Wie die Katze so das Herrchen. Rolf Martin Schmitz, Vizechef vom Atomkonzern RWE, befindet sich seit Verkündung der Laufzeitverlängerung am Sonntag im Endorphinrausch. Endorphine machen redselig: Gestern offenbarte Schmitz auf einer Energiekonferenz, dass die Atomkonzerne und die Bundesregierung am frühen Montagmorgen um 5.23 Uhr eine Vereinbarung zur Laufzeitverlängerung unterschrieben haben. Was Schmitz anscheinend für den normalsten Vorgang auf der Welt hält, löste im Rest der Republik schaudernde Empörung aus.

Zwei Energieriesen: RWE-Werbemonster und RWE-Boss Jürgen Großmann, Foto rechts: (c) Michael Gottschalk DDP
Heute legt Schmitz nach. Ein Interview mit der Süddeutschen Zeitung bot ihm die willkommene Gelegenheit, der Bundesregierung einen umfassenden Beschwerdekatalog vorzulegen. Die Höhe der geplanten Laufzeitverlängerung ist Schmitz noch zu niedrig. Dabei liegt sie mit 14 Jahren für die neueren Meiler und durchschnittlich zwölf Jahren weit höher als Beobachter zuletzt erwarteten:
Technisch geht mehr, das zeigen die Laufzeiten baugleicher Meiler im Ausland. In acht Jahren wird man nun analysieren müssen, ob wir beim Umbau der Energiebranche dann weit genug gekommen sind.
Kurzes Memo an Schmitz: Die Atomkonzerne haben im Jahr 2000 den Atomausstieg mitbeschlossen. Trotzdem wollen sie zehn Jahre später den Ausstieg wieder rückgängig machen – und zwar mit der Begründung, man sei beim Umbau der Energiebranche noch nicht „weit genug gekommen“. Da prosperieren die Erneuerbaren weit über die kühnsten Erwartungen hinaus und plötzlich stimmen die Vorraussetzungen für den Ausstieg nicht mehr? Merkwürdig.
Auch die Brennelementesteuer lehnt Schmitz prinzipiell ab, obwohl die Regierung auch in diesem Punkt eingeknickt ist wie ein spröder Grashalm: Statt der ursprünglich veranschlagten 2,3 Milliarden Euro jährlich müssen die Atomkonzerne wohl nur 1,5 Milliarden Euro in den Fiskus abführen, weil sie die Steuer als “Betriebskosten” absetzen können. Trotzdem schließt Schmitz eine Klage gegen die ungeliebte Steuer nicht aus:
Klar ist: Die Steuer trifft uns hart. Wir sind als Vorstand gehalten, die Interessen unserer Aktionäre zu schützen. Dies bedarf einer entsprechenden Abwägung
Zumindest gibt Schmitz freimütig zu, wessen Interessen seinem Konzern vor allen anderen am Herzen liegen. Auch dem Kartellamt ist nicht entgangen, dass mit der Laufzeitverlängerung vor allem der Profithunger der Konzerne gestillt wird: Präsident Andreas Mundt hat bereits kritisch angemerkt, dass mit der Laufzeitverlängerung oligopolistische Strukturen zementiert würden. Auch die Stadtwerke beschweren sich zunehmend verzweifelt über die Bevorzugung der Atomkonzerne durch die Bundesregierung.
Fast schon én passant killt Schmitz dann noch das bisherige Totschlagargument, dass die Laufzeitverlängerung billigen Strom garantiere: Der Strompreis würde lediglich “gedämpft” werden und damit weniger stark ansteigen als ohne Laufzeitverlängerung. Schon klar.
Ob Frau Merkel irgendwann mal die Schnauze voll hat? Da beteiligt sie die Strombosse in Videokonferenzen an staatspolitischen Entscheidungsprozessen und lässt ihre Staatssekretäre morgens um Fünf aus dem Bett klingeln, um einen Vertrag zu unterschreiben, der denselben Strombossen über Jahre hinaus riesige Profite sichert. Da tut sie alles Erdenkliche, um es den Herren so recht und angenehm wie möglich zu machen: Und die danken es einem mit Klagen und Beschwerden wie ein Haufen verzogener Millionärskinder.
Vielleicht (hoffentlich!) wird sich die übermütige Selbstverständlichkeit, mit der sich die Atomkonzerne in sakrosankte Entscheidungsprozesse der Politik einschalten, eines Tages als ihre Hybris erweisen.
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Bruno Straub
Benjamin, die letzten Tage sind für euch ja wirklich nicht optimal gelaufen. Aber ich habe für euch einen Trost:
Greenpeacler, freuet Euch! Die Entscheidung vom Sonntag erspart der Umwelt über eine Milliarde t CO2 und “reserviert” eueren und meinen Nachkommen viele 100 Mio t Kohle. Ihr müßt nur dafür sorgen, dass KohleKW abgeschaltet, bzw. nicht neu gebaut werden.
08.9.2010 um 22:12 Uhr ·
Funghi
Hatten wir schon.
08.9.2010 um 22:17 Uhr ·
Bruno Straub
Funghi, ich weiss. Aber Benjamin wiederholt sich auch ständig…
08.9.2010 um 22:21 Uhr
Energiesparfuchs
Der Begriff Atomkonzerne bringt es nicht auf den Punkt. Die vier großen Stromversorger betreiben alle unterschiedliche Kraftwerksarten (u.a. auch Kernkraftwerke) und stehen für mindestens.80 Prozent des Marktes. Diese Praxis wird seit Jahren so hingenommen. Glauben sie wirklich, dass das Kartellamt jetzt plötzlich aktiv wird ?
Ich glaube nicht, dass sie verstanden haben, wie das große Spiel läuft. Ohne die Monopolisten wird es keine Offshore-Windparks in der Nordsee geben, weil dafür Milliardenkredite notwendig sind, die kein Mittelständler zusammenbekommt (das sind ihre prosperierenden erneuerbaren Energien !!!). Die Energiewende, die sie wollen, funktioniert nicht. Die neue Ordnung wird die alte Ordnung sein. Das Tempo der Entwicklung dorthin bestimmen die magischen Vier. Sie mögen ja die Schnauze voll haben, nur erwarten sie von der Regierung bloß keine Wunder, egal wer da sitzt. Mit Plan B erschrecken sie niemanden.
08.9.2010 um 22:25 Uhr ·
Heinz
Hallo,
betrachtet bitte mal wer die Aktionäre dieser Monopolisten sind. 1,84% der Aktionäre bei der EnBW sind private Anleger, der Rest wird von der Öffentlichen Hand gehalten. Die Öffentliche Hand besteht zu großen Teilen aus den Kommunen. Ähnlich sieht es übrigens auch bei anderen Konzernen aus.
Es ist viel einfacher au böse Monopolisten zu schimpfen anstatt zuzugeben, dass mit den Geldern Dinge bezahlt werden für die man sonst Steuergeld bräuchte. Ganz vorne mit dabei sind z.B. unsere Grünen im Stadtrat, die die Gewinne der Stadtwerke für “gute” Zwecke ausgeben möchten und deswegen auch Gewinne der Energieversorger brauchen – der Kunde bezahlt.
Grüße Heinz
09.9.2010 um 14:54 Uhr ·
Funghi
Heinz, die Behauptung, daß die großen Energiekonzerne überwiegend in öffentlicher Hand sind, ist falsch. Lediglich EnBW hat nennenswerte öffentliche Anteile.
RWE ist nur zu 16,8 Prozent in öffentlicher Hand.
EON ist fast vollständig in Streubesitz.
EnBW ist zu 45 Prozent französisch,
Vattenfall zu 100 Prozent schwedisch.
Das hat schon von daher mit deutschen Steuergeldern nichts zu tun.
09.9.2010 um 20:34 Uhr ·
Bruno Straub
Funghi hat leider recht, die großen Energiekonzerne sind überwiegend nicht mehr in öffentlicher Hand. Ihre Besitzer haben ihre “Goldstückchen” meist sehr diskret vekauft. Was natürlich die Frage aufwirft, ob bzw. wann die Stadtwerke verscherbelt werden. Sind sie es schon (teilweise?). Müssen sie erst noch was wertiger werden?
Dann doch lieber gleich das RWE!
10.9.2010 um 21:00 Uhr ·
juwi
Leider ist mir nicht bekannt, ob es für uns Bürger einen legitimen Weg gibt, eine gewählte Bundesregierung, welche unsere Sicherheit und unsere Rechte an ein Atom-Kartell verschachert und uns für die dadurch entstehenden Kosten in Milliardenhöhe dann auch noch zur Kasse bittet, vor Ablauf der Legislaturperiode aus dem Amt zu jagen.
Wenn es die Möglichkeit gäbe, dann wäre ich sofort dabei! Nach meiner Kenntnis wird das jedoch bestenfalls über den Weg eines Misstrauensantrags der Opposition gegen die Regierungskoalition möglich sein. Von den Oppositionsparteien ist bisher allerdings nur zu hören, dass sie beabsichtigen, vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen … – während, wie in diesem Blog-Beitrag ja deutlich wird, die Bundesregierung in Form eines Vorvertrags mit den Atomkonzernen bereits Nägel mit Köpfen gemacht hat.
Mit Demokratie hat das, was “die da oben” sich uns Bundesbürgern gegenüber herausnehmen, immer weniger zu tun, und so langsam bringen mich die immer neuen und ungeheuerlicheren Erkenntnisse über diesen schmutzigen Kuhhandel ernsthaft in Rage!
11.9.2010 um 09:12 Uhr ·
Energiesparfuchs
Zahlen müssen sie auch, wenn Rot-Grün regiert. Dann für die Subventionierung von Offshore-Windkraft, Solar-Modulen und Smart Grid sowie für teures importiertes Erdgas. Allein für Deutschland wird das unter Einbeziehung der Dämmung von Gebäuden wegen angeblichem Klimaschutz ca. 1.500 Mrd. Euro (kein Schreibfehler !) ausmachen. Im Moment haben sie politisch gesehen nur die Wahl, auf welche Art und Weise wir als Bürger finanziell ausgenommen werden.
11.9.2010 um 11:31 Uhr ·
Jünni
Wenn Deutschland Geld für den Klimaschutz ausgeben will, halte ich die Gebäudedämmung für einen äußerst sinnvollen Weg. Dort lässt sich viel CO2 einsparen, ohne dass davon die Wirtschaft beeinträchtigt wird.
Mich wundert jedoch, warum man in diesem Gebiet so wenig von Greenpeace hört.
11.9.2010 um 17:56 Uhr
Energiesparfuchs
Millionen von Häuser auf Passivhausstandard bringen für irgendwelche CO2-Luftschlösser ist wenig sinnvoll. Man muss das auch gar nicht, es ist vollkommen überflüssig http://www.bio-wasserstoff.de/h2/Investitionen/investitionen.html
11.9.2010 um 18:45 Uhr
Kaminski
Jünni hat Recht – Energiesparen durch Hausdämmung ist ein wichtiger Faktor. Greenpeace beschreibt das glaube ich auch im PlanB.
“Energiesparfuchs” will entgegen seines Namens wohl garkeine Energie sparen sonder im Gegenteil welche Verschwenden. Ach nein – Wasserstoff liegt ja überall rum, das habe ich vergessen. Ob er wohl “Biowasserstoff” verkaufen will? Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Jedenfalls nicht weiter ernstzunehmen.
11.9.2010 um 19:54 Uhr
Kaminski
Wie kann man eigentlich mit Wasserstoff Häuser dämmen?
)
11.9.2010 um 19:55 Uhr
Energiesparfuchs
Interessant, wie sie argumentieren. Es ist immer wieder zu beobachten, dass die von mir angegebenen Links nicht gelesen werden. Energiesparen geht eben auch anders. http://www.bio-wasserstoff.de/h2/Effizienz/effizienz.html. Dann erfolgt die Unterstellung, es gäbe persönliche geschäftliche Interessen. Dazu kommt die Diffamierung “nicht weiter ernstzunehmen” oder “persönliches Hobby”. Zum Schluss gibt es dann spöttische Bemerkungen, die allerdings zeigen, dass sie sich mit der Sache gar nicht beschäftigt haben.
Klar können wir die Häuser noch dämmen, nur zwingend notwendig ist das alles eben nicht.
11.9.2010 um 20:17 Uhr
Bruno Straub
Energiesparfuchs, vielleicht kannst Du ein paar Mitstreiter gewinnen. Antworte aber bitte mit Deinen Worten, also ohne Links.
A.) Wieviel t Biomasse (naß, “erntefrisch”) willst Du pro ha ernten?
B.) Wieviel kg braucht man zur Herstellung von 1 kWh Wasserstoff (“einspeisefähig”)?
C.) Wie heißt das favorisierte “Umwandlungsverfahren”
Den Rest finde ich im Internet…
11.9.2010 um 21:41 Uhr
Energiesparfuchs
Die von mir angegebenen Links dienten zum Einstieg in die Materie. Wenn es sie wirklich interessiert, dann sollten sie das Buch “Wasserstoff für alle – Wie wir aus der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen” von Karl-Heinz Tetzlaff lesen. Das Vorwort zum Buch stammt von Arno A. Evers, der jahrelang den Gemeinschaftsstand Wasserstoff und Brennstoffzellen auf der Hannovermesse organisiert hat und international hohes Ansehen genießt.
Das Konzept wird ständig weiterentwickelt, insbesondere im Hinblick auf die verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen und deren umweltfreundliche Bewirtschaftung. Der Anteil des Ökostroms zur Wasserstoffgewinnung ist dabei eine nicht festgeschrieben und kann zur Verringerung des Flächenbedarfs genutzt werden (nicht zwingend erforderlich !)
Mit der Beantwortung ihrer drei Fragen ist es nicht getan, weil es sich um ein Gesamtkonzept handelt. Das ist ähnlich komplex wie eine Energiestudie. Mit dem Zusammenrechnen von drei Zahlen ist es nicht getan. Damit sie aber nicht denken, dass ich die Fragen nicht beantworten kann:
A) 20 t Trockenmasse/ha – Zweikultur-Nutzungskonzept nach Scheffer (Uni Kassel) – feuchte Biomasse (komplette Pflanzen, nicht nur Teile davon) mechanisch entwässert – Pressaft für Biogasanlage – Presskuchen für Wirbelschichtvergaser (wandelt auch das Biogas der Biogasanlage in H2 um)
B) aus 20 t Trockenmasse entstehen im Prozess 2,2 t H2
C) mögliche Verfahren: H2patent GmbH (feuchte Biomasse); Spot AG,Frankfurt/Main (Power Greenies)
12.9.2010 um 08:47 Uhr
Jünni
Wenn die Opposition tatsächlich der Überzeugung wäre, dass Kernenergie ein unzumutbares Risiko wäre, hätte sie beim Atomausstieg keine Restlaufzeiten mehr gewährt, sondern hätte die sofortige Abschaltung durchgesetzt. Aber jetzt, da es zu Laufzeitverlängerungen kommen soll, ist Kernenergie ganz plötzlich zu einem gravierenden Sicherheitsrisiko geworden.
Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass Laufzeitverlängerung Bestandteil des Wahlprogramms der Regierungsparteien war. Es wird sicherlich Leute geben, die sie deshalb gewählt haben. Du forderst also ein Misstrauensvotum, weil die Regierung ihr Wahlprogramm in die Tat umsetzen will?
11.9.2010 um 17:53 Uhr ·
Telematik2
So langsam verstehe ich Energiesparfuchs…
Man muss Unsinn mit Unsinn bekämpfen.
Kernenergie zu verdammen ist Unsinn, Biowasserstoff auch.
Interessant dass Leute, die alles “vergasen” möchten hier immer weiter spammen dürfen, aber Kernenergiebefürworter bekämpft werden….
“Ihr” werdet schon sehen was Ihr mit eurem Ausstiegskampf anstellt…
11.9.2010 um 21:12 Uhr ·
Energiesparfuchs
Biowasserstoff pustet eure Kernenergie weg, da könnt ihr so viel Lobby-Arbeit machen, wie ihr wollt.
12.9.2010 um 08:57 Uhr ·
Cendrillon
Zitat Borgerding:
>
Was Schmitz anscheinend für den normalsten Vorgang auf der Welt hält, löste im Rest der Republik schaudernde Empörung aus.
>
Seltsam.
Weder in meinem Bekanntenkreis noch bei Arbeitskollegen, noch bei Kunden, noch im Freizeitbereich spüre ich etwas von dieser “Empörung”. Das Thema ist dort ungefähr so wichtig wie das berühmte Fahhrad, welches in China gerade auf einen Reissack geplumpst ist.
Und es gibt sie doch: die parallele Welt. Diese parallele Welt spielt sich in Greenpeace-Blogs auf sowie auf Webseiten und in Nachrichtensendungen/Kommentaren des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ab.
Von einer Art Volksempörung ist nicht das geringste zu spüren. Ganz im Gegenteil zum Fall “Thilo Sarrazin”. Das sorgt überall für äusserst lebhafte Diskussionen und Parteinahmen.
11.9.2010 um 22:25 Uhr ·
Cendrillon
Noch etwas seltsames:
den Vorstandsvorsitzenden der RWE neben einem Affen (King Kong?) darzustellen scheint völlig legitim zu sein, obwohl sowas doch ziemlich dümmlich und primitiv ist, nicht wahr? Das ist unterste Schublade.
Würde ich einen Greenpeace-Mitarbeiter in Verbindung zu irgendeinem Tier(chen) bringen (z.B. Beutelratte, Giftnatter, Blindschleiche, Stinktier) so würde mir das VÖLLIG ZU RECHT übel genommen. Darum würde ich dies auch niemals tun.
Nun frag ich mich, warum Greenpeace(-Blogger) so etwas für notwendig erachten?
11.9.2010 um 22:45 Uhr ·
Bruno Straub
Der guten Ordnung halber muß man festhalten, dass der einzige Greenpeace – Blogger, der aus der Rolle fällt, Benjamin Borgerding ist. Was den treibt kann man nur vermuten: Die Themen (“Gentechnik” und “Atom”), die Benjamin beackert, sind äußerst komplex. – Und Benjamin ist hier fachlich, ich versuche es mal ganz vorsichtig auszudrücken, m.E. nicht gerade unterfordert. Vielleicht erklärt das seine aggressive Spreche?
Andererseits: Seine Beiträge machen echt Spaß. Mich freut, daß er mich zu seinem Bekanntenkreis zählt. Man kann ihn gut vorausberechnen: Er macht einen “Aufreißer”, gibt dann in die Diskussion noch einen (irrelevanten) Kommentar rein. – Und wenn es dann ein bißchchen brenzelig wird, macht er einen neuen Beitrag auf.
Wetten: Spätestens am Montag gibt es einen neuen Beitrag: Überschrift: “Beschiss hoch drei- Wie die Merkelin geleimt wurde”
12.9.2010 um 01:06 Uhr ·
Jan Haase
Hallo Cendrillon,
ich muss dich jetzt mal deutlich bitten, dich an die Umgangsformen zu halten, die in unseren Blogregeln (http://blog.greenpeace.de/verhaltenskodex/) festgehalten sind. Hier ist jeder herzlich eingeladen, als Gast seinen Kommentar abzugeben und die Diskussion inhaltlich weiterzubringen. Dieses Blog ist aber kein Platz, um Privatkriege in irgendeiner Form abzuhalten. Ich möchte darauf hinweisen, dass der andauernde Verstoss gegen unsere Blogregeln zu entsprechenden Konsequenzen führt (das gilt natürlich auch für alle anderen, die in den letzten Tagen die Blogregeln missachtet haben und entsprechend darauf hingewiesen werden).
Die Figur neben dem Vorstandsvorsitzenden der RWE ist übrigens deren Werbefigur und Maskottchen “Energieriese”, die es von RWE sogar als Schlüsselanhänger etc. gibt. RWE-Chef Großmann ist besonders stolz darauf, an der Entwicklung dieser Figur mitgewirkt zu haben. Du kannst dir den Original-Spot von RWE gerne hier anschauen http://www.youtube.com/watch?v=rhMV0e_cFAI. Bitte in Zukunft erstmal schlau machen und dann überlegen, ob du hier Gift verspritzt.
12.9.2010 um 11:18 Uhr ·
Christian Fuchs
Es ist doch tatsächlich verwunderlich, wie so eine ungeheuerliche eigenmächtige Entscheidung dieser im Augenblick an den Hebeln der Macht wütenden “parlamentarischen Diktatur” – gemeint ist die Laufzeitverlängerung unserer teilweise maroden AKWs- gegen die Natur, die Umwelt und vor allem auf Kosten zukünftiger Generationen geht. Ist unser Grundgesetz nur auf die jetzige Generation anzuwenden? Ich schau aus dem Fenster und sehe keine Demo gegen diesen Wahnsinn. Mindestens alle Eltern sollten sich doch spätestens jetzt Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen und protestieren. Ich habe das Gefühl das diese Entscheidung unserer “Regierung” mit Demokratie nichts mehr zu tun hat, diese uns alle betreffende Sache wäre mindestens ein Volksentscheid wert gewesen.
Ist noch was zu retten durch den Bundesrat?
12.9.2010 um 12:16 Uhr ·
Jünni
Allmählich wird es albern.
Offensichtlich ist einem großen Teil der Bevölkerung der baldige Ausstieg aus der Kernenergie zu teuer, andernfalls wären CDU, CSU und FDP nicht in die Regierung gewählt worden.
Wenn Politiker der Opposition damals ernsthafte Sorgen um ihre Kinder gehabt hätten, wären Kernkraftwerken keine Restlaufzeiten gewährt worden, sondern man hätte sie sofort abschalten lassen.
Im Übrigen ging 2000 der Beschluss zum Atomausstieg genauso am Bundesrat vorbei. Ist die Regierung unter Schröder dann ebenfalls eine “parlamentarischen Diktatur” gewesen?
12.9.2010 um 23:35 Uhr ·
Kaminski
Einem Großteil der Bevölkerung dürfte die Frage “Atomkraft oder nicht” bei der letzten Wahl herzlich egal gewesen sein.
Union und FDP kann man jedenfalls nicht vorwerfen, sie hätten das Volk belogen.
Sie haben aber ohne Not einen mühsam gefundenen gesellschaftlichen Konsens aufgekündigt.
13.9.2010 um 00:46 Uhr
Jünni
Also ist ein Großteil der Bevölkerung der Kernenergie gegenüber zumindest neutral eingestellt.
Der “mühsam gefundene gesellschaftliche Konsens” wurde den Stromkonzernen von der Regierung mehr oder weniger aufgezwungen, worüber sich damlas schon die Opposition beschwert hatte.
Die Not besteht in einigen Industriezweigen bereits insofern, dass einige Produktionen aufgrund der hohen Strompreise in Europa nicht mehr möglich sind. Wie weit muss sich das denn noch fortsetzten, ehe in der Öffentlichkeit wieder sachlich diskutiert wird? Und mit “sachlich diskutieren” meine ich nicht das Schüren von Panik vor Kernenergie, wie es derzeit in vielen Medien der Fall ist.
14.9.2010 um 01:04 Uhr
Jens Bührmann
Ich vermute: Energiekonzerne sind in öffentlicher Hand.
Oben wurde ja schon etwas darüber ausgesagt. Bei RWE sind 16,8 % in öffentlicher Hand und damit ist die öffentliche Hand größter Einzelaktionär.
Anders macht das Ganze auch logisch keinen Sinn.
E.ON ist etwas geschickter …. – aber dennoch habe ich auch da meine Vermutungen.
NUR so macht eine Laufzeitverlängerung unter den gegebenen Umständen Sinn.
Naja – bin zu neu hier, aber die staatlichen Verpflechtungen gehen sehr sehr weit – und
es geht ihnen ja auch so ganz gut dabei – hihi
Jens
18.9.2010 um 23:49 Uhr ·
Kaminski
Zitat Funghi 09.9.2010 um 20:34 Uhr
Heinz, die Behauptung, daß die großen Energiekonzerne überwiegend in öffentlicher Hand sind, ist falsch. Lediglich EnBW hat nennenswerte öffentliche Anteile.
RWE ist nur zu 16,8 Prozent in öffentlicher Hand.
EON ist fast vollständig in Streubesitz.
EnBW ist zu 45 Prozent französisch,
Vattenfall zu 100 Prozent schwedisch.
Das hat schon von daher mit deutschen Steuergeldern nichts zu tun.
19.9.2010 um 00:02 Uhr ·
Jens Bührmann
Vattenfall betreibt hier kein Kernkraftwerk zu 100 %.
Es ist auch eher die Frage, wer hat einen großen Einfluß.
Die “öffentliche Hand” hat einen sehr sehr großen Einfluß auf der einen Seite
und profitiert auf der anderen Seite.
19.9.2010 um 00:20 Uhr ·
Daniel
Ich glaub seit diesem Eintrag hat sich schon einiges geändert, habe gesehen, dass Vattenfall grad ne Menge an positiver PR macht um gut in der Öffentlichkeit dazustehen.
16.1.2011 um 13:41 Uhr ·