Schwarze Zukunftsperspektiven für NRW

22. Januar 2010 · von Anike Peters

Donnerstag, 10 Uhr im nordrhein-westfälischen Landtag: CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers erklärt wieder einmal, wie wichtig er den Bau des Kohlekraftwerks Datteln 4 findet. Was ist neu daran, dass ein NRW-Politiker sich für Kohle ausspricht? Neu ist, dass sich ein führender Politiker nur wenige Wochen nach der Klimakonferenz in Kopenhagen öffentlich zur Missachtung von Klimaschutzmaßnahmen bekennt und das frecherweise auch noch als Zukunftsperspektive verkauft.

Protest an der Baustelle in Datteln - (c) Bente Stachowske/Greenpeace CC-Lizenz BY-NC-ND

Protest an der Baustelle in Datteln

Denn Datteln steht nicht für irgendein Kohlekraftwerk, sondern für einen politischen Skandal: Im September 2009 hatte das Oberverwaltungsgericht Münster einen vorläufigen Baustopp für das E.ON-Bauprojekt Datteln 4 verhängt. Der Grund: Der Bebauungsplan für den größten Kraftwerksblock Europas, der zur Stromversorgung der Deutschen Bahn AG gebaut wird, verstößt gegen den im Paragraf 26 des Landesentwicklungsgesetzes festgelegten Vorrang für heimische und erneuerbare Energieträger. Die Freude über das Urteil war nicht nur bei den Klägern, Anwohner und Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), groß – Klimaschützer in ganz Deutschland freuten sich mit über die richtungsweisende Entscheidung.

Doch die Freude währte nicht allzu lang. Denn im von Rüttgers als „Industrieland“ betitelten NRW tun die Politiker alles, um die Interessen der Wirtschaft durchzusetzen. Wird also der Bau eines Klimakillers durch einen Paragrafen im Landesentwicklungsgesetz gestoppt, dann wird der Fehler nicht beim Bauherren gesucht, sondern bei der Gesetzgebung. Folgerichtig wurde der störende Paragraf am 17. Dezember 2009 aus der Landesgesetzgebung gestrichen. Dass sie damit den Bemühungen von Umweltschützern und vom Klimawandel bedrohte Entwicklungsländer um ein weltweites starkes Klimaschutzabkommen in Kopenhagen in den Rücken fielen, hat die schwarz-gelbe Mehrheit in NRW nicht weiter interessiert.

Während Rüttgers die klimaschädliche Kohle auf der einen Seite fördert, blockiert und behindert er den Ausbau der Erneuerbaren Energien in NRW wo es nur geht. So schreibt ein von der Regierung Rüttgers im Jahr 2005 erlassener Windenergieerlass vor, dass beim Bau von Windkraftanlagen ein Mindestabstand von 1500 Metern eingehalten werden muss. Im dichtbesiedelten NRW finden sich seitdem kaum noch geeignete Standorte für Windenergieanlagen. Die Zeiten, da das Bundesland in Sachen Windenergie führend war, sind lange vorbei. Für den Bau von klimaschädlichen Kohlekraftwerken gelten gleichzeitig andere Regeln. So darf zum Beispiel das Eon-Kohlekraftwerk in Datteln direkt neben Wohnhäusern gebaut werden. Weniger als 400 Meter trennen den 180 Meter hohen Kühlturm des Kraftwerks von der nächsten Wohnbebauung. Dass die Industrielobby in NRW anscheinend die stärkste Kraft im Land ist, zeigt auch der Datteln-Beitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 19.Januar.

Wen wundert es jetzt noch, dass 10 der 26 derzeit in Deutschland geplanten und im Bau befindlichen neuen Kohlekraftwerke in NRW entstehen sollen. Und zwar in Neurath, Duisburg, Hamm, Lünen, Krefeld, Marl, Niederaußem, Datteln und Düsseldorf. Werden alle diese Kraftwerke gebaut, dann blasen sie in Zukunft jedes Jahr über 67 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Und das für die nächsten 40 Jahre, denn solange werden Kohlekraftwerke mindestens betrieben. Aber Ministerpräsident Rüttgers verkauft seinen Bürgern weiterhin das Märchen, dass NRW eine CO2-Reduktion um 81 Millionen Tonnen CO2 bis 2020 realisieren kann.

Kommentare

  • Marina

    Es wird Zeit, dass man Politiker aus dem Amt entlässt die nach dem Motto arbeiten “was nicht passt, wird passend gemacht” – für das eigene Interesse natürlich!!!

    22.1.2010 um 18:00 Uhr · Antworten

  • Bruno Straub

    Dass sich ” Im dichtbesiedelten NRW kaum noch geeignete Standorte für Windenergieanlagen finden “, liegt nicht an ” dem von der Regierung Rüttgers im Jahr 2005 erlassenen Windenergieerlass, dass beim Bau von Windkraftanlagen ein Mindestabstand von 1500 Metern eingehalten werden muss. ”
    In NRW, das alles andere als ein “Windland” ist, gibt es eine starke “grüne” Opposition gegen Windräder, zu Recht!
    Rechnen Sie uns doch einmal vor, wieviele Wind-Räder der 5-MW Klasse in NRW installiert werden müßten, um die 67 Mio t Co2 zu kompensieren. (Eine rein akademische Übung!)

    22.1.2010 um 23:37 Uhr · Antworten

    • Simon Brücken

      Richtig, eine rein akademische Übung weil das ja so auch niemand machen will. Erneuerbare müssen eben breit aufgestellt sein, dass muss ich dir doch hoffentlich nicht erklären. Also lassen wir die rein akademischen Übungen, die bringen nämlich nix. Weiß auch nicht, was das aussagen soll: Mit Windenergie kriegen wir die Kompensation nicht hin also lassen wir’s gleich und setzen weiterhin auf Kohle um die Emissionen zu erhöhen? Das wär mal logisch.
      Warum es zu Recht eine starke Opposition gegen Eindräder gibt, erklärst du lieber auch nicht.
      P.S.:Der Rüttgers ist Ex-Zukunftsminister. Das merkt man…

      23.1.2010 um 10:40 Uhr · Antworten

      • Tobi

        Naja, seien wir mal ehrlich, die Möglichkeiten für Windräder in NRW sind beschränkt, ganz egal, was die Mindestabstandsvorschrift sagt, und bevor wir das Hochsauerland zupflastern bedienen wir uns doch lieber den mannigfaltigen anderen Möglichkeiten.
        Für neue Kohlekraftwerke ist das jedenfalls trotzdem kein Grund, aber die Präferenz des Herrn Rüttgers ist klar erkennbar.

        23.1.2010 um 10:49 Uhr

      • Simon Brücken

        Schon richtig, Tobi. Ich sehe die Potentiale für NRW auch nicht bei der Windkraft. Deshalb ist das obige Zahlenspiel irrelevant. Interessant ist dagegen, dass etwa der Rhein-Sieg-Kreis (Bonn jetzt mal eingeschlossen) sich zur Deckung des Strom- und Wärmebedarfs über 100% aus Erneuerbaren Energien versorgen könnte. Sprich: Es gibt große Potentiale für Erneuerbare Energien in NRW, aber dieser PR-Gag von Ministerpräsident setzt lieber weiter auf die Kohle…

        23.1.2010 um 11:55 Uhr

      • Simon Brücken

        *grins* das oben soll natürlich Windräder heißen. Das sieht aus, als hätte ich mich beim Wort “Einräder” vertippt. Yeah, eine Opposition gegen Einräder. Wer macht mit ;-)

        23.1.2010 um 11:59 Uhr

      • Tobi

        Bin dabei;-)
        Ich weiß, Simon, ich kenne diesen Landkreis und seine Zahlen ja nun auch und Windkraft spielt da eine eher untergeordnete Rolle.
        Sie als Bsp. für EE in NRW (meingott was für ein Labyrinth an Abkürzungen!) zu nehmen, ist nur etwas danabengegriffen.
        Daß das dem Rüttgers ins Konzept passt
        Es gibt bessere Beispiele für die völlig verquarste Energiepolitik: Neurath, Datteln, Hamm, usw…

        23.1.2010 um 12:28 Uhr

      • Simon Brücken

        Moment, Tobi. Ich habe irgendwie das Gefühl wir reden irgendwo aneinander vorbei oder missverstehen uns oder so…
        Richtig, Windkraft spielt in NRW eine untergeordnete Rolle und das kann und wird auch zukünftig nicht viel anders aussehen. Dass der RSK jetzt nicht 1:1 “als Bsp. für EE in NRW” ;-) taugt ist mir klar.
        Das da drunter verstehe ich irgendwie nicht so ganz. Meinst du jetzt dass wir nicht auf dem erweiterten Mindestabstand herumreiten müssen, weil das nicht so relevant ist wie Kohlekraft in Neurath, Datteln und Hamm? Wenn ich das so richtig verstehe, gebe ich dir recht.
        Trotzdem denke ich nicht, dass die Studie Rüttgers ins Konzept passt, auch wenn der Windkraftanteil gering ist. Das ist ja gerade kein Grund, überall Kohlemeiler hinzusetzen. Und die Logik Windkraftpotentiale seien ohnehin gering deshalb hat die Einschränkung auch keine Auswirkung würde der Typ zwar vertreten, aber dann könnte er die Einschränkung auch lassen…

        23.1.2010 um 13:24 Uhr

      • Bruno Straub

        M.E. hat der RSK gute Chancen für eine 80% EE-Versorgung: Man müßte nur neue Laufwasserkraftwerke an Agger und Sieg errichten …..

        23.1.2010 um 15:33 Uhr

  • Tobi

    @Simon: Ähm, ja da ist ein Satz halb stehengeblieben, der eigentlich ganz weg sollte… der mit dem Konzept. Passiert;-)
    Worauf ich hinaus wollte, ist die fehlende Relevanz der Windkraft in NRW. Hast du richtig vermutet.

    23.1.2010 um 15:03 Uhr · Antworten

  • Bruno Straub

    Herr Brücken, Sie kennen nach eigenem Bekunden die großen Potentiale für EE in NRW – und sie kennen ja auch den Rhein-Sieg-Kreis. Werden sie doch mal konkret: Wie könnte sich denn der RSK zu, sagen wir mal zu nur 70%, selbst mit EE versorgen?

    23.1.2010 um 22:28 Uhr · Antworten

  • Bruno Straub

    …Herr Brücken, ich kann verstehen, dass Sie sich mit der Antwort schwer tun: Das mit den Laufwasserkraftwerken an Agger und Sieg war, Sie haben mich natürlich sofort durchschaut, ein Scherz. Für Windmühlen wüßte ich aber einige hervorragende Standorte: 8 auf den Sieben Bergen (2 auf dem Petersberg) und 1 auf dem Michaelsberg, – als “Geschenk” an die Kreisstadt Siegburg. Aber das ist ja wohl nur ein Tropfen auf den berühmten Heißen Stein. Dass Windkraft in NRW nicht der große Renner ist, haben Sie ja schon erkannt. Gibt es da noch was anderes Ernstzunehmenderes? Bin gespannt, wie Ihr Konzept aussieht! Vielleicht kann Ihnen Tobi in die berühmte Seite springen?

    24.1.2010 um 08:06 Uhr · Antworten

    • Simon Brücken

      Hallo Herr Straub,

      Nö, mit der antwort tu ich mich jetzt nicht so schwer. Nur weil ich nicht immer sofort Zeit für eine Antwort finde…
      Ich beziehe mich vor allem auf folgende Studie (die man auch schwerlich als ideologisch verfärbt bezeichnen könnte):
      http://www.rhein-sieg-kreis.de/cms100/wirtschaft/aktuelles/nachrichten/artikel/14673/
      Sicherlich kann man über Einzelaspekte streiten, aber Deine geforderten 70% wären allemal drin. Ach, im übrigen, das Siebengebirge hat mehr als 7 Gipfel. Der Name stammt vermutlich nicht von der Zahl 7: http://de.wikipedia.org/wiki/Siebengebirge#Herkunft_der_Bezeichnung_.E2.80.9ESiebengebirge.E2.80.9C
      Boh ey, Du hast dich hier schon mit derartig unsinnigen Kommentaren disqualifiziert, da macht der letzte keine Ausnahme. Gerade dezentrale Energieerzeugung braucht ein gut ausgebautes Netz, insbesondere wenn man Dezentralität Europaweit verwirklicht. Wenn man übliche Öl oder Gas-Heizungen durch Mini-KWK-Anlagen wie die VW-Lichtblickheizung ersetzt spart man CO2, erst recht durch den zukünftigen Einsatz von Biogas aus Abfällen. Bei Smart Grids geht es nicht um Gleichschaltung, Grundrechtebeschneidung und Überwachung. Aber große Kühlhäuser beispielsweise bieten sich hervorragend an, Strom dann abzunehmen, wenn er im Überfluss vorhanden ist und keinen Strom zu ziehen, wenn er gerade knapp ist.
      “Koste es was es wolle” ist die Mentalität von Kohle- und Atomverstromung, die ihre Kosten auf zukünftige Generationen und arme Länder abwälzt. Aber wer’s nicht verstehen will…

      24.1.2010 um 12:59 Uhr · Antworten

  • Boh Ey

    Da wird wohl nix kommen. Ausser dass sie alle Prinzipen fahren lassen, wenn ihre Ideologie wankt. Z.B. die Idee der “dezentralen Energieerzeugung” die angeblich endlich durch die EE möglich wird… Die wird dann üblicherweise als erstes kassiert, auf einmal sollen dann dicke Stromleitungen von sonstwo her gelegt werden. Als nächstes fällt dann die CO2-arme Stromerzeugung und man packt die VW-Lichtblickheizung aus, die ja 2 KKWs und bestimmt 4 Kohlekraftwerke ersezten kann -scheiss auf CO2… Als drittes gehen dann die Grundrechte über den Jordan – alle Haushalte werden im Smart Grid gleichgeschaltet überwacht und verbrauchsreguliert um das bischen aus Mangelwirtschaft geerntete Öko-Energie “gerecht” zu verteieln..
    Alles ist ihnen lieber als Kohle- und Atomkraftwerke, koste es was es wolle….
    Und daher nehme ich Simon und Tobi schon lange nicht mehr ernst :-)

    24.1.2010 um 11:26 Uhr · Antworten

    • Tobi

      @ Bruno:
      Da du ja nun unter Beweis gestellt hast, daß auch du dich im Rheinland hervorragend auskennst, will ich dir auch antworten.
      Ich bitte trotzdem um Verständnis, wenn wir ideologisch Vereinnahmten nicht unablässig vor dem Bildschirm sitzen um auf Fragen deinerseits (bzw. auf dummes Gesabbel von Boh Ey) zu warten.
      Ich kann Simon hier nicht zur Seite springen, weil ich die Ansicht, den Rhein Sieg Kreis zu 100% aus EE zu speisen, derzeit nicht teile.
      Ich dachte, das wäre klar geworden.
      Ich appeliere daher auch an dich, die Grabenkämpfe zu reduzieren.
      Bei “Boh Ey” und “Telematik” brauche ich das erst garnicht versuchen, aber bei dir habe ich zumindest zeitweise den Eindruck, daß du an einer ernsthaften Diskussion interessiert bist.
      @Boh Ey:
      Na gut, antorte ich dir also nochmal ruhig und geduldig.
      Also: Ich hänge keiner Ideologie an, ich vertrete lediglich die Auffassung, daß Erneuerbare Energien Kohle und Atom vorzuziehen sind. Und das möglichst flott.
      Dezentrale Energieversorgung ist nach meinem dafürhalten der Optimalzustand, wenn aber durch Großprojekte wie Solarstrom aus der Wüste oder Offshore-Windparks eine Versorgung durch EE erreicht werden kann, ist sie einer Energieerzeugung durch Blockheizkraftwerke vorzuziehen. In der Praxis wird es wohl so aussehen, daß beide Froten vorangetrieben werden, und das ist auch völlig in Ordnung, denn erneuerbare Energieen bedeuten immer auch Energiemix.
      Den Einwurf “Scheiss auf CO2″ kann ich in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehen, da Stromerzeugung durch Gasverbrennung wesentlich effizienter als Kohleverbrenung und CO2-bezogen ungefähr gleichauf mit Atomkraft ist. Gaskraftwerke (und damit auch die von dir angesprochenen VW-Motoren) sind jedoch langfristig immer nur eine Übergangslösung.
      Der Aspekt mit den Grundrechten ist nun kompletter Humbug.
      Da hast du irgendetwas aufgeschnappt und nachgeplappert – hauptsache Störfeuer.Ich mach nochmal darauf aufmerksam, daß Begriffe wie “gleichgeschaltet” auch in einer teilweise polemisch geführten Diskussion nichts zu suchen haben, zumal er an dieser Stelle keinen Sinn macht.
      Solltest du dir ernsthaft Sorgen über datenschutzrechtliche Belange machen (einen Aspekt, den man auf jeden Fall im Auge behalten muß), solltest du dringend deinen Internetanschluss kündigen und dich gegen elektronische Pässe und dergleichen engagieren.
      Aber darum geht es dir doch garnicht. Auch für dich gilt der Apell, die Schwarzweißmalerei einzustellen, ich habe keine Lust auf Grabenkämpfe.
      Zum Schluss: Ob du mich ernstnimmst oder nicht ist mir herzlich egal, ich frage mich dann nur, warum du uns nicht einfach ignorierst.

      24.1.2010 um 13:57 Uhr · Antworten

      • Boh Ey

        Kohlekraftwerke sind effizienter als der Lichtblickkram, wenn man die “Heizung” gezielt für Windstromlücken einsetzt und nicht primär zum Heizen.
        Was da zu Smart-Grid veröffentlicht wird ist einfach gruselig. Den Stromverbrauch, meinen Stromverbrauch fernsteuern will ich nicht.
        Macht eure Hausaufgaben, baut Stromspeicher und bis dahin gibts Kohle und Atom, das ist Regierungskurs und 100% richtig, eine brauchbare Alternative habe ich hier jedenfalls bisher nicht gelesen.

        24.1.2010 um 17:09 Uhr

      • Tobi

        Macht eure Hausaufgaben?!? Ja Papi! Bin ich hier der Energieversorger?
        Kohlekraftwerke effizient?
        Stromverbrauch fernsteuern?
        Und du sagst, ich sei der Dogmatiker?
        Gut, danke.
        Wiegesagt: Was zu elektronischen Ausweisen, Datenvorratsspeicherung, usw… veröffentlicht wird, DAS ist gruselig.
        Sich dagegen an intelligenter Stromnetzsteuerung zu stoßen, ist polemisch.
        Sei konsequent: Melde deinen Internetzugang ab!
        Aber es wird sowiso kommen, ob dir das jetzt passt, oder nicht.
        Regierungskurs, was?

        Soviel zum Thema, ich würde hier andere Leute lächerlich machen.
        Das erledigst du ja schon selbst…

        24.1.2010 um 17:25 Uhr

  • Simon Brücken

    Häh? Verstehst du eigentlich selber was du schreibst? Deinen ersten Satz verstehe ich jedenfalls nicht. Nochmal, am Besten mit Belegen.
    Kohlekraftwerk und Effizient schließt sich aus, mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie verpufft als Wärme. Wie willst’n da an KWK rankommen? Das Prinzip der Lichtblickgeschichte würde vor allem Sinn machen, wenn das Teil anspringt, wenn strom gebraucht wird. Dann kann die entstehende Wärme gespeichert werden. Billiger und effizienter als die Speicherung von Strom. Was wird denn da bitte zu Smart Grids veröffentlicht? Ich soll hier konkret werden und von dir kommt unverständliches Gewäsch…

    24.1.2010 um 17:27 Uhr · Antworten

    • Boh Ey

      Wann wird denn im Sommer Wärme gebraucht? Die Lichtblickanlage hat einen Stromwirkungsgrad von 20% und einen Gesamtwirkungsgrad von 90%, wenn man die Abwärme denn mal braucht – in Puncto Wärmeerzeugung ist jeder Brennwertkessel effizienter als dieser Gasmotor…. Man kannEenergie nämlich nur einmal verwenden etweder für Stromerzeugung oder zum Heizen… Also gehen maximal 70% des Gases in die Wärmeerzeugung. Brennwertkessel können einen Normnutzungsgrad von bis zu 118% bezogen auf den Brennwert erreichen.

      24.1.2010 um 17:41 Uhr · Antworten

      • Florian Pithan

        Leider lässt das technische Wissen von “Boah Ey” sehr zu wünschen übrig.
        Zunächst mal kann ein Brennwertkessel auf den Brennwert bezogen nie einen Wirkungsgrad größer 100% erreichen. “Boah Ey” verwechselt hier offenbar die Begriffe Brennwert und Heizwert.
        Zu dem Versuche, mit Wirkungsgraden von KWK-Anlagen zu jonglieren, empfehle ich dringend die Lektüre eines Fachbuches, zum Beispiel: “Thermodynamik. Die Grundgesetze der Energie- und Stoffumwandlungen” von Prof. Lucas. Das Buch ist bei Springer Lehrbuch erschienen.
        Die CO2-Bilanzen von kleinen, wärmegeführten BHKW fallen erheblich besser aus als die von Kohlekraftwerken.

        Zu Bruno Staub:
        Ich empfehle Ihnen die Lektüre der Greenpeace-Studie “Energie 2050″. Aus dieser können Sie klar erkennen, wie wir uns die Versorgung Deutschlands – und damit auch von NRW – in Zukunft vorstellen.

        25.1.2010 um 09:56 Uhr

      • Heinz Haber

        Hmm,
        Dass wenn Strom mit 20% Wirkungsgrad erzeugt wird und der Gesamtwirkungsgrad 90% ist nur noch 70% für die Wärmeerzeugung überbleiben kann ich jedenfalls bestätigen.
        Dann habe ich die Passage
        “Normnutzungsgrad von bis zu 118% bezogen auf den Brennwert” gerade in Google eingegeben (Ich hatte auch einen gewissen Verdacht, welche heizung er meint) und bin auf diese Seite gestossen:
        http://www.vaillant.de/Warum-Vaillant/Forschung-Entwicklung/Zeolith-Heizgeraet/article/Entwicklungsziele-und-Produktmerkmale.html
        Und siehe da, es gibt sie die Gasheizung mit dem Beschriebenen Wert :-)
        Vielleicht ist der Rest der Welt doch nicht so doof?
        Oder FA Vaillant lügt?
        Ich denke Kohlekraftwerk mit Wärmepumpe ist effizienter und sauberer als Miniblockheizkraftwerk, insbesondere dann, wenn letzteres nicht zum Geldverdienen sondern zur bedarfsgerechten Stromerzeugung verwendet wird, dann muss es nämlich nicht nur laufen wenns draussen kalt wird, sondern auch wenn Wind und Sonne fehlen. Ich könnte es überschlägig hier darlegen:
        45% Wirkungsgrad bei der Stromerzeugung (+Prozesswärme für die Industrie)
        COP-Wert von 3 (schlecht) bis 6 (gut) – macht aus den eingesetzen Strom KHW also 3 bis 6x soviel KWH Wärme macht nach Adam Riese 135% bis 270% Wirkungsfaktor bezogen auf die schlichte Kohleverbrennung, DAS toppt keine KWK-Heizung, nicht mal wenn sie den Strom nur wenns kalt wird erzeugt…

        25.1.2010 um 13:10 Uhr

      • Heinz Haber

        …. also nicht mal wenn sie nicht bedarfsgerecht einspeist (wie geplant) sondern nur wenns Kalt ist, kommt sie mit den 90% nicht an diese Zahlen heran…
        Und? Wo ist mein Fehler?

        25.1.2010 um 13:13 Uhr

    • Boh Ey

      Ein modernes Steinkohlekraftwerk erreicht 45% Wirkungsgrad
      Die Lichtblickanlage im Sommer 20%, wenn es richtig kalt ist im Optimalfall 90% das wird auch nicht bei mehr als 30% enden, wenn man sie nicht zum Geldverdienen sondern um Solar und Windkraft zu stabilisieren einsetzt (also jede Nacht und bei Flaute)…
      Unüberlgeter Blödsinn, und viel mehr Materialverlust als ein Grosses Kohlekraftwerk…

      24.1.2010 um 17:50 Uhr · Antworten

      • Tobi

        Du brauchst also im Sommer kein warmes Wasser?
        Gut. Geschmacksache.
        Quelle für Prozentzahlen?? Solange du die nicht angibst, behaupte ich, die 30% hast du dir gerade im Moment ausgedacht, um auch ja unter die 45% eines Kohlekraftwerks zu kommen.
        Der einzigen Zahl, der ich grob zustimmen kann, ist diese 45.
        Wohlgemerkt ein modernes Kraftwerk und nicht bei Braunkohle.
        Und klammer dich nicht nicht an dem Lichtblick/VW- Projekt fest, da gibt es noch gar keine Praxiswerte, für das Prinzip Blockheizkraftwerk jedoch sehr wohl und da kommen ganz andere Ergebnisse raus. Wenns so ein Schwachsinn wäre, wie du sagst, würden wohl kaum Firmen und Privatleute so viel Geld ausgeben, um sich soetwas in den Keller zu stellen.
        Und wenn die meiste Zeit im Jahr nach deiner Erkenntnis keine Wärme gebraucht wird, muß Vattenfall die Baustelle Moorburg sofort abreissen, den offensichtlich ist die KWK, die Grundlage der Genehmigung war, ja dann wohl Betrug.
        45% !
        Wahnsinn!
        Ein Wunderwerk der Technik!
        Sind dann 55% für die Katz bzw. fürs Klima!
        Nichmal Haber würde sich erblöden, sowas zu feiern…

        24.1.2010 um 18:14 Uhr

  • Boh Ey

    ALSOOH
    KWK wird gefördert. Darum machen es soviele, es wird nicht besser dadurch. Diese kleinen Verbrennungsanlagen sind zusammen viel dreckiger als als eine grosse, weil man an Filtern und allem nicht so ein Aufwand treiben kann. Eine Pelletsheizung macht z.B. viel mehr Dreck als ein Kohlekraftwerk bezogen auf die Kilowattstunde. Und die grossen Wärmemengen von Grosskraftwerken kann man auch als KWK nutzen, eher nicht für Privathaushalte aber für ansässige Industrie…

    Im Sommer tuts ein Sonnenkollektor ohne CO2, da brauche ich kein Gas…

    Die beste Form der Kraftwärmekopplung ist die Wärmepumpe, das ist auch total dezentral, und ohne zusätzlichen Materialaufwand stemmbar, irgendwo steht ein Kraftwerk, das erzeugt Strom und Abwärme (im Optimalfall ein Kernkraftwerk) und irgendwo ganz anders steht ein Haus, möglichst Passivhaus mit Sonnenkollektoren und Wärmepumpe, das schaufelt die Wärme mit etwas Strom in den Wohnbereich – DAS ist durch nix zu toppen.

    24.1.2010 um 18:21 Uhr · Antworten

    • Tobi

      Und wieder nur unbelegte Behauptungen. Sorry, aber das wird mir zu dumm…

      24.1.2010 um 18:26 Uhr · Antworten

      • Boh Ey

        Ich suche für Dich keine Belege raus, ein Zurückblättern zu Diskursen mit Bruno und Heinz lehrt mich, dass Dich eh nichts irritieren kann :-)

        24.1.2010 um 19:25 Uhr

      • Tobi

        Auch ne Art, zu diskutieren.
        Deine Vermutung ist übrigens korrekt.

        24.1.2010 um 19:50 Uhr

    • Bruno Straub

      Also, von Boh Eys mit ALSOOH überschriebenen Beitrag würde ich jeden Satz unterschreiben.

      24.1.2010 um 19:45 Uhr · Antworten

  • Bruno Straub

    @ Anike Peters
    Sie haben dieses Blog initiert, siehe ganz oben…
    Aus dem Link “NRW-Landtag streicht Klimaschutz” zitiere ich:
    “”Anike Peters kritisiert diesen Schritt: “Wer den Vorrang für Erneuerbare Energien streicht und weiterhin auf Dinosauriertechnologien wie klimaschädliche Kohlekraft setzt, hat nichts verstanden. Anstatt sich wieder einmal dem Druck der Industrielobby zu beugen, müssen Politiker endlich anfangen, mutig und vorausschauend für die Zukunft der nächsten Generationen zu handeln.” -”"
    Frau Anike,
    könnten Sie vielleicht kurz skizzieren, wie, insbesondere für NRW, eine Versorgung mit EE aussehen könnte? Wählen Sie bitte ein (repäsentatives) Beispiel, damit wir uns nicht in dem berühmten “Bunten Strauß der EE” verlieren…

    24.1.2010 um 22:24 Uhr · Antworten

    • Simon Brücken

      Ich kann den Hintergrund der Anfrage verstehen. Wie sähe denn deine Skizze aus für die Energieversorgung in NRW? AKW haben wir hier keine (Uran ist ohnehin nicht sonderlich heimisch). Heimisch wäre Kohle, also Festhalten am Status Quo mit allen Folgen für kommende Generationen (Klimawandel, Atommüll,…)?
      Ob es sonderlich sinnvoll ist, die künftige Energieversorgung so lokal zu begrenzen, bzw. auf autarke Energieversorgung zu setzen, möchte ich mal bezweifeln. Ich denke, da bietet der von Florian verlinkte Plan B tatsächlich die hilfreicheren Antworten. Wir werden ja (auch) zukünftig keine Inselnetze schaffen…
      Das RSK-Beispiel sollte nur verdeutlichen, welche Potentiale es gibt.

      25.1.2010 um 11:24 Uhr · Antworten

      • Bruno Straub

        Simon,
        ich werde Dir antworten. Zuerst “studiere” ich mal den Plan B.

        25.1.2010 um 21:28 Uhr

      • Simon Brücken

        Schön, Bruno.
        Mit Dir scheint eine sachliche Diskussion möglich zu sein, das freut mich!

        26.1.2010 um 14:54 Uhr

      • Bruno Straub

        Simon, ich habe mir Deinen Link angesehen. (http://www.rhein-sieg-kreis.de/cms100/wirtschaft/aktuelles/nachrichten/artikel/14673/) Erst dachte ich, Du wolltest mich veräppeln, aber Du hast die Studie ja schon etwas “relativiert”. Also wer es noch nicht weiß: Die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis können rund 50% ihres Energiebedarfs über “Solarenergie” decken. Unterstellt, dass 46 km2 Paneele installiert werden. Übersetzt: Für Fußballbegeisterte (Weltmeisterschaft!) sind das 4600 Fußballfelder und für Otto NVB 46 Mio m2. Bei 300 Euro/m2 macht das knapp 13 Mia Euro, bei 1 Mio Einwohnern 13000, mithin je “Normfamilie” 40000 Euro. Und das 2. Standbein, Geothermie(!!!!) ist auch nicht umsonst zu haben. So nebenbei: Wind und Biomasse spielen praktisch keine Rolle…
        Ich bin Dir übrigens für den Link dankbar, denn ich weiß jetzt endlich, wie Studien aussehen, “wonach unsere Region sich zu >100% mit EE versorgen kann.”
        Ansonsten: Mit den EE scheint es in NRW nicht weit her zu sein. Rüttgers scheint das gewußt zu haben.

        27.1.2010 um 08:20 Uhr

      • Simon Brücken

        Bruno, du missverstehst die Studie, glaube ich. Das ist eine Potential-Studie, die zunächst mal die Möglichkeiten aufzeigt. Die sind nunmal vorhanden, dein Schluss, mit EE sei es “nicht weit her” ist damit so nicht zutreffend. Die Potentiale sind vorhanden. Die Frage ist, wie letztlich ein ökonomisch und ökologisch sinnvoller, lang- und mittelfristiger Ausbau der EE aussieht. Zudem: Nicht berücksichtigt werden in der Studie beispielsweise nötige Effizienzsteigerungen im Energieverbrauch (Wärmedämmung, sparsamere Geräte,…) und wahre Brückentechnologien wie hier diskutierte KWK Anlagen. Zudem geht es nicht darum, das ganze jetzt mal gerade ad hoc umzusetzen (dazu wäre die Studie auch nicht geeignet). Sie führt jedoch dazu, regional zunehmend in EE zu investieren und dezidierte Einzelstandortanalysen vorzunehmen, was langfristig die richtige Weichenstellung ist. Der Plan B dagegen gibt wesentlich konkreter, wenn auch großräumiger, machbare Umbaumaßnahmen hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung vor.
        Von dieser Studie jetzt auf alle zu schließen, ist selbstverständlich unzulässig. Ebenso unzulässig ist, dem Rüttgers Weitsicht zu unterstellen. Denn Kohlekraftwerke sind vielleicht jetzt gerade billig, in den Folgekosten jedoch enorm. Das ist das Gegenteil von Weitsicht.

        27.1.2010 um 10:49 Uhr

  • Florian Pithan

    Der Link der Firma Vaillant bezieht sich auf eine Wärmepumpe, nicht auf einen Brennwertkessel.
    Im Übrigen sind Wärmepumpen nur dann eine sinnvolle Alternative, wenn der benötigte Strom hocheffizient erzeugt wird, also eben nicht in einem Kohlekraftwerk.
    Des Weiteren muss man hier den Exergiegehalt der Wärme und des Stroms in Betracht ziehen.
    Um es kurz zu machen:
    Thermodynamik ist ein Teil der Physik. Es benötigt umfangreiches Wissen, um die Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen. Dieses Wissen fehlt Ihnen leider vollständig, dadurch machen Sie haarsträubende Äußerungen, ohne es auch nur zu merken. Physik funktioniert nicht so, wie sie “denken”, Physik ist faktisch und mathematisch herzuleiten. Was sie davon denken, ist völlig unabhängig davon, was richtig ist.

    25.1.2010 um 16:24 Uhr · Antworten

    • Heinz Haber

      @Florian Pithan 25.1.2010 16:24
      Also es ist keine elektrisch betriebene Wärmepumpe am Werk, sorry, so einfach lässt sich das Vailantsystem nicht abtun. Es handelt sich um einen zeolith basierten Wärmespeicher, letztendlich funktioniert das ganze nur mit Gas…

      Strom der mit 45% Wirkungsgrad aus Kohleverbrennung erzeugt wird, wurde hocheffizient erzeugt. Dieser Strom schafft mit nachgeschalteter Wärmepumpe mehr wärme ins Haus, als wenn man die Kohle direkt im Ofen verbrennt, soweit sind wir uns aber einig, oder? Und unterm Strich muss weniger Verbrennungswärme aufbebracht werden als mit einem KWK-Heizkraftwerk, da sind wir uns auch einig, oder?
      Dass Kohle zu CO2 verbrennt, Gas aber zu CO2 und H2O was Klimafreundlicher für dieselbe Wärmemenge sein mag, gebe ich gerne zu, ansonsten sehe ich hier keine prinzipielle Widerlegung meiner Überschlagsrechung.
      Jedenfalls setzt ein Kohlekraftwerk mehr Exergie frei als eine KWK-Heizung (45% vs. 20%). Und bezüglich der Anergie ist zu sagen: Es nutzt dem Haus nichts, wenn Gas mit mehreren Hundert Grad verbrennt, es reichen bei Fussbodenheizung 30 Grad Vorlauftemperatur, dieser Umstand macht das Wärmepumpenkonzept so überlegen.

      25.1.2010 um 17:33 Uhr · Antworten

      • Tobi

        Zitat Heinz Haber:

        “Strom der mit 45% Wirkungsgrad aus Kohleverbrennung erzeugt wird, wurde hocheffizient erzeugt.”

        Spricht für sich.

        25.1.2010 um 18:15 Uhr

      • Heinz Haber

        In der Tat, wenn auch nicht So wie Sie sich das denken.
        45% Wirkungsgrad ist nur mit modernen Kohlekraftwerken möglich. GUD Gaskraftwerke sind noch etwas besser, aber wir haben nicht soviel Gas wie Kohle. Der Wirkungsgrad für die Stromerzeugung (Exergie) ist etwas anderes als der für die Wärmenutzung (Anergie). Übrigens der wenigen Aussagen in dem weitestgehend argumentationsbefreiten Abwertungsurteil von Herrn Pithan und übersehend dass ich dies unterschieden habe.

        26.1.2010 um 15:37 Uhr

      • Tobi

        Schön, daß du weisst, was ich denke und mal wieder der einzige bist, der alles durchschaut. Darf ich dich daran erinnern, daß du hier auch schon gegen Kohleverbrennung argumentiert hast? Immer wies dem Herrn gerade passt.
        60% sind übrigens nicht “etwas”, sondern “deutlich” mehr als 45%.
        Und 45% sind und bleiben schlecht und nicht “hocheffizient”.
        Wie du auch selber so schön sagst, sind die auch eben nur bei modernen Kraftwerken möglich, ergo: die meisten Kohlekraftwerke in Deutschland sind deutlich schlechter.
        Entscheident sind zudem nicht nur Wirkungsgrad allein,
        sondern auch Emmissionen.
        Wie kommst du auf die Idee, daß es nicht genügend Gas gibt?
        (Erspar mir bitte die Ausland-Abhängigkeits-Dikussion, dein heiliges Uran wächst schließlich auch nicht in Düsseldorfer Vorgärten)
        Festzuhalten bleibt: Fossile Brennstoffe sind generell höchstens suboptimal, deswegen muß eben auch der Ausbau der Erneuerbaren forciert werden.

        26.1.2010 um 16:21 Uhr

    • Stephan

      Lieber Heinz Haber,
      ich weiß ja nicht, was dein/ihr letzter Beitrag uns sagen soll….
      Die neuen, “hochmodernen” Kohlekraftwerke schaffen nun mal nur 46 % Wirkungsgrad (elektrisch), mit Fernwärmeauskopplung sind es insgesamt maximal 58 % (z.B. RDK8). Diese 58 % können aber kaum ausgenutzt werden, da bei einem oder mehreren großen Kohleblöcken schlicht die Abnehmer und die Fernwärmenetze fehlen.
      Kleine gasbetriebene Blockheizkraftwerke können insgesamt bis zu 90 % des eingesetzten Brennstoffs als elektrische Energie oder Heizenergie nutzen. Bei den Kohlekraftwerken verpufft das im Kühlturm….
      Da nun der Wirkungsgrad niedriger ist UND in der Kohle der Massenanteil an Kohlenstoff höher ist als im Erdgas, hat dies schlicht zur Folge, dass eben Kohle viel klimaschädlicher ist.
      Des Weiteren sind große Anlagen in der Größenordnung von 1000 MW bei weitem nicht so flexibel regelbar, wie das für die künftigen Anforderungen wie (hoffentlich) viel Windenergie (onshore und offshore) notwendig ist.

      mfg
      Stephan

      26.1.2010 um 22:49 Uhr · Antworten

      • Boh Ey

        Lieber Stefan
        Du erklärst es Dir doch selber, Blockheizkraftwerke “können” 90% Wirkungsgrad haben. Gute Gasthermen haben zum Heizen noch bessere Tricks auf Lager um mehr Wärme ins Haus zu bringen, holen also noch mehr Wärmenergie aus dem Gas zum Heizen heraus – und die dagegen schlechten 90% erreiche ich nur, wenn ich den Strom nur dann mache, wenn ich heizen muss, aber dank der Erneuerbaren Energien haben wir noch zwei weitere Individualisten am Netz, Solarzellen liefern den Strom nur bei Sonnenschein, WIndräder nur bei wind.
        Für wie wahrscheinlich hälst Du es, dass man immer genau dann heizen muss, wenn es diesig oder Nacht ist UND gerade kein Wind weht????
        Und wenn sich dieser wundersame Zufall nicht einstellt und wir akut Strom brauchen, macht ihn uns das Kolekraftwerk mit 45% Wirkungsgrad, der Blockheizkraftwerk mit 20%, klaro?????

        26.1.2010 um 23:03 Uhr

      • Stephan

        Lieber Boh ey,
        mit einem “intelligenten Netz” kann man die Schwankungen von Wind und Sonne sehr gut ausgleichen. Mal abgesehen von der Extremsituation im Winter kann man Warmwasser für den Verbrauch im Prinzip zu einem beliebigen Zeitpunkt erzeugen und für locker für einige Tage speichern. Das BHKW produziert jetzt genau dann Wärme und Strom, wenn die Windeinspeisung gerade niedriger ist. So einfach ist das…dass der Wind schwankt, wissen wir ja alle. Und das es mit einer kleinen Portion Hirnschmalz und politischem Wille auch möglich ist, den Windstromanteil sehr hoch zu pushen, dürfte auch klar sein….

        mfg
        Stephan

        26.1.2010 um 23:12 Uhr

      • Heinz Haber

        Das, lieber Herr Stephan, ist Propaganda und falsch!
        Schauen Sie sich bitte einmal selber eine Windeinspeisekurve an
        http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Windstromeinspeisung.PNG
        Wenn Sie keine Spitzen verwerfen möchten, und -mit aktuell volkommen unzureichender Speicherkapazität- müssen Sie mehr als 2/3 des Stroms im “Intelligenten Netz” mit der Gasheizung erzeugen.
        Und da sind 20% Wirkungsgrad schlecht, und da nehmen Sie dann besser ein Kohlekraftwerk oder noch besser ein Kernkraftwerk.

        Nicht vergessen, die kombination aus
        zehn kleine unstabilen Stromquellen
        ergibt
        eine grosse unstabile Stromquelle

        27.1.2010 um 11:29 Uhr

      • Simon Brücken

        “Nicht vergessen, die kombination aus
        zehn kleine unstabilen Stromquellen
        ergibt
        eine grosse unstabile Stromquelle”
        Was für ein Quatsch, gerade wenn man EE großräumig vernetzt ergibt das ein wesentlich stabileres Bild. Schließlich weht immer irgendwo Wind.Und die AKW sind immer noch nicht flink regelbar. Aber das hatten wir alles schon…

        27.1.2010 um 13:24 Uhr

      • Bruno Straub

        Heinz Haber hat Recht:
        Man sehe auf das gelinkte Bild “Windstromeinspeisung in der E.ON Netzregelzone”. Hier sind, ich schließe das aus der Leistung, eintausend Windräder vernetzt.
        Also: Die Kombination aus 1000 kleinen unstabilen Stromquellen ergibt eine grosse unstabile Stromquelle.
        Simon Brücken hat Recht:
        EE großräumig vernetzt ergeben ein wesentlich stabileres Bild.
        Die Frage ist letztlich, was man unter “großräumig” versteht. Spätestens wenn man die Mongolei miteinbezieht, Vorschlag wurde (im Spaß?) schon gemacht, sind fast alle Spatzen gefangen.
        Ich finde das Bild sehr lehrreich. (Bitte Dynamik von 1:5 in der Ordinate beachten). Man bekommt einen kleinen Eindruck davon, was das “Netz” alles leisten muß, wenn eines Tages Windstrom eine dominierende Rolle einnimmt.

        27.1.2010 um 22:17 Uhr

      • Boh Ey

        dream on….

        27.1.2010 um 23:10 Uhr

  • Lisa

    Ich empfehle Bruno Straub und seinen Freunden die Lektüre von “Grenzen des Wachstums. Das 30-Jahre-Update.” von Donella Meadows u.a. aus dem Jahr 2009, erschienen im Hirzel-Verlag.
    Damit erübrigen sich Diskussionen wie diese, weil deutlich wird, dass wir gar keine andere Chance haben als uns nachhaltig mit Energie zu versorgen. Selbstverständlich ist eine Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien auch technisch möglich.

    Bruno schreibt: “Wählen Sie bitte ein (repäsentatives) Beispiel, damit wir uns nicht in dem berühmten “Bunten Strauß der EE” verlieren…”
    Hier wird deutlich, dass es ein großes Missverständnis gibt. Der sogenannte “Bunte Strauß der EE” ist genau die Lösung unseres Problems. Es kann nicht eine Technologie allein unsere Stromversorgung decken. Dazu besteht aber auch keine Notwendigkeit!
    Kohle und Atom können durch viele regenerative Energieformen ersetzt werden. Dazu gehören Solar- und Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme.

    25.1.2010 um 19:49 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      “”Kohle und Atom können durch viele regenerative Energieformen ersetzt werden. Dazu gehören Solar- und Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme.”"
      Wir sind beieinander, ich würde das aber was differenzierter sehen:
      - Solar gerne, aber in unseren Breiten keine PV
      - Wind gerne, aber Offshore
      - Wasser, klar, aber bei uns “gelaufen”
      - Biomasse ja, aber bitte keine “gezüchtete”
      - Erdwärme, naja (vorläufig Vorsicht: Die Bohrerei für Erdsonden läßt sich nicht ungebremst fortsetzen; Tiefengeothermie hat gerade einen Dämpfer erhalten; in Basel und Landau hat es “gerummst” und man weiß jetzt immerhin, daß man “in bewohnten Gebieten” davon die Finger lassen sollte; damit wäre aber die Wärmekopplung gestorben)
      - Und ob das reicht, Kohle und Atom ….. zu ersetzen, würde ich bezweifeln, es sei denn, wir würden unseren Verbrauch drastisch herunterfahren wollen/können.

      25.1.2010 um 21:15 Uhr · Antworten

  • Lisa

    Natürlich können wir unseren Verbrauch drastisch reduzieren. Und das wollen wir nicht nur, wir müssen es sogar.

    26.1.2010 um 15:13 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Oh, Lisa,
      der Herr möge Dir Deinen Glauben an das Gute erhalten… und Dich auch entsprechend handeln lassen!

      27.1.2010 um 08:34 Uhr · Antworten

  • Bruno Straub

    @Florian Pithan – Plan B
    Sie hatten mir die Lektüre von Plan B empfohlen. – lesenswert, etwas “schrill”
    Was sich mir nicht erschlossen hat: Warum können/sollten wir bis 2015 die AKW dichtmachen? Bei einem Konzept, das CO2 vermeiden und Ressourcen schonen will, böten sich doch Braunkohle/Steinkohlekraftwerke viel eher an….
    Gibt es da eine “rationale” Antwort?

    29.1.2010 um 21:32 Uhr · Antworten

  • Florian Pithan

    Es gibt vor Allem drei Gründe, nicht auf Atomkraft zu setzen.

    1. Das Risiko eines Unfalls in AKWs.
    Alle bestehenden AKWs in Deutschland sind so konstruiert, dass sie permanent gekühlt werden müssen. Fällt die Kühlung, zum Beispiel durch einen Stromausfall in der Anlage – aus, kommt es zwangsläufig binnen kürzester Zeit zu einer Kernschmelze (GAU). Ein solcher Unfall wäre für unsere Gesellschaft nicht zu bewältigen.

    2. Die ungelöste Endlagerfrage
    Es gibt keine Lösung für den Umgang mit dem gefährlichen Müll, den alle AKWs produzieren. Weil es eben keine Entsorgungsmöglichkeit gibt, ist es unverantwortlich, diesen Müll zu produzieren. Ich denke das Stichwort “Asse” sollte da ausreichen.

    3. Die Gefahren der Proliferation
    Atomtechnologie ist immer auch Kriegstechnologie. Die Atombomben von Pakistan und Iran basieren auch gerade auf westlichem Material und deutscher Zentrifugentechnologie. Je länger die “zivile” Atomindustrie existiert, und je größer sie ist, desto größer werden die Gefahren, dass weiteres Material und weiteres Know-How in unsichere Länder gelangen.

    Ihre Frage zeigt übrigens gut Ihren Wissensstand zu Energiethemen. Der ist leider erschreckend niedrig.

    Wieso wir es können, steht nun eben im Plan B (und vielen anderen, ähnlichen Studien).

    30.1.2010 um 12:57 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Florian, es ging nicht um die Frage, ob wir auf Kernkraft setzen sollen.
      Es ging um die Frage der Prioritätensetzung:
      Mein Vorschlag wäre:
      1.) Ressourcen schonen (ggf. KohleKW absch.)
      2.) Den Ausstoß von CO2 vermindern
      3.) Wenn die EE in die “Puschen gekommen” sind, die AKW abschalten
      Sie wollen:
      1.) Die AKW abschalten (statt KohleKW)
      2.) Den Ausstoß von CO2 vermindern
      3.) Ressourcen schonen
      Das Hauptanliegen von Greenpeace ist offensichtlich das Abschalten von AKW unter dem Deckmantel, das Klima retten zu wollen. Dabei wird in Kauf genommen, dass, eigentlich vermeidbar, ca. 100 Mio t Kohle sinnlos verfeuert werden. Kohle, mit der unsere Nachfahren sicher etwas besseres zu tun wüßten, als sie abzufackeln. UND zusätzlich wird auf die Nutzung des CO2- Vermeidungs- Potenzials von 10000 (Groß)Windrädern verzichtet…
      Vielleicht versuchen Sie mal eine dediziertere (und qualifiziertere) Antwort. Pauschales Kernkraftbashing kann Jeder!
      (P.S.
      Florian, in meinen Zahlen ist ein kleiner Fehler – ob Sie den finden? Da Sie in diesem Blog sehr freizügig Literaturempfehlungen angedient haben und kräftigst dreist/frech ausgeteilt haben: Ich hätte da was für Sie: “Dreisatz für Fortgeschrittene” aus dem Springer-Verlag. Notfalls könnte ich Ihnen auch meinen Rechenschieber leihen, falls Sie wissen, was das ist.)

      31.1.2010 um 08:41 Uhr · Antworten

  • Bruno Straub

    Ob der “Plan B” gut ist? – Ja. Ob realisier-/bezahlbar? – Eher skeptisch. Nach meiner Erfahrung neigen Verfechter einer Idee dazu, Umsetzbarkeit oder gar “Geld” drastisch zu über- bzw. zu unterschätzen.
    Ein Beispiel: Ich zitiere aus einem sehr wohlwollenden Artikel über Plan B in der SZ vom 23.3.2007: http://www.sueddeutsche.de/wissen/657/324523/text/print.html
    “”Über den Preis der Umstellung steht jedoch nichts im „Plan B“: Nach Böhlings Worten dürfte das Umsteuern, wie andere Studien gezeigt hätten, den Strom bis 2020 um weniger als einen Cent pro Kilowattstunde verteuern. Danach aber wären erneuerbare Energien konkurrenzfähig.”"
    Wir sind jetzt 3 Jahre weiter. Die EEG-Umlage beträgt aktuell 2 Cent, für versteckte Kosten im Netz etc. darf man locker weitere 0,5 Cent ansetzen, und die Mehrwertsteuer sollte man auch nicht immer “vergessen”. Also, wir sind heute bei 3 Cent. Und 2015 werden wir, das kann man leicht überschlagen, bei deutlich über 6 Cent sein. Und 2020?
    Hoffentlich hat Greenpeace/Andree Böhling, der sich hier übrigens hinter einem Zitat verstecken muß(!), ansonsten besser gerechnet, bzw. rechnen lassen. – Zweifel sind doch erlaubt?
    Vielleicht kann Florian Pithan ja mal die aktuellen Zahlen vorrechnen?

    30.1.2010 um 22:03 Uhr · Antworten

  • Florian Pithan

    “Das Hauptanliegen von Greenpeace ist offensichtlich das Abschalten von AKW unter dem Deckmantel, das Klima retten zu wollen.”
    Falls Sie meinen obigen Beitrag noch nicht gelesen haben sollten: Dort findet sich sehr ausführlich begründet, wieso man AKWs schnellstmöglich abschalten sollte. Das Wort “Klima” kommt darin nicht vor.

    Die Prioritätensetzung von Greenpeace ist eindeutig und begründet sich in den von mir genannten Argumenten. Falls Sie andere Vorstellungen haben, darf ich Ihnen doch sicherlich die Gründung einer entsprechenden NGO nahelegen.

    Ihr Rechenbeispiel zu den Kosten ist katastrophal. Bitte nennen Sie mir eine seriöse Quelle für die 6 Cent. Rhetorisch kann man sich immer leicht Überschlagen, aber vielleicht haben Sie beim Überschlag den Merit-Order-Effekt vergessen? Dazu empfehle ich auch die Studie vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (Sensfuß2007)

    Schlimmer noch: Für Ihr Beispiel setzen Sie implizit voraus, dass ein niedriger Strompreis für die Gesellschaft von Vorteil sei. Das ist eine gewagte Behauptung, die Sie leider nicht begründen.
    Die Kostendiskussion ist ein wichtiger Nebenaspekt der Energiedebatte. Mit Betonung auf NEBENaspekt, nicht auf wichtig. Primär geht es hier um die moralischen Aspekte.

    31.1.2010 um 14:12 Uhr · Antworten

    • Tobi

      Nö. Mit Moral hat das nix zu tun sondern mit Vernunft.
      Bemerkungen a la “NGO gründen” finde ich überflüssig.
      Zustimmung aber, Florian,
      daß Kostenaspekte nicht im Vordergrund stehen sollten.
      Können wir uns nicht leisten.
      Die 6ct jedenfalls, werden ohnehin fällig, wenn man sich die Strompreisentwicklung der letzten Jahre anschaut. Und wenn sie nicht “notwendig” sind, weil reale Kosten entstehen, denken sich die Stromkonzerne eben virtuelle Kosten aus, wie es in der Vegangenheit auch schon war. Dieser Spielraum sinkt allerdings, wenn die realen Kosten steigen. Von daher wird der Kostensteigerungseffekt für den Stromkunden nicht viel größer ausfallen, als ohnehin.
      Aber sich hier jetzt in Zahlenspielereien zu verstricken, die eh nur auf Mutmaßungen fußen, ist unseriös.
      Der Umbau der Stromversorgung muß uns die Kosten – egal welche – wert sein. Banken und Automibilindustrie sind uns ja scheinbar auch einiges wert. Das Ganze einfach mal in Relation setzen…
      @Bruno Straub:
      Richtig, es geht um Prioritäten.
      Den Vorrang der Ressourcenschong vor CO2-Einsparung verstehe ich nicht. Bitte erklären!
      In Punkto AKW-Abschalten ist es so, daß diese eben den Ausbau der EE verhindern. Deshalb habe ich Zweifel, ob das in dieser Reihenfolge gelingen kann.

      31.1.2010 um 14:51 Uhr · Antworten

      • Bruno Straub

        Tobi,
        ( …”"bitte erklären”"): Ist bei mir historisch gewachsen: War schon für Ressourcen schonen, als FCKW oder gar CO2 noch kein Thema waren. Könnte die Reihenfolge aber auch rumdrehen. Einen Zielkonflikt kann ich nicht erkennen.

        31.1.2010 um 16:39 Uhr

      • Tobi

        Ok, danke, ich nämlich auch nicht.

        31.1.2010 um 17:00 Uhr

    • Heinz Haber

      Herr Pithan,
      Ihre Moral ist ein Spiel mit der Angst.
      Ausser Ihrem Spiel mit der Angst haben Sie keine Argumente gegen die Kernenergie. Ihre Ängste wiederum entbehren jeder Grundlage, auch wenn Sie natürlich Ihren Arbeitsplatz sichern.
      Auch die Verwendung der Begrifflichkeiten erscheint mir ungeschickt. Sie reden von einem “GAU”, und bezeichnen diesen als Kathastrophe. Das ist nicht korrekt, die kerntechnischen Anlagen sind zum Abfangen des “Grössten Anzunehmenden Unglückfalls” ausgelegt, tritt er ein, passiert nichts. Erst beim “super Gau” wird es problematisch. Aber Das Leben ist nunmal voller Risiken, Sie könnten jetzt auch gegen den Bau von Häusern demnostrieren, weil diese in Haiti fast 200.000 Menschen zerquetscht haben, mit Zelten wäre das nicht passiert. Häufiger als ein Erdbeeben ist der super GAU wohl nicht. Ich denke mit sowas kann man leben, wenn man sich mal mit dem Gedanken abgefunden hat, dass niemand unsterblich ist…..

      31.1.2010 um 22:06 Uhr · Antworten

      • Boh Ey

        Eine sachliche Diskussion gegen die Angst ist kaum möglich.
        Der THTR in Hamm Üntrop hatte keine der von Herrn Pithan beschriebenen Risiken. Dennoch fordert er nicht den Stopp des Abrisses oder den Neubau von THTRs….
        Es ist ein reiner Ideologiekampf, eine Ökoreligion, die Sachdiskussion ist längst am Ende.

        31.1.2010 um 23:49 Uhr

      • Tobi

        @ Heinz: Deine wiederholte Verhamlosung der Risiken der Atomkraft ist wohl ein bissel zynisch und du verlierst dich mal wieder in Wortklaubereien.
        Sicher muss man die Risiken realistisch betrachten, und ich persönlich habe ausserhalb des Herrschaftsbereichs von Vattenfall auch keine Angst vor einem GAU.
        Aber sagen sie das mal lieber den Herrschaften, die uns ständig Angst vor Terroranschlägen oder Seuchen einreden wollen.
        Ich finde den Ton von Florian Pithan auch nicht immer angebracht, aber in der Sache hat er nicht ganz Unrecht. Und was das mit seinem Arbeitsplatz zu tun hat, wüsste ich jetzt auch nicht, schließlich hat er sich diesbezüglich nicht geäußert.
        Aber wie stehts denn mit dir, Herr “Haber”?
        Na, wo verdienst (oder verdientest) du deine Brötchen?
        Bei E.On im Pförtnerhaus?
        Im übrigen:
        Die ungelöste Endlagerfrage, elende Zustände in Uranminen und erhöhte Krebsraten rund um Atomkraftwerke bleiben auch ohne Super- Mega- Hyper- oder sonsteinen GAU.
        (Ich weiß: Du leugnest das.)
        @ Boh Ey:
        Wo von Sachlichkeit die Rede ist,da schweigst du wohl besser.
        Du beschränkst dich hier darauf, alles was irgendwie nach “Öko” riecht, verunglimpfen zu wollen. So ganz ohne “Mission” scheinst du also auch nicht zu sein.
        Der THTR ist seinerzeit übrigens wegen extremer Störanfälligkeit abgeschaltet worden.

        01.2.2010 um 00:23 Uhr

      • Stephan

        @ Heinz Haber
        Spiel mit der Angst? Ich glaube, es gibt mehr als genug Gründe, warum wir auf die Nutzung der Atomenergie verzichten sollten. Die 100 wichtigsten sind hier aufgeführt:
        http://www.100-gute-gruende.de (jeweils mit Quellen…).

        Und was Haiti angeht: Hätte dort ein Biblis A gestanden, dann hätten wir nochmal ein paar zehntausend Opfer mehr. AKWs sind eben auch nicht erdbebensicher!

        @boh ey
        sachliche Diskussion? Ich glaube, dass du hier bisher im Blog am allerwenigsten zu einer sachlichen Diskussion beigetragen hast mit so sachlichen Kommentaren wie “dream on…”
        Von AKWs geht nunmal auch eine tödliche Gefahr aus….
        Und der THTR war (zurecht!) nicht mehr haltbar nach der Panne im Jahr 1986, die darüber hinaus auch noch ne Ewigkeit lang verschwiegen wurde (ja, da ist Radioaktivität ausgetreten und das war paar Tage nach Tschernobyl und die Betreiber haben gehofft, dass es deshalb niemand merkt…). Vertuschen auf Kosten der Gesundheit…auch das gehört zu Atomkraft!

        01.2.2010 um 00:28 Uhr

      • Heinz Haber

        Lieber Stephan,
        ich hatte die “Panne” schon einmal beschrieben und verlinkt:
        Durch ein versehentlich offengelassenes Ventil traten 90 Megabequerel Radioaktivität aus. Das ist etwa 1/10 dessen was ein Arzt Ihnen für eine Szintigraphie ins Blut spritzt. Der “Vorfall” wurde “verheimlicht” weil er so lächerlich unwichtig war, ungefähr diese Menge Radioaktivität würden Sie nach Ihrer Szintigraphie übrigens dann in die Kanalisation pinkeln….
        Aber, dank der hysterischen Medien, Anwohner, der zeitlichen Nähe zu Tschernobyl hatte der THTR kann keine Chance mehr und wurde so lange von der Landesregierung gequält, bis man in eingemottet hat – wengen Unwirtschaftlichkeit, denn ein Kernreaktor, der immer aus ist, ist unwirschaftlich…
        Der Gesundheit ist dieses bischen Strahlung übrigens schnurzpiepegal!

        01.2.2010 um 11:38 Uhr

      • Tobi

        Selbst wenn das richtig wäre, was du schriebst, ist der THTR trotzdem wegen seiner Störanfälligkeit abgeschaltet worden. Der geschilderte Vorfall war bestenfalls der Anlass.

        01.2.2010 um 12:05 Uhr

      • Stephan

        Lieber Heinz Haber,
        es bringt nix Störfälle zu verharmlosen. Die Realitäten sind durch KIKK-Studie und anderes gegeben:
        http://www.youtube.com/watch?v=DuOUDRYuVYA

        Mich wundert es, dass der THTR nach dieser Vertuschung noch 4 Jahre aktiv sein durfte….der hätte direkt stillgelegt werden müssen 1986! Aber Betreiber, Medien und Aufsichtsbehörden haben das natürlich gemeinsam runtergeredet….
        hier die Originalbeiträge:
        http://www.youtube.com/watch?v=MqjcTy9wyL4&feature=related
        Nachdem man die ersten paar Beiträge dort gesehen hat, wird es geradezu lächerlich, wenn man den letzten Beitrag anschaut.
        “Erhöhte Strahlenwerte wurden auch auf dem Gelände des Hochtemperaturreaktors in Hamm-Uentrop gemessen. Ein Zusammenhang mit der dortigen Anlage wird nachdrücklich in Abrede gestellt.” << Das sagt ja schon alles….vertuschen, verharmlosen, lügen….das machen Atomlobby und Politik…

        01.2.2010 um 12:07 Uhr

      • Heinz Haber

        es IST richtig.
        Der einzige Reaktor, der prinzipbedingt niemals eine Kernschmelze entwickeln konnte, weil er inhärent sicher war und uns für bis zu 40.000 Jahre Strom und Öl und Gas hätte liefern können, wurde wegen unverständlicher Hysterie im Prototypstadium abgeschaltet und die Industrie hat ihn fallengelassen, weil er mit 300 Megawatt weit weg war von der Leistungsklasse der wesentlich unsicheren Druckwasserreaktoren, die mit ihren bis zu 1,4 – heute 1,6 Gigawatt viel mehr Gewinne mit ein bischen Restrisiko versprachen. Das sind so Momente, da hasse ich auch die Atomindustrie…..

        01.2.2010 um 12:51 Uhr

      • Simon Brücken

        Jaja, weil diese Wunderwerke so toll sind, stehen die überall herum. Das hatten wir schon mal.

        01.2.2010 um 13:09 Uhr

      • Heinz Haber

        2Der THTR sollte nicht nur Strom aus der nahezu unerschöpflichen, C02-freien und preisgünstigen Quelle Kernenergie erzeugen, sondern später auch Wärme hoher Temperatur für die Grundstoffindustrie, Chemie und Stahlindustrie zur Verfügung stellen.
        Auch neue Verfahren der Kohlevergasung standen auf dem Programm der Nutzung der hohen Temperaturen aus dem Hochtemperaturreaktor (Devise: Kohle und Kernenergie).”

        Quelle: http://www.thtr.de/technik-bau.htm

        International wird die Entwicklung von Hochtemperatur-Reaktoren im Generation-IV-International-Forum http://www.gen-4.org/ weiterverfolgt. Weitere Informationen auf der Seite 48 der GIF-Roadmap

        01.2.2010 um 13:34 Uhr

      • Tobi

        In Ordnung, einverstanden – ich gebe mein OK zum Austausch aller aktuellen Reaktoren gegen THTR.
        Bringt uns das jetzt weiter?
        Offensichtlich will sie niemand haben.
        PS: Schön, daß du damit indirekt mal die Unsicherheit des Typs Druckwasser eingestanden hast.

        01.2.2010 um 13:51 Uhr

      • Heinz Haber

        Ich verleugne das Restrisiko nicht, ich bin froh, wenns weg ist, aber nur dann wenn dieselbe Menge Strom mit weniger Risiko anderswie hergestellt werden kann, ansonsten halte ich es für akzeptabel…. Ich wohne ja auch immernoch in einem Haus, obwohl ich spätestens nach dem Haiti-”Gau” eigentlich das Zelt bevorzugen sollte :-)

        01.2.2010 um 13:59 Uhr

      • Heinz Haber

        Ja, ich weiss, “sowas kann mit deutschen Häusern gar nicht passieren”…
        Das Hausrisiko ist irgendwie eine super Alergorie auf das Kernenergierisiko :-)

        01.2.2010 um 14:00 Uhr

    • Bruno Straub

      @Florian Pithan
      Bevor jetzt alle über Heinz Haber herfallen:
      Florian, ich kann Ihnen nicht antworten. Uns trennt zuviel. Aber in einem gebe ich Ihnen recht: Nachts ist es kälter als draußen. (Und wenn Sie sich treu bleiben, können Sie es noch zu etwas bringen, z.B. als Politiker oder Greenpeace- Energie- Kampaigner)

      01.2.2010 um 00:04 Uhr · Antworten

  • Florian Pithan

    Mein Gehalt hängt glücklicherweise nicht von meiner Meinung in Bezug auf Energiethemen ab.
    Ich verweise nochmals auf die drei Gründe, die gegen Atomkraft sprechen:
    1. Kernschmelze
    2. Endlagerung
    3. Proliferation

    01.2.2010 um 14:33 Uhr · Antworten

    • Heinz Haber

      zu 1) je nach Reaktortyp fast nie bis niemals ein problem
      zu 2) sowieso schon ein Problem, nicht abhängig vom Weiterlaufen, der Reaktoren, wird eher weniger mit Generation IV Reaktoren, die den jetzigen “Atommüll” auch verheizen können
      zu 3) Interessiert den Iran und Pakistan einen feuchten Kehrricht, wie wir in Deutschland zur Kernenergie stehen…

      01.2.2010 um 17:28 Uhr · Antworten

  • AHA

    @Statistiker
    Man könnte glauben Ihr habt das von ehemaligen DDR-Statistikern gelernt (wie Arbeitsproduktivität). ‘Wie kann eine Anlage einen Wirkungsgrad über 100% haben.
    Ich glaube keine Statistik die ich nicht selber gefälscht habe. Und wenn man Apfel mit Birnen mischt gibt das Kompott.

    04.2.2010 um 14:00 Uhr · Antworten

    • Heinz Haber

      Der Wirkungsgrad über 100% ist bezogen auf den Brennwert.
      Der Brennwert ist die Energiemenge, die durch klassische Verbrennung eines definierten Gasvolumens entnommen werden kann.
      Es kann nicht mehr Energie entnommen werden als im Verbrennungsprozess insgesammt steckt, aber mehr als über den Brennwert definiert wurde. Daher kommt z.B. die Zahl 118%

      05.2.2010 um 11:47 Uhr · Antworten

      • Florian Pithan

        Herr Haber,
        Ihnen ist offensichtlich der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert unbekannt.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Heizwert
        http://de.wikipedia.org/wiki/Brennwert

        Ihre Behauptungen halten keiner wissenschaftlichen Prüfung statt.

        05.2.2010 um 13:57 Uhr

      • Boh Ey

        Florian, jetzt wird es peinlich, er hat nur von der Vailant-Seite zitiert:

        “Forschung bei Vaillant: – Gas-Brennwerttechnik mit einem Normnutzungsgrad von 118% (bezogen auf den Brennwert). ”

        Ich würde empfehlen, die Nomenklaturkritik einfach an die Ingenieure der Firma Vailant zu senden, aber das könnte noch peinlicher werden

        05.2.2010 um 19:48 Uhr

      • Heinz Haber

        Hallo Herr Pithan,
        Asche auf mein Haupt, mea culpa!!!
        Sie haben Recht (sorry “Boh Ey”), ich habs verwechselt. Ich wusste noch dunkel dass Brennwertthermen manchmal mit Wirkungsgraden über 100% angeben, weil sie mehr Wärme aus dem Gas ziehen als der HEIZwert besagt….
        Aber die Vaillantheizung schafft echt 118% vom BRENNwert (irgendwie über eine Wärmepumpenfunktion) – damit allerdings, erzeugt sich 48% MEHR Wärme- oder besser stellt sie 48% mehr Wärme (=Anergie) der beheizten Wohnung zur Verfügung als die VW-Lichtblickanlage (aber sie erzeugt natürlich keinen Strom = Exergie)….

        05.2.2010 um 21:04 Uhr

  • AHA

    Ich wollte ja damit andeuten, daß Anlagen immer nach Wirkungsgraden beurteilt werden sollten, da hier ein objektiver Vergleich möglich ist und nicht über Apfel und Birnen gesprochen wird. Die effektiven Nutzleistung zu steigern wäre doch mal echt was. Also versucht doch mal den effektiven Wirkungsgrad von Anlagen zu vergleichen.

    10.2.2010 um 09:54 Uhr · Antworten

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