Abfahrt mit Tücken

13. Mai 2010 · von Birte Lohmann

Unsere Abfahrt hat sich um eine Woche verzögert, sodass mein Kollege Wolf in einem Landteam unterwegs ist, um Proben zu nehmen. Zwischenzeitlich hatten wir den Eindruck, dass unbekannte Kräfte unsere Weiterfahrt verhindern wollen, nachdem wir bereits bei der Einfahrt erstes Packeis überwinden mussten.
In St. Petersburg hatten wir einen Agenten beauftragt, unsere Passage nach Moskau vorzubereiten. Nach unserem Verständnis hätte er wissen müssen, daß die russische Binnenfahrtbehörde eine Inspektion vornehmen muss. Die Funkgeräte in Rußland arbeiten auf einer anderen Frequenz und die Positionslichter sind anders.

Beluga am St. Petersburger Kai © Greenpeace/Wolf Wichmann CC-Lizenz BY-NC-ND

Die Beluga II am Kai

Logisch – jedes Land hat andere Vorschriften. In Deutschlands Binnengewässern müssen wir mit einer blauen Tafel fahren, die den Talfahrer berechtigt, zu bestimmen, an welcher Schiffsseite begegnet wird. Die Diskussion, ob wir einen Heckanker brauchen, war sehr zäh, und am Ende war er sogar überflüssig. An Steuerbord und Backbord sind hier jeweils zwei Blitzlichter zu führen, und ich habe sie an mindestens drei verschiedenen Stellen montiert, bis die Inspektoren zufrieden waren. Es gibt darüber auch Schriftgut, aber das musste erst mühsam übersetzt werden und trotzdem gibt es dann immer noch ganz viel „Spielraum“ in der Interpretation. Auch wenn wir alle Anforderungen sofort umsetzen, führt das natürlich nicht zu einer Beschleunigung auf der anderen Seite.

Am 13. Mai um 23:30 Uhr heißt es endlich: Leinen los!

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  • [...] Wie lösen wir jetzt wieder diese Probleme? Die Korrekturen können wir mit den Lotsen während der Fahrt auf den Karten vornehmen und ein anderer Experte versiegelt morgens um 04:00 Uhr unseren Tank, als Nachweis für die Behörden in Moskau, dass wir leer sind. In Russland ist eben alles möglich. [...]

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