Aberwitziges CDU-Papier zum Atomausstieg

26. Februar 2010 · von Sven Teske

Schneller Verzicht auf Atomkraft unmöglich!” titelt die Bildzeitung heute einen Artikel, in dem sie aus einem Papier des CDU/CSU Fraktionsvizes und Atomlobbyisten Michael Fuchs zitiert. Das achtseitige Papier soll belegen, dass der Atomausstieg nicht möglich ist. Der Streit um die Atomkraft nimmt immer merkwürdigere Züge an.

Die Argumente sind gewohnt dünn und zeugen von wenig Sachkenntnis: So sind die darin aufgeführten Zahlen von der Jahreserzeugung von Windkraftanlagen veraltet. Es heißt in dem Papier, dass der Anteil am Nettostromverbrauch Ende 2009 6,6 Prozent betrug – richtig ist, es waren 8,63 Prozent. Außerdem wird in dem Papier verschwiegen, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Gesamtstromerzeugung Ende 2009 bereits rund 16 Prozent betrug. Atomkraftwerke hatten einen Anteil von rund 23 Prozent.

Weiter wird in dem Papier behauptet, dass der Ersatz von zwei Atomkraftwerken, die in diesem Jahr abgeschaltet werden müssten (Biblis A und Neckarwestheim), mit Erneuerbaren Energien gar nicht möglich sei. Auch hier wird verschwiegen, dass allein in der Nord- und Ostsee Baugenehmigungen für 2500 Offshore-Windkraftanlagen vorliegen. Und diese können mehr als nur zwei Atomkraftwerke ersetzen.

Die Erneuerbare-Energien-Industrie in Deutschland – die derzeit übrigens rund 10-mal soviele Arbeitsplätze als die Atomindustrie bietet – rechnet vor, dass bereits in 2020 47 Prozent des deutschen Stromes aus Erneuerbaren Energien kommen können. Dieser Wert wird schon erreicht, wenn das derzeitige Marktvolumen gehalten werden kann.

Fast alle diese Zahlen sind übrigens nachzulesen auf der Internetseite des von der CDU geführten Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ja Herr Fuchs, Fakten sind wohl nicht ihre Stärke. Vielleicht, weil Sie Ihre Position als Atomlobbyist nicht untermauern können?

Kommentare

  • BXL

    Naja… dieser Beitrag ist inhaltlich genauso seriös wie der in der BILD. Zwar bin auch ich für den Atomausstieg, aber diese Agitprop ist nicht viel besser als die der Atomlobby. Wie immer Lobbyismus pur, egal von welcher Seite!

    26.2.2010 um 17:50 Uhr · Antworten

    • Hubert

      @ BXL: 1.Diese Seite behauptet auch nicht von sich, neutral zu den Themen zu schreiben
      2. In dem Artikel geht es darum, zu zeigen, warum dieses Papier nicht richtig ist. Ist dsa nicht klar dargestellt?
      3. Was hast du denn gegen Lobbyismus? das ist doch ne vollkommen legitime Sache! Die Politiker müssen ja nicht glauben, was die Lobbyisten ihnen erzählen! Aber sie bekommen die Chance, eine völlig neue Sicht auf Dinge zu bekommen! (Ne3benbei: Das ist hier kein Lobbyismus, sondern kann höchstens als Propaganda bezeichnet werden, wobei dieses Wort vorbelastet ist; unter Propaganda muss eigentlich alles bezeichnet werden, was nicht alls Aspekte eines Themas umfasst (was wiederum unmöglich ist ))

      28.2.2010 um 10:23 Uhr · Antworten

  • André Krause

    Auf die BILD akademisch zu reagieren, wäre wie Ökostrom von Vattenfall & Co zu beziehen. Nutzt doch Eure Möglichkeiten dem privaten Verbraucher zu vermitteln, das der Umstieg auf wirklich sauberen Strom, monatlich nicht viel mehr als eine Schachtel Zigaretten kostet. Wenn der Verbraucher sich gegen dreckigen Strom entscheidet, erhöht sich zwangsläufig die Zahl von abgeschalteten, resp. nicht gebauten Dreckschleudern.

    28.2.2010 um 11:43 Uhr · Antworten

  • Boh Ey

    Richtig an diesem Posting ist nur, dass man Windenenergie nicht mit Kernenergie vergleichen kann, weil Windenergie weder speicherbar noch regelbar noch geplant abrufbar ist – windenergie ist vgl. mit Kernenergie teurer und minderwertiger!

    28.2.2010 um 13:13 Uhr · Antworten

  • Simon Brücken

    Richtig an diesem Posting ist nur, dass man Windenergie nicht mit Atomenergie vergleichen kann. Weil Windenergie erzeugt keinen hochgiftigen Abfall der die nächsten Generationen belastet und birgt kein GAU-Risiko. Windenergie ist natürlich speicherbar, es fehlt wohl teils noch an Infrastruktur. Letztlich habe ich noch gelesen, Strom in Form von Gas zu speichern, welches dann direkt ins Gas-Netz/Speicher gespeist wird. Das wird gerade ausprobiert, oder nimm eine der anderen etlichen Ideen. Regelbar ist Atomkraft ja wohl kaum (was meinst Du warum die Franzosen Nachtspeicherheizungen und die Belgier beleuchtete Autobahnen haben). Geplant abrufbar… naja, Wettervorhersagen sind sehr zuverlässig, so dass die Kurven gut vorhersagbar sind. Außerdem erhalte ich eine wesentlich gleichmäßigere Kurve, wenn ich Windkraftanlagen mit anderen EE kombiniere bzw. untereinander großräumig verteile. Es herrscht ja nicht in halb Europa Windstille oder Flächendeckende Bewölkung oder beides gleichzeitig…
    Teuer? Nicht wesentlich, nicht mehr lange und aktuell nur, wenn die Kosten für Endlagerung, Haftung etc. weiter via Steuern gedeckt werden. Und minderwertig? Was ist das denn? Wird der Strom in der Steckdose schneller schlecht wenn ich ihn nicht abrufe oder was?

    28.2.2010 um 14:11 Uhr · Antworten

    • Andreas

      Welche Infrastrukturen?? Stauseen?:D Und warum ist ein konventionelles Kraftwerk nicht regelbar?

      28.2.2010 um 21:11 Uhr · Antworten

    • Boh Ey

      Strom als Gas speichern Hmm Meinst Du Wasserstoff, da bist Du 30 Jahre zu spät dran, naja wie alle Kernkraftgegner ja noch das Denken von vor 30 Jahren haben…
      Zur Regelbarkeit siehe AKW Neckarwestheim, was jetzt auf “wundersame Wiese” 1/2 Jahr auf 25% der Vollast läuft, damit es die Gesetzesänderung überlebt, aber Greenpeace mag auch diese Herabregulierung irgendwie nicht, weil sie gar nicht seien kann? – Und wenn die verfügbarkeit der Windenergie doch vorhersagbar ist, warum ist es dann nochmal ein Problem, dass man Kernreaktoren nur langsam regeln kann? (Was ja auch nicht stimmt)… Eure “Ideologie” ist eine echte Ideologie, denn sie ist nicht logisch konsistent, sorry!

      28.2.2010 um 22:36 Uhr · Antworten

      • Tobi

        @ Andreas: Insbesondere bei AKW ist eine Regelung der Leistung nur schwerfällig möglich. Ein ständiger Lastwechsel beansprucht die Anlagen extrem und ist bei AKW schon aus Sicherheitsgründen nicht machbar. Damit ist nicht das langfristige Laufen auf halber Schlagzahl gemeint, sondern vorallem das flexible Ausgleichen innerhalb des Tagesrythmus. Daraus ergibt sich eine gewisse Unvereinbarkeit von EE und konventionellen Großkraftwerken. Damit hat sich auch der Einwand von Bohey erledigt.
        Interessante Speichermöglichkeiten ergeben sich neben Stauseen auch z.B. durch unterirdische Druckluftspeicherung. Von diesem Konzept zeigte sich sogar schon mal die Speerspitze der Kernkraftbefürworter in diesem Forum begeistert;-)

        @Boh Ey: Naja, wenn man bedenkt, daß Kernkraftbefürworter die Denke von vor 60 Jahren haben, ergibt sich damit nach Adam Riese ein Vorsprung für die Gegner von ziemlich genau 30 Jahren.

        PS: Statt “Kernkraftgegner” immer schön “Atomkraftgegner” schreiben, gell?
        Weil: “Kernkraft” sagen nur indoktrinierte Befürworter;-)

        28.2.2010 um 23:56 Uhr

      • Carlo

        @Tobi: AKW’s oder KKW’s können sehr wohl schnell geregelt werden. Jedenfalls so schnell, wie es das Netz verlangt. Dafür wurden diese auch ausgelegt und berechnet.
        Es gibt sogar KKW’s die mit den Gezeiten geregelt werden müssen.

        01.3.2010 um 08:52 Uhr

      • Tobi

        @Carlo: Bringe mir den Nachweis und ich glaube dir. Bei den in Deutschland verwendeten Druck- und Siedewasserreaktoren ist das jedenfalls nicht zutreffend.

        01.3.2010 um 17:02 Uhr

      • T.Keuler

        Wenn also jetzt schon ein AKW nur noch mit 25% läuft und andere wie Krümmel gar nicht mehr, wo ist dann die beschworene Stromlücke? Und warum sollten wir diese AKWs dann am Netz lassen bzw. wieder anfahren? In diesem Fall bräuchten wir also gar keine Laufzeitverlängerung, denn Preise und Nachfrage sind offensichtlich auch ohne diese KKW’s im Moment stabil. Darüber hinaus müsste man sich somit fragen, dass es offensichtlich möglich ist, KKW’s preisstabil durch Erneuerbare zu ersetzen, und wen man gedanklich diese Voraussetzung als wahr annimmt, dann ist es offensichtlich nur eine Zeitfrage, und da ist man dann beim Atomausstieg, der ja auch jetzt noch über zehn Jahre Karenzzeit für AKW-Betreiber vorsieht… Darüber hinaus: wenn man davon ausgeht, dass die hochkomplexe Materie AKW und Atommüll kann technisch problemfrei gelöst werden, muss doch die simple Problematik “Versorgung mit Erneuerbaren” viel einfacher zu lösen sein, meint ihr nicht?

        01.3.2010 um 23:14 Uhr

      • Tobi

        Doch, meine ich auch. Es ist eine Frage des politischen Willens.
        Aber auch in der aktuellen Regierung scheint sich ja langsam die Vernunft durchzusetzen.
        Und das die Stromlücke nie existiert hat und immer nur ein Instrument in der Propagandaschlacht war war versteht sich fast schon von selbst.

        01.3.2010 um 23:52 Uhr

  • trailblazer

    Das ist doch wieder exakt die selbe Diskussion hier wie im anderen Blog-Post ;)

    Da ist bereits alles gesagt. Wenn die Atomkraftfreunde hier noch nicht einmal über die Konzepte der EEs Bescheid wissen (Vernetzung, Speicherung, Potentiale), dann sollten sie sich vielleicht erstmal informieren, statt hier nach Erklärungen zu verlangen. Ist ja über Google nicht so schwer sich bei den entsprechenden Ministerien und Verbänden zu informieren.

    Wer meint Atomkraft sei sicher, billig und umweltfreundlich, der betreibt leider Selbstbetrug. All das ist von Menschen gemacht und Menschen machen Fehler. Leider gibts bei einem Zwischenfall oder sogar GAU keinen zweiten Versuch, es besser zu machen…wenn etwas passiert, dann ist es für tausende oder Millionen Menschen leider schon zu spät in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland.

    Die Erneuerbaren und Ihre Vernetzung funktionieren nun mal nach anderen Prinzipien, als wir sie bislang kennen. Das mag einigen Leuten unheimlich und unsicher erscheinen. Die Versorger wären ja nicht dabei die entsprechende Infrastruktur aufzubauen, wenn sie nicht wüssten, dass es geht. Für die gehts schließlich um viel Geld.

    01.3.2010 um 10:19 Uhr · Antworten

    • Carlo

      Dann informiere dich bitte mal über KKW’s, der sogenannte GAU ist mit einberechnet und es würde keinen einzigen verstrahlen oder umbringen. Bevor man meckert erstmal googlen ;)
      Die werden bestimmt nicht nur so heiß diskutiert, weil die soo nutzlos sind.
      Geld spielt da auch eine wichtige Rolle, aber das ist ja bei den EE’s genau das Gleiche. Nichts kann sich auf Dauer den ökonomischen Zwängen entziehen.

      01.3.2010 um 10:42 Uhr · Antworten

      • trailblazer

        Der GAU ist mit eingerechnet? Wo, für wen, was? Es würde niemand verstrahlt?

        Das ist mal völliger Humbug, selbst die anderen Kernkraftbefürworter hier wissen das besser.

        Leider hat eine Studie der Bundesregierung selber herausgefunden, dass bei einem GAU bis zu 5 Billionen EUR Schaden entstehen können und das der GAU durch einen Terroranschlag ausgelöst werden kann zeigt auch eine Studie des Bundes:
        http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/atomkraft/20021127_atomkraft_grs_gutachten_zusammenfassung.pdf

        Wenn eines der Hamburger AKWs hochgehen sollte, wäre Hamburg in spätestens 3 Std. komplett verstrahlt, keine Großstadt kann man in dieser Zeit evakuieren und die Gegend in mind. 150km Umkreis für mind. hunderte Jahre nicht bewohnbar.

        01.3.2010 um 10:58 Uhr

      • trailblazer

        Völlig richtig, es geht ums Geld.
        Die Betreiber verdienen an den abgeschriebenen Kraftwerken ordentlich Geld und alle darum geht es.
        Das die Kernkraft aber auch nur durch Subventionen rentabel ist, weil sämtliche Risikofaktoren nicht im Preis enthalten sind und sozialisiert wurden, ist bereits an anderer Stelle gesagt worden.
        Die EEs werden irgendwann ohne Subventitionen auskommen müssen, völlig klar, aber jede neue Technik muss sich erst einmal entwickeln. Da Sie der Allgemeinheit dient, Unabhängigkeit schafft und in finanzieller wie sozialer Hinsicht riesige Potentiale bietet, ist eine Förderung mehr als gerechtfertigt.
        Subventionen im klassischen Sinne sind es noch nicht einmal, weil der (geringe!) Aufpreis auf alle Stromkunde umgelegt wird. Bei der Atomkraft sind die Subventionen ebenfalls vorhanden, nur nicht direkt sichtbar.

        Der einzige Grund warum die Energieriesen an den AKWs festhalten ist die Sicherung Ihrer Erzeuger und Preismonopole, die sie durch die Erneuerbaren Energien verlieren werden. Dafür haben Sie dann auch auf einmal den “Klimaschutz” für sich entdeckt, denn Sie sonst gerne missachten haben, wenn es um den Bau von Kohlekraftwerken geht.

        01.3.2010 um 11:12 Uhr

      • Carlo

        Stichwort “Containment”. Und jetzt belese dich mal.
        Und wieso sollte man ein KKW angreifen, wenn man auch direkt eine Bombe in Deutschland zünden könnte ? Die Flugzeuge damals sind ja auch nicht auf ein AKW gestürtzt, oder?

        01.3.2010 um 11:16 Uhr

      • Carlo

        @trailer: du hast recht, aber zur zeit ergeben sich aus dem schnellen Atomausstieg mehr Nachteile als Vorteile für Deutschland. Wenn einmal die AKW’s weg sind, sind wir abhängiger vom Ausland als je zuvor und dafür werden wir einen hohen Preis zahlen. Ist mit dem Erdöl genau das gleiche.

        01.3.2010 um 11:29 Uhr

      • trailblazer

        Deine Containment Hülle nützt dir nichts, selbst wenn da nur ein Kleinflugzeug drauf stürzt, das hat die Studie vom Bund ergeben. Bei den Energien die im Falle eines Falles frei werden, kann keiner vorraussagen, ob das hält oder nicht. Kein von Menschen gemachtes System dieser Welt ist sicher, das ist nun mal so.
        Krümmel und Brunsbüttel haben noch nicht mal einen entsprechenden Schutz.

        Was in den Köpfen von Terroristen vorgeht, dass kann man nur vermuten, aber AKWs liegen geradezu auf dem Präsentierteller für Anschläge und jeder Hobbypilot dieser Welt kann über die Dinger hinwegfliegen. Er hat eine Woche später eine Verwarnung im Briefkasten, das ist aber auch alles.

        Vielleicht erinnerst du dich an das vierte Flugzeug von 9/11? Nach Erkenntnissen der CIA sollten Die Flugzeuge ursprünglich auf AKWs stürzen, man hat es später aber verworfen.
        http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,213060,00.html

        01.3.2010 um 11:43 Uhr

      • trailblazer

        Sofort abschalten geht natürlich nicht. Wenn man aber bis 2020 aussteigt und parallel die EEs ausbaut – so zeigt die Studie vom Umweltbundesamt, die ich unten gepostet habe – wäre das machbar und wir würden keine weiteren Abhängigkeiten eingehen, als die, die wir bereits haben.

        01.3.2010 um 11:45 Uhr

      • Carlo

        Die Diskussion mit dem Flugzeugabsturz finde ich an den Haaren herbei gezogen. Das ist doch nur Panikmache. Was wäre wenn das Flugzeug direkt in die Stadt stürzt oder was wäre, wenn man radioaktives Material oder anderes Gift in die Wasserversorgung gibt, etc
        Das ergibt ne Endlosdiskussion und schlussendlich weiß kein Mensch was wahrscheinlicher ist. Die Risiken sind nunmal da, aber diese sind sehr gering.

        01.3.2010 um 12:01 Uhr

      • trailblazer

        Der Unterschied wäre, dass nicht hunderte oder einige Tausend sterben, sondern viele Tausende oder sogar Millionen und dass wir noch unter Umständen hunderte Jahre etwas von den Verstrahlungen haben.

        Terroranschläge sind auch nur ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor der zu den bestehenden hinzukommt…und das BKA sieht die Gefahr als real an.

        Es ist einfach die Frage, was man höher gewichtet: Eine Co2 freie, stabile Stromversorgung, oder aber das stets gegebene Risiko für einen GAU (gleich welcher Ursache), die ungeklärte Atommüllfrage, die mittlerweile erwiesene Leukämie Häufung und die versteckten Kosten.

        Natürlich ist es statistisch “unwahrscheinlich”, dass etwas passiert, aber Menschen machen nun mal Fehler und Tschernobyl ist passiert. Für mich überwiegen da ganz klar die Risikofaktoren, auch wenn ich die positiven Effekte anerkenne. Fehler dürfen bei dieser Technik nicht passieren, aber die können nicht 100% vermieden werden, das ist menschlich.

        Wenn wir also Möglichkeiten haben (und die haben wir, wie ich bereits schrieb :) ), die keine Gefahr darstellen und die “fehlende” Energie ersetzen können bis 2020, dann sollten wir die meiner Meinung nach klar bevorzugen. Eine Laufzeitverlängerung wirkt da investitions-hemmend…darum darf es sie nicht geben, da sie niemandem nützt außer den Energieversorgern.

        01.3.2010 um 12:26 Uhr

      • Carlo

        Hm, die Leukämiefälle sind jetzt aber auch nicht gerade auf AKW’s zurück zu führen. Hab da einiges gelesen darüber. Leukämiecluster gibt es auch an Orten in der Welt, die noch nie ein AKW gesehen haben und nur sehr selten an AKW’s.
        Jedoch sollte man immer, wenn man schon die Sicherheit anzweifelt, die Wahrscheinlichkeit mit einbeziehen. Und Tchernobyl hat mit unseren Reaktoren gleich null zu tun. Unmöglich, dass sowas nocheinmal passiert. Selbst wenn man die Anlage absichtlich gegen die Wand fährt, was praktisch garnicht geht.

        01.3.2010 um 12:56 Uhr

      • Heinz Haber

        Nah, Herr “trailblazer” haben SIe mit “Florian Haus” mal einen Diskussionspartner auf Augenhöhe gefunden? :-)

        Aber das nur nebenbei…

        Was ich ja immer nicht verstehe- Nur mal angenommen, das Contaiment von Biblis A sei zu dünn, wie “Ihr” das immer behauptet – also wenn “Ihr” euch jetzt echt um die Sicherheit der Anwohner sorgen würdet, weil die Wand zu dünn ist – nur mal angenommen, was würde ein derart besorgeter dann fordern???

        Macht die Wand dicker!

        Das würde er fordern, und das sollte kein Problem sein – ein paar Moniereisen andübeln, ein paar Durchflechten (bitte alle und nicht wie in Köln), die ganze Wand verschalen, Beton ‘rein – fertig.
        Wie Dick soll die Wand sein, damit alle zufrieden sind? 2 M? 4M? 6M? Kein Problem! Zahlt der Meiler als der Portokasse, muss er vielleicht 2 Monate extra laufen für – was kostet die Welt!

        Aber das wollt “Ihr” ja gar nicht, “Ihr” wollt der Bevölkerung Angst einjagen, damit wir sie ausschalten – warum eigentlich? Woher kommt diese Wohlstands- und Zuknunftsfeindlichkeit. Schaut doch endlich mal über den Tellerand und legt eure Antiatomideologie aus den Zeiten des kalten Krieges ab, das Leben geht weiter!

        01.3.2010 um 13:07 Uhr

      • Tobi

        @Carlo: Dein Punkt bezüglich der angeblichen Flexibilität der AKW ist schlicht und ergreifend nicht richtig. Gegenargument mit der Formel „google doch erstmal, bevor du meckerst“ oder „belese dich erstmal“ abzutun ist mir zu billig. DU stellst hier Behauptungen auf, denen sich nicht jeder anschließen kann, also bist DU auch erstmal für den Beleg zuständig.

        Und bitte erspare uns Spitzfindigkeiten wie die Unterscheidung zwischen GAU und Super-GAU. Letzterer ist nämlich weder einberechnet noch in irgendeiner Weise kalkulierbar.
        Irgendwelche Sicherheitsdebatten finde ich auch nur mäßig spannend. Die Vorschläge von „Heinz Haber“ verdeutlichen doch sehr anschaulich, daß es hier nur um Flickschusterei geht, die alte Technologie über die Zeit zu retten. Auch ohne Sicherheitsdebatte sind AKW von gestern. Zukunftsfeindlichkeit. Genau. Danke für das Stichwort Herr „Haber“.

        Carlos Argument der Abhängigkeit vom Ausland ist übrigens so alt wie falsch! Wir konservieren hier eine überholte Technik die zudem mit Brennstoffen aus dem (richtig:) Ausland befeuert werden. Das gilt übrigens für alle fossilen Technologien.
        In der Sparte der EE ist Deutschland in nicht wenigen Bereichen weltweiter Technologieführer und es wäre fatal, den eingeschlagenen Weg nun zu verlassen. EE bieten nicht nur einen riesigen Jobmotor, der mehr Arbeit schafft, als es Atom und Kohle jemals zusammen getan haben und mittelfristig in seiner Bedeutung die Automobilindustrie weit überflügeln wird. Als Exportnation von hochentwickelten Produkten braucht Deutschland auch neue Impulse, denn der konventionelle Autobau hat seine besten Zeiten hinter sich und Milliardengräber wie den Transrapid wollte noch nie jemand haben. Wenn wir nun federführend neue Techniken mitentwickeln können, wäre es ja extrem dumm, plötzlich umzudrehen und zu sagen. „Ach nee, wir trauen uns doch nicht.“
        Wenn dann in fünfzig Jahren in Frankreich und den USA immernoch alle Zeichen auf Kernkraft stehen und man sich langsam Gedanken über eine Nachfolgegeneration machen muss, dann steht in Deutschland ein innovatives und nachhaltiges Netz am Start und weil selber nur Wenige vorgesorgt haben, werden dann natürlich die Technologien verkauft, die am weitesten entwickelt sind.

        Das Atomzeitalter neigt sich dem Ende entgegen, es ist nur noch nicht überall angekommen.
        Dieses Gerede von Abhängigkeiten ist ein dümmliches Spiel mit der Angst der Verunsicherten.
        Also wo bitte sind wir bei EE abhängig? Umgekehrt wird ein Schuh draus.

        01.3.2010 um 14:19 Uhr

      • trailblazer

        So ist es, und da AKWs nur 2,5% der weltweiten Stromversorgung ausmachen, ist da mit CO2 Einsparung ebenfalls nichts zu holen.

        Wenn wir sichere Alternativen haben, die bestehende kostenfreie “Energien” nutzen, die nachhaltig Millionen Arbeitsplätze und Wachstum schaffen, die Unabhängigkeit schaffen, mit denen hunderte Gemeinden Gewerbesteuer erwirtschaften, die wir in alle Welt exportieren können…dann brauchen wir keine Risiko-Reaktoren, die uns auf diesem Weg aufhalten.
        Die USA investieren übrigens auch sehr viel in EEs auch wenn das nicht so bekannt ist und nicht umsonst sprießen im Silicon Valley gerade über hundert Unternehmen aus dem Boden, die an EE-Technologien arbeiten. Deutsche Energieversorger betreiben z.B. Windparks in Texas mit deutschen Anlagen.

        01.3.2010 um 14:41 Uhr

      • Carlo

        @Tobi: Wenn Sie daran zweifeln, sollten Sie sich mal mehr mit der “dunklen” Seite befassen. Es ist mir nicht gegeben, hier einen Einführungskurs über die Regel- und Sichertstechnik zu geben. Wäre auch viel zu Umfangreich. Jedenfalls kann man sehr wohl die Leistung kontinuierlich regeln und das wird sogar praktiziert. Wie gesagt, dass wird mit einberechnet genauso wie alle möglichen GAU-Vorfälle die so passieren können. Z.B. Kernschmelze, Rundabrisse von Leitungen, Komplettausfälle von Komponenten ,etc…..
        Alles im Falle des Falles abgesichert bis zum geht nicht mehr.

        01.3.2010 um 14:42 Uhr

      • Heinz Haber

        @Tobi
        EE macht uns abhängig, da diese Technologien beim Anlagenbau unvergleichbar Rohstoff und Energiehungrig sind – daher kommt der hohe Preis für die KWh- die einzufangende Energie ist – wie Sie ja bereits mehrfach erwähnten – nämlich fast kostenlos.
        Hinzu kommt der Flächenverbrauch- Flächen die wir gar nicht haben. Hausdächer reichen nicht!
        Und vielen Dank für die Ablenung der Vorschlags, das Containment von Biblis A einfach dicker zu machen. Damit ist die Unsicherheitsdebatte für mich beendet. Biblis A ist also so sicher wie die anderen, und wenn man KKWs weiterlaufen lassen muss, weil die EE noch nicht so weit sind (und sie sind ja noch nicht so weit) – dann können wir also getrost alle weiterlaufen lassen, das mit dem Flugzeug war also nur eine Ente, um Angst zu schüren…

        01.3.2010 um 14:52 Uhr

      • Tobi

        @ “Heinz Haber”:
        So betrachtet dürfte es in Deutschland keinerlei Industrie geben. Die deutsche Volkswirtschaft zieht ihren Profit und ihre Stellung als Exportweltmeister vorallem aus dem „veredeln“ von Importen, sprich: Rohstoffe. Deutschland ist seit jeher genauso Import- wie Exportnation. Wenn du diesen Fakt als „Abhängigkeit“ begreifst, stellt jeder internationale Handel eine Abhängigkeit dar. Damit können wir gut leben: Willkommen in der globalisierten Welt. Der Energie- und Rohstoffhunger für EE-Anlagen ist nicht größer als z.B. der Energie- und Rohstoffhunger der Automobil- und Stahlindustrie, um nur zwei Beispielbranchen zu nennen, in denen Deutschland keine gänzlich unbekannte Größe ist. Und der hohe Preis deutscher Autos stört ja auch niemanden.
        Die Flächen in Deutschland sind begrenzt, das ist richtig, aber wo genug Platz ist um jeden Tag 100 Fußballfelder für Autobahnen und Industriegebiete zu versiegeln, da fällt die Fläche zur Energiegewinnung auch nicht weiter ins Gewicht. Die einzigen erneuerbaren Energiequellen die einen wirklich hohen Flächenverbrauch haben sind diejenigen, die sich die Sonne zunutze machen, und die werden in Deutschland ohnehin nur eine untergeordnete Rolle spielen. Aber auch dafür ist auf Dächern von Industrieanlagen genügend Platz.
        Windkraft möchte ich in diesem Zusammenhang garnicht erst erwähnen, der weitere Ausbau wird vorallem auf See stattfinden, und davon haben wir genug.
        Wie sagte Carlo doch so schön: Wenn du an meinen Aussagen zweifelst, solltest du dich mal mehr mit der Materie befassen;-)

        01.3.2010 um 17:38 Uhr

  • trailblazer

    Soviel mal zum Thema “Kostenintensive” EEs:
    http://www.unendlich-viel-energie.de/de/wirtschaft/detailansicht/article/190/strompreise-experten-bringen-klarheit-ueber-kostenfaktor-erneuerbare-energien.html

    Das Die Stromversorgung MIT Atomausstieg und ohne neue Fossilkraftwerke bis 2020 möglich ist, dazu gibts hier eine Studie:
    http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3850

    Die Argumente gegen die AKWs sind einfach nicht wegzudiskutieren. Kein AKW ist 100% sicher, in jedem AKW hat es schon hunderte Störfälle gegeben:
    http://www.focus.de/service/statistik/wissenschaft-und-technik/atomkraft-stoerfaelle-in-deutschen-kernkraftwerken_aid_417527.html

    Der Bund hat selber in einer Studie herausgefunden, dass kein einziges AKW gegen einen Anschlag gewappnet wäre und was wir uns da aufgeladen haben mit dem Atommüll weiß auch noch keiner.
    Man stelle sich mal vor, die Römer hätten damals radioaktiven Müll produziert, den wir heute noch verwalten und kontrollieren müssen. Genau so etwas haben wir jetzt für unsere Kinder geschaffen, grandiose Aussichten für die Zukunft.

    Natürlich können AKWs geregelt werden, wenn auch nicht so schnell wie reguläre Kraftwerke…aber was EnBw da macht, ist reine Taktik weil Sie weiter auf Verlängerung der Laufzeiten hoffen und hat nichts mit der Stromversorgung an sich zu tun.

    01.3.2010 um 10:40 Uhr · Antworten

    • Heinz Haber

      1) Der BUND hat keine Ahnung
      2) s.o. (logischer Forderung bei unzureichender Wanddicke wäre die Forderung nach Wandverdickung, der Rest ist manipulativ und geschenkt)
      3) Die Römer haben -lieber trailblazer-zu 100% auf “Erneuerbare Energien” gesetzt und in ihrem damit nicht stillbaren Energiehunger ganz Südeuropa entwaldet – was gewaltige Umweltveränderungen mit sich führte, die wir bis heute spüren – hätten sie stattdessen nur ein wenig Atommül vergraben, gings uns heute deutlich besser…

      01.3.2010 um 14:56 Uhr · Antworten

      • trailblazer

        Das Sie so argumentieren ist ja nicht überraschend :D

        1) Die Studie war vom BMU nicht vom BUND. Entsprechend müsste ich behaupten das Atomforum hat keine Ahnung ;)
        2) Die Sicherheitsdebatte – die auch keine noch so dicke Hülle löst – ist nur einer unter vielen negativen Aspekten
        3) Ich würde sagen unsere Technik ist heute etwas fortgeschrittener als bei den Römern und wir werden unsere fast nicht mehr vorhandenen Wäldern nicht verheizen ;) Dass das “vergraben” von Atommüll für Sie anscheinend völlig akzeptabel ist, sagt ja schon alles zu ihrem langfristigen Denken.

        01.3.2010 um 15:07 Uhr

      • Carlo

        @ Trailer: Zum Thema Atommül vergraben:
        Wiki: “Naturreaktor Oklo”
        Die nukleare Kettenreaktion ist sogar ein ganz natürliches Phänomen und wir sind doch immer noch alle am Leben, oder nicht? Würde mich nicht wundern, wenn Sie das Gegenteil behaupten ;)

        01.3.2010 um 15:29 Uhr

      • trailblazer

        Ok, ein paar Fragen:
        Du möchtest also von einem Einzelfall, von dem wir als Außenstehende keine Details kennen, auf die Allgemeinheit aller Atommüllfässer dieser Welt schließen?
        Du siehst keinerlei Gefahren für die Bevölkerung bei der Einlagerung in maroden Bergwerken? Du möchtest deinen Kindern und deren Kindern Müll überlassen, der noch hunderttausende Jahre strahlen wird und geschützt werden muss? Du hättest nichts gegen ein Endlager vor deiner Haustür? Du würdest als erster zum Löschen eines Brandes im Reaktorraum eines AKWs eilen?

        01.3.2010 um 16:35 Uhr

      • Carlo

        Ok jetzt wirds unsachlich, dir fehlen die Argumente.
        Die Diskussion ist beendet von meiner Seite aus.
        Übrigens sollte das nur ein Denkanstoss sein und keine Veralgemeinerung auf die Endlagerproblematik. Das zeigt nur, dass es “möglich” ist, sicher Atommüll zu vergraben. Wie dann die Umsetzung ist, hängt von den Menschen ab die es entscheiden.

        Schönen Tag dir noch.

        01.3.2010 um 16:48 Uhr

      • trailblazer

        Dass dir auf diesen einfachen Fragen keine Antworten einfallen, das sagt doch alles…das will nämlich niemand – also sollte es keine AKWs geben. Denn das sind die Folgen mit denen wir leben müssen….auch du.

        01.3.2010 um 17:08 Uhr

      • trailblazer

        Zu sagen, “das regelt sich schon irgendwie”, dass reicht nun einmal nicht. Und bessere Ideen als alte Bergwerke gibts bislang auf der ganzen Welt nicht. Gestein arbeitet, es bricht Wasser ein und an der Oberfläche will es auch niemand haben – was nun? Ins Meer kippen? Auf Halde in die Wüste stellen, wie in den USA?

        Wer die die Endlager-Fragen nicht beantwortet macht es sich zu einfach.

        01.3.2010 um 17:13 Uhr

      • Schnecke

        @Carlo

        Inwiefern beweist der sogenannte Naturreaktor die gesicherte Endlagerung für Atommüll?

        Ich bin gespannt. Ziel der Endlagerung ist ja, dass man eine Verseuchung durch Freisetzung chemisch giftiger und strahlender Isotope verhindern möchte.

        Dort entsteht natürlich auch Plutonium, in Bezug auf die Quantität ist Dein Vergleich allerdings schonmal an den Haaren herbeigezogen.

        Ich werfe aber vor allem ein: jede Nation verfolgt bislang eigene Endlagerprogramme, einen Mülltourismus will m.W. niemand. Anscheinend haben wir in D zumindest keine geeigneten Endlager: Salzstöcke sind ungeeignet. Ähnliche Probleme scheinen andere Länder auch zu haben…:)

        Und wenn man bedenkt, dass wir in Bezug auf die Naturreaktoren auf einen Zeitraum von Milliadren Jahren schauen, in denen es keine Menschen gab, keine Zivilisation – vor allem keine dichte Besiedlung: dann offenbart sich, wie wenig geeignet Oglo als Beweis ist.

        Sollte die Asse oder später Gorleben Schadstoffe (ist ja nicht nur Atommüll in der Asse) freisetzen – ins Grundwasser zum Beispiel, dann kann das ziemlich weitreichende Folgen haben. Nicht nur hinsichtlich der Gesundheit der Menschen – sondern auch wirtschaftlich.

        Aber Du könntest trotzdem ein paar Millionen Jahre später Dich dort hinstellen, Wasser aus einer Quelle trinken, und behaupten: siehste – Endlagerung funktioniert prächtig.

        Was beweist also ein Naturreaktor in Oglo also? Nichts. Auch wenn die NAGRA das gern hätte – aber nichtmal die wären so dreist zu behaupten, es sei ein Beispiel sicherer Endlagerung o.ä.

        25.3.2010 um 19:23 Uhr

  • trailblazer

    “Hinzu kommt der Flächenverbrauch- Flächen die wir gar nicht haben. Hausdächer reichen nicht!”
    Das ist nun wirklich kein Argument :) Jedes Dorf und Stadt hat Platz für eine oder mehrere Biomasse-Anlagen. Das Solaranlagen auf allen geeigneten Dächern 50% des Strombedarfs decken würden mit den bereits heute verfügbaren Technologien und dass alleine die Offshore-Windanlagen nochmals ebenfalls 50% erzeugen, kann man nachlesen.
    All das nimmt uns keinen Platz zum leben ;)
    PV steht hauptsächlich von Frühjahr-Herbst zur Verfügung, liefert aber auch im Winter noch etwas Strom. Die Windkraft erreicht im Winter ihr Leistungsmaximum. Die Kombination aller Quellen (PV, Wind, Biomasse, Solarthermie, Wasserkraft, Wellenkraft, Gezeitenkraft, Geothermie) zusammen mit einem EU-weiten Netz ist weit mehr als ausreichend, um uns das ganze Jahr zu versorgen.

    Wenn Sie von der Atomkraft technisch fasziniert sind, dann ist das ihre Sache. Die Risiken aber auf Kosten der nächsten Generationen auszublenden ist gefährlich und unverantworlich. Völlig gleich, wie sehr ein AKW gesichert ist, es bleibt immer ein Risiko, denn Menschen machen Fehler. Egal wie sie es versuchen ;)

    Dass Sie immer wieder Ausreden und Argumente für AKWs und gegen die EEs finden werden, daran zweifele ich nicht :) An der Tatsache, dass die AKWs die EEs behindern, die ein riesiges wirtschaftliches Potential bieten – ohne Risiken und mit gutem Gewissen – ändert dass nichts.

    01.3.2010 um 15:26 Uhr · Antworten

    • Heinz Haber

      Sorry, alle Zahlen falsch
      Solaranlagen, die Strombedarf decken gibts noch gar nicht…
      nur tagsüber im Sommer, an Nachts und Winter wird gerade fieberhaft gearbeitet :-)

      01.3.2010 um 16:52 Uhr · Antworten

  • trailblazer

    Sie machen es sich ja sehr einfach. Bitte liefern Sie mir Zahlen, die das Gegenteil beweisen.
    Eine PV-Anlage mit 40qm auf einem Einfamilienhaus deckt den Jahresbedarf einer vierköpfigen Familie…

    de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik
    spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,631888,00.html
    wind-energie.de/de/statistiken/
    sueddeutsche.de/wissen/403/325268/text/

    01.3.2010 um 17:04 Uhr · Antworten

    • trailblazer

      Laut Umweltministerium (von 2004) kann man alleine durch Abfall-Biomasse 200.000 Anlagen betreiben.
      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/meldung232032.html
      Eine durchschnittliche wie hier in Jena (http://www.youtube.com/watch?v=nN3P0uHn0Is) oder den Bioenergiedörfern (kann man auf deren Websites nachsehen) produziert für 1000 Menschen Wärme und für 2500-10.000 Strom. Was das für ein Potential ist, kann man sich ausrechnen, denn nahezu jedes Dorf/Stadt mit Agrareinzugsbereich kann so ein Kraftwerk aufstellen.

      01.3.2010 um 17:05 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Du zitierst richtig “”Eine PV-Anlage mit 40qm auf einem Einfamilienhaus deckt den Jahresbedarf einer vierköpfigen Familie…”"
      Leider läßt sich nicht auf jedem Einfamilienhausdach (sinnvoll) eine 40qm PV Anlage installieren. Sagen wir: Auf jedem zweiten Haus. Damit wären wir bei der von Dir behaupteten 50% Versorgung. Der Haken ist nur, dass in Deutschland noch nicht jeder in einem Einfamilienhaus lebt…… Und dass die Flächen auf Öffentlichen Gebäuden oder Fabriken etc. nicht ausreichen, 50% des Stroms für Industrie und Verkehr zu erzeugen, dürfte wohl klar sein.
      Also, wenn Du schreibst (01.3.2010 um 15:26 Uhr) “”Dass Solaranlagen auf allen geeigneten Dächern 50% des Strombedarfs decken würden ….. “”, dann verzapfst Du Unsinn.

      01.3.2010 um 20:53 Uhr · Antworten

      • trailblazer

        Das sind deine persönlichen Vermutungen wenn du mir Zahlen gibst glaube ich dir gerne. Was wir insgesamt an Wirtschafts-Dachflächen haben, wird unterschätzt. Bei mir in der Gegend findet sich mittlerweile alleine bei Landwirten auf den Ställen etc. PV-Anlagen, dann sämtliche Fabriken, öffentliche Gebäude, usw.
        Pro Person braucht man für den Jahresbedarf bei der derzeitigen Technik ca. 10qm.

        In Zukunft wird die Effizienz aber weiter steigen, und mit neuen Materialien wie Polymeren und 3D-Zellen, die aktuell entwickelt werden, wird sich dieser Trend verstärken und neue Typen von PV-Zellen in beliebiger Farbe können dann auch an Fassaden etc. angebracht werden. Das ist noch Zukunftsmusik, aber funktioniert bereits.

        Für die zur Verfügung stehende Fläche gibt es verschiedene Einschätzungen, je nachdem welche Flächen mit eingerechnet werden. Die Zahlen schwanken deswegen zwischen 30-50%.

        Auf de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik findest du eine Rechnung mit Quellenangaben, die Zahlen findet man aber auch an anderer Stelle.

        01.3.2010 um 21:14 Uhr

    • Telematik2

      Neh, der Haber macht es sich nicht einfach, Ihr machts euch einfach. Den Strombedarf einen Wohnhauses auf dem Dach zu erzeugen, deckt den Bedarf halt genau eben nicht, weil der Speicher fehlt….

      02.3.2010 um 10:32 Uhr · Antworten

      • trailblazer

        Jeder der die Risiken und nagativen Seiten der AKWs nicht wahrhaben möchte, macht es sich definitiv sehr einfach.

        Welcher Strom wo wann ist, ist erstmal völlig gleich, wenn es um die Bilanz geht. Was tagsüber als Überschuss eingespeist wird, wird nachts verbraucht. Am Ende steht eine ausgeglichene Strombilanz und darauf kommt es erst einmal an. Bei Niedrigenergie-Häusern gibts sogar einen Überschuss. Mit 10qm PV kann man bei der heutigen Technik den Jahresbedarf einer Person in der BRD decken, das ist Fakt.

        Selbstverständlich brauch man dann, wenn weniger Kohle Kraftwerke zur Verfügung stehen, Zwischenspeicher, die Nachts abgerufen werden. Dass eine sichere Versorgung nach dem aktuellen Modell ohne Zwischenspeicher, ohne AKWs und neue Kohlekraftwerke möglich ist, das habe ich schon mehrmals mit Verweis auf die entsprechenden Studien gepostet. Lies es dir bitte durch, wenn dich das Thema ernsthaft interessiert.

        02.3.2010 um 11:45 Uhr

      • Telematik2

        Jetzt wirds langsam etwas syrreal
        war hier nicht eben ein Post von Heinz Huber, dass er von dem Forum ausgeschlossen sei?
        Und du quasselst hier von Solarstrom den man tagsüber irgendwo hintut und erst nachts verbraucht? Sind wir hier im Kindergarten?

        02.3.2010 um 12:20 Uhr

      • Bruno Straub

        Leider lassen sich die 10qm nicht auf Deutschlands Hausdächern (sinnvol) unterbringen. Und dass die 10qm nur für den Haushaltsstrom, also 1/4 des Bedarfs gebraucht werden, scheint trailblazer auch entgangen zu sein…

        02.3.2010 um 15:43 Uhr

      • trailblazer

        @Jan Haase: Der Fehler “Duplicate comment detected; it looks as though you’ve already said that!” ist bei mir auch schon aufgetreten.

        @Telematik2: Was mit “Hans Haber” ist, weißt ich nicht. Wenn du über die Methodik/Prinzipien hinter den EEs nicht Bescheid weißt, dann informiere dich bitte, bevor du diese Kommentare loslässt, oder frage konstruktiv nach.

        @Bruno Straub: 20-40qm auf einem Haus, dessen Dach nach Süden ausgerichtet ist, sind in den meisten Fällen überhaupt kein Problem…und ja, die 10qm reichen um den Hausstrombedarf je einer Person zu decken, das ist doch schon mal ein guter Anfang. Die Solaranlage auf dem Haus ist schließlich nur eine von vielen erneuerbaren Stromquellen. Diese Grundsatzfragen wurden doch schon ein Dutzend mal besprochen. Mit Spitzfindigkeiten im Detail gegen die EEs zu argumentieren bringt überhaupt nichts. Es geht um die grundlegenden Prinzipien und die sind bei der Versorgung nun mal gänzlich anders, als im bestehenden Netz – technisch aber lösbar.
        Das es eine “Stromlücke” ohne AKWs nicht gibt – auch das habe ich bereits mit Quellen ein Dutzend mal gepostet.
        Wenn Sie argumentieren liefern Sie bitte Belege.

        Die drei Schlüssel für die Zunft sind: Erneuerbare Energien, Einsparung und Effizienz.

        02.3.2010 um 16:14 Uhr

      • Bruno Straub

        Ich habe nichts gegen PV-Anlagen, jedenfalls nichts Wirksames. M.E. ist Photovoltaik – für unsere Breiten!- eine der wirksamsten Methoden der Geldvernichtung. Allerdings wird sie von der Allgemeinheit finanziert, was den Schmerz erträglicher zu machen scheint. Dass man mit PV keinen nennenswerten vernünftigen Beitrag zur Versorgung mit EE leistet, sollte eigentlich klar sein – Oder?

        02.3.2010 um 22:44 Uhr

      • trailblazer

        Das die Kosten mit dem Nutzen momentan in noch keinem Verhältnis stehen bestreite ich nicht und so darf es natürlich nicht auf lange Sicht weitergehen. Trotzdem hat die PV auch hier ein gewisses Potential von 30-50% wenn man es forcieren wollte in der BRD. Um die bilanztechnisch autarke Energieversorgung zukünftiger gut gedämmter Häuser zu gewährleisten (bei Niedrigenergiehaus bereits der Fall) ist eine PV denke ich durchaus sinnvoll. Es wird zur Zeit besonders in den USA fleißig in diesem Bereich an Effizienz und billigen Materialien geforscht und man kann gespannt sein.
        Der Preis muss natürlich runtergehen und dann wird der Markt regeln, welche Energien sich in welchem Maße durchsetzen ;)
        Ausschließen darf man keine der erneuerbaren Technologien, denn alles wird in verschiedenen Teilen der Welt genutzt werden und kann entsprechend von der deutschen Industrie entwickelt und verkauft werden. Selbst wenn wir in der BRD es am Ende nur als eine von vielen Energiequellen nutzen sollten.
        Welche Quelle nachher welchen Anteil des Stromes stellt, das wird die Zukunft zeigen.
        Für Kritik und Denkansätze bin ich jederzeit offen, nur das ganze prinzipiell und grundsätzlich ständig in Frage zu stellen, das ist meiner Meinung nach nicht förderlich und falsch. Alle erneuerbaren Quellen werden ihren Platz haben (s.o.) und lassen sich verkaufen.
        Die Entwicklung hat ja gerade erst im großen Stile begonnen…wo der PC und das Handy in 20 Jahren gelandet sind, das wissen wir ja und das Tempo in der Forschung ist vergleichbar.

        02.3.2010 um 23:31 Uhr

      • Telematik2

        Soooh Trailblazer,
        wie mache ich das denn jetzt??
        Im Sommer den Strom anhäufen mit meiner sowiesoschon viel zu teuren Dach-PV-Anlage, den ich im Winter brauche?
        Wie?
        Ich warte noch auf die Erklärung!
        Ansonsten bitte ich Dich, die Aussage, dass die Dach-PV-Anlage den Haushalt versorgen kann bitte zurückzunehmen.
        Ein Potemkinsches Dorf ersetzt nämlich kein Wärme-Kraftwerk.Und da haben wir, wenn wir das CO2 nicht so mögen zur Zeit nur wenig Auswahl!

        03.3.2010 um 11:18 Uhr

      • trailblazer

        Als Anregung zum Bereich “Heim-Energie und autarke Versorgung” bzw. ausgeglichene Energiebilanz nur zwei aktuelle Beispiele aus den USA:
        “nanosolar” und die “bloom box”. Nanosolar hat druckbare PV-Panels ohne Silizium entwickelt, die mittlerweile einen Wirkungsgrad von 16% erreichen – zu einem Drittel der herkömmlichen Kosten. Die Materialkosten betragen nur ein paar Cent pro Zelle.
        Die Bloom Box ist ein Multifunktionsgerät für Energiespeicherung in Form von Wasserstoff aus einer beliebigen Quelle (beispielsweise von Dach-PV-Anlage) aber auch geeignet für die direkte Erzeugung aus (Bio)Gas. Momentan wird sie nur für Gewerbekunden vertrieben (Ebay, Google und Walmart sind Kunden der ersten Stunde), in spätestens 10 Jahren soll es dann eine kleine Privatkunden Variante für 3000,- Dollar geben. Über Google und youtube finden sich viele Informationen zu diesen Produkten.
        Wie man sieht ist da einiges in Bewegung und die Entwicklung wird immer weiter gehen.

        03.3.2010 um 11:25 Uhr

      • trailblazer

        @Telematik2:
        ich glaube eher du willst nicht verstehen, oder denkst in den falschen Bahnen, oder es liegt ein Missverständnis vor? Das ganze ist recht trivial und wird auf jeder FAQ Seite zu EEs erklärt ;)
        Auf EEs kannst du keine Vorstellungen von zentralen Großkraftwerken anwenden, sondern man muss in dezentralen Strukturen denken.

        Ich habe hier kein Konzept zur vollständigen Versorgung der BRD skizziert, sondern erst einmal, wie das Prinzip einer Stromerzeugung vor Ort auf Haus- oder Dorf/Stadt-Ebene funktioniert, um zu einer ausgeglichenen Strombilanz zu kommen.

        Was ein Hausbesitzer tagsüber mit seiner PV-Anlage einspeist, reicht von der Strommenge bei 10qm pro Person aus, um das Haus zu versorgen und einen Überschuss zu erzeugen. Was tagsüber über den eigenen Bedarf hinaus eingespeist wird, wird nachts wiederum verbraucht. Im Winter wird selbstverständlich weniger Strom erzeugt, aber dann wird bilanztechnisch der Strom verbraucht, den man im Sommer als Überschuss erzeugt hat. Verständlich? Somit ergibt sich eine ausgeglichene Strombilanz und das auch über das ganze Jahre gesehen. DAS IST FAKT :)

        Soweit zur Ebene Haus und Selbstversorgung. Menschen die keine eigene Energie erzeugen werden entsprechend von anderen Quellen an anderer Stelle versorgt.
        Sorry, aber das sind wirklich Grundsatz-Prinzipien des Stromnetzes – bitte informiere dich an anderer Stelle darüber. Das sprengt hier den Rahmen.

        03.3.2010 um 11:43 Uhr

      • Telematik2

        trailblaizer, ich werde die Diskussion jetzt mit Dir beenden!
        Die Erneuerbaren Energien leiden an unsteter Einspeisung und fehlender Speichermöglichkeit. DAS IST FAKT
        Leider bist Du auch bei konkreter Nachfrage nicht in der Lage das irgendwie zu erkennen. Ich hoffe, dass die Energiekommission der Bundesregierung nicht nur aus Juristen wie Herrn Röttgen besteht.
        Aber schreibe hier ruhig weiter, jeder der das liest und ein wenig nachdenkt, merkt, wie dünne Bretter du hier bohrst…

        03.3.2010 um 11:53 Uhr

      • Carlo

        @trailer: ich hätte dann auch gern mal eine Antwort auf den Speicher.
        Im Winter die Energie vom Sommer nutzen? Oder gibt es da Alternativen zu den Speicher?

        03.3.2010 um 13:58 Uhr

      • trailblazer

        Die vermischst hier Themen und meinst dann daraus Schlüsse zu ziehen.
        Es ging mir erstmal darum zu zeigen, dass man bereits heute auf Haus- und Ortsebene eine ausgeglichene Energiebilanz erzielen kann. Niedrigenergiehäuser bezahlen am Ende des Jahres oft keine Rechnung mehr, weil die Einspeisung dem Verbrauch entspricht oder ihn übersteigt.
        Um die Speicherung ging es erstmal nicht, sondern um die Strombilanz.

        Jetzt zur Speicherung:
        Liest du die vorherigen Beiträge? Das es keine Speichermöglichkeit vor Ort im eignen Haus gibt, dass ist natürlich so und habe ich schon ein gefühltes Dutzend mal bejaht. Aber erkundige dich mal über norwegische Pumpspeicherkraftwerke, das “smart grid” und was da gerade von der EU geplant und gebaut wird – der Strom kann durchaus auch schon jetzt gespeichert werden. Was wir im Sommer an Überschüssen insgesamt einspeisen wird dort in Form von Wasser in den Stauseen Norwegens gespeichert und wir rufen es dann im Winter ab. Zudem weht der Wind im Sommer weniger, im Winter dafür stärker. Auch da gibt es also einen Ausgleich für Solar. Das heißt in einem gewissen Rahmen brauchen wir (noch) gar keine Speicher, obwohl die Strommengen aus den EEs schwanken. Zum einen gleichen sich die Quellen zum Teil gegenseitig aus, zum anderen werden die bestehenden Kraftwerke entsprechend gedrosselt oder hochgefahren.
        Die norwegischen Stauseen sollen bis 2020 mit allen Nordsee-Anreinern vernetzt sein, um auf diese Weise die Schwankungen von Wind und Solar auszugleichen.
        Mit Geräten wie der Bloombox, den Heimkraftwerken von VW etc. entfällt dann mehr und mehr dieser Regelungsbedarf durch zentrale Großkraftwerke/ Stauseenund wir brauchen sie irgendwann nicht mehr. Und in spätestens 10 Jahren wird es auch Energiespeicher für Zuhause geben, auch da wird an zahlreichen Varianten und Produkten gearbeitet.

        @Telematik2: Bevor du mit ironischen Antworten kommst, informiere dich bitte erst einmal ernsthaft, dann könntest du dir viele Nachfragen ersparen und wir müssten uns nicht mit Problemen im Detail behakeln. Erst einmal geht es um die grundlegenden Prinzipien. Wenn wir die Details klären sollten, müssten wir Fachkenntnisse aus der Software-Entwicklung, Elektrik und dem Management der Energieversorger haben.

        03.3.2010 um 15:33 Uhr

      • Bruno Straub

        Hallo trailblazer, wir müssen nicht unbedingt, wie Du schreibst “”Fachkenntnisse aus der Software-Entwicklung, Elektrik und dem Management der Energieversorger haben”", sondern, viel wichtiger: Gesunden Menschenverstand!
        (Und den auch anwenden…)

        03.3.2010 um 15:49 Uhr

      • trailblazer

        Vollkommen richtig. Und er das tut wird erkennen, dass die Speicherung noch nicht vorhanden ist, aber sich im Aufbau befindet und spätestens 2020 in verschiedener Weise zur Verfügung stehen wird.

        03.3.2010 um 16:04 Uhr

      • trailblazer

        Eine andere bestehende Speichermöglichkeit wäre beispielsweise geschmolzenes Salz, wie es in Solarthermie-Anlagen in Spanien und den USA eingesetzt wird, um auch Nachts weiter Strom zu erzeugen.
        Für Biomasse, Geothermie und Wasserkraft brauch man nicht einmal Speicher.
        Es ist nicht die Frage OB dass alles möglich ist und OB es passieren wird, sondern nur in welcher konkreten Ausgestaltung und in welchem Zeitraum.
        Der Ausbau der EU-Stromnetze und die Vernetzung mit Norwegen wurden in den letzten Wochen beschlossen. Der Ausbau für ein Netz das Schwankungen ausgleicht rollt also an und soll bis 2020 abgeschlossen sein.

        03.3.2010 um 17:03 Uhr

  • René Karges

    Wenn die Atomkonzerne alle Folgekosten zu tragen hätten, die mit ihrem Geschäft mit Atomstrom entstehen, würden sie keinen Atomstrom mehr produzieren.
    Leider müssen die Steuerzahler z.B. für die milliardenschweren Folgen der Nutzung untauglicher Atomlager aufkommen.

    01.3.2010 um 18:49 Uhr · Antworten

    • carlo

      Und was ist mit den Milliarden Gewinn??
      So nen Kraftwerk produziert nämlich nicht nur Atommüll.
      Die Ausnahme ist nicht die Regel. Ein Endlager heißt Endlager, damit es nicht nochmal umgelagert wird. Deshalb sollten diese Fehleinschätzungen über den Lagerort die Leute bezahlen, die sowas veranlasst haben.

      01.3.2010 um 21:00 Uhr · Antworten

      • Tobi

        Absolut richtig, René, nach aktuellen Berechnungen der ARD kostet die Kilowattstunde Atomstrom dann nämlich 2,70€.

        @Carlo: Ich finde, daß diejenigen zahlen sollten, die den Müll verursachen. Damit ist der Ball wieder bei EON, Vattenfall & Co. Die Ausnahme ist in diesem Fall leider auch die Regel, da es ausser dem ungeeigneten Erkundungsbergwerk Gorleben kein potentielles Endlager gibt. Bleibt nur zu hoffen, daß sich das in ferner Zukunft einmal ändert. Bis dahin gilt wohl weiter: Wellblechhalle.

        PS: ich empfehle die “HR2- Der Tag” Sendung vom 17.02. zum Thema
        Finden kann man sie hier: http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=6684

        01.3.2010 um 21:49 Uhr

      • trailblazer

        Die Gewinne gibt es nur, weil die Stromkosten – wie schon oft gepostet – die ganzen sozialisierten Kosten nicht enthalten. Dann wäre Atomstrom, wie Renè es schreibt und wie es auch in anderen Blog Themen zu finden ist, nicht mehr rentabel.

        Ein Endlager gibt es nicht…aber das wird sich ja “irgendwie” regeln, oder? Wer ist denn für den Atommüll verantwortlich? Die Regierungen? Nein, definitiv nicht für die 90% des Mülls, die aus den Meilern kommen. Wer weiß was damals gelaufen ist, aber die CDU und FDP haben damals dem Staat die Verantwortung für die Lagerung übertragen, was nicht hätte passieren dürfen. Müsste sich die Atomindustrie selber um ihren Müll und dessen Lagerung kümmern, gäbe es Atomstrom – wie René ebenfalls bereits schrieb – nicht, weil er nicht wirtschaftlich zu erzeugen wäre.

        Die entsprechenden Quellen wurden schon vielfach gepostet, wenn du an den Daten interessiert bist.

        Der Vorteil von Politikern und Firmenchefs ist, das sie meist nur wenige Jahre in der Verantwortung stehen und nie haften müssen, für das, was sie längerfristig anrichten…

        01.3.2010 um 21:53 Uhr

      • carlo

        Teils ja teils nein. Die Entsorgung ist nur so teuer, weil sie nicht richtig gemacht wird. Wie gesagt, die Natur machts vor, dass es funktionieren kann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn die Verantwortung bei den Betreibern liegen würde, dieses Thema schon längst vom Tisch wäre. Dann würde man sich das alles nochmal überlegen und andere Wege gehen, und dazu zählen auch Endlager außerhalb Deutschlands.

        01.3.2010 um 23:19 Uhr

      • carlo

        @Tobi: Sie glauben doch nicht etwa der ARD? Obgleich die Behauptung wahr oder falsch ist. Diese Sendung war ja alles andere als objektiv. Selbst wenn, sollten Alle die darüber diskutiern, halbwegs die Rechnung kennen. Nur eine Zahl in den Raum schmeißen kann jeder. Außerdem sollten auch die Folgekosten von den Alternativen mal mit betrachtet werden, infolge der Strompreiserhöhung und Industrieabwanderung, evtl. noch den Gewinn gegenrechen. Diese Rechnungen sind sonst alle relativ.

        01.3.2010 um 23:40 Uhr

      • trailblazer

        Wenn die Verantwortung bei den Betreibern läge, dann würden die die Fässer ins Meer kippen, weil das die billigste Alternative wäre. In Wirtschaft wird das gemacht, was am billigsten ist und am meisten Profit bringt. Langfristige Kostenfaktoren und teure Infrastrukturen sind da nicht im eigenen Interesse. Die Betreiber können jetzt immer schön der jeweiligen Regierung den Schwarzen Peter zuschieben und müssen sich um den Atommüll, für dessen Lagerung sie einen Spottpreis gezahlt haben, nicht weiter kümmern. Rechtlich alles sehr schlau gemacht.

        Ich kann deine Begeisterung für die Technik in gewissen Maßen verstehe, aber du bist leider etwas zu gut gläubig, wenn es um die negativen Seiten geht, die leider bei weitem überwiegen.

        Die Natur hat uns auch nicht vorgemacht, wie man Atommüll sicher lagert. Da reimst du dir aus diesem Naturphänomen irgendwelche Schlussfolgerungen zusammen. Es gibt genug Wissenschaftler, die sich mit all dem beschäftigen – könnte man daraus etwas lernen, wüsste man das wohl mittlerweile.

        Es gibt keine Endlagerung oder sichere Entsorgung des Mülls. Also darf es auch keine AKWs geben. Ein Formel 1 Fahrer fährt auch nicht los, wenn die Bremse noch nicht im Auto eingebaut wurde.

        01.3.2010 um 23:48 Uhr

      • Tobi

        @Carlos: Nein, klar, die ARD ist ja “Rotfunk”, denen sollte man generell nicht trauen. Ich weiß noch nicht, wie ich das – rein logisch jetzt – unter einen Hut bekommen soll, daß ich dir hier alles haarklein vorrechnen soll, DU dich an anderen Stellen aber weigerst, von dir aufgestellte (sehr steile) Thesen auch nur annähernd zu erläutern. Falls es dich wirklich interessieren sollte, wie die Zahl zustande kommt, kannst du dich mit Sicherheit beim HR zu Herrn Thinn durchfragen und es dir von ihm erklären lassen.

        @trailblazer: Gut, daß Toyota nicht mehr in der Formel 1 aktiv ist;-)

        02.3.2010 um 00:07 Uhr

      • trailblazer

        @Tobi
        ja zum Glück :D

        Nochmal zum Thema Endlager: Wo auf der Welt wird es jemals einen Ort geben, wo der Müll “sicher” ist, wo sicher vor äußeren Einflüssen ist und niemanden gefährdet? Richtig, nirgendwo. Egal ob unter oder über Tage. Da kann man auch nichts “richtig” machen, sondern der Müll muss über Jahrtausende verwaltet und geschützt werden…
        CDU und FDP haben leider nicht das Rückgrat das zuzugeben und verkaufen die Leute gemeinsam mit der Atomlobby die Leute für dumm. Die ganze Atomkraft war eine Farce von Beginn an und wer das nicht wahrhaben möchte, der belügt sich selber und die Menschen um sich herum. Es geht hier schlicht um Geld für die Energieversorger und nicht um das Gemeinwohl des Deutschen Volkes.

        02.3.2010 um 00:19 Uhr

      • Carlo

        Würde gern ein paar Quellen zu diesem Thema aufzeigen, jedoch scheint es da ein Problem zu geben. Ich erhalte folgende Nachricht:
        Duplicate comment detected; it looks as though you’ve already said that!

        02.3.2010 um 13:51 Uhr

      • Jan Haase

        Hallo Carlo,

        da scheint es ein technisches Problem zu geben. Wir kümmern uns darum. Danke für den Hinweis.

        02.3.2010 um 14:25 Uhr

      • Rynee

        @Carlo. Zu deinem Milliardengewinn: Rate mal, warum die Energiekonzerne so reich sind :D
        Tja, es gibt aber leider kein einziges Endlager weltweit. Ein Castor-Behälter hält laut Hersteller 40 Jahre, dann wird er undicht. Finde erst mal das Beton, das so direkt der radioaktiven Strahlung ausgesetzt bis in die Ewigkeit hält…
        Ein Endlager, das länger als ein halbes Jahrhundert hält, ist nicht möglich, behaupte ich jetzt als sinnvolle Schlussfolgerung.
        Veranlasst haben den Müll die Atomkonzerne. Sollen sie das bezahlen, alle 50 Jahre ein paar Millionen. Gewinne streichen sie ja genug ein…

        Alles in allem wurde und wird für die Atomkraft ein Großteil mehr ausgegeben als für EE, v.a. bei den Bauungen damals. Unsubventioniert würde sich sowas für RWE und co. auch gar nicht lohnen.
        Die Subventionierung von EE zahlt ja im Gegensatz der Naturstromkunde zu großen Teilen direkt mit, wie schon erwähnt.

        16.5.2010 um 13:39 Uhr

  • Gandalf

    Ich würde an eurer Stelle nicht dauernd auf den Subventionen herumreiten, der Schuss geht nämlich auch nach hinten los, da regenerative Energien auch in hohem Maße subventioniert werden.
    Was das Thema Neubauten von KKWs angeht gibt es für mich nur eine Erklärung: Es gibt einige Staaten, die ihre Klimaschutzziele einhalten möchten und gleichzeitig ihre eigene elektrische Energie zu haben, anstatt sie zu importieren, wie es Deutschland machen muss, wenn die KKWs abgeschaltet werden. Das können einige Statistiken belegen und ist ein Fakt. Auffallend ist für mich hierbei nur eines: Deutschland steht mit seiner Meinung international alleine da. Frankreich baut, Finnland baut, Großbritannien plant, die Schweiz baut, usw. Nur Deutschland steigt aus.

    26.3.2010 um 17:16 Uhr · Antworten

  • trailblazer

    @Admin

    bitte diesen Post löschen…solche hochwertigen geistigen Ergüsse fehlen hier gerade noch.

    01.3.2010 um 10:29 Uhr · Antworten

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  • Womblog sagt:

    Aberwitziges CDU-Papier zum Atomausstieg…

    Von Seven Teske | Greenpeace Blog | – “Schneller Verzicht auf Atomkraft notwendig für Deutsche Wirtschaft!” titelt die Bildzeitung heute einen Artikel, in dem sie aus einem Papier des CDU/CSU Fraktionsvizes und Atomlobbyisten Michael Fuchs z…

  • [...] die ihre Planung auf den bisherigen Energiekonsens setzten, sind außen vor. Sie können durch den verzögerten Atomausstieg in Schwierigkeiten geraten. Die Rahmenbedingungen, mit denen sie rechneten, haben sich gravierend [...]

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