Die Hetzjagd geht weiter

18. November 2009 · von Corinna Hölzel
(c) Greenpeace - Überwachung

Überwachung

Ich bin zwar als einzige Ausländerin noch nicht ausgewiesen worden, sondern habe nur Reiseverbot zurück ins Camp. Aber als ich gestern im Hotel zum Frühstück ging, folgten mir auf einmal zwei Polizisten. Erst dachte ich noch an Zufall, aber als sie sich dann auch vor meinem Zimmer ganz unauffällig aufhielten und mir überallhin folgten, wurde mir klar, dass das keine Einbildung war, sondern dass ich überwacht werde. Dann haben sich die Anzeichen verdichtet, dass die Immigrationspolizei auch hinter mir her ist, weil mein Name noch auf der Liste der Greenpeace-Aktivisten und Journalisten stand, mit denen ich am Vortag auf dem Weg ins Camp von der Polizei gestoppt wurde.

Irgendwann gegen Nachmittag wurden es auch immer mehr Polizisten, die sich scheinbar ganz entspannt in der Hotellobby aufhielten und mich fotografierten. Mein Gefühl wurde stärker, dass ich irgendwie eingekesselt werde und sich eine unsichtbare Schlinge um meinen Hals zuzieht. Und da Aktion oft besser ist als Reaktion, planten wir kurzerhand ein Ablenkungsmanöver für meine ungebetenen Leibwächter, so dass ich in ein Taxi springen und zum Flughafen fahren konnte, wo ich die nächste Maschine nach Jakarta nahm. Im Flugzeug verdächtigte ich dann ein paar Mitreisende der weiteren Überwachung, aber das stellte sich zum Glück als falsch heraus.

(c) Greenpeace - Die Journalisten Raymondo and Kumkum

Die Journalisten Raymondo and Kumkum

Jetzt bin ich also wieder in Jakarta im Greenpeace-Büro. Heute früh sind auch Chiara, Tom und die beiden Journalisten hier angekommen, die in den nächsten 48 Stunden das Land verlassen müssen. Ihren Pass bekommen sie erst am Flughafen zurück. Der offizielle Grund der Ausweisung ist: Missbrauch der Visa und illegale Aktiviäten. Offenbar ist es in Indonesien illegal, in einem Auto zu sitzen und auf einer öffentlichen Straße zu fahren, denn viel mehr haben die Journalisten nicht getan.

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