Open Ship in St. Petersburg

03. Mai 2010 · von Birte Lohmann
Beluga Open Ship © Greenpeace/Name CC-Lizenz BY-NC-ND

Beim Open Ship

Wie viele Personen passen in die Rettungsinsel rein? Welche Farbe haben die Rauchsignale? Ausführlich werden jedem Besucher beim Open Ship alle Fragen zu den Sicherheitseinrichtungen an Bord beantwortet. Selbst der Krängungsmesser weckt Interesse. Alle wollen ganz genau wissen, wann wir die Rettungsinseln, Feuerlöscher, Überlebensanzüge, Rettungswesten und vor allem die Rauchsignale benutzen. Die Kursdreiecke, die Müllcontainer, das rote Kartentischlicht und der Elektroburschi – irgend so ´n Kabelschrank – müssen auch fotografiert werden.

Glas, Papier, Kunststoff und Restmüll sind auf unseren Müllcontainern in 9 Sprachen übersetzt. Endlich wird auch die kyrillische Schrift mit großem Erstaunen stillschweigend (!) gewürdigt, vielmehr fasziniert die Mülltrennung an sich. Es knipst und klickt (der Sohn vor dem Schiff und der Kapitän mit der Freundin) ununterbrochen, aber Kina, unsere Kamerafrau, schießt zurück.

Die russischen Journalisten fragen uns, warum die Menschen die Flüsse verschmutzen? Ich frage mal zurück: Warum können wir nicht das Wasser aus der Leitung trinken? Warum produziert die Industrie Produkte mit so viel Gift? Warum kaufen wir diese Produkte?

Unwissenheit und Gleichgültigkeit heißen die Schuldigen.

Open Ship St. Petersburg © Greenpeace/Wolf Wichmann CC-Lizenz BY-NC-ND

Besucher an Bord der Beluga

Gegen die Unwissenheit haben die russischen Ehrenamtlichen Infotafel vor der Beluga II aufgestellt. Das immense Interesse an der Beluga II nutzen sie aus, um auf die Verschmutzung aufmerksam zu machen. Gleichgültigkeit hat da keine Chance.
Die Ehrenamtlichen vor Ort haben ca. 1.300 Menschen durch unser Schiff geführt und Fragen beantwortet, bis die Zunge schlapp wurde. Wir sind sehr stolz auf unsere russischen Kollegen. Sie haben einen Superjob gemacht. Auch in Deutschland engagieren sich mehr als 2.000 Menschen für die Umweltthemen von Greenpeace.

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