Gestern haben ca. 20 Greenpeace-Aktivisten eine Ausstellung im Foyer der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgebaut, die Bilder von Urwaldzerstörung in Indonesien zeigt. Sie wollten die KfW und ihre Tochter DEG mit den Folgen ihrer Kreditvergabe konfrontieren. Die drastischen Fotos wurden auf Glaswände und Fußboden geklebt und ein großes Foto in einem Metallrahmen wurde draußen auf dem Bürgersteig verankert.
Kurz nach Beginn dieser Installation hat die KfW auf unseren Gesprächswunsch reagiert. Wir hatten ein eineinhalbstündiges Gespräch mit Vertretern von KfW mit Telefonzuschaltung von DEG-Vertretern. Dieses Gespräch fand in offener Atmosphäre statt. Wir haben unsere Forderungen und Argumente sehr deutlich gemacht.
Ergebnisse des Gesprächs:
- Zu unserer Forderung nach der vorzeitigen Kündigung des Kredits: Die DEG will das jetzt prüfen. Dazu fahren sie Anfang Dezember nach Indonesien und sprechen mit ihrem Vertragspartner, PT Smart (eine von Sinar Mas gegründete Firma). Weitere Gespräche werden mit Greenpeace Indonesien, dem WWF und anderen NGOs stattfinden. Sie werden kontrollieren, ob das Unternehmen die Nachhaltigkeitskriterien tatsächlich einhält. Wir haben der DEG bereits Beweise geliefert, dass Sinar Mas das nicht tut, sondern Torfwälder rodet, die auf über drei Meter dicken Böden stehen. Das verletzt nicht nur die Nachhaltigkeitskriterien sondern auch indonesisches Recht. Wir haben die DEG aufgefordert, nicht bloß in Jakarta Gespräche zu führen, sondern auch auf die betreffende Konzession nach Westkalimantan zu fahren und sich die Situation vor Ort anzusehen. Meine Greenpeace-Kollegen können sie dabei auch begleiten. Gut ist, dass die DEG hier grundsätzlichen Handlungsbedarf erkannt hat. Es sollte jetzt nur eine Frage der Zeit sein, bis der Kredit gekündigt wird.
- Unsere Forderung, keine Großkonzerne wie Sinar Mas mehr zu fördern, wurde sehr verhalten aufgenommen. Die KfW sagte zumindest, sie würden diese Option diskutieren. Das klingt erst mal wenig enthusiastisch. Wir werden dran bleiben und nachfragen, was die Ergebnisse dieser Prüfung sind.
- Keine Einigung gab es zu unserer Forderung, aus dem Palmölgeschäft weltweit auszusteigen. Die DEG hat lediglich jede weitere Finanzierung von Palmölprojekten in Indonesien bis auf Weiteres gestoppt.
Insgesamt waren die Greenpeace-Aktivisten gestern von 9 bis 15 Uhr bei der KfW und haben insgesamt rund 1.300 Flugblätter an die Mitarbeiter und Passanten verteilt. Die meisten Reaktionen waren positiv, die Menschen waren empört, dass deutsche staatliche Kredite an große Palmölproduzenten fließen. Mit Laura und mir waren auch zwei Personen dabei, die aus eigener Erfahrung aus dem Greenpeace-Camp in Indonesien und von der Urwaldzerstörung auf Sumatra berichten konnten.
Tweet










