In der prallen Hitze harren die Hamburger Ehrenamtlichen aus. Dabei haben sie ein Banner, Infomaterial, Unterschriftenlisten und Aufsteller: Wo Aral draufsteht, ist BP drin.
Greenpeace-Aktivisten protestieren gerade in Hamburg, Essen, München, Berlin und Köln vor den Aral-Tankstellen und fordern einen Stopp der Ölbohrungen in der Tiefsee.
Schon nach anderthalb Stunden sind die Hamburger Unterschriftenlisten voll und neue müssen kopiert werden. Die ehrenamtlichen Aktivisten erzählen mir, dass kaum jemand nicht unterschreibt. Viele bleiben proaktiv stehen, sogar Fahrradfahrer steigen ab, um sich zu informieren. Ein Auto mit drei jungen Männern fährt hupend vorbei – dann drehen sie um und steigen aus, um die Petition zu unterstützen. Auch ein Aral-Mitarbeiter auf dem Moped hält extra an. Er will zwar nicht unterschreiben („Mein Chef, ne, das geht nicht“), findet die Protestaktion aber gut.
Einige der Leute, die gerade bei Aral ihren Tank füllen, scheinen ein schlechtes Gewissen zu haben. Bei der Ausfahrt stecken sie schnell noch den Infoflyer ein. Eine Dame meint hingegen, sie würde seit der Ölkatastrophe nur noch bei Aral tanken – die bräuchten jetzt das Geld, um das Leck wieder zu stopfen. Puh, da bleibt einem manchmal für einen Moment ganz schön die Spucke weg….
Hier in Deutschland verkauft BP seine Mineralölprodukte unter seiner blauen Marke Aral. Nur noch fünf BP-Tankstellen gibt es bundesweit. Die havarierte Plattform “Deepwater Horizon” im Golf von Mexiko gehört zwar dem Schweizer Unternehmen Transocean - BP hat die Deepwater Horizon jedoch bis 2013 geleast. Obwohl der Ölfleck mit jedem Tag wächst und BP die Situation immer noch nicht im Griff hat, scheinen die Ölkonzerne wenig gelernt zu haben. Eine Aktivistin, die zwei Tage zuvor beim Greenpeace-Protest vor den Ölkonzern-Zentralen dabei war, berichtet von Gesprächen mit Shell-Mitarbeitern. Dort glaubt man wohl, dem eigenen Konzern könne das nicht passieren… Shell gibt ja sogar öffentlich zu, weitere Tiefseebohrungen zu planen, die Branche hält sich ansonsten vornehm zurück. Naja, Schweigen ist auch eine Antwort…
Hier ein kurzer Überblick über unsere Forderungen:
Wir verlangen von den Geschäftsführungen und Vorständen der deutschen Mineralöl-Firmen, ihre Mutterkonzerne aufzufordern:
- Verzicht aller an der Ölförderung beteiligten Unternehmen auf Ölbohrungen in der Tiefsee
- Sofortiger Wechsel in der Energiepolitik: weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Energieträgern und Energieeffizienz
Falls ihr die Greenpeace-Forderungen an die Vorstände und Geschäftsführungen der deutschen Mineralölförderungen unterstützen wollt – hier geht’s zur Online-Petition. Wer noch mehr machen will, kann sich dort die Unterschriftenlisten als Kopiervorlage herunterladen und selbst sammeln!
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Energiesparfuchs
http://www.bio-wasserstoff.de und wir müssen keine Energieunternehmen mehr betteln, dass sie sich doch bitte schön umweltfreundlich verhalten sollen.
04.7.2010 um 09:27 Uhr ·
Telematik2
jetzt schaue ich nach langer abstinenz wieder mal herein und bereue es sofort… es wird immer esotherischer… Biowasserstoff.
Diese Idee ist unrealistisch:
1) Wirkungsgrad von Sonneneinstrahlung bis Biowasserstoff sollte so um 1% liegen
2) Der Deutsche Primäerenergieverbrauch liegt Doppelt so hoch wie der gesamte Photosyntheseertrag in Deutschland. Wir müssten die Industrie quasi abschaffen und danach würden 90% der Einwohner verhungern.
3) Wasserstoff ist hochflüchtig. Keine einzige Erdgasleitung wird den Wasserstoff ‘drinbehahlten, der pfeift einfach durch die Dichtungen
4) Wasserstoff und Helium sind die einzigen beiden Gase für die unsere Atmosphere nicht dicht ist, steigen wir in grossem Stil in die Wasserstoffwirtschaft ein verliert unser Planet Wasserstoff in den Weltraum und ist irgendwann so furztrocken wie der Mars…
Die Biowasserstoffidee ist ein höchstgefärhliches Programm….
04.7.2010 um 21:29 Uhr ·
Energiesparfuchs
Stimmt, Biowasserstoff ist für die etablierte Energiewirtschaft höchstgefährlich, weil damit das alte System ökonomisch keine Chance mehr hat. Wichtig ist, dass Angstparolen aus der Mottenkiste verbreitet werden müssen, damit niemand auf dumme Gedanken kommt.
1. Der Wirkungsgrad ist uninteressant, entscheidend sind Kosten, Zeitfenster (Klimaschutz) und Umweltverträglichkeit
2. Unter http://www.biowasserstoff-magazin.de im Heft Nr. 19 ist der Bedarf an Biomasse dargelegt. Niemand wird hier und anderswo wegen der Energiegewinnung hungerrn.
3. Das Regelwerk der Stadtgaszeit gilt für das Erdgasnetz noch. Stadtgas bestand zu 60 Prozent aus Wasserstoff. Weiteres im o.g. Magazin Heft Nr. 18.
4. Selbst der DWV (Deutscher Wasserstoffverband) hat die Problemik untersucht. Zu einer Austrocknung der Erde wird es nicht kommen.
05.7.2010 um 20:05 Uhr ·
Telematik2
1. Der Wirkungsgrad ist niemals uninteresant, die spannende Frage ist, wieviel Energie pro Qaudratkilometer Flächenverbrauch da hinten herauskommt.
2. Das hängt davon ab wieviel Energie wir daraus ziehen wollen. Da wir unter Ausschöpfung aller aber auch wirklich aller Möglichkeiten weniger als 50% der in Deutschland benötigten Energie als Bio KOHLENwasserstoff erhalten können, ist der Biowasserstoffplan gänzlich unrealistisch.
3. reiner Wasserstoff ist hochflüchtig. Siehe auch Gummi-Kirmesluftballons, und wie sie nach 3 Tagen aussehen, und da ist “nur” Heilum ‘drin. Die meisten Dichtungen werden nachgebessert werden müssen.
4. Es wird zu einer Austrocknung kommen, aber es wird halt dauern. Nach tausend Jahre Wasserstoffwirtschaft, ist etwa die Wasserstoffmenge des Bodensees vollständig im Weltraum verschwunden. Das dauert lange, ist aber weit weg von erneuerbar und nachhaltig… Die Energie um in den Weltraum vordringen zu können um neuen Wasserstoff von z.B. den Gasriesen zu holen bietet dieses Konzept auch nicht, das geht nur mit Kernenergie…
05.7.2010 um 21:27 Uhr ·
Energiesparfuchs
Stimmt, bei der Kernenergie wissen wir auf jeden Fall, woran wir sind. Deshalb werden Japan, Südkorea und China auch demnächst mit Reaktoren Wasserstoff für die Deckung von Energiebedürfnissen produzieren (siehe http://www.biowasserstoff-magazin.de, Sonderausgabe Nuklearwasserstoff). Nun zu den Argumenten:
1. Wir haben weltweit genügend Ackerflächen und Biomasse, um alle Menschen satt zu kriegen und mit Energie zu versorgen (o.g. Link, Themenheft “Energiepflanzen”, zur Ergänzung auch Themenheft “Energie sparen”). Zusätzlicher Ökostrom aus Windkraft, Wasserkraft und Solarthermie können den Flächenbedarf stark senken. 30 % weniger Verzehr von tierischem Eiweiß oder etwas mehr ist sowieso angesagt.
2. Machen sie ruhig was mit Bio-Kohlenwasserstoffen. Damit hat Biowasserstoff nichts am Hut. BtL-Kraftstoffe sind reine Energieverschwendung.
3. Das Erdgasnetz muss geringfügig modifiziert werden, das kostet aber nur einen Bruchtiel von Smart Grid und auf HGÜ-Stromübertragung aus der Sahara über 3.000 km können wir locker verzichten.
4. Wir haben jetzt ein Problem und können es innnerhalb von 20 bis 30 Jahren lösen. Die nächsten Generationen haben dann viel Zeit, sich weitere Gedanken zu machen. Das es innerhalb von 1.000 Jahren keinen Fortschritt geben soll, ist unvorstellbar. (PS: Interessant wäre, um wieviel sich der Meeresspiegel weltweit absenken würde, wenn die Wassermenge des Bodensees fehlt.)
06.7.2010 um 06:48 Uhr ·
Telematik2
2. Ich möchte nichts mit biologischen (Kohlen)wasserstoffen anfangen. Ich wollte lediglich anmerken, dass die Biowasserstoff-Idee nicht mal annähernd Bedarfsdeckend ist. Weniger Fleisch essen hilft da auch nicht. Wenn wir alles Pflanzenmaterial, was in einem Jahr entsteht (nach Ausrottung sämlticher Insekten, Pilze, Tiere und anderer Pflanzenverzehrer) in einen Topf packen und die gespeicherte Energiemenge taxieren, ist dort 50% unseres aktuellen jährlichen Bedarfs ‘drin. Das Ergebnis der Photosynthese ist kein Wasserstoff sondern ein Kohlenwasserstoff:
6 H2O + 6 CO2 => C6H12O6 + 6O2
Der inital entstehende Wasserstoff ist nicht verfügbar. Bei der “Vergasung” von Biomasse geht wieder Energie verloren. Also haben wir vielleich 25% unseres Bedarfs in diesem unrealistischen Szenario jeden Pflanzenfitzel zu vergasen. Realistisch kommen wir vielleich auf 1-5% des Bedarfs, stellt sich die Frage wie wir die anderen 95% Energie freisetzen wollen ohne Kohle Gas und Öl….
06.7.2010 um 11:04 Uhr ·
Energiesparfuchs
Wir haben weltweit (in Europa sowieso) mehr Biomasse, als wir brauchen. In den von mir genannten Quellen können sie das selbst nachlesen. Ich weiß ja nicht welchen Energie-Input sie in das System stecken wollen. Biowasserstoff bedeutet, dass wir mit ca. 30 Prozent der bisherigen Primärenergie (Input) unseren heutigen Endenergiebedarf (Output) decken können. Eingespart wird hier auf der Erzeugerseite und das sind 70 Prozent. Zusätzlich könnte man noch auf der Verbrauchsseite sparen. Das ist aber gar nicht notwendig. Biomassevergasung hat aufgrund neuer Technologien einen Eigenbedarf von max. 8 Prozent (bezogen auf Ho). Die sich daran anschließende Verteilungskette Pipeline — Verbraucher (Haushalt, Unternehmen, Tankstelle) ist unschlagbar effizient in der Nutzung der bereitgestellten Energie (KWK neuer Art stationär, gasförmiges H2 in Fahrzeugen).
Machen sie ruhig mit Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran weiter, alles technologisch überholt und ökonomisch mausetod.
06.7.2010 um 17:59 Uhr ·
Telematik2
wenn man Glucose, das Endprodukt der Photosynthese vergast, erhält man Wasserstoff mit nur 8% Verlust?????
Dream on, Baby…. Da hätte ich jetzt aber gerne mal eine genaueste Lietraturangabe..
06.7.2010 um 23:59 Uhr
Energiesparfuchs
Da an der letzten Eintragung keine Antwortschaltfläche vorhanden ist dann hier die Antwort auf: “Dream on, Baby…. Da hätte ich jetzt aber gerne mal eine genaueste Lietraturangabe..”
Mit Befremden nehme ich diese Intimität zur Kenntnis. Betreuen sie mal ihre Kleinkinder weiter. Noch ein Tipp für das weitere Leben: Vielleicht reicht der Platz im eigenen Keller ja noch aus, um ein paar Fässer Atommüll zu lagern.
07.7.2010 um 16:59 Uhr ·
Telematik2
wo ist die Literaturstelle, bitte?
Es ist einfach chemisch unmöglich mit nur 8% Energieverlust Glucose zu H2 und was eigentlich? CO2? zu vergasen….
Wenn man mir etwas weismachen will, was einfach gar nicht gehen kann ohne Peptuum mobile, dann werde ich halt etwas nachbohrend….
07.7.2010 um 23:01 Uhr
Telematik2
und bevor ich verhungere an dieser Biowasserstoffideologie, nehme ich die ganzen 33 Tonnen Atommüll, die alle Kernkraftwerke Deutschlands in einem Jahr hinterlassen in meinen Vorgarten – Ein Würfel mit 3,6 m Kantenlänge – mehr wäre es gar nicht, hätte Rot-Grün durch den Ausstieg aus der Wiederaufbereitung dieses Volumen nicht verfünfzehnfacht….
Ach übrigens, diese 33 Tonnen Atommüll ersparen 160 Millionen Tonnen CO2.
Wieviel Biomasse an Ausgangsprodukt bräuchte ich dafür? Grob über den Daumen gepeilt eine Milliarde Tonnen (Nassgewicht) an was denn? Holz? Gras? Getreide?
Merken Sie nicht wie aberwitzig diese Biowasserstoffidee ist??? Wo soll soviel Biomasse herkommen, und was essen wir dann?
07.7.2010 um 23:14 Uhr
Rob
Nicht vielen Menschen ist bewusst, dass ARAL zu BP gehört, weshalb die Aktion von euch durchaus ihren Zweck nicht verfehlt. Hier auch ein interessanter (sarkastischer) Beitrag: http://www.vanillabanking.de/2010/05/25/aral-warum-ein-investment-in-oelmultis-wie-bp-total-super-ist-der-expertentipp-fur-die-richtige-geldanlage/ Der Anfang vom Wachrütteln der Gesellschaft, insbesondere der US-amerikanischen, ist mit der Aktion von Greenpeace gemacht. Dennoch ist es allgemein ein Systemfehler, dass unsere Weltwirtschaft von nur wenigen Grosskonzernen abhängt: den Ölmultis, die pro Jahr mehr Gewinn einfahren, als ganze Staaten erwirtschaften. Alles, aber auch wirklich alles ist auf diese schmutzige fossile Wertekette ausgerichtet. Ziel muss es für die Zukunft sein, ein dezentrales Energiesystem mit vielen alternativen, lokalen Energiequellen aufzubauen. Greenpeace, E-Autos, kleine Blockheizkraftwerke, Solar-Panele, Windkraftanlagen – das alles sind Bausteine auf dem Weg dahin. Und jeder kann natürlich seinen Beitrag dazu leisten – das geht nicht von heute auf morgen.
06.7.2010 um 15:26 Uhr ·
Jim Bob
Greenpeace und Elektroautos ist wie der Teufel und das Weihwasser !
http://blog.greenpeace.de/sind-e-autos-klimafreundlicher-als-konventionelle/#comments
07.7.2010 um 16:33 Uhr ·
Jim Bob
Es wird höchste Zeit das Greenpeace im eigenen Haus wieder Glaubwürdigkeit herstellt.
Es ist ja durchaus begrüßenswert und richtig das gegen Tiefseebohrungen protestiert wird.
Auf der anderen Seite fordert aber euer Verkehrsexperte, Herr Lohbeck, eher den Verbrauch von fossil betriebenen Autos zu senken, anstatt die schnelle Einführung von Elektromobilität zu fordern und damit den den Verbrauch von Öl langfristig komplett herunterzufahren.
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Sorry, aber ein Alkoholiker wird durch weniger Alkohol auch nicht trocken, nur der komplette Verzicht bringt etwas.
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Was wir brauchen ist eine schnellstmögliche Umstellung auf die elektrische Mobilität bei allen Fahrzeugarten und zugleich sollte mehr Intelligenz in heue Verkehrskonzepte gebracht werden, nur so können wir es schaffen uns vom Öl abzukoppeln !
07.7.2010 um 16:31 Uhr ·
Rob
finde ich richtig! der strom für e-autos muss ja irgendwo herkommen. es geht um das prinzip und mit den jahren steigt auch der anteil an erneuerbaren energien. wenn greenpeace eine abneigung gegen e-auto hat, dann müsste man dies auf alle verkehrsmittel anwenden:
was ist mit der bahn? (schmutzige energie + grosser landschaftsverbrauch + leerfahrten + eisen hergestellt mit schmutziger energie….)
auch das fahrrad wäre dann dran: die energie kommt aus der muskelkraft – DOCH: hat man sich gesund ernährt, sozusagen nur Bio-Produkte gegessen, sonst ist ja das fahrradfahren auch umweltschädlich!!!!!
usw..
08.7.2010 um 18:03 Uhr ·
Margaritha
Hallo Rob, deine Schlussfolgerungen sind absolut richtig!
Greenpeace kritisiert deshalb auch – wenn ich da richtig informiert bin – die Deutsche Bahn für ihre Strompolitik – insbesondere den KKW-Neubau in Datteln.
Und auch was biologische Ernährung angeht, gehört das zu den Dingen, die Greenpeace fordert und fördert…
08.7.2010 um 21:27 Uhr
Maria
Finde den Beitrag sehr Spannend und ebenso die Antworten
01.9.2010 um 18:17 Uhr ·