Warum nach Kopenhagen?

28. November 2009 · von Richard Brand

Ich sitze gerade im Zug nach Kopenhagen. Doch warum nur?
Warum bin ich nicht zu Hause in Hamburg – und chille? Warum bin ich nicht auf dem Kiez – und mach ordentlich Party? Warum fahre ich zu so einer öden Klimakonferenz?

Ein Traum.

Vor fünf Jahren landete ich, Richard (18), in der Kölner Greenpeace-Jugendgruppe. Was ich in den seitdem erlebte, prägte mich spürbar:
Ich erlebte wie es ist, mit 150 anderen Jugendlichen gemeinsam ein geiles Wochenende zu verbringen. Wie es ist mit 150 anderen Jugendlichen auf der Straße zu stehen und für unsere Zukunft zu kämpfen. Und auch wenn alle anderen Jugendlichen doch auf ihre Art tatsächlich ganz anders waren, so hatten wir doch eines gemeinsam: unsere Träume, Ziele und Hoffnungen!

Ich erlebte – nein wir alle erlebten – wie es ist, etwas bewegen zu können!

Es es nicht der Wunsch Krawall zu machen, der mich nun nach Kopenhagen treibt. Es ist nicht der Wunsch „dagegen“ zu sein, zu demonstrieren, zu protestieren.
Es ist der Traum.
Es ist der Wunsch zu bewegen und zu inspirieren.

Und das schöne ist: Ich werde nicht alleine sein. Es werden hunderte, vielleicht tausende, Jugendliche aus aller Welt in den nächsten Wochen in Kopenhagen sein, um Menschen, Politikern und der Welt zu zeigen, dass nun wirklich endlich etwas getan werden muss! Dass es eine enorme Generationenungerechtigkeit ist, wenn Politiker immer noch in erster Linie wirtschaftlich basierte Entscheidungen treffen und wir und die Generationen nach uns dabei für den Eimer sind. Und wir wollen zeigen, dass Kopenhagen die historische Chance für ein weltweites und konsequentes Klimaschutzabkommen ist!

„Wir wollen heute für morgen sorgen“ – Der Spruch ist alles andere als schön. Klingt nach Stadtreinigung.
Im Englischen gefällt es mir schon viel besser ;-) :

„Make tomorrow
Make tomorrow today
What better measure of what you were doing here
Then what you can leave behind
All the children of your children’s children
Do you ever think what they’re going to find
Make tomorrow
Make tomorrow
Where the sacred meet the scared
Make tomorrow
Make tomorrow today“,

Song „Make Tomorrow“ auf “OVO” von Peter Gabriel.

Bis bald,
Richard

Kommentare

  • pierre

    kool

    03.12.2009 um 21:52 Uhr · Antworten

  • Martin Huber

    Ich wünsche Dir und den anderen Aktivisten alles Gute und viel Erfolg. Möge die Macht mit Euch und die Vernunft mit den Verantwortlichen sein.
    Nur fürchte ich – und die bisherige Erfahrung zeigt es ja – dass die Mächtigen aus ökonomischen und Machtinteressen wieder sinnvolle und wirksame Beschlüsse boykottieren werden.
    Für den Fall, dass genau das eintritt, würde ich folgendes vorschlagen: Sperrt sie ein! Wenn die Konferenz scheitert und sie keine verbindlichen Zusagen machen, lasst sie aus dem Konferenzgebäude nicht mehr raus, bis sie sich geeinigt haben.
    Vorzeitig raus sollen nur die dürfen, die ihr Amt niederlegen und zurücktreten, als Eingeständnis ihres Scheiterns.
    Ich halte Euch die Daumen.
    M.H.

    07.12.2009 um 20:19 Uhr · Antworten

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