Im August hat Greenpeace auf dem Online-Kreativmarkt jovoto einen Logo-Wettbewerb ausgerichtet. Ziel: Ein “Key Visual“ für die Greenpeace-Energiekampagne. Kreativität, Bandbreite und Cleverness der eingereichten Ideen haben uns umgehauen. Wir bedanken uns bei allen Kreativen, die Zeit und Hirnschmalz in die Ausarbeitung gesteckt haben! Und stellen den Gewinner und eine Auswahl von Favoriten vor!
Das Logo soll eine Kernbotschaft der Kampagne optisch unterstützen: „Erneuerbare Energien können (bis 2050) unseren Strombedarf zu 100 Prozent decken.“ Ziemlich deutlich wurde von der Community auf Jovoto folgendes Logo auf Platz eins gewählt:
Aufgepasst: Dieses Windrädchen von Wettbewerbsteilnehmer “rag” werdet ihr bald noch öfters zu sehen bekommen. Zur Feier des Tages und dem Gewinner zu Ehren veranstalten wir auf unserer Facebook-Seite einen kleinen Subwettbewerb: Wer das Rädchen in echt nachbaut, bekommt von uns tolle Buchpreise geschenkt, also Schere raus und losgeschnippelt! Preise gibt’s für Fotos und die Bastelanleitung zum Runterladen!
Es sind so unglaublich viele tolle Ideen bei dem Wettbewerb herausgekommen, dass wir sie hier unmöglich alle präsentieren können. Unten folgt nur eine kleine Auswahl mit ein paar unserer Favoriten. Wer Lust auf mehr hat und am Ranking der Experten von der Jovoto-Community interessiert ist: Die Wettbewerbsseite auf Jovoto ist noch zur freien Besichtigung geöffnet. Apropos Logo: Auf sueddeutsche.de gibt es eine hübsche Fotogalerie mit Anti-Atom-Logos – und einen langen Artikel.

In entsättigten Pastellfarben: ein Plädoyer von "alxander" für 100 Prozent Erneuerbare. Man beachte die Details!
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Michael P.
Zurecht Platz1
Echt cool geworden und mega kreativ, muss man erstmal drauf kommen!
06.10.2010 um 18:07 Uhr ·
Clemens
Gibts da ein PicBadge daraus?
06.10.2010 um 18:21 Uhr ·
Benjamin Borgerding
PicBadge und/oder ähnliches sind in Planung!
06.10.2010 um 18:24 Uhr ·
Florian
Ich finde die Symbolik zwiespältig. Man kann es wohlwollend interpretieren, aber auch negativ auslegen: Sind grüne Energie und Atomkraft zwei Seiten einer Medaille? Das freut die Atomlobby. Versteckt sich hinter der Windenergie die Atomindustrie? Der AKW-Hersteller Areva baut ja auch Windräder.
Ich würde das Logo zumindest noch um einen Slogan erweitern, um die Aussage klar zu kriegen.
06.10.2010 um 18:56 Uhr ·
KatrinT
Ich stimme Carola und Florian auch zu!
06.10.2010 um 22:44 Uhr ·
Bruno Straub
Da fehlt was? Wie wäre es mit:
Atomkraft = Brückentechnologie
Ist sachlich richtig und wird in diesem “Key Visual“ hervorragend umgesetzt….
06.10.2010 um 23:35 Uhr ·
Bruno Straub
Mir hat die “”Steckerblume”" am besten gefallen! Fast zu ehrlich!:
“”500% Für Erneuerbare Energien”"
Das kommt für die Mehrkosten m.E. ungefähr hin. Ist aber vielleicht zu ernüchternd!
07.10.2010 um 21:38 Uhr ·
fabbel
Ich finde ja “Energy Revolution 2050″ sehr gelungen, ist aber für einen “Key Visual“ vielleicht zu komplex. Platz 1 ist daher vollkommen gerechtfertigt, jedoch stimme ich Florian zu was die Sache mit dem Slogan betrifft.
06.10.2010 um 19:26 Uhr ·
Carola Schmidt
Ich schließe mich Florian an: Das Logo ist nicht so eindeutig , als dass man nicht eine Verbindung zwischen Atomenergie und grüner Energie herstellen könnte. Ich denke, dass es ganz wichtig ist, durch einen Slogan klarzustellen, dass die Atomenergie Teil der Vergangenheit sein sollte und in erneuerbaren Energien die Zukunft liegt.
Vielleicht könnte man einen Zusammenhang zur jetzigen Politik herstellen?
Schwarzgelb war gestern. Die Zukunft liegt in den erneuerbaren Energien.
06.10.2010 um 22:39 Uhr ·
Jay
Visuelle wirklich gelungen, allerdings kann ich mich den Vorrednern nur anschließen, meine erste Reaktion war nicht positiv. Wenn ich nicht Greenpace als Hintergrundinfo gehabt hätte, hätte ich es glatt für eine sehr gelungende Karikatur der derzeitigen Engergiepolitik gehalten. Von daher wäre ein eindeutiger Claim wirklich sinnvoll.
08.10.2010 um 08:28 Uhr ·
Telematik2
Ich gratuliere!
Windkraft und Kernenergie, die einzig beiden CO2 neutralen Stromerzeugungstechniken mit relevantem und ökonomischem Einspeisepotential in einem Logo vereint!
Wie schön, Ihr seit echt lernfähig!
Ich bin stolz auf Greenpeace, soviel geistige flexibilität jenseits der grünen Dogmen hätte ich euch gar nicht zugtraut!
08.10.2010 um 09:06 Uhr ·
Energiesparfuchs
Greenpeace als Bastelclub. Genauso professionell wie Plan B und die Energiewende.
08.10.2010 um 09:18 Uhr ·
Benjamin Borgerding
Vielen Dank für all das Feedback. Es fließt selbstverständlich in unsere Überlegungen ein!
11.10.2010 um 14:18 Uhr ·
Oliver Degel
Ich find das Logo auch sehr zwiespältig. Zum einen transportiert das Logo auch in Zukunft immer die Atomenergie mit. Das liegt unter anderem auch daran, dass die schwarz-gelbe Markierung ihre Wirkung als WARNHINWEIS auch nicht verliert wenn sie nur fragmentiert gezeigt wird. Das ist gelernt und in unseren Köpfen drin. Dieser Teil des Logos ist in der visuellen Wirkung stärker als der in die Zukunft gerichtete grüne Bereich. Für mich ging der Schuss nach hinten los…
12.10.2010 um 16:46 Uhr ·
Benjamin Borgerding
Ich denke, dass das Votum und der deutliche Vorsprung in der Jovoto-Community einleuchtende Gründe hat. Kognitive Prägungen (gelb = Warnzeichen) haben sie jedenfalls nicht davon abgehalten, sich für dieses Logo zu entscheiden. Auch ich finde, dass das Logo die Idee “Wind statt Atom” visuell clever und stringent umsetzt. Und auch ich bin davon überzeugt, dass ein entsprechender Claim diese Botschaft absolut unmissverständlich macht.
12.10.2010 um 18:23 Uhr ·
Bruno Straub
Geht mir so durch den Kopf:
.
Dank Atom
Grüner Strom
oder
Das Atom macht die Brücke
und füllt beim Strom die Lücke
13.10.2010 um 21:50 Uhr
Funghi
Bruno, du machst bestimmt noch ganz groß Karriere im Marketing;-)
14.10.2010 um 00:08 Uhr
Bruno Straub
Funghi, habe ich auch schon gedacht!
Was hälst Du von:
.
Danket dem Atom,
es gibt bei Flaute Strom!
.??
14.10.2010 um 00:18 Uhr
Funghi
Schließe mich in Bezug auf die Mißverständlichkeit an den Vorrednern an und würde den “Blumenstecker” bevorzugen.
12.10.2010 um 17:07 Uhr ·
René
Total tolle Entwürfe. Vor allem Energy (R)Evolution gefällt mir sehr gut
Gibt es ein Copyright auf die Bilder oder dürfen diese frei verwendet werden (nicht im kommerziellen Bereich)?
14.10.2010 um 14:07 Uhr ·
Bruno Straub
Rene, ich weiss nicht, was an “Energy (R)Evolution” so Dolles dran sein soll: Die Geschmäcker sind ja verschieden: Aber, die eigentliche Idee ist doch geklaut. Und grafisch m.E. “beschissen” umgesetzt. Und was der Höchstentwickelte, bezeichnenderweise ein “Grünling”, da in Händen hält:
– Ein Atomei?
– Ein Windei?
– Einen Fusionsreaktor Bj. 2050?
– Ein Überraschungsei mit der neuen EEG-Umlage von 3,5 bzw. 4,1 Cent pro kwh?
16.10.2010 um 00:41 Uhr ·
Funghi
Na, Bruno, deine Polemik war aber auch schonmal pfiffiger…
16.10.2010 um 04:46 Uhr
Telematik2
Hallo Bruno,
ich habe es gerade nochmal herausgesucht. “Heinz Haber” hat vor über einem Jahr eine exponential wachsende Einspeisevergütung vorhergesagt
http://blog.greenpeace.de/blog/2009/09/22/pr-offensive-fuer-atomkraft/
Sie haben ihn von diesem Forum verbannt, aber er hat Recht behalten:
2009: 1 cent, 2010: 2 cent, 2011:3,4 cent – die Verdopplungsrate liegt bei etwas mehr als einem Jahr, d.h. 2012 werden wir nicht 4,5 cent sondern irgendwas mit 6 cent für die “erneuerbaren” zuzahlen pro Kilowattstunde. Wenn die Leute mal merken WAS sie sich da “gewählt” haben, wird hoffendlich die Vernunft siegen! Deswegen denke ich, das runde gelbe Ding ist ein Fusionsei und den Favoriten sollte man untertiteln mit “Wir wollen Kernenergie und keine heisse Luft! Greenpeace – für eine CO2 freie Energieversorgung!”
16.10.2010 um 06:21 Uhr
Benjamin Borgerding
Greenpeace hat nur die Rechte an dem Gewinner-Logo. Das Copyright auf die übrigen Logos liegt bei den Wettbewerbsteilnehmern…
18.10.2010 um 14:01 Uhr ·
Manfred Edinger
Alle Kampagnen für erneuerbare Enerigien betonen das Ziel, unseren Energiebedarf zu 100 % aus erneuerbaren Energien zu decken. Aber wollen wir wirklich, dass der Lebensstil, der derzeit unseren Energiebedarf bestimmt, so bleibt wie er ist? Dass all die Dinge, deren Herstellung und Betrieb einen Großteil der Energie verbrauchen, weiter produziert und betrieben werden? Dass die Staus auf den Strassen bleiben, jetzt aber durch Elekroautos, die mit Solarstrom fahren, verursacht werden? Dass die Zersiedelung unserer Landschaft durch Industriegebiete und Wohnsiedlungen bleibt wie sie ist, Hauptsache, ihr Energiebedarf wird durch Sonne, Wind und und Wasserkraft gedeckt? Dass unser Lebensstandard weiter an der Anzahl unserer Computer, I-phones, -pods und pads, Fernsehgeräte und Fernreisen gemessen wird, solange unsere persönliche CO2-Bilanz neutral ist und ungeachtet der sonstigen dafür verbrauchten Ressourcen?
Es geht meines Erachtens derzeit um viel mehr als um die Frage der Herkunft unserer Energie. Es geht um Werte, die unser Überleben auf der Erde ermöglichen und damit um die Frage, was das Menschsein ausmacht: materielle oder geistige Entwicklung, Konsum oder Kontakt, Konkurrenz oder Kooperation. Solange diese Grundsatzfrage nach dem Wesen des Menschen nicht gestellt und zum Thema gemacht wird, wird sich aus meiner Sicht nichts an der derzeitigen Entwicklung ändern. Solange reiben sich auch die Umweltorganisationen z.B. im Kleinkrieg um die Herkunft der Energie auf, während gleichzeitig das Prinzip des survival of the fittest im Kampf um Wirtschaftsstandorte oder Arbeitsplätze zu weiterer Erodierung menschlicher Werte und damit auch der Fähigkeit, fürsorglich miteinander und mit der Natur umzugehen, führt.
16.10.2010 um 17:00 Uhr ·