Nach der Kurzfassung heute Morgen hier ein ausführlicherer Bericht.
Heute war ein wichtiger Tag für unsere Arbeit. 40 Aktivisten aus 6 Ländern haben sich an 7 Bagger angekettet, die gerade dabei sind, neue Drainagekanäle anzulegen. Das Gelände sieht schon aus wie im Horrorfilm, eine Schneise der Zerstörung ist mitten ins tropische Paradies hineingerissen. Auch eine deutsche Aktivistin war dabei: Laura aus Hamburg. Sie ist seit der Camperöffnung hier und war immer ganz vorn beim Dammbau und anderen Aktivitäten dabei.
Die Aktivisten haben 12 Stunden bei tropischen Temperaturen und praller Sonne, unterbrochen von sintflutartigen Regenschauern, ausgehalten. Gratulation und Hut ab, das ist echtes Engagement. Die Arbeiter haben gegen Nachmittag angefangen, die Ketten aufzubrechen und haben die Bagger gestartet, obwohl noch Aktivisten auf dem Dach waren. Zimperlich ist man hier nicht im Umgang mit Menschen mit Zivilcourage.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Aktivisten von der Polizei geräumt und auf die nächste Polizeistation gebracht, die jedoch einige Stunden Autofahrt entfernt ist. Noch ist nicht klar, was die Konsequenz ihres Engagements sein wird, ob die Ausländer ausgewiesen werden oder ob sie zurück ins Camp dürfen. Immerhin wollen wir noch einen Damm bauen!
Ich war inzwischen in Pekanbaru und habe an einer Veranstaltung des zweitgrößten Papier- und Zellstoffproduzenten Indonesiens, April, teilgenommen. Etwa 60 Leute waren anwesend, auch die Regierung war vertreten und leider nur wenige NGOs. April ist genau die Firma, die die Konzession auf der Kampar Peninsula hat, dort wo heute die Aktion stattfand. Ironischerweise ging es bei der heutigen Präsentation von April um ihre angeblich tollen Bemühungen zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Sie haben allen Ernstes behauptet, sie würden jetzt freiwillig eine Umweltverträglichkeitsprüfung machen und so lange keinen Urwald auf Kampar mehr roden. Gleichzeitig tun die Bagger von April ihre zerstörerische Arbeit und nur heute durch unsere Aktivisten standen sie still. Gestern noch waren sie in vollem Einsatz und morgen werden sie es wohl wieder sein.
Wir konnten auf der Veranstaltung zumindest ein Statement abgeben, haben von unserer Aktion berichtet und unsere Forderung deutlich gemacht, jede weitere Rodung auf Kampar und in allen Urwäldern Indonesiens sofort einzustellen. Als dann alle zur Pause den Saal verließen, haben wir jeden einzelnen Besucher am Ausgang abgefangen und ihm unsere heutige Presseerklärung in die Hand gedrückt. Somit bleibt die einseitige Sichtweise und falsche Darstellung des Konzerns nicht unkommentiert bei den Zuhörern haften. Nicht wenige Besucher sah ich dann vertieft in das Papier am Tisch sitzen und ich hoffe, ich habe mir ihre nachdenklichen Blicke nicht nur eingebildet.
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Marko Gross
obwohl ich ein großer maschinen- und vor allem baggerfan bin befürworte ich eure aktion. Einfach daher weil auch ich ein großer Freund der Natur bin und diese zu schätzen weiss. Baumaschinen sollten nicht zur zerstörung unserer umwelt eingesetzt werden.
liebe Grüße vom Bodensee,
euer Marko Gross
http://www.mascus-maschinen.com
25.11.2009 um 13:47 Uhr ·