Für Mappus ist die Welt mit Atomkraft schön

23. April 2010 · von Tobias Riedl

Donnerstag noch Castor-Wetter, heute Demo-Wetter! Die Nacht im Camp in Klein Bünstorf war noch mal bitter kalt, aber wir erwachten bei strahlendem Sonnenschein. Heute geht es weiter nach Lüneburg.

Gestern hat der Treck Stopp in Uelzen gemacht. Bereits am Ortseingang haben sich ca 10 weitere Traktoren und eine große Gruppe Fahrräder in den Treck eingereiht. Mittlerweile sind wir gut 80 Fahrzeuge und 50 Fahrräder. Und kontinuierlich werden es mehr. Morgen werden noch viele Bauern mit ihrem Trecker aus dem Wendland zu uns stoßen. Sie konnten nicht seit Mittwoch dabei sein, weil sie auf dem Feld sein müssen. Aber am Samstag werden auch viele von ihnen zur Demo nach Krümmel fahren. Christoph Schäfer von der Bäuerlichen Notgemeinschaft hat bei der Verabschiedung des Trecks in Gorleben auf eine alte Tradition hingewiesen, wie man sich zu verhalten hat, wenn Not am Mann ist:

Wenn es im Dorf brennt oder eine Beerdigung ist, einer aus der Familie muss da hin, egal was zu Hause los ist. Und so ist es auch am Samstag, einer aus der Familie muss da hin, muss nach Krümmel.

Und wenn man den CDU-Politikern zuhört, begreift man schnell dass wir in einer Situation sind, in der eine solche Tradition wieder zum Tragen kommt. Ob Umweltminister Röttgen, der den Atommüll in den ungeeigneten Salzstock Gorleben bringen will, oder Baden-Württembergs Ministerpräsident Mappus, der gestern sagte, eine

Welt ohne Atomstrom [sei] nicht sauberer, schöner und sicherer.

Unglaublich, wie schamlos Politiker Realitäten einfach ausblenden, um Politik für die Atomkonzerne zu betreiben. Oder hat Herr Mappus noch nie etwas von Tschernobyl, Asse, Krümmel, Harrisburg und all den anderen havarierten Atomanlagen gehört? Hat Tschernobyl die Welt etwa schöner gemacht? Angesichts solcher Aussagen erlebt auf dem Treck wieder ein alter Spruch der Anti-AKW-Bewegung eine Wiedergeburt:

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

Und das gilt nicht nur für die Bauern aus dem Wendland, das geht uns alle an. Darum kommt am 24. alle zur Menschenkette!

Kommentare

  • kleinerhobit

    Dann warten wir mal ab, was Herrr Mappus sagt, wenn die Schweiz unweit der deutschen Grenze ihren Atommüll endlagern wollen. Das hat schon Herrn Oettinger nicht gepasst. Wer Atommüll aus Baden-Württemberg nach Gorleben karren läßt, sollte sich über Schweizer Atommüll direkt an der Grenze zu Baden-Würtemberg nicht beschweren.

    23.4.2010 um 20:49 Uhr · Antworten

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