Die Masten werden gelegt

06. Mai 2010 · von Birte Lohmann
CrewWork © Greenpeace/Wolf Wichman CC-Lizenz BY-NC-ND

Die Crew bei der Arbeit

Am 05. und 6. Mai haben wir die Masten in St. Petersburg gelegt. Einen Tag lang (ca. 12 Stunden) habe ich mit Uwe, unserem Master and Commander, die Masten “vorbereitet”. Die gute Vorbereitung garantiert das sichere Legen. Zunächst müssen wir die Gaffeln und die Bäume abschlagen (abmachen) und auf die Ladeluke fieren (langsam runterlegen). Diesmal haben wir die Segel an den Gaffeln drangelassen, welche an sich schon so schwer sind, dass wir schon acht Personen brauchen, um sie anzuheben – ein ordentliches Kontrastprogramm zum gestrigen Open Ship. Uwe ist aber ziemlich ausgefuchst, wenn es darum geht, die Fallen (Leinen zum Hochziehen der Segel) und Dirken (Leinen, die mit den Faulenzern verbunden sind!) zum “Rangieren” zu benutzen. Ruhig und besonnen arbeiten wir zusammen und blödeln in unsere Bordsprache (aus Burschi hat sich jetzt der “der Purchi” entwickelt). Wolf und Kina sind wie bereits gestern “abgetaucht” – diesmal sogar buchstäblich.

Auszug aus der Arbeitsanleitung – Vorbereitung:

  • Lümmelaugen für den Jütbaum am Großmast montieren
  • Großbaum und Besanbaum und die dazugehörigen Gaffeln auf die Luke fieren
  • Fockbaum über die Backbord Rettungsinsel fieren und laschen
  • Kran für Besan aufriggen
  • Ablagebock für den Besanmast vor dem Niedergang montieren
  • Sicherungen der Wanten abschrauben
  • Wantenspanner lösen bis auf ein Unterwant je Seite und je Mast
  • Backstagen vom Groß am Block abschäkeln und zu Blocks holen
  • Fallen und Dirken mit Flaggleine zu einem Bunsch wickeln (Großpiekfall, Großjolle, Gaffelgier und Genickstag nicht mit einbinden)
  • Klüversegel mit Hals und Kopf am Fall wegfieren
  • Klüverstag von der Baumnock abschlagen
  • Jütbaum für den Besanmast aufriggen und am Klaufall vom Groß sichern
  • Slutchblock an der achteren Winde anschlagen

Zu jedem Arbeitsschritt müsste ich jetzt eigentlich wohl noch ganz viel erklären, aber das sprengt jetzt den Rahmen. Das ist auch der Grund, weshalb uns selbst zehn kräftige russische Freiwillige keine große Hilfe wären. Allein das Erklären dauert, vor allem weil ja auch nicht alle Englisch verstehen und manche haben einfach zwei linke Hände und Beine.

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