Ich nähere mich der 30-Jahr-Feier von Greenpeace vom Wasser aus – passend für eine Organisation, die auf dem Meer geboren wurde. Schon von fern sieht man die Masten der Beluga II, die vor dem Greenpeace-Aktionsmittellager vor Anker liegt. Doch hier liegt noch anderes im Wasser: Neben dem Anleger planschen rot gewandete Gestalten. Sie schwimmen auf dem Rücken und schlagen träge mit flossenartigen Armen wie ein Rudel seltsamer Seehunde. Es handelt sich um Besucher, die die “Mutprobe: Überlebensanzüge testen” angenommen haben. Ich befrage einige, als sie tropfend aus dem Wasser stapfen. “Lustig”, fand Sally, die locker zweimal in den Anzug passen würde, die Erfahrung. Ihr Vater René fühlte sich “warm und sicher”, während der Greenpeace-Ehrenamtliche Alexander eine gewisse Verwandtschaft mit den Teletubbies spürte.
Im Hamburger Lager bewahrt Greenpeace all die Ausrüstungsgegenstände auf, die für erfolgreiche Aktionen nötig sind. Auch die meisten kleineren Fahrzeuge von Greenpeace Deutschland werden hier am Rethedamm gelagert, wenn sie nicht gerade im Einsatz sind. Das sind nicht nur Boote: Auf dem Hof steht mit offener Motorhaube der SmILE – “Small – Intelligent – Light – Efficient”. Mit diesem eigens entwickelten Auto hat Greenpeace schon 1996 der Autoindustrie gezeigt, dass eine Senkung des Benzinverbrauchs auf die Hälfte möglich ist – ohne auf Komfort, Sicherheit und Leistung verzichten zu müssen. Ein Greenpeace-Mitarbeiter steht neben dem Wagen – mit Besuchern ins Gespräch vertieft.
Natürlich kann man hier auch Schlauchboote bewundern. Einige davon sind draußen im Hafen unterwegs. Besucher können den ganzen Tag über Probefahrten machen. Zu sehen gibt es auch noch ein ganz besonderes Gefährt: das “Flying Dinghy”. Dank der Kombination mit einem Hängegleiter kann dieses Schlauchboot fliegen.
An der Fassade des Lagergebäudes ist plötzlich etwas los. Während die anderen Besucher und ich zuschauen, seilen sich drei Kletterer vom Dach ab. Auf einmal hängt eine von ihnen schlaff am Seil; ist ihr schlecht geworden? Glücklicherweise ist das nur gespielt. Trotzdem ist es spannend zu sehen, wie die in Not geratene Aktivistin von ihren Mitstreitern geborgen wird.
Weiter hinten auf dem Gelände können Gäste dann auch selbst eine Wand erklimmen – natürlich unter Anleitung. Will ich das auch mal versuchen? Vielleicht lieber nicht… Die anderen Besucher scheinen aber jedenfalls ihren Spaß zu haben.
Im Erdgeschoss streife ich durch die Ausstellung, die die wichtigsten Themen der Organisation und ihre herausragendsten Aktionen und Erfolge vorstellt. Greenpeace-Mitarbeiter und Ehrenamtliche sind überall präsent, um Fragen zu beantworten – zweimal am Tag stehen hier auch die Geschäftsführer Brigitte Behrens und Roland Hipp Rede und Antwort. Unter all den Exponaten beeindruckt mich ganz besonders der “Solar Chill”, ein für den Einsatz in Entwicklungsländern entwickelter, solar betriebener Kühlschrank für Impfstoffe.
Nachdem ich mich mit einem Stück leckeren Mandelkuchen gestärkt habe, begebe ich mich ins Obergeschoss. Dort finden Vorträge und Filmvorführungen statt – zum Beispiel über die Waldkampagne oder über die Ereignisse um die Ölplattform Brent Spar. Ein Stockwerk weiter oben finde ich das Kinderprogramm. In einem mit farbenfrohen Transparenten geschmückten Raum lauscht eine Kindergruppe wie gebannt einem Vortrag über Wale und Delfine. Andere Kinder belagern derweil die Button-Maschine, malen Banner oder lassen sich in allen Regenbogenfarben schminken. Einige schminken enthusiastisch gleich noch geduldige Mütter und andere Erwachsene mit. Bevor ich selbst bemalt werde, flüchte ich lieber wieder nach unten.
Bei einem weiteren Stück Kuchen unter dem Zeltdach im Hof ziehe ich Bilanz: Eine rundum gelungene Veranstaltung. Neugierige, die bisher noch wenig über Greenpeace wissen, kommen hier auf ihre Kosten. Und Freunde und Förderer, die die Greenpeace-Arbeit schon lange verfolgen, können hier mit “echten Aktivisten” über Hintergründe fachsimpeln.
Einige Medienbeiträge zum Greenpeace-Jubiläum:
Tagesschau (ganze Sendung online – Greenpeace-Beitrag ab 2:14)
NDR Hamburg Journal (Videolink knapp unterhalb der Seitenmitte)
RTLRegional – (Video, zeigt auch das Flying Dinghy in Aktion)
SWR cont.ra (Radiobeitrag online)
Weitere Infos über 30 Jahre Greenpeace gibt es auf www.greenpeace.de.
Christina Hansen arbeitet in Frankfurt ehrenamtlich für Greenpeace. Im Moment absolviert sie ein Praktikum in der Internet-Redaktion von Greenpeace in Hamburg.
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Michael Bauer
Alles Gute zum Geburtstag. Gut das es euch gibt.
Wenn alles klappt sehen wir uns in Köln, habe mir den Termin schon aufgeschrieben und will vorbeikommen.
Bis dann
euer Michael
30.8.2010 um 21:57 Uhr ·
Peter
Bitte macht weiter so, Ihr werdet gebraucht! Vielen Dank für Euer Tun und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Peter
31.8.2010 um 03:52 Uhr ·
Karin
Zuerst einmal: ich schließe mich den bisherigen Kommentaren an … Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! WEITERMACHEN!!! NIEMALS AUFGEBEN!!!
Als Fan von Buttons freut es mich zu sehen, dass die Kids Eure Buttonmaschine belagert haben, um ihre kreativen Ideen (oder auch schon Protest(!)) auf Ansteckbuttons festzuhalten.
31.8.2010 um 11:03 Uhr ·
Angelika Richter
Herzlichen Glückwunsch zum 30. Jahrestag. Weiter so und Dank für euren Einsatz!!! Zum 20.Jahrestag war ich mit unserem Greenteam FÖF(Friedrich-Fröbels-Ökofreunde)in Hamburg dabei. Damals feierten wir unseren 5. Geburtatag, jetzt den 15. Wir würden gern ein Archivbild aus dem Jahre 2000 schicken. Greenteam FÖF
01.9.2010 um 21:14 Uhr ·
walter lamprecht
Glückwunsch GREENPEACE,. ich bin gerne Förderer,Stromkunde,Genossenschaftsmitglied,Shopkunde und Aktivist geworden,weil ich bin auch der Meinung Atomkraft ist nie zu beherrschen.
Denn passiert was können wir alle ausziehen….
01.9.2010 um 23:47 Uhr ·
Anna15
Wow.Greenpeace.! 30 jahre gibt es diese super organisation jetzt schon.Alles gute und weiter so.
Ich habe sehr viel respekt vor der arbeit der greenpeace aktivisten.Ich wuensche euch viel glück und hoffe,das ich euch später (wenn ich ein wenig älter bin) tatkräftig unter die arme greifen kann.
LG. anna
02.9.2010 um 19:51 Uhr ·