Großes Twitter-Kino bei Nestlé Deutschland

15. April 2010 · von Michelle Bayona

Banner an der Nestlé-Zentrale © Andreas Varnhorn/Greenpeace

Banner an der Nestlé-Zentrale

Die meisten Mitarbeiter der Nestlé-Zentrale in Frankfurt betreten das Unternehmensgelände heute morgen mit gezückter Handykamera. Bei diesigem Wetter und leichten Regen sticht das riesige leuchtend rote Banner unter dem Nestlé-Logo besonders gut hervor. Doch nicht nur die Greenpeace-Aktivisten wollen den Konzern am Tag seiner Aktionsversammlung an seine Verantwortung für die letzten Regenwälder Indonesiens erinnern.

Auch Verbraucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen dazu heute hier in Frankfurt dazu die Möglichkeit bekommen. Kurze Zeit später ist deshalb auch unsere Twitterwall aufgebaut – eine riesige Leinwand, auf der Kurznachrichten aus dem Microbloggingdienst Twitter einlaufen, die den hashtag #nestle tragen.

Trotz der frühen Uhrzeit macht sich die Twittergemeinde bereits eifrig gegenseitig auf den Online-Protest aufmerksam. Die Nachricht verbreitet sich schnell im Netz. Und das Ergebnis sehen wir und die Nestlé-Angestellten im Netz wie auf der Straße (hier in Frankfurt).

Nach und nach trudeln auch die Ansagen an Nestlé ein:

Kitkat, Geschmacksrichtung Urwaldzerstörung? Nein danke

Ein Heim für alle!!!Egal ob Mensch oder Orang Utan.  Stoppt Urwaldzerstörung!!!

Twitterwall vor der Nestlé-Zentrale © Andreas Varnhorn/Greenpeace

Unsere Twitterwall

Die Mitarbeiter haben die Diskussion um ihren Arbeitgeber bereits mitbekommen. „Eins muss man ihnen lassen, gelungene Aktion!“, sagt einer. Fast jeder passiert den Firmeneingang mit einem roten Greenpeace-Infoflyer. Die Forderungen von Greenpeace und die Rolle Nestlés bei der Urwaldzerstörung in Indonesien werden sicherlich gleich heißes Thema im Büro sein. Apropos Büro – auch die umliegenden Firmengebäude bekommen einiges mit! Während Nestlé besten Blick auf die Twitterwand und die eingehenden Online-Nachrichten der Verbraucher hat, haben die gegenüberliegenden Bürohochäuser und Hotels eine hervorragende Sicht auf das riesige, ,15 mal 25 Meter große Banner.

Ein Absender bringt es um 08:11 Uhr auf den Punkt:

Größter Lebensmittelkonzern der Welt versucht sich als klein u. unbedeutend zu verkaufen, um sich aus der Verantwortung zu stehlen #nestle

Greenpeace fordert Nestlé mit dieser friedlichen Demonstration auf, statt bisher leerer Versprechungen sich konkret und zeitnah für einen Stopp der Abholzung der letzten indonesischen Wälder einzusetzen.

Gerade kommt Corinna Hölzer, Waldcampaignerin bei Greenpeace, aus dem Gespräch mit den Pressesprechen von Nestlé. Die beiden Herren, der eine jovial, der andere eher düster dreinblickend, geben unseren Wunsch nach einem gemeinsamen Gespräch nun an den Nestlé-Vorstand weiter.

Wir halten weiter aus und euch auf dem Laufenden. Wenn ihr bei unserer Aktion dabei sein wollt und Nestle die Meinung sagen wollt, twittert mit! Einfach den hashtag #nestle zu eurem Tweet hinzufügen, und ihr erscheint hier in Frankfurt und im Netz auf der Twitterwall.

Kommentare

  • JK

    Guter Artikel! Kann leider selbst nicht dabei sein, daher danke für die Information!

    15.4.2010 um 12:20 Uhr · Antworten

  • Alexandra Eder

    Danke danke für diesen Mut und diese großartige Aktion!!
    Es geht einfach nicht dass die Umwelt und die größte Klimaanlage der Welt einfach abgeholzt wird für minderwertig schmeckende Schokolade und unsere engsten Verwandten einfach abgechlachtet und verottet werden gelassen!!
    Einfach mal einen Moment inne halten und nachfühlen!!
    Aleks Eder

    15.4.2010 um 13:33 Uhr · Antworten

  • D

    Sitze in einem Büro gegenüber und kann mich meinen Vorrednern nicht anschliessen.
    Mögen die Fakten wohl richtig sein (Palmöl wird aus Abholzung des Urwalds gewonnen und bedroht so den Lebensraum von Orang-Utans), so war die Aktion nicht halb so spektakulär wie sie hier beschrieben wird.
    Der Hintergrund der Aktion ist definitiv lobenswert, jedoch ist dadurch mit Sicherheit nicht ein Kit Kat weniger verkauft worden.
    Das Geld für die Aktion hätte man definitv besser verwenden können.

    Schade dass solche Aktionen nach wie vor einer guten Sache dienen, jedoch schlecht organisiert sind und so weiterhin der Eindruck bestehen bleibt, als wäre Greenpeache ein unorganisierter Haufen von “Alternativen”.

    15.4.2010 um 14:11 Uhr · Antworten

  • wk

    Nett gemachte Kampagne, aber es geht wohl nur darum, Aufmerksamkeit für Greenpeace mit einem gut gewählten Opfer zu schaffen. Warum ausgerechnet Kitkat dafür herhalten soll, bleibt offen. Grundsätzlich finde ich die Hintergrund richtig, aber dann sollte sich Greenpeace auch die richtigen Überltäter vornehmen. Schade, dass so viele Unwissende einfach so auf den Zug aufspringen und alles glauben, was Greenpeace erzählt …

    15.4.2010 um 19:06 Uhr · Antworten

  • Florian Pithan

    Wieso nicht KitKat? Die Fakten stimmen und sind eindeutig.
    In KitKat ist Palmöl asu Urwaldzerstörung – das ist doch Begründung genug!
    Und Nestlé ist der richtige Übeltäter – sie nutzen das Palmöl in großen Mengen (2% des Weltverbrauchs!!) und sind nicht bereit, wirklich drauf zu verzichten.

    Die Greenpeace-Fakten stimmen!

    Im Übrigen sind 2% des weltweiten Verbrauchs nicht gerade wenig. Da sollte man nicht nur das subjektiv kleine “2%” hören, sondern die Basis…

    15.4.2010 um 19:34 Uhr · Antworten

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