Greenpeace-Team in Japan: Eindrücke & Messungen

28. März 2011 · von Gastautor/in

Jacob Namminga ist Teil des internationalen Greenpeace-Teams, das nach Japan gereist ist. In den beiden vergangenen Wochen war die Nachrichtenlage teils widersprüchlich. Vor Ort messen die Greenpeace-Strahlenexperten die Radioaktivät außerhalb der Evakuierungszone um Fukushima. Sie wollen wissen, wie groß die Gefahr für die Bevölkerung wirklich ist. Alle Blogeinträge finden Sie hier! (Radiation Survey Team)


Wir waren in einem Hotel in Yonezawa, 45km von Fukushima entfernt untergebracht. Es hat den sprechenden Namen “Hotel des Lächelns” -  was in der derzeitigen Situation fast ein bisschen sarkastisch anmutet. Strom und Internet funktioniert jedoch. Für uns ist es relativ einfach, verglichen mit vielen Menschen hier, die aus ihren Häusern flüchten mussten und nun nur wenige Kilometer entfernt in Lagern untergebracht sind. Wir brachten außerdem jede Menge Nahrungsmittel von Osaka mit, um lokale Lebensmittel und Milch zu meiden. An einem Tag besuchten wir ein Gemeindezentrum – eine Sporthalle, wo 500 Menschen untergebracht sind. Mit Matten und Schachteln  versuchten die Leute einen kleinen Bereich abzugrenzen – Privatsphäre zu haben ist unmöglich – man schläft in einem gemeinsamen Raum. Von den 500 Menschen sind 200 Tsunami-Flüchtlinge und 300 vor radioaktiver Strahlung geflüchtet.

Flüchtlinge in der Yonezawa-Turnhalle

Flüchtlinge in der Yonezawa-Turnhalle

Eine Frau hörte, dass wir von Greenpeace seien und kam auf uns zu und fragte, ob wir ihr sagen könnten, wie sicher es in der Stadt Fukushima sei. Sie glaube nicht an die Information der Behörden. Wir hatten noch nicht unsere Messergebnisse, ich konnte ihr keine exakten Informationen geben, aber es war eindeutig, wie verunsichert sie war. Es ist nicht die typisch japanische Art, wütend zu sein, alle scheinen sehr ruhig zu sein, fast passiv. Aber die Menschen sind verunsichert.

Heute fanden wir heraus, dass die radioaktive Strahlung in der Stadt Fukushima ziemlich hoch ist – unsere Messungen bestätigten die Grenzwerte, die auch in Zeitungen und von der Regierung veröffentlicht wurden. In manchen Gebieten gab es Strahlungswerte, derer man sich acht Tage aussetzen könnte, um die maximale Jahresdosis zu erreichen. Für mich ist es sehr merkwürdig, wenn man Menschen auf Fahrrädern sieht, die unter diesen Umständen ihrer normalen Tätigkeit nachkommen. In den Supermärkten bekommt man Nahrungsmittel, aber viele Regale sind leer. Bevor wir heute morgen aufbrachen, waren wir in einem Supermarkt, wo gerade die gesamte Milch weggeschafft und ersetzt wurde.

Bis zu 10 Mikrosievert/Stunde, gemessen in Iitate - 40 km entfernt vom AKW Fukushima

Um 9Uhr morgen machten wir uns von Yonezawa auf, fuhren eineinhalb Stunden zu der Gegend, wo wir unsere Messungen machen wollten. Natürlich bleiben wir in Gebieten mit hoher Strahlung nur so kurz als möglich.
Es war ein wunderschöner Tag mit viel Sonne. Mein Gesicht war sogar leicht gerötet – nicht von der radioaktiven Strahlung des AKW, sondern von der Sonnenstrahlung. Wir behielten unsere Schutzausrüstung an, aber die Geigerzähler wurden ausgeschaltet, denn das konstante Biepsen der ausschlagenden Zähler machte uns verrückt. Den Alarm der Instrumente konnten wir aber nicht ausschalten und in besonders stark verstrahlten Bereichen gingen sie sofort alle los. Staub und Schnee sind ideale Transporter für radioaktive Teilchen – zudem wars an diesem Tag windig und trocken – wenn man aus dem Auto steigt, kann man leicht diese Partikel wieder ins Auto hineinbringen – was wir alle nicht wollten. Wir fuhren also weiter.
35km vom Atomkraftwerk Fukushima entfernt trafen wir auf die Polizei, die die Evakuierungszone bewacht. Wir durften unsere Messungen machen. Was uns aber wunderte, waren die Autos, die dort trotz Evakuierungszone ein und aus fuhren und nicht danach aussahen, Arbeiter oder die Feuerwehr abzulösen. Es herrschte kein Hochbetrieb, es war aber auch nicht menschenleer. Was mich an diesem Tag besonders beeindruckte war die Schönheit der Umgebung mit atemberaubenden Bergen – und würde man nicht auf den Geigerzähler schauen, wirklich ein ausgesprochen schöner Ort. Doch er ist gefährlich – und mit bloßen Augen leider nicht feststellbar -  aber der Geigerzähler verkündet es.

Kommentare

  • edelgard sander

    ich bin sehr beeindruckt von euren mut und danke euch für den tollen bericht
    macht weiter so hg fr.sander

    28.3.2011 um 19:55 Uhr · Antworten

    • Jörg Strauß

      Hallo,
      schön das Greenpeace in Japan bzw. in der Gegend um Fukushima ist oder war um Messungen durchzuführen.
      Das hilft den Menschen vor Ort und auf der Welt allerdings nur bedingt, außerdem hätte Greenpeace in Japan die Messungen auch durchführen können.
      Es müsste vielmehr eine Internationale Initiative gegründet werden, die die Probleme vor Ort noch einigermaßen in den Griff bekommt. Und zwar sofort. Es ist ein Wahnsinn, dass diese Firma Tepco vor sich hinwursteln darf und die Welt sieht zu, wie sie nach und nach verstrahlt und vergiftet wird. Für mich stellt sich immer noch die Frage, wieso es eine Woche gedauert hat, eine Stromleitung zu legen, statt sofort Notstromaggregate einzufliegen und anzuschließen. Welche konkreten Probleme gibt es mit der Kühlung. Es muss doch Spezialisten unter den 7 Milliarden Menschen geben, die das Problem in den Griff bekommen. Könnte man zum Beispiel einen Bypass um die defekten Kühlelemente legen.
      Ich habe nur die Befürchtung, die Experten, die bislang mit Atomenergie ihr Geld verdient haben, wollen sich aus Angst vor der Strahlung nicht vor Ort begeben.
      Gruß
      Jörg Strauß

      29.3.2011 um 11:45 Uhr · Antworten

      • Karen Bez

        Genau! Wo bleibt die internationale Hilfe???Bei allen geldbringenden “Lapalien” schicken sie sofort Militär etc, etc., inzwischen vergiften sie die ganze Welt. Unglaublich. Ich suche auch nach einer Aktionsmöglichkeit. Wir müssen die Regierungen dazu zwingen und wenn es Klage einreichen bedeutet. (Europäischer Gerichtshof oder wo?)
        Ich wäre dankbar für jegliche Informationen.

        30.3.2011 um 13:28 Uhr

  • Barbara

    Meine Hochachtung vor dem Greenpeace-Team! Danke für den interessanten Bericht.

    28.3.2011 um 19:58 Uhr · Antworten

  • Dani Scupin

    danke …

    28.3.2011 um 20:29 Uhr · Antworten

  • Fabian

    “In manchen Gebieten gab es Strahlungswerte, derer man sich acht Tage aussetzen könnte, um die maximale Jahresdosis zu erreichen. ”
    Gemeint sind doch die 10 µSv/h?
    Die maximale Jahresdosis liegt doch bei 2-4 mSv (je nachdem, ob man nur natürliche oder auch künstliche Strahlung betrachtet) Das heißt, man könnte 100 bzw. 200 Tage in der Gegend rumlaufen, wenn man davon ausgeht, dass die Strahlung durch Fukushima konstant anhält.

    28.3.2011 um 21:18 Uhr · Antworten

    • Fabian

      sorry, ihr habt recht. ja. ist wohl doch nicht so gesund, das ganze :/

      28.3.2011 um 21:20 Uhr · Antworten

    • Benjamin Borgerding

      Hallo Fabian, der Grenzwert in Deutschland für die Zusatzbelastung der Allgemeinbevölkerung durch AKW liegt bei 1000 µSv pro Jahr (bzw. 1 mSv). Eine Stunde 10 µSv addieren sich an einem Tag somit zu 240 µSv. Man müsste also nicht 100 oder 200 Tage in der Gegend verbringen, sondern nur vier oder fünf, um den oben genannten Grenzwert zu erreichen.

      29.3.2011 um 12:41 Uhr · Antworten

    • Volkhard Franz

      Das ist eine Dosis ( 8 Microsievert), lt. Wikipedia das 4 fache dessen man sich maximal 1 Woche aussetzen darf, und das 40 km entfernt… .

      Unbedenkliche Dosisleistung Eingreifrichtwert für langfristige Umsiedlung
      1 mSv (1.000 µSv) pro Jahr[1] 100 mSv (100.000 µSv) pro Jahr[2]
      0,02 mSv (20 µSv) pro Woche 2 mSv (2.000 µSv) pro Woche
      0,003 mSv (3 µSv) pro Tag 0,3 mSv (300 µSv) pro Tag
      0,000 1 mSv (0,1 µSv) pro Stunde 0,01 mSv (10 µSv) pro Stunde

      30.3.2011 um 07:52 Uhr · Antworten

  • Wieland

    Vielen vielen dank für das tolle engagement!!! Es ist so schön zu hören dass es menschen gibt auf die man sich verlassen kann und die einem die möglichkeit geben, sich nicht nur auf die einseitige informationspolitik der medien verlassen zu müssen. Das ist ist in einer zeit die von sensationssucht geprägt ist so was von unglaublich wichtig! Vielen vielen dank!

    28.3.2011 um 21:29 Uhr · Antworten

  • Johannes

    Ein beeindruckender Artikel, besonders weil ihr aus erster Hand über das Leben der Menschen in den betroffenen Gebieten berichtet. Ihr macht einen guten Job. Danke!

    28.3.2011 um 21:47 Uhr · Antworten

  • Flusszeit

    es ist bewundernswert mit welchem Mut eure Leute da rein gehen. wir wünschen diesem Team von Herzen alles Gute und dass sie wohlbehalten wieder nach hause zurück kehren können.

    28.3.2011 um 22:00 Uhr · Antworten

  • chris

    bis Japan habe ich geglaubt Ihr seit alle ein bischen verrückt,nun bin ich fast täglich auf Eurer Seite .Die Informationen sind Spitze macht weiter so

    28.3.2011 um 22:11 Uhr · Antworten

  • Birgit

    Danke für Euren Mut und Euer Engagement! Ich bin sehr froh, dass endlich authentische Berichterstattung kommt. Danke.

    28.3.2011 um 22:24 Uhr · Antworten

  • Psychiatrieerfahrener, besorgter Bürger

    Psychiatrieerfahrener, besorgter Bürger
    Zu den wenig sachdienlichen Meldungen aus Japan muß ich nun auch noch einen
    Kommentar abgeben:
    Es spricht für den Charakter der “Betreiberfirma”, wie sie mit Menschen umgeht,
    die als “Reparaturarbeiter” bezeichnet werden, irgendwann wegen der offenbar
    horrenden Strahlung nicht mehr in der Lage sind, Kühlwasser direkt auf das hochstrahlende Material zu spritzen, dann zur sogenannten “Behandlung” irgendwohin verbracht werden, wo sie nun damit konfrontiert werden, sie hätten eine Mitschuld, weil sie
    angeblich die ihnen ausgehändigten “Messgeräte” nicht richtig abgelesen hätten.
    Wenn man die Toleranz der veröffentlichten Werte zwischen 10.000-fach bis
    10.000000-fach über “normal” überdenkt, so muß doch jeder normale Mensch folgern, daß entweder die Messgeräte nicht stimmen oder für so hohe Werte überhaupt nicht geeignet sind.
    Womöglich will die “Betreiberfirma” nicht einmal die “Behandlungskosten” für diese
    todgeweihten “Helden” übernehmen.
    Auch die Journalisten scheinen jeglichen Anstand endgültig verloren zu haben.
    Bei NTV wurde ein Laufband eingeblendet: Verstrahlte Japaner keine Gefahr für die
    Umwelt.

    28.3.2011 um 23:17 Uhr · Antworten

    • Nordlicht

      Danke für den Beitrag.
      Was mich beschäftigt ist vor allem auch die Furcht vor dem weiteren Geschehen. Die Folgen für Japan, im weiteren Umfeld und für die Tokioter.
      Die Welt müßte helfen die Japaner rechtzeitig vor der ja vermutlich akuten großen Verstrahlungsgefahr zu retten, zu Evakuieren.

      Die Hilfe annehmen, ist mein Wunsch für die JapanerInnen.

      Und welche Folgen kommen auf die Eine Welt zu???

      In großer Sorge und Trauer

      Nordlicht

      29.3.2011 um 12:38 Uhr · Antworten

  • margret99

    Hallo, wir sind eine Familie, die aus Tokyo nach Korea”"gefluechtet sind, und das doch hautnah erlebt haben und erleben, trotzdem: wir wollen eigentlich so schnell wie moeglich zurueck,–aber sind doch verunsichert, deshalb nutze ich auch die InIfos von euch, vielen Dank!

    29.3.2011 um 01:55 Uhr · Antworten

  • Startx04

    Hallo Greenpeace Team,

    TEPCO und die Regierung untertreiben, ganz klar. Das sollte nicht sein und muss aufhoeren. Stattdessen sollten nun schnell klare Messergebnisse in eine Tabelle mit den positionen um das ganze zu visualisieren. Jeder der etwas Ahnung von Strahlung hat weiss das es sich bei mSv um gammastrahlung haelt. Diese wird durch das Abstands-Quadrat gesetz bestimmt.

    Das Greenpeace Team ist nun seid ein paar Tagen unterwegs um solche Messungen zu machen, eine Info wie erwuenscht fehlt aber auch von Euch.

    Zu meiner Person:

    - Strahlenschutzbeauftragter (verfallen)
    - Lebe in Japan

    29.3.2011 um 07:58 Uhr · Antworten

  • oxydator

    Hallo,

    warum wurden in den Fernsehberichten, wo es darum ging unabhängige Messwerte zu erfahren keine Messwerte genannt?
    Im ausführlichsten Videoclip, welchen ich in den Mainstreammedien gesehen habe, wurde gerade mal in einem Äquivalenzvergleich von der drohenden Gefahr gesprochen Zitat:”Die hier lebenden Menschen bekommen nun in ein paar Tagen die maximale jährliche Dosis ab”. Warum nennt man nicht parallel dazu den Messwert, der doch eine wesentlich höhere Aussagekraft hat als obige getätigte Aussage im Alleinstellungsmerkmal? Wie viel Tage waren denn gemeint, das muss man sich dann leider selber fragen.

    Werden auch andere Messwerte veröffentlicht?

    29.3.2011 um 11:17 Uhr · Antworten

  • Jörg Strauß

    Jörg

    Hallo,
    schön das Greenpeace in Japan bzw. in der Gegend um Fukushima ist oder war um Messungen durchzuführen.
    Das hilft den Menschen vor Ort und auf der Welt allerdings nur bedingt, außerdem hätte Greenpeace in Japan die Messungen auch durchführen können.
    Es müsste vielmehr eine Internationale Initiative gegründet werden, die die Probleme vor Ort noch einigermaßen in den Griff bekommt. Und zwar sofort. Es ist ein Wahnsinn, dass diese Firma Tepco vor sich hinwursteln darf und die Welt sieht zu, wie sie nach und nach verstrahlt und vergiftet wird. Für mich stellt sich immer noch die Frage, wieso es eine Woche gedauert hat, eine Stromleitung zu legen, statt sofort Notstromaggregate einzufliegen und anzuschließen. Welche konkreten Probleme gibt es mit der Kühlung. Es muss doch Spezialisten unter den 7 Milliarden Menschen geben, die das Problem in den Griff bekommen. Könnte man zum Beispiel einen Bypass um die defekten Kühlelemente legen.
    Ich habe nur die Befürchtung, die Experten, die bislang mit Atomenergie ihr Geld verdient haben, wollen sich aus Angst vor der Strahlung nicht vor Ort begeben.
    Gruß
    Jörg

    29.3.2011 um 12:45 Uhr · Antworten

  • Siegmar

    Hallo,

    ich möchte euch auch noch einmal meine Bewunderung aussprechen! Es ist wirklich sehr mutig! Und leider kann ich mir das schaurig schöne Landschaftsbild nur zu gut vorstellen, dass ihr beschrieben habt! Ich hoffe, dass die Aufklärung besser funktioniert, wenn TEPCO verstaatlicht wird. Das wünsche ich vor allem den Japanern.

    29.3.2011 um 15:49 Uhr · Antworten

  • Philipp

    Warum schreibt ihr, dass man den Alarm der Geigerzähler nicht ausschalten könnte? Zumindest bei dem Radex Gerät, welches ihr auf dem Foto präsentiert, ist das problemlos möglich. Dem dramaturgischen Effekt wegen?

    Des Weiteren: Sehe ich es richtig, dass Eure Messungen die offiziellen Werte bestätigen, der Einsatz also (zumindest erstmal) keine neuen Erkentnisse gebracht hat? Vielleicht sollte man das etwas deutlicher darstellen.

    Greenpeace macht in dieser schrecklichen Katastrophe auf mich leider öfters den Eindruck, als wenn die (unzweifelhaft großen) Probleme unnötig noch mehr dramatisiert werden.

    29.3.2011 um 16:49 Uhr · Antworten

    • Michelle Bayona

      Hallo Philipp, genau darum geht es uns: Den Behörden liegen offensichtlich entsprechend hohe Werte aus eigenen Messungen vor. Aber: Die Bevölkerung wird nur unzureichend darüber informiert und auch die Evakuierungszone nicht ausgeweitet. Deshalb sind unsere Kollegen vor Ort: Um eigene, unabhängige Messungen vorzunehmen und die Leute vor Ort über die Gesundheitsrisiken aufzuklären.

      29.3.2011 um 17:27 Uhr · Antworten

      • Philipp

        Es gibt durchaus veröffentliche Werte, auch aus Iitate, zu finden z.B. hier http://fleep.com/earthquake/

        Ob man die Evakuierungszone ausweiten sollte ist eine andere Frage, aber Messwerte existieren und diese sind für alle einsehbar. Es ist sicher zu begrüßen, wenn Greenpeace weitere Messwerte einholt, aber bitte stellt es nicht so dar, als wenn ihr da irgendwelche Geheimnisse der Regierung aufdeckt!

        29.3.2011 um 17:58 Uhr

  • Starx04

    Naja, was soll ich sagen – ich bin auch etwas enttaeuscht. Und ich habe was gegen Atomkraftwerke…

    Aber eine klare Tabelle mit Alpha, Beta, und Gammaortdosisleistungen inklusive Koordinaten fehlt weiterhin.

    In meinen Augen versagt Greenpeace hier auf hoechstem Niveau.

    Nachrichten kopieren – mach ich schon in meinem eigenen Channel, was wir wollen sind Fakten. Ich fahr auch da hoch und mach die Messungen wenn es sein muss, schickt mir die Geraete und ein Fahrzeug mit genug Sprit.

    - Immer noch Strahlenschutzbeauftragter in Rente
    - Immer noch in Japan

    Gruesse Startx04

    29.3.2011 um 17:10 Uhr · Antworten

    • Michelle Bayona

      Hallo Startx04!
      Unser Team ist vor wenigen Tagen erst angekommen und hat mit den Messungen begonnen. Es wird morgen, also Mittwoch, den 30. März, um 5 Uhr unserer Zeit (12 Uhr Ortszeit) einen Livestream zu einer Presskonferenz in Japan geben, die unsere Kollegen vor Ort organisieren. Gerne können Sie die Ausführungen der Kollegen über den livestream verfolgen: Internet-Livestream: http://www.ustream.tv/channel/gpjshow. Wir werden im Laufe des morgigen Vortages die Informationen aufbereiten und sie online stellen. Bis dahin möchte ich Sie um Geduld bitten. Beste Grüße von der Elbe!

      29.3.2011 um 17:21 Uhr · Antworten

      • Karen Bez

        Es ist ja überraschenderweise in diesem Fall erschreckenderweise bereits eine Leistung, dass mal jemand aus dem Ausland misst. Aber internationale Hilfe muss sofort und endlich vor Ort sein, ganz praktisch. Hier geht es um schnellstes Handeln und der Beendigung der Strahlung. Greenpeace ist doch eine weltweite Organisation.
        Nicht nur Information sondern Aktion!!!!!

        30.3.2011 um 13:45 Uhr

  • grower

    Der grösste Anteil der Radioaktivität geht mit dem vorherrschenden Wind (Jetstream, Westwind) auf den Pazifik hinaus und verdünnt sich bis Nordamerika millionenfach. Solange der Wind nicht dreht, seid ihr (und die Bevölkerung) “auf der guten Seite”.
    1. Was werdet ihr machen, wenn ab MI/DO der Wind von Norden kommt?
    2. Plant ihr Messungen vor der Küste, Durchfahrt (in gebührender Distanz) durch die “radioaktive Fahne” ?

    29.3.2011 um 17:57 Uhr · Antworten

  • julchen

    Ich bin sehr froh, dass es Euch gibt und ich möchte mich für Euren Mut und Euren Einsatz bedanken!
    Es ist gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der etwas tut und noch dazu unabhängig informiert!
    Mich würde interessieren: führt Greenpeace eigentlich auch Messungen in Deutschland durch? Man kann sich kaum vorstellen, dass nicht auch einiges aus Fukushima hier her gelangt. Es ist mir ja fast etwas peinlich in Abetracht der unvorstellbar schrecklichen Lage in der sich die so tapferen Japaner befinden, aber ich fühle mich äußerst unbehaglich und habe wirklich Angst, was die Ungewissheit über mögliche Gefahren für mein Kind betrifft.
    Ich fühle mich darüber viel zu wenig informiert. Mir reicht es nicht zu hören, dass das, was von Fukushima hier ankommt so verdünnt ist, dass es wohl nicht gesundheitsgefährdend ist. Ist das wirklich so? Letzte Woche hiess es in den Medien, dass mit dem Regen am Samstag der erste Fallout in Deutschland erwartet werde. Nun, bei uns hat es ewig nicht geregnet. Aber das wird nicht so bleiben und ich wüsste gern, kann mein Kind definitiv ohne Bedenken auch in den Regen geraten? Ist die Situation ähnlich wie damals 1986? Werden wir ausreichend und rechtzeitig über mögliche Gefahren informiert werden? Vielleicht könnt Ihr dazu ja auch mal Stellung nehmen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Frage nicht mehr Eltern kleiner Kinder beschäftigt. Vielleicht bin ich ja wirklich völlig unbegründet so sehr beunruhigt. Ich wäre heilfroh und wahnsinnig erleichtert, wenn ich einfach wüsste, da ist jemand, der auch in Deutschland das ganze beobachtet und offen und unzensiert über den Stand der Dinge berichetet!
    Daaaanke!

    29.3.2011 um 20:58 Uhr · Antworten

  • Sabine

    Hallo,
    ich möchte auch DANKE sagen!
    Ich finde es unfassbar, dass die Millionen von Japanern nicht richtig informiert werden und die schleichende Katastrophe in den Medien kleingeredet wird.
    Da entspricht es meinem Herzenswunsch, dass sich Leute aufmachen, um ein Stückchen mehr Wirklichkeit ans Licht zu bringen. Großartig!
    Je mehr bekannt wird, desto größer wird auch der Druck von außen auf die japanische Regierung.
    DANKE! Passt auf euch auf und seid hartnäckig!! Viel Erfolg!
    Ich werde mit großem Interesse weiter lesen!!
    Viele Grüße!

    29.3.2011 um 21:34 Uhr · Antworten

  • trudel

    Hallo und danke ans Greenpeace-D-Team! Ihr macht in dieser schlimmen
    Zeit eine spitzen Job mit Eurer Site! Von Herzen meine besten Wünsche an das Japan-Team – paßt gut auf Euch auf und kommt gesund wieder nach
    Hause!
    Als kleinen Tipp für diejenigen, die Meßwerte seit dem 12.03. einsehen mö
    chten: auf http://www.flutrackers.com/forum gibts unter der Rubrik Asien/Japan/erthquake jede Menge Infos zusammengetragen von NGO’s und Veröffentlichungen aus den Ministerien in komprimierter Form. Auch die Messungen aus dem AKW-Gelände sind zeitnah abrufbar. Mit ein bischen Suchen findet man teilweise auch hervorragende Grafiken zum Beben, Videos zum Tsunami und chronologisch relativ zeitgleich eingestellt, auch die Meßwerte aus Fukushima und Umgebung. Selbst die INES-PMs werden eingestellt. So hat man alles an einem Fleck und kann sich ein überschägiges Bild machen.
    Auch ich warte mit Spannung auf die ersten Meßwerte und Berichte von Euch. Mein großes Mitgefühl den Japaner/Innen, die mit so bewundernswerter Disziplin sich von TEPCO und ihrer Regierung anlügen lassen müssen. Herzliche Grüße!

    29.3.2011 um 22:07 Uhr · Antworten

  • Uhrheber

    Ich kann’s nicht glauben, dass die Regierung die Leute dort so einfach herum
    laufen lässt.
    Alles außer Zwangsevakuierung ist schwere Körperverletzung.

    Hochachtung, dass Ihr da freiwillig hingeht.
    Ich wäre schon längst über alle Berge.

    30.3.2011 um 00:39 Uhr · Antworten

  • julchen

    Ist es richtig, dass für bestimmte Produkte, die aus den betroffenen Gebieten in die EU importiert werden am vergangenen Wochenende die Grenzwerte EU-weit um bis das 20 fache erhöht wurden? Ohne die Öffentlichkeit über diesen Schritt zu informieren? So viel zum Thema Vertrauen in unsere Informationspolitik! Erschreckend!
    Bitte bitte informiert Ihr uns?!!!!! Man braucht doch irgendjemanden, dem man Vertrauen kann!
    Ich bin jetzt auch Fördermitglied! Im Moment fällt mir kaum etwas sinnvolleres ein. Danke für Eure Arbeit!

    30.3.2011 um 10:44 Uhr · Antworten

    • japanischGrün

      Hallo stell doch mal diese Frage ans Bundesumweltministerium. Wenn die nicht antwortet an einen Abgeordneten des Bundestags.

      30.3.2011 um 14:59 Uhr · Antworten

  • Jacky Kurlant

    Ich habe euren Eintarg gelesen und finde ihr habt wirklich sehr viel mUt ein großes Lob von mir und meiner Familie,…mir tun auch die luete in Fukushima sehr leid.
    LG
    JACKY

    30.3.2011 um 13:51 Uhr · Antworten

  • japanischGrün

    Endlich Ausländer in Japan. Danke Euch Greenpeace Deutschland. Die Japaner trauen sich nicht internationale Hilfe im großen Maßstab zu erbitten. Bislang ist französische Hilfe erbeten worden.
    Es ist entsetzlich zu zu sehen, wie isoliert Japan als eines der größten Weltwirtschaftsmächte ist. Schmerzlich, dass der Informationsfluss zwischen den Regierungen aber auch unter den Journalisten von hüben nach drüben nicht funktioniert bzw. nur spärlich vorhanden ist.
    Das Harmoniebewusstsein der Japaner, was sich in großer Disziplin und Solidarität innerhalb des Landes äußert ist ihnen ein Klotz am Bein: keiner traut sich auszuscheren, Grenzen zu setzen und anzuprangern.Nach sechzig Jahren liberaler Parteipolitik sind alle Bedenken der Bevölkerung gegenüber der Atomenergie weggeredet worden.
    Ihr könnt alle etwas tun und bitte auf die Seite des Citizens Nuclear Information Center
    cnic.jp gehen (Englische seiten vorhanden).
    Gegenwärtig soll in Japan ein schneller Brüter -ja Ihr habt richtig gelesen- ein schneller Brüter, von dem sich Europa schon längst abgewandt hat (viel gefährlicher und störanfälliger als ein Siedewasserreaktor, Plutonium in hoher Konzentration als Brennstoff) ans Netz.
    Vielleicht hat jemand eine Idee, wie wir vom Ausland aus medialen Druck erzeugen können?
    Verzweifelt über so viel …Gruß an alle und Danke, dass Ihr dabei seid

    30.3.2011 um 14:55 Uhr · Antworten

    • japanischGrün

      Oh nein, ich habe mich geirrt. Er ist bereits Mai 2010 ans Netz gegangen…!

      30.3.2011 um 16:00 Uhr · Antworten

  • Josua Heesen

    Welch grausame Nachricht, eine Maschine sit erfudnen, die der einem perpetuum mobile ähnelt und keiner bekommt es mit. Alle Infos hier :
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34400/1.html

    30.3.2011 um 18:03 Uhr · Antworten

  • Marina

    Ich verfolge fast tagtäglich die Sache mit … alles schön und gut!
    ABER mich interessiert VIELMEHR, welche KONKRETEN, praxisnahen Konsequenzen – nicht nur für Japan, SONDERN AUCH für uns ALLE in der restlichen Welt – DIESE Atomkatastrophe hat!
    DARÜBER wird VIEL ZU WENIG berichtet! Mir drängen sich Fragen auf – bezüglich
    Kauf von jeglichen Produkten aus Japan, verstärkter Förderung von erneuerbaren Energien – weg von Atomenergie u.dgl. … Ob Japan SELBST und der Rest der Welt aus diesem Super-GAU entsprechende Lehren ziehen, wird sich demnächst UND in der Folgezeit zeigen! Ich BEZWEIFLE es fast, NICHT weil ich Pessimistin,
    sondern EHER Realistin bin … Wenn ich z.B. an die USA, Russland, China oder an Brasilien denke, wo die Bundesregierung mit deutschen Steuergeldern ein AKW-
    Projekt fördern will! Ich bin ja wirklich gespannt, ob sie es tun wird … Wenn ja,
    dann hat unsere Regierung wahrhaftig NICHTS aus der letzten Katastrophe gelernt!
    Es wäre tatsächlich SCHIZOPHREN, wenn sie hier in Deutschland der Atomwirt-
    schaft den Rücken zukehren würde, ABER GLEICHZEITIG alles, was mit Atomenergie zu tun hat, ins Ausland EXPORTIEREN würde! Ja, ja, schließlich
    sind wir ja EXPORTweltmeister – wir wollen unserem Namen auch in der Hinsicht
    alle Ehre machen …
    Wer redet von German Angst und zieht damit die im Grunde berechtigte Sorge der Mehrheit hier im Lande ins LÄCHERLICHE?! Ich meine hiermit nicht die Panik-käufe von Jodtabletten, Geigerzählern o.dgl.!
    Scheinbar haben die Menschen im Ausland NOCH NICHTS begriffen und wollen weiter machen wie bisher?!
    Für solch eine gewisse Arroganz vonseiten DIESER Leute habe ich nichts übrig … Da kann ich diesbezüglich nur, gelinde gesagt, zumindest den Kopf schütteln.
    Ja, wie gesagt — meine Fragen lauten:
    Wie sieht unser aller Zukunft in nächster und ferner Zeit aus – nach der Katastrophe
    in Japan? Welchen Weg werden wir folglich beschreiten?
    Nur DAS zählt. – - -

    30.3.2011 um 19:48 Uhr · Antworten

  • Andreas

    Hallo!

    Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön zu der guten Berichterstattung, die nicht wie bei anderen großen “Nachrichtenmagazinen” nach ein paar Tagen in der Versenkung verschwindet.

    Zu dem Greenpeace-Team und ihrer Ausrüstung vor Ort habe ich dennoch eine verwunderte Anmerkung:
    was soll denn der “Radex 1503″ in der Geräteliste? Ich wußte gar nicht, daß so was jetzt unter “professionelle Strahlenmesstechnik” läuft :-)

    Der Radex 1503 ist nicht kalibrierbar, geschweige denn eichfähig (ich selber besitze das Nachfolgemodell, den 1706). Also sind die Messergebnisse per se schon mal nicht “zitierfähig”. Das eingebaute Zählrohr ist nicht energiekompensiert – Strahlung mit geringem Energiegehalt führt zu erhöht angezeigten Dosisraten. Außerdem ist das Gerät absichtlich so gebaut, dass Betastrahlung detektiert werden kann. I-131 und Cs-137 sind beides Betastrahler. Nun hat ein Geiger-Müller-Zählrohr für Beta-Teilchen eine Auslösewahrscheinlichkeit von fast 100%, während es für Gammaquanten weniger als 1% sind. Das heißt, ohne einen Betafilter um das Gerät (auf den Fotos nicht zu erkennen) bekommt man viel zu hohe Werte angezeigt! Die Umrechnung “Impulse pro Zeit” auf “µSv/Zeit” geht ja davon aus, daß man reine Gammastrahlung vorliegen hat.

    Der “Radex” ist ein gutes Gerät, aber nicht für den professionellen Bereich konstruiert, sondern ein rusisches Gerät aus dem “Consumer-”Bereich. Wenn man also schon Displays mit Messwerten in die Kamera hält, dann bitte das Display des mobilen Nuklididentifikationsgeräts, denn das ist das einzige in der Ausrüstungsliste, mit dem man Dosisleistungen messen kann.

    Wann werden denn ein paar mehr Messwerte veröffentlicht?

    Passt gut auf euch auf!!

    Viele Grüße,

    Andreas

    31.3.2011 um 02:06 Uhr · Antworten

  • Strahlenopfer

    Hallo Survey Team,

    schön dass Ihr in Japan Messtechnik dabei habt. Aber wo finde ich jetzt bitte nun die Messwerte (Zeit, Ort, Becquerel/Sievert Angaben)? Vielleicht alles in einer Karte?

    Ein einzelnes Foto mit 7,66 microSv auf einem RADEX RD ist jedenfalls nicht sonderlich informativ…

    31.3.2011 um 10:21 Uhr · Antworten

  • Klaus

    Hallo, danke für euren einsatz!

    In Tokio gibt es einen online Geigerzähler, der relativ hohe Dosisleistungen von 20 bis 30 microSievert / h ( max bis 40) bereits über viele Tage anzeigt.

    http://www.sardog.eu/html/geigerzaehler_tokio.html

    wie passen diese Werte mit euren Erkenntnissen und Messungen zusammen?
    Danke
    Klaus

    31.3.2011 um 19:27 Uhr · Antworten

  • Nerd

    Wow, jetzt ist das ganze fast schon ein Jahr her. Aber ehrlich gesagt, scheint das ganze eher unter dem Teppich verschwunden zu sein, als dass sich da wirklich etwas getan hat. Oder was meint ihr dazu?

    04.2.2012 um 18:58 Uhr · Antworten

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