Sachen packen, gehen

14. November 2009 · von Corinna Hölzel
(c) Will Rose/Greenpeace - Polizei und gekaufte Demonstranten im Camp

Polizei und gekaufte Demonstranten im Camp

Hier nach der Kurzfassung der ausführlichere Bericht: Nach langen Verhandlungen zwischen dem Polizeichef von Riau, Greenpeace und den Gemeindevertretern, letztere teils pro teils contra Greenpeace, gibt’s auf einmal eine Entscheidung: Wir sollen das Camp innerhalb von 2 Stunden räumen. In den Gesprächen stellte sich heraus, dass diese Entscheidung eigentlich schon gestern getroffen worden war. In einem Gespräch auf höchster Ebene zwischen der Provinzpolizei und der obersten Polizeibehörde in Jakarta. Anweisung von ganz oben also.

Solche Informationen machen deutlich, wie eng der Filz zwischen Politik, Polizei und Konzernen ist. Nicht uns sollte die Polizei räumen, sondern Klimakiller-Konzerne wie Sinar Mas und April!

In zwei Stunden ein Camp zu räumen, das für 70 Leute gedacht ist, ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Solarpaneele, Wasserversorgung, Kommunikationsequipment, Kücheneinrichtung, Werkzeug für den Dammbau und vieles mehr, das ist nicht mal eben in die Handtasche zu packen. Wir können es uns aber nicht leisten, das alles hierzulassen. Also erneute Verhandlungen mit der Polizei.Deren definitiv letztes Angebot lautete dann: 24 Stunden Zeit bis zur Räumung. Mit der Auflage, dass 15 Leute innerhalb von einer Stunde das Camp verlassen.

(c) Ardiles Rante/Greenpeace - Abschied

Abschied

Die Wahl fiel leider auch auf mich, da die Polizei auch die Zahl der Ausländer reduzieren wollte. Also blieben mir nur wenige Minuten, um meine Sachen zu packen und mich notdürftig zu verabschieden. Sekunden später saß ich im Polizeiboot und fuhr bei malerischem Sonnenuntergang zum letzten Mal über den Kampar-Fluss. So abrupt hatte ich mir den Abschied nicht vorgestellt.

Jetzt sind noch 35 Greenpeace-Aktivisten dort, die das Camp bis zur Deadline 18 Uhr so gut es geht räumen. Wir müssen abwarten, was dann passiert. Ich bin unterdessen mal wieder auf der Polizeistation und warte.

Kommentare

  • Helge

    Schon erstaunlich, wie schnell die Obrigkeiten aktiv werden können, wenn sie wollen. Schade, dass sie das immer nur dann tun, wenn offenbar wirtschaftlicher Druck ausgeübt wird. Wird es eine Protestmail-Aktion geben?

    15.11.2009 um 02:34 Uhr · Antworten

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