiben stehen und fotografieren. Mir ist verdammt kalt, soll die erste Nacht unter Null Grad gewesen sein hier in Berlin und meine eingefrorenen Zehen lassen mich behaupten, dass es noch nicht viel wärmer geworden sein kann.
10.54 Uhr der „Linden Grill“ direkt gegenüber der Botschaft öffnet langsam seine Pforten, hoffen wir das Getränke und Döner weitere Menschen anlocken. Schließlich sollen so viele wie möglich die Botschaft lesen und verstehen worum es hier geht: Auch heute muss gemeinsam gehandelt werden. Derzeit sieht es nicht besonders rosig für ein Nachfolgeprotokoll von Kyoto aus. Deutschland und Polen – genau die, die es damals gemeinsam geschafft haben – sind es, die heute auf stur schalten. Kanzlerin Angela Merkel und Polens Ministerpräsident Donald Tusk müssen sich einen Ruck geben und ihre Blockadehaltung aufgeben. Sie haben es doch schon einmal gepackt. Auch vor 20 Jahre hat keiner mit einem so schnellen Fall der Mauer gerechnet. Jetzt ist es an der Zeit erneut Geschichte zu schreiben. 1989 und 2009 – alle 20 Jahre wieder – gemeinsam seid ihr stark!












