Heute heißt es, Sandsäcke schleppen. Die beiden Wände unseres Damms aus Holzpfählen sind fertig und der Zwischenraum ist mit Folie ausgelegt. Da hinein müssen jetzt rund 800 Sandsäcke. Die erste Lieferung kam gestern mit dem Boot hier an. Als ich den ersten Sack anheben wollte, passierte erstmal gar nichts. Der Sand ist feucht, die Säcke sind riesig und vor allem schwer. Zum Hochheben braucht man zwei Leute. Und nur, wenn die Last einigermaßen gleich auf den Schultern verteilt lag, habe ich diese Ungetüme überhaupt transportieren können.
Von der Abladestelle bis zum Damm sind es ziemlich genau hundert Meter – ich habe die Schritte einzeln gezählt! Konzentration auf Details lenkt von der inneren Stimme ab. Die sagt nämlich nur eins: Wirf das Ding einfach ab! Ich weiß nicht, wie viele Male ich die Strecke zurücklegt habe.
Der Weg über Wurzeln von brandgerodeten Bäumen auf dem glitschigen Torfboden bei voller Sonne ist in den Tropen für Stadtmenschen wie mich schon ohne Last eine Herausforderung… Gummistiefel würden im Schlamm steckenbleiben, Sandalen wären zu rutschig, also muss es barfuß gehen. Ein Fehltritt und man steckt mit den 35 Kilo Gewicht bis zum Knie im Matsch.
Aber die gute Stimmung all der Leute hier und die Gewissheit, wenigstens ein bißchen Wald zu retten, macht alle Strapazen wett und die Sandsäcke irgendwie auch leichter und sympathischer.
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