Dalli, runter vom Acker!

02. März 2010 · von Benjamin Borgerding

Kein Bauer braucht die Amflora und kein Mensch will sie: Trotzdem hat der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz John Dalli die Gebete der BASF erhört und die Gen-Kartoffel zum europaweiten Anbau freigegeben. Die neue EU-Kommission schwenkt damit kurz nach Aufnahme ihrer Amtsgeschäfte unmissverständlich in einen Pro-Gentechnik-Kurs ein. Ganze 13 Jahre hatte sich die BASF zuvor vergeblich abgestrampelt, eine Zulassung durchzusetzen.

An den Genen der Kartoffel wurde so herumgeschraubt, dass sie sich besser zur industriellen Stärkegewinnung eignet. Statt zwei Kartoffelstärken produziert die Amflora nur noch eine: Amylopektin, das unter anderem in der Papier- und Textilstoffindustrie sowie bei der Kleb- und Baustoffherstellung benötigt wird. Als Tierfutter zugelassen wurde zudem der bei der Stärkegewinnung anfallende Rest, die sogenannte Kartoffellpulpe. Ob – wie vom Landwirtschaftsministerium heute erklärt wurde – eine Verwendung als Lebens- und Futtermittel nicht stattfinden wird, weil die BASF erklärt habe „darauf freiwillig verzichten zu wollen“, bleibt abzuwarten. Wie die BASF mitteilte, wird die Amflora zumindest 2010 in Deutschland wohl nur in der Region Bütow (Müritzkreis) angebaut.

Langfristig dürften BASFs Pläne mit dem Gen-Erdapfel allerdings ein klein wenig ambitionierter ausfallen, als dass sie sich auf den Müritzkreis beschränken würden. Peter Eckes, Vorsitzender von BASF Plant Science frohlockt  auf der BASF-Homepage: “The way is now clear for commercial cultivation of Amflora this year” und dann spricht er den denkwürdigen Satz: “Amflora will strengthen the international position of the European potato starch industry.” Der CDU-Abgeordnete im Europaparlament Werner Langen stößt in das gleiche Horn und lobt Dallis Entscheidung mit den Worten: “Europa ist führend im Bereich der Pflanzenbiotechnologie und muss diese Stellung auch behalten.”

Puuh, endlich aufatmen: Man hatte sich ja schon seit langem Sorgen gemacht um die Zukunft der europäischen Kartoffelstärkeindustrie…

Wie sich herausstellt, waren diese Sorgen jedoch völlig unbegründet: Der europäischen Kartoffelstärkeindustrie geht es nämlich auch ohne Amflora wunderprächtig. In den dreizehn Jahren, in denen die Amflora ihrer Zulassung harrte, sind gleich zwei gentechnikfreie Kartoffeln auf den Markt gekommen, die einen ähnlichen Stärke-Haushalt aufweisen wie die BASF-Kartoffel – aber mit dem schönen Nebeneffekt keine Nebeneffekte zu haben. Anders als die Amflora sind diese Sorten zum Beispiel über den Verdacht erhaben, möglicherweise Antibiotikaresistenzen bei Bakterien auszulösen. Über die Gefahren der Lebensmittel-Kontamination durch die Amflora habe ich in diesem Blog bereits an anderer Stelle geschrieben.

Warum trotz der verfügbaren Alternativen jetzt – nach 13 Jahren und trotz ungeklärter Risiken – die Gen-Kartoffel angebaut werden darf, ist mir persönlich schleierhaft.  Die Zulassung ist ein Grund mehr, Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und ihre Kollegen Norbert Röttgen und Horst Seehofer daran zu erinnern, dass die deutschen Bürger keine Gentechnik auf dem Acker wollen: Schreibt ihnen deshalb einen Denkzettel bei der Greenpeace-Mitmachaktion “Mach dich vom Acker!

Kommentare

  • Ursula Hoch

    Wir brauchen weder genmanipulierte Kartoffeln noch sonst irgendwelche genmanipulierte Nahrung. Als Verbraucher wünsche ich mir eine gesunde Ernährung.
    Frau Aigner, warum lassen Sie den Anbau dieser Kartoffel auf deutschen Feldern zu???
    Die Mehrheit Ihrer Wähler wünscht das nicht. Seien Sie umweltfreundlicher und respektieren Sie die Wünsche der Bürger.
    MfG.
    U. Hoch

    03.3.2010 um 19:14 Uhr · Antworten

  • Marti

    Lieber Benjamin,

    indertat schon erstaunlich, dass der neue EU-Kommissar Dalli so schnell die Amflora-Kartoffel genehmigt hat. Da ist der Name ja Programm! Wir können gespannt sein welche weitere Gentech-Produkte diese Kommission in den kommenden 5 Jahren ihren Segen geben wird.

    Ob wir als Verbraucher ein Produkt mehrheitlich ablehnen oder es bereits Alternativen gibt, sollte für die Genehmigung keine Rolle spielen. Sonst gibt’s nur Einheitsbrei statt Vielfalt! Die Genehmigung eines Produkts sollte nur nach Sicherheit erfolgen.

    Du sprichst von unbekannten Nebeneffekte durch den Zankapfel Antibiotikaresistenzmarkergen: Es soll “möglicherweise Antibiotikaresistenzen bei Bakterien auslösen”?

    Es ist mir auch in Deinem anderen Blog (
    http://blog.greenpeace.de/die-laborknolle-der-basf/) schon aufgefallen, dass Dir folgendes entgangen ist: Das Markergen stammt doch aus Bakterien! Diese Antibiotikaresistenzen sind in der Natur bereits weit verbreitet!

    Vielleicht geben die Experten deswegen Entwarnung für Amflora? Wenn das so ist, sollten wir auf Panikmache und Angstszenarien verzichten. Wir Verbraucher haben letztendlich die Wahl: Wer gegen Gentechnik ist soll Bio essen (und kleiden, und kleben, und schreiben, …) .

    Marti

    04.3.2010 um 17:00 Uhr · Antworten

    • Benjamin Borgerding

      Es ist zwar nicht falsch, dass diese Antibiotikaresistenz bei Bakterien vorkommt, aber das Problem besteht darin, dass es nicht ausgeschlossen werden kann, dass es zu einem horizontalen Gentransfer mit Krankheitserregern im Tier- und Menschendarm kommen kann. Die Tatsache, dass Bakterien “in der Natur” die Antibiotikaresistenz bereits aufweisen, ist m.E. kein Argument dagegen, dass eine zusätzliche Gefahrenquelle ausgeschlossen werden sollte. Was Panikmache angeht, hast du völlig recht. Das Beispiel Amflora zeigt jedoch, dass gentechnisch veränderte Organismen ein Risiko in sich bergen.

      04.3.2010 um 17:17 Uhr · Antworten

      • Marti

        Hallo Benjamin,

        ich verstehe was Du meinst, aber wenn wir immer alle Risiken zu 100% ausschliessen wollen, kommen wir nicht weit, oder? Ich bin froh über den Airbag in meinem Auto.

        Wenn diese Antibiotikaresistenzen bereits weit verbreitet sind und so’ne Gen-Kartoffel dadurch kaum – wenn überhaupt- zur weiteren Verbreitung beiträgt, wieso soll ich mich dann darüber aufregen?

        04.3.2010 um 17:38 Uhr

      • Tobi

        Naja, aber es stellt sich doch die Frage, WER hier WIE “weiter kommt”. Also ich kann da einfach keinen Vorteil für “die Menschheit” sehen.
        Die Fachdiskussion überlasse ich gerne euch – was für mich als Laien dabei für ein Eindruck entsteht, ist: Da wird etwas gemacht, von dem keine so richtig weiß, wa es für folgen hat, aber es kann mir keiner sagen kann, wozu es wirklich gut sein soll, außer daß eine Firma sich davon etwas mehr Gewinn verspricht. Was mir im Fall “Amflora”hier vorallem übel aufstößt ist die Tatsache, daß hier ganz unverholen Interessensvertretung eines Produktes auf dem freien Markt durch die Politik geschieht. Oder könnte man sich anderherum vorstellen, daß eine Bundesregierung sich in den Koalitionsvertrag schreibt “Wir müssen mehr Opel Corsa verkaufen!”?

        PS:
        Zitat: “Wir Verbraucher haben letztendlich die Wahl: Wer gegen Gentechnik ist soll Bio essen…”
        Das geht aber auch nur solange gut, wie es noch naturbelassene Pflanzen und Früchte gibt. Einmal im Umlauf, ist das Zeugs schwer zu stoppen…

        04.3.2010 um 18:04 Uhr

  • Warzecha

    Monsanto & Co – das schreckliche Imperium
    Liebe Leute, dieses von vielen als Kleinigkeit empfundene Gesetz – durchgewinkt von einer bayerischen CSU- Verbraucherministerin(!!!) hat – wie oben schon geschildert – schreckliche Folgen. Ich kann nur jedem Bauern raten auf diesen ‘Dreck’ zu verzichten und das Saatgut aus der Hand von Mutter Natur zu nehmen.
    Wenn wir uns flächendeckend auch noch mit genetisch verändertem Pflanzgut eindecken, werden wir nicht nur abhängig (siehe USA – wo es schon Realität ist), sondern riskieren die Volksgesundheit für kommende Generationen.

    Haut den Genmanipulatoren ihr Giftzeug vor die Füße!!!

    06.3.2010 um 08:45 Uhr · Antworten

  • Woellner,M.

    Konstrukt Amflora – gefährliche Bedrohung für Mensch und Umwelt in Europa

    Dass der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Gentechnik Dalli (Malta) nach einer Woche Amtszeit den beiden BASF-Anträgen für Anbau und als Futtermittel stattgegeben hat, sorgt für Empörung und lässt Fantasien freien Lauf. Die Entscheidung stößt auf Unverständnis. Die europaweite Zulassung des BASF-Konstruktes ist die erste Zulassung eines genveränderten Organismus nach über 12 Jahren und könnte die Einstiegsdroge für weitere GVO´s sein.
    Rundum Entsetzen über die fahrlässige Zulassung für einen EU-weiten Anbau und als Futtermittel mit einer Tolleranz von 0,9% in Lebensmitteln.

    Die Verbreitung durch Anbau und Verfütterung sind bedrohlich für Menschen/Tiere/Umwelt, was allein die unzureichenden kleinsten Fütterungsversuche belegen. So ist im Efsa-Dokument Punkt 4.2.4 über die BASF-eigenen Mini-Fütterungs-versuche nachlesbar, dass bereits in dieser äußerst kleinen Testgruppe von nur (!) 10 Ratten selbst diese schon bei 5%iger Amflora-Beimischung signifikant eine vergrößerte Milz u. Blutbildverände- rung aufwiesen. Aufgrund so eines kleinen Versuches ist jede Aussage über eine „vermeintliche“ Unschädlichkeit ohnehin eine Farce. – An 36 Rindern wurden lediglich Mastergebnisse gemessen, keine gesundheitlichen Parameter. Trotzdem darf Amflora und Pülpe an Rinder u.Schweine verfüttert werden, ohne Auswirkungen zu kennen. Werden künftig Rinder/Schweine ähnliche Schäden haben wie die 10 Ratten? Wird uns neben den mit Gensoja und Genmais u.dgl. gefütterten Schlachttieren nun auch dieses Fleisch oder Milchprodukte auf dem Teller zugemutet? Werden unsere Kinder/Enkel ebenso wie die 10 Ratten eine vergrößerte Milz oder erhöhte Leukozytenzahlen haben? Es ist nicht hinnehmbar, wenn erst Menschen Schaden erfahren würden, bevor Einhalt geboten wird. Meine Befürchtungen sind so groß wie das Entsetzen.

    Zulassung als Futtermittel + 0,9% Lebensmittel-Vermischung und „Nur für technische Zwecke??“
    Die Nahrungskette ist gefährdet! Keiner kann Sicherheit garantieren. Auch der Gen-Reis ging um die Welt und auch Amflora wurde schon auf den falschen Acker gepflanzt (20ha). Dabei hantieren Landwirte per Navi u.sollten ihre Äcker kennen. Versuchsmaterial lag nach der Ernte frei zugänglich massenweise auf dem Acker u.wurde bereits verbreitet. Verschleppungen sind durch Stoppler, beim Transport, über Pflanz-/Erntemaschinen, in der Stärkefabrik, beim Lagern zu erwarten. Eine Amflora-Ladung kann in der Stärkefabrik verwechselt werden, die Stärke landet in der Nahrung. Von welchen Tierhaltern/Stärkefabriken/Molkereien/Kartoffelerzeugern können wir vertrauensvoll Nahrungsmittel essen, trinken, ohne Schaden zu nehmen? Kritische Aufmerksamkeit ist geboten.

    Mit der erlaubten Vermengung in der Lebensmittelkette sind wir nicht mal sicher vor der direkten Gefahr auf dem Teller und möglicherweise ähnlichen Erkran-kungen oder schlimmeren als schon bei nur 10 Ratten bei nur 5%iger Gabe nachgewiesen. Die erlaubte Verwendung als Futtermittel verschlimmert die Furcht vor indirekten Wegen in die Nahrungskette.

    Bei Verbreitung der eingebauten Markergene droht die Resistenz gegen fünf Antibiotika, von denen Neomycin und Kanamycin sogar als Weltreserve auf der WHO-Liste (Weltgesundheitsorganisation) stehen. Diese Antibiotika können unwirksam werden. Was dann, wenn nichts mehr hilft? Von Sicherheit kann hier nicht die Rede sein. Einwände der WHO sowie zwei weiterer EU-Bedenkenträger konnten die Zulassung nicht aufhalten.

    Wie (un)-abhängig ist die Forschung?
    Selbst die gentechnik-freundliche Deutsche Forschungsgesellschaft propagierte schon in 2001, dass „private Unternehmen ca. 80 % der Forschungsinvestitionen in der Agrarbiotechnologie tätigen“, Tendenz steigend. Im Januarheft 2010 der DFG heißt es weiter: „Politische und institutionelle Rahmenbedingungen können die wirtschaftl. Auswirkungen transgener Pflanzen entscheidend beeinflussen.“ Und weiter: „Auffällig ist die Dominanz des privaten Sektors in der Weiterent-wicklung der Grünen Gentechnik – insbesondere einige wenige multinationale Firmen sind auf diesem Feld tätig. Die zunehmende Rolle des privaten Sektors in der internationalen Agrarforschung ist prinzipiell zu begrüßen“. Ist das unabhängig??

    Inzwischen gibt es zwei Kartoffelzüchtungen mit gleichem Amylopektingehalt, ohne Gentechnik, ohne diese Markergene. Eine Knolle wurde von Europlant mittels Tilling-Verfahren (Chemieeinsatz) entwickelt.
    Und auf herkömmliche Weise, ohne gewaltsamen Eingriff in das Erbgut hat die AVEBE-Stärkefabrik im Wendland (Dallmin und Lychen) die Stärkekartoffel ELIANE gezüchtet. Sie enthält ebenso ca. 20 % Stärke, die zu 100 % aus Amylopektin besteht. Sie wird für industrielle Zwecke und auch in der Lebensmittelindustrie bereits erfolgreich und vor allem gefahrlos angewendet. Aufwändige Trennungsprozesse und Schutzmaßnahmen in Stärkefabriken entfallen. Auch die Kartoffel selbst und die Pülpe können problemfrei zur Mast verfüttert werden, unsere Nahrungskette bleibt „sauber“. Amflora ist also 20 Jahre nach der Laborkonstruktion veraltet, überflüssig und gefährlich. Große Verarbeitungs-Unternehmen lehnen sie ab. Es gibt gute Alternativen. Bleibt zu hoffen, dass noch viele folgen und wir eine deutliche Unterstützung unserer gewählten Volksvertreter in die richtige Richtung erfahren, um mindestens den Anbau und auch Import in Deutschland aufzuhalten. Denn durch Missachtung des Bürgerinteresses fühlen sich die Menschen betrogen.

    Wir sind das Volk und wir bestimmen durch unser Kauf- und Wahl-Verhalten, wohin es geht! Und das ist gut so.

    08.3.2010 um 17:23 Uhr · Antworten

  • Woellner,M.

    Amflora – ein lebensbedrohlicher Skandal
    Wie gut schützt mich mein Grundgesetz??

    Tobi bringt es auf den Punkt mit der Interessenvertretung. Gutes Beispiel, dass in keinen Koalitonsvertrag solche Lobbyförderung gehört, weder Durchwinken des BASF-Konstruktes Amflora noch eine Absatzförderung für VW oder Opel.
    Zudem: Ich fühle mein Leben und Gesundheit und das meiner Mitbürger in D. und Europa bedroht durch diese heraufbeschworene Gefahr, über die es keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen über deren Unschädlichkeit vorliegen. Solange darf keine Zulassung ausgesprochen werden. Eine Versuchsreihe mit 10 Ratten ist unwissenschaftlich. Und selbst wenn hier bereits signifikant Schäden auftreten, sind umfangreiche Untersuchungen um so mehr geboten. Wir wissen nicht, was wir tun, fangen aber schon mal an?? Mein Vertrauen hat der Kommissar für Gesundheit, “Verbraucherschutz” und Gentechnik, Herrn Dalli aus Malta, jedenfalls nicht. Diese Zulassungen sind ein lebensbedrohlicher Skandal. Ich erwarte von meiner Regierung und allen Fraktionen, dass sie entsprechend unserem Grundgesetz mein und aller Bürger Leben schützen.

    08.3.2010 um 17:41 Uhr · Antworten

    • Telematik2

      Also es tut mir leid, ich will ja nicht hartnäckig erscheinen, aber was ist denn an dieser kleinen Kartoffel so lebensbedrohlich für die Menscheit?
      Irgendwie konnte mir das noch keiner erklären, es gibt hier nur diese “Meinungen”…

      08.3.2010 um 21:24 Uhr · Antworten

      • Tobi

        Lieber Telematik,
        deine Hartnäckigkeit in allen Ehren, aber wieso stellst du immer die gleiche Frage?
        Das Problem bei “Amflora” ist hier zig mal erklärt worden.
        Und – mit Verlaub- wenn dich Meinungen per se nicht interessieren bist du in einem Blog irgendwie an der falschen Adresse.

        08.3.2010 um 22:01 Uhr

      • Telematik2

        ich stelle immer die gleiche frage, weil ich noch keine konkrete Gefahr gehört habe…

        08.3.2010 um 22:30 Uhr

      • trailblazer

        Die Gefahr ist genau die, dass wir nicht wissen, was diese künstlich geschaffenen Organismen für Folgen haben.

        Dass sich die veränderten Gene auf alle möglichen Bereiche des Ökosystems ausbreiten, hat die Vergangenheit bereits gezeigt. Natürlich sagen die Unternehmen: “da kann nichts passieren” – was auch sonst :) Die wollen schließlich verkaufen.

        Ich bin sonst ein sehr technikbegeisterter Mensch, aber diese Spiele mit den Bausteinen des Lebens, dem Wertvollsten auf diesem Planten, gehen zu weit, denn die möglichen Auswirkungen sind noch völlig unerforscht, wie bereits mehrmals dargestellt.

        08.3.2010 um 23:44 Uhr

      • Telematik2

        was hat sich ausgebreitet? in welcher Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Freilandversuche mit genmanipulierten Pflanzen schiefgehen?

        09.3.2010 um 06:23 Uhr

  • trailblazer

    So sehe ich das auch.

    08.3.2010 um 19:06 Uhr · Antworten

  • trailblazer

    Der Monsanto Mais hat in Mexiko über die Landesgrenze von den USA hinweg die Einheimischen Jahrtausende alten Sorten verdrängt, in Kanada haben sich GVO-Mais Gene weit ins das Ökosystem verbreitet, nur als zwei Beispiele. Die Experimente mit den Mäusen wurden ja schon angesprochen.

    Hier findest du noch ein paar weitere Sachen;
    http://www.keine-gentechnik.de/bibliothek/verbraucher/infomaterial/gp_dossier_gefahren_040201.pdf

    Die vielen negativen Beispiele zeigen ja bereits, dass da einiges an Problemen auftritt – und das waren ja entweder Laborumgebungen oder Zufallsfunde. Wie das genau auf das Ökosystem wirkt, ist ja garnicht bekannt, das ist ja gerade der Punkt. Also ist es verantwortlungslos, das in freier Wildbahn auszuprobieren.

    09.3.2010 um 12:10 Uhr · Antworten

  • Telematik2

    Und, schlimm?
    Mäuse werden andauernd modifiziert, für jede Frage eine neue Maus, das ist Routine in der Forschung….

    09.3.2010 um 22:21 Uhr · Antworten

  • trailblazer

    Ja, richtig – die bleiben aber im Labor, das ist fer feine Unterschied.

    10.3.2010 um 09:13 Uhr · Antworten

  • FDF

    Habe neulich (ich glaube, es war in der Zeit) einen Artikel gelesen, in dem stand, daß im 18.Jahrhundert bei der Einführung der hier so hochgelobten Biokartoffel die Bevölkerung gegen die Einführung war.

    Die Leute befürchteten Risiken und hatten Angst, nunja, sie kannten halt die Kartoffel bis dahin nicht.

    Von oben kam dann das Gesetz, den Anbau durchzuführen, wie die Akzeptanz der Kartoffel anstieg, braucht keine nähere Beschreibung. Sie ist in jedem Supermarkt zu finden und wichtiger Bestandteil vom heutigen Essenplan.

    Ich gehe mal davon aus, daß sich die Befürchtungen auch legen, wenn man erstmal sieht, daß keine Gefahr von ihr ausgeht.

    Zu dem Punkt mit dem Gentransfer in Darmbakterien. Wäre die Gefahr wirklich so groß, müßten dann die Darmbakterien nicht auch die Gene unserer anderer “Bionahrungsquellen” mindestens gleichermaßen aufnehmen? Dann müßte doch jeder von uns eine Insulin (sämtliches Biofleisch enthält das Insulingen) und Gluten (auch Bioweizen ist glutenhaltig, Gluten verursacht nicht selten Allergien) produzierende Darmflora im Darm haben, oder ?

    Interessant auch der häufige Hinweis mit den Genmanipulationen und den möglichen Gefahren.
    Wenn ich die Sachlage richtig sehe, sind bei Amflora zwei (2) Gene von vielen tausend Genen absichtlich und zielgerichtet per Gentechnik verändert worden.

    Aber auch die hochgelobten Biokartoffeln und sonstiges Biogemüse (wenn nicht gerade aus dem Wald geerntet) sind durch Menschenhand genmanipuliert worden. Für die Züchtung von Biopflanzen werden Samen absichtlich radioaktiver Strahlung und hochgiftigen und extrem krebserzeugenden Chemikalien ausgesetzt. Damit werden in der hier so hochgelobten althergebrachten Biozüchtung unkontrolliert viele viele Gene in der Pflanze manipuliert, man sucht sich dann die Pflanzen mit den gewünschten Eigenschaften aus vielen tausend teilweise missgebildeten und zu Tode verstrahlten Mutanten heraus und züchtet weiter -ohne zu wissen, was eigentlich genau an den Genen passiert ist-. Gentechnik scheint angesichts dieser Vorgehensweise bei der althergebrachten Züchtung da doch die sicherere Alternative zu sein, oder ?

    10.3.2010 um 21:39 Uhr · Antworten

    • Telematik2

      Ja, in der Tat!
      Ohne “Züchtung” hätten wir nicht mal Brot oder Mehl, das Ur-Getreide war so klein und unergiebig, dass kein Mensch davon satt geworden wäre… wir wären immer noch Jäger und Sammler

      11.3.2010 um 00:45 Uhr · Antworten

      • Madalin Truica

        Du sagst es doch selber. Das Ur-Getreide wurde gezüchtet nicht genmanipuliert.
        Es gibt doch schon Kartoffeln die durch normale Züchtung den gleichen Stärkeanteil haben wie die Amflora. Die ist auch garantiert günstiger und man hat nicht diesen Patentscheiß am Hals.

        11.3.2010 um 14:19 Uhr

      • Telematik2

        Ich weiss nicht inwieweit Sie einen biologischen Hintergrund haben, oder ob Gentechnik für Sie eine Gefühlssache bleiben soll, die Sie kategorisch ablehnen ohne sich mit Details abzumühen. Sollten doch einmal Ihr Interesse am Verständnis des genetischen Apparates der Zellen erwachen, werden Sie zunächst sehr schnell erkennen, dass Züchtung und “Gentechnik” zwei menschliche Fertigkeiten darstellen, die gemeinsam darauf abzielen, das Genom einer nutzbaren Lebensform nach Ermessen und Willen des Menschen zu beeinflussen. Beide führen irgendwann zum gewünschten Ziel und beide haben ihren Grenzen und Risiken. Wenn sie sich dann noch etwas mehr mit Details über DNS, RNS, Chromosomen, Miose, Meiose, Vektoren, kurz mit “Genetik” beschäftigen, fällt auch ihnen alsbald auch auf “Züchtung” ist eine mögliche Variante der inzwischen viel genauer erforschten “Gentechnik”

        11.3.2010 um 14:49 Uhr

      • Madalin Truica

        Züchtung gab es schon vor dem Menschen. Natürlich nicht so gezielt, aber es entstehen auch ohne den Eingriff des Menschen neue Kreuzungen.
        Bei der Züchtung wird kein Artenfremdes Gen oder ein fremdes Bakterium eingeschleust.
        Mal ein anderes Beispiel:Viele Studien haben gezeigt das synthetische Vitamine nicht so gut sind wie die Echten, direkt aus der Frucht oder dem Gemüse.
        In der Natur oder bei der Züchtung läuft dieses Verfahren komplizierter ab als wir denken. Ein Grund wieso ich der Natur mehr vertraue als Dingen die von Menschen verändert wurden.

        11.3.2010 um 15:55 Uhr

      • Telematik2

        Was Sie meinen, nennt sich Selektion. Züchtung ist menschengenmacht.
        Gene die Arten überspringen gibt es dank Viren auch schon seit vielen hundert millionen Jahren.. natürlich nicht so gezeilt.

        Ihre Aussage zu Vitaminen ist so nicht zutreffend. Ein Vitamin ist ein definiertes Molekül, dem sie nicht ansehen können, ob es künstlich hergestellt oder aus einer Pflanze extrahiert wurde. Es wirkt als immer gleich.

        Richtig ist aber auch dass das Vitamin in seiner “natürlichen” Mischung mit anderen Pflanzenbestandteilen möglicherweise besser resorbiert werden kann vom Menschen, weil wir und unsere degenerierten Vorhfahren es ja schon seit Millionen von Jahren aufnehmen mussten.

        Vitamine sind ja nur deswegen lebensnotwendige Moleküle, weil bei einer Spezies ein Genomabschnitt zur Synthese des Moleküls irgendwann einmal degeneriert ist, und die Spezies trotzdem nicht ausgestorben ist. Vitanmin C zum Beispiel ist für den Menschen ein “Vitamin” für das Schwein nicht, weil das Schwein das Molekül Ascorbinsäure aus Glucose synthetisieren kann – bei uns fehlt dazu leider mindestens ein Enzym… Würden wir den Genomabschnitt beim Menschen reparieren, bräuchten wir im günstigsten Fall kein Vitamin C mehr, oder es geht vollkommen schief und es kommt eine schwerstbehinderte Mutante heraus, deswegen lässt man das beim Menschen leiber bleiben – da bin ich wahrscheinlich auf Ihrer Seite, bei Pflanzen habe ich im Gegensatz zu Ihnen weniger moralische Probleme mal was zu probieren ….

        11.3.2010 um 16:11 Uhr

      • Bruno Straub

        Die “Stärkekartoffel”, die die Firma Europlant entwickelt hat, ist nicht wie weiter oben behauptet wird “”normale Züchtung”", sondern ein mittels Tilling hergestelltes Produkt. Und Tilling ist letztlich Genmanipulation. – (Muß nichts Schlechtes sein!)

        11.3.2010 um 16:22 Uhr

      • Telematik2

        Na prima, auf dem Menschen übertragen wäre “Tilling” also wenn man z.B. ganz Köln mit Dioxin verseucht und schaut, welche der mutierten Kinder die gewünschte Eigenschaft (kann Vitamin C synthetisieren) wieder hat und alle anderen “beseitigt”, um dann anschliessend die wahrscheinlich dennoch deutlich geschädigte Person mit der gewünschten Eigenschaft (kann Vitamin C synthetisieren) durch kreuzung mit gesunden von den zusätzlichen Erbschäden zu befreien….
        …wer das mag….
        was schneller geht, als solange alle Menschen auf der ganzen Erde darauf zu testen, ob sie vitamin C synthetisieren können um dann irgendwann den einen der es kann durch Kreuzungen zu vermehren… usw usw
        und was ganz offensichtlich langsamer ist, also sich die Sequenz für das fehlende Enzym und den Promotor beim Schwein zu schnappen und in ein menschliches Genom einzupflanzen…
        Aber man erreicht immer sein Ziel…
        sollte es aber lieber auf Pflanzen und ggf. Tiere beschränken…

        11.3.2010 um 16:33 Uhr

  • trailblazer

    Selbstverständlich hat der Mensch in der Vergangenheit gezüchtet, aber:

    1) Züchten ist nicht das selbe wie Genmanipulation, da artfremde Gene vermischt werden
    2) Man kann die komplexen Auswirkungen nicht beurteilen, denn ein einziges Gen
    zu verändern kann beispielsweise dutzende ungewünschte (unbekannte)
    Nebenwirkungen haben, weil die Gene sehr komplex miteinander zusammenhängen
    3) Die völlig unzureichenden Tests im Labor und ihre Ergebnisse zeigen, dass es oft zu Problemen kommt
    4) Man kann sich dem ganzen aufgrund des Pollenflug nicht entziehen, selbst wenn man will – und die Gentechnik wird von über 90% der Menschen abgelehnt. Zum Glück gibts bei uns keine beliebigen Dekrete mehr von oben herab.
    5) Ökonomisch geht es für die Konzerne um Unmengen Geld, weil Sie die Bauern in Lizenzverträge zwingen und für Jahre an sich binden, um Monopole zu schaffen (siehe Monsanto). Zudem kann jeder Bauer, in dessen Pflanzen sich die veränderten Gene nachweisen lassen (z.B. durch Pollenflug verursacht) von Ihnen angeklagt werden wegen, weil die “Produkte” patentiert sind.

    Weil das ganze in vielerlei Hinsicht nicht zu kontrollieren ist und man keine Wahl mehr hat ist das ganze abzulehnen, wenn nicht durch langfristige umfangreiche Studien über Jahre nachgewiesen werden kann, dass keinerlei negative Auswirkungen auf die natürliche Artenvielfalt und den Menschen auftreten. Ich kenne keine einzige Studie mit so einem Ergebnis, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
    Es geht mal wieder nur um finanzielle Interessen und potentielle Risiken werden sozialisiert. Der Mensch überschätzt sich gerne n seiner Technikgläubigkeit, wenn es darum geht das Ökosystem (oder auch das Klima) zu verstehen.

    11.3.2010 um 10:49 Uhr · Antworten

  • Nici

    Hallo,

    das klingt recht beängstigend. Ich frage mich auch immer wieder, was noch “echt” ist, was man essen sollte, was besser nicht. Welchen Studien man glauben kann und vor allem wer uns da steuert. Die Antworten sind eigentlich klar – nur ist es nahezu unmöglich “echt” zu leben.

    Besorgte Grüße
    Nici

    09.11.2010 um 08:19 Uhr · Antworten

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