Was tun gegen die Riesenverschwendung von Lebensmitteln?

17. Mai 2011 · von Gastautor/in

Ein Drittel aller weltweit hergestellten Lebensmittel landet nicht auf dem Teller. Auf Verbraucher in Europa heruntergerechnet bedeutet das, dass bis zu 115 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr weggeworfen werden. Diese Zahlen hat die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Montag in einer Studie veröffentlicht. Unser Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter hat gestern im Blog beschrieben, wie die Lebensmitelverschwendung hier die Weltmarktpreise und die Versorgung weltweit beeinflusst. Heute bloggt er, was dagegen getan werden kann.

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Kuh auf der Weide, Copyright: Sabine Vielmo/Greenpeace

Man muss sich mal vorstellen: Mittels Agrarstatistik wird jedes Jahr ganz genau erhoben, was in Deutschland wie viel angebaut wird, wie hoch die Ernteerträge sind, wie viele Tiere mit welcher Leistung gehalten werden. Doch darüber, wo diese Lebensmittel eigentlich landen, wie viel davon auf dem Weg vom Acker zum Teller verloren geht, darüber gibt es in Deutschland nur grobe Schätzungen, die wiederum auf Untersuchungen aus dem Ausland beruhen. Nachdem Greenpeace im vergangenen Herbst Parlamentarier aus dem Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss über das Problem informiert hatte, hat Ministerin Aigner eine Studie in Auftrag gegeben, die erstmals der Frage nachgehen soll, wo und wie viel Lebensmittel in Deutschland vom Acker bis zum Teller verschwinden.

Die Studie, welche die FAO gestern in Düsseldorf vorgestellt hat, quantifiziert das Problem und  zeigt viele Möglichkeiten zum Handeln: So werden bessere technische Ausrüstungen für Landwirte in Entwicklungsländern benötigt, um dort Ernte- und Lagerungsverluste zu reduzieren. Eine Verbesserung der Infrastruktur und der Logistik würde die Verluste vom Feld bis zum Verbraucher verringern.

Hierzulande liegen die Probleme weniger bei den Erzeugern, sondern eher beim Handel sowie beim Konsumenten:
Viele Handelskonzerne stellen gezielt ein Überangebot an Frischwaren bereit, um ihre Regale immer prall gefüllt zu halten. Bäckereien, die Supermärkte beliefern, müssen sich verpflichten, bis Ladenschluss alle verschiedenen Produkte anzubieten. Dass durch diese Anforderungen erhebliche Mengen nicht verkauft, sondern entsorgt werden müssen, nimmt der Handel billigend in Kauf. Gleichzeitig schickt der Lebensmittelhandel palettenweise Lebensmittel bei nur geringen äußeren Mängeln an die Erzeuger zurück.

Das Probelm mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum

Abgepacktes Brot im Regal, Copyright: Fred Dott/Greenpeace

Doch anstatt Frischprodukte kurz vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) auf den Müll zu schmeißen, sollten meiner Meinung nach solche Lebensmittel zu deutlich verminderten Preisen angeboten werden. Leider aber werfen viele Supermärkte lieber Lebensmittel weg, statt sie günstiger anzubieten oder an Die Tafel zu verschenken, weil sie glauben, dadurch an Umsatz zu verlieren. Teilweise werden von Supermärkten Produkte, die nur leichte Mängel aufweisen,  gezielt zerstört, um zu verhindern, dass Menschen sich an ihren Abfallcontainern diese Produkte herausfischen. Wenn der Lebensmittelhandel nicht von selbst reagiert und Maßnahmen ergreift, um die Verschwendung zu stoppen, muss die Politik Strafmaßnahmen wie eine hohe Abgabe für Lebensmittelabfall einführen.

Das Konzept des MHD muss neu diskutiert werden. Viele Menschen glauben, dass Produkte nach Ablauf des MHD nicht mehr konsumiert werden können. Doch das ist falsch: Das MHD garantiert nur von Seiten des Verkäufers, dass die Produkteigenschaften noch zu 100 Prozent gelten. Das MHD gilt extra für Lebensmittel, von denen nur ein geringes Risiko ausgeht. Bei Produkten wie Hackfleisch oder frischem Geflügelfleisch, von denen ein tatsächliches gesundheitliches Risiko ausgeht, wenn sie zu lange aufbewahrt werden, muss hingegen ein Verbrauchsdatum auf den Produkten angegeben werden.

In seiner jetzigen Form führt das MHD bei vielen Menschen dazu, dass sie Nahrungsmittel wegwerfen, sobald das MHD erreicht ist. Für die Supermärkte eine gute Sache, wenn dadurch immer wieder neue Ware gekauft werden muss. Vielleicht gibt es deswegen so wenig Informationen am Point of Sale über die wirkliche Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums.

Verschiedene Tomatensorten, Copyright: Eberhard Weckenmann/Greenpeace

Natürlich haben auch Verbraucher viele Möglichkeiten, ihre Lebensmittelverluste zu reduzieren. Das fängt beim Einkauf an – also möglichst ohne Hunger und dafür mit Einkaufszettel einkaufen – geht weiter über die richtige Lagerung der eingekauften Lebensmittel und hört beim regelmäßigen Blick in den Kühlschrank auf. Inzwischen gibt es zahlreiche Kochbücher die zeigen, wie man leckere Sachen aus Resten herstellen kann.

Die Slow Food Bewegung hat sich bereits dem Thema angenommen und tolle Ideen entwickelt. So haben in den Niederlanden Slow Food-Aktivisten Bauern geholfen, ihre reife Erdbeerernte mitten in Amsterdam kistenweise vom Anhänger zu verkaufen, indem sie per Rundmail zu der Aktion in kurzer Zeit aufgerufen haben. In Turin haben Slow Food-Köche die Reste einer Lebensmittelmesse für Hunderte Besucher zu einem mehrgängigen Restemenü verkocht. Vielleicht sollten wir auch einfach mal unsere Freunde anrufen, wenn der Kühlschrank denn doch einmal übervoll ist und Essen zu verderben droht. Gemeinsam kochen und essen bringt Menschen zusammen und verringert sinnlosen Abfall.

Und hier noch ein Lesetipp: “Für dieTonne. Wie wir unsere Lebensmittel verschwenden” von Tristram Stuart.

Wie unser Essen auf dem Müll landet, zeigt auch eindrucksvoll dieser Film:

„Taste the Waste“ — Der Trailer from tastethewaste.com on Vimeo.

(Autor: Martin Hofstetter)

Kommentare

  • Michi

    Die Moral der Geschichte ist also: kauft mehr abgelaufene Produkte!
    Leider ist es nun mal so, dass ich 1. Auf Qualität setze, und 2. Geh ich nur einmal die woche einkaufen, und woher soll ich am Samstag wissen, worauf ich am Mittwoch Lust haben werde? Und wenn ich ein halbes baugette will und As ja nur ein Tag lang gut ist, es aber nur ganze verkauft werden, dann muss ich halt die Hälfte wegschmeißen! Ich Kauf lieber ein bisschen mehr, und hab dann am freitag immernoch eine Auswahl. Dass dabei ein bisschen was aufm Müll landet, nehme ich bewusst in Kauf.
    .
    Es ist ja nicht so, als würde ich die Lebensmittel stehlen oder so, ich ZAHLE ja auch den Marktpreis dafür. Und die etwas höheren kosten zahle ich ja auch selbst.
    Es ist ja wohl nicht Euere Angelegenheit, was jemand mit dem, was er kauft, macht, ich kann damit machen wass ich will, denn die Ware gehört MIR. Keiner kann mir schließlich vorschreiben, dass ich mein Auto auch fahren muss, oder dass ich in meiner Wohnung leben muss, oder dass ich eine Zeitung, die ich bestellt habe auch lesen muss, warum soll mir dann jemand vorschreiben, dass ich das was ich kaufe auch essen muss?
    .
    Ich bin hier vielleicht der normalo im hippy-Blog, und damit ein bisschen fehl am Platz, aber ich wollte mich an der Atom Diskussion beteiligen, und habe das gesehen, und es stößt bei mir einfach an Unverständnis.

    17.5.2011 um 13:29 Uhr · Antworten

    • Daniel

      Hallo Michi,

      da haste ja ordentlich Dampf abgelassen, nicht schlimm!
      Manchmal muss die Säge sägen…
      Ich denke jedoch du hast den Text missverstanden oder hast noch nicht die persönliche Reife ( das soll nicht böse gemeint sein, ich hatte mit 15 natürlich auch andere Ansichten als mit 35 ).
      Veränderung ist unbequem!
      Wenn Du es bewusst in Kauf nimmst, das Du Lebensmittel weg wirfst während andere Leute an Hunger und Durst verrecken, würde ich Dir trotzdem empfehlen Dir mal in einem ruhigem Moment und einer entspannten Umgebung das Ganze nochmal durch den Kopf gehen zu lassen.
      In letzter Konsequenz trägst Du natürlich die Verantwortung für Dein Verhalten, da gebe ich Dir vollkommen Recht!

      Nur zur Info:

      Ich bin keiner von diesen Leuten die sich der Öffentlichkeit präsentieren wie arbeitslose Zirkusartisten ( ich glaube es sollen Hippies sein ) und gegen alles und jeden sind der nicht Ihre Meinung vertritt, versuche aber immer mein Handeln zu reflektieren. Ich bin Familienvater von 2 Kindern, Firmeneigentümer, Angler, Autofahrer ( fahre sogar einen Geländewagen, direkt vom Teufel gekauft ;-) , Mountainbiker, Naturliebhaber, mag Hip Hop und Techno…also irgendwie auch ein “normalo” ( so sehe ich das ). Evtl bin ich auch unnormal, soll jeder für sich entscheiden;-))

      Nachdem ich i d Vergangenheit häufig Lebensmittel wegwerfen musste, habe ich mein Einkaufverhalten dahingehend umgestellt, dass ich häufiger, weniger einkaufe. Denn auch ich weiß nicht worauf ich am Donnerstag Appetit habe wenn ich Samstags im Supermarkt stehe. Ich esse jedoch auch etwas weil es einfach nur weg muss. Zudem haben wir einen neuen Bioladen um die Ecke. Hast Du schon einmal probiert wie toll Hänchenbrustfilet vom Biobauern schmeckt? Ein Hochgenuss! Klar kostet ca 3x so viel wie beim Discounter, muss, meines Erachtens, allerdings auch nicht jeden Tag Fleisch sein.

      Probiere es doch mal aus, es tut gar nicht weh und stellt sogar evtl eine Bereicherung für Dein Leben dar.

      Grüße aus Oberhausen,
      Daniel.

      P.S.: Ich möchte Dich weder angreifen, noch möchte ich Dich vorführen oder mich “selbstbeweiräuchern”.

      17.5.2011 um 14:08 Uhr · Antworten

      • Michi

        Ich kaufe selbst Bio… Aber nicht im bioladen sondern im normalen Geschäft, ich weis die Qualität durchaus zu schätzen.
        Und der Preis der Lebensmittel hat bei mir noch nie eine Rolle gespielt…

        17.5.2011 um 14:19 Uhr

      • julia

        danke, ich krieg bei solchen kommentaren so eine wut, dass ich gar nicht mehr weiß was ich sagen soll.

        17.5.2011 um 14:53 Uhr

    • Lorenz

      Man macht sich am besten eine Plan was man so innerhalb der nächsten Woche so essen möchte und kauft dafür alle Zutaten ein. So einfach ist es nur das zu kaufen was wirklich gebraucht wird. Wer zu oft in den Supermarkt geht läuft Gefahr auch viel zu oft zu viel zu kaufen.

      17.5.2011 um 16:19 Uhr · Antworten

      • Timo

        Ja oder einfach mal was, was droht nicht verbraucht zu werden, verschenken! Wenn man das ein paar mal gemacht hat wird man merken, dass man 1. beliebter wird und 2. dass man vielleicht auch mal was nettes geschenkt bekommt!

        17.5.2011 um 22:23 Uhr

  • Wilfried Gierden

    Wenn der Wohlstand zur Verschwendung führt, dann ist es leider auch nicht mehr weit, bis zur Ausbeutung. Doch genau dahin führt das Verhalten einer Wegwerfgesellschaft in Kombination mit Dumpingpreisen. Die Wertigkeit des einzelnen Produktes, hier die der Lebensmittel, ist nicht mehr gegeben. Lebensmittel werden zum billigen Wegwerfprodukt. Kein Wunder, dass deren Qualität rasant abnimmt und ein jeder den Ast, den er selbst besteigt abschneidet. Im letzten Jahr schrieb ich dazu einen Blogbeitrag, dessen Inhalt hier zu wiederholen den Rahmen sprengen würde. Wer einmal nicht weiter “schlafen” möchte, dieser ist unter http://buerger-blog-blankenheim.de/?p=1283 zu lesen.

    Das derzeitige System bringt uns sicherlich in der zur Zeit praktizierten Art und Weise keine Fortschritt. Dabei stellt sich aber auch die Frage, was überhaupt ist Fortschritt. Kann man es als Fortschritt bezeichen, wenn ein Teil der Menschen auf Kosten anderer leben, diese Ausbeuten. Kann es Fortschritt sein, wenn immer billigere Produkte hergestellt werden, die im Gegenzug eben gesundheitsgefährdender sind. Diese Liste der Fragen könnte nahezu ohne Ende weiter geführt werden. Meiner Meinung nach sind die Lebensmittel viel zu billig…

    17.5.2011 um 13:47 Uhr · Antworten

    • Michi

      Dumpingpreise? Dann solltest du ja erst recht für die Verschwendung sein…
      Denn wenn mehr nachgefragt wird, steigen die Preise, die Bauern sind glücklich und müssen keine demos mehr machen weil ihnen die Preise zu niedrig sind, mit dem mehr geld können sie sich mehr, bessere Sachen kaufen, und das alles hilft der Wirtschaft und der Allgemeinheit! Is doch klassische kaynes’sche Wirtschaftspolitik.
      .
      Verdammt! Ich hab schon wieder Wirtschaft in Zusammenhang mit Greenpeace erwähnt! :-)

      17.5.2011 um 14:01 Uhr · Antworten

  • Dee

    Michi, keiner will dich hier in deinen Entscheidungen einschränken oder zu irgendwas zwingen, man wünscht sich nur globaleres sozialeres Denken. Dass das irgendwie so alles seine Richtigkeit nicht hat, ist doch offensichtlich. Genau wie bei der Atomenergie. You are not alone. Aber du redest so als ob ;-)

    17.5.2011 um 13:49 Uhr · Antworten

  • Susanne Steinicke

    Dieser Tatbestand erschreckt mich sehr. Ich versuche sehr umweltbewusst zu leben, und bei mir landet nie etwas auf dem Müll. Ich kaufe die Sachen einzeln, in kleinen Mengen im Bioladen. So etwas Wertvolles wie diese schönen Biolebensmittel könnte ich nie vernichten. Lebensmittel im Supermarkt sind meiner Meinung nach zu billig und werden in zu großen Mengen angeboten, so dass man sie gar nicht mehr verbrauchen kann. Außerdem sind Obst und Gemüse meist schon überreif, so dass sie schnell verderben.

    Was hilft, ist gesunde Nahrung selbst zu kochen, damit tut man Gutes für die Gesundheit und verbraucht gleichzeitig seine Nahrungsmittel. Tipp: wenn man nur einmal wöchentlich einkaufen kann: kurz haltbares Gemüse wie Spinat, Blattsalate, Lauch, Pilze am Anfang der Woche verbrauchen, länger haltbares Gemüse wie Kartoffeln, Möhren, Kohlrabi, Pastinaken am Schluß der Woche verkochen.

    17.5.2011 um 13:52 Uhr · Antworten

  • gtrampe

    Ich glaube nicht das es die Moral ist, abgelaufene Produkte zu kaufen, sondern einfach schlichtweg darüber zu informieren was überall schief läuft.
    Und dieser Beitrag ist änlich zu sehen, wie andere Probleme. Ob es der Einsatz von regenerativen Energien ist, oder die nachhaltige Lebensmittelbeschaffung betrifft. Hier im Text werden kleine Lösungsvorschläge angeboten und der Artikel soll jeden dazu ermutigen mit etwas Kreativität neue Lösungswege zu entwickeln. Die Konsumenten wie auch die Lebensmittelbranche sind gefragt sich zu transformieren.
    Und wenn man hier schon nach Moral geht, dann liegt klar auf der Hand, dass wir irgendwann ziemlich in Schwierigkeiten sind, wenn es so weiter geht. Aber mit dieser Grundsatzdiskussion möchte ich hier nicht anfangen, das belegen tausende von Wissenschaftlern auf der Welt. Ob man den Prognosen nun glaubt oder nicht. Probleme, welche die Menschheit betrifft kristallisieren sich trotzdem heraus, … fragt sich nur wie schwer es die einzelnen Bereiche trifft. Wie schwer es den Menschen trifft. Nicht zu vergessen die Umwelt.
    Es geht einfach darum, nachhaltig und gerecht zu produzieren. Und ganz klar um den menschlichen Anspruch, den du (Michi) von deiner Seite ziemlich gut aufzeigst. So würde es für jeden einzelnen, besonders für Menschen aus den Industrieländern bedeuten, die Anspruchsziele zu verringern. Was du beschreibst ist der Luxus beim Essen den sich jeder für sich offen halten möchte. Leider, … da liegt für mich eines der Hauptprobleme, was Menschen noch nicht recht begriffen haben. Sich zu mäßigen. Wie geht man dagegen vor? Bildung nicht wahr? Das wird hier praktiziert.
    Hier eine kleine Veranschaulichung von dem was ich meine in Sachen nachhaltiger Entwicklung:
    http://s7.directupload.net/images/110517/qzuu6mq9.jpg

    17.5.2011 um 14:08 Uhr · Antworten

  • Friedemann

    Lieber Michi,
    ich verstehe ja angesichts der Menge an Problemen die Unlust, nun auch noch seine Essgewohnheiten ändern zu sollen. Jeder von uns ist ja auch mehr oder weniger bequem.
    Worum es glaub ich geht, ist das schauen über den Tellerrand. Also, was mein Handeln für Konsequenzen hat. Billige Nahrungsmittel hier (mit Hilfe der EU-Subventionen) haben eben u.a. auch zur Folge, dass auf einem afrikanischen Markt die aus der EU importierten Nahrungsmittel konkurrenzlos billig sind und die einheimischen Bauern sich abrackern können wie sie wollen. Sie werden es nicht schaffen, billiger zu produzieren. Folge ist (u.a.) die Vision, ins reiche Europa auszuwandern mit der Folge, (evtl.) auf dem Mittelmeer ums Leben zu kommen.
    Kann man sagen, wieso soll ich dafür zuständig sein ? Man kann halt auch die berühmten kleinen Schrittchen tun. Mit denen fingen alle nachhaltigen Veränderungen ja bekanntlich mal an…
    Interessanter Film ist “We feed the world”, in dem sehr anschaulich die globalen Zusammenhänge unseres Konsums dargestellt werden. Empfehlenswert.

    17.5.2011 um 14:17 Uhr · Antworten

  • Marie

    Ich weiß nicht recht wie ich aktiv dazu zu einer Lösung beitragen kann. Bei uns zu Hause wird wenig weggeschmissen, aber auch wenig gekocht. In einer Großfamilie in der jeden Tag gegocht wird ist es meiner Meinung nach schwierig genau zu planen wie viel jeder isst und das was dann übrig bleibt reicht nicht für das nächste Mal bzw. bleibt dann am nächsten Tag wieder ein Rest übrig… Ich versuche dann schon über meinen Hunger zu essen bzw. die Reste die übrig bleiben mitzunehmen. Allerdings werden trotzdem zu viel noch guterhaltende Lebensmittel weggeworfen.
    Ein anderes Problem sehe ich darin, dass eine große Packung Gemüse/Obst/Fleisch meist viel billiger ist als das selbe in wenig..
    Sinnvoll finde ich jedoch den “freeganer”, die nur das essen was ansonsten weggeworfen wird =)

    17.5.2011 um 15:05 Uhr · Antworten

  • Florian Schneidereit

    Als Kommentar fand ich gerade passend ein paar Passagen aus meiner in Arbeit befindlichen Zivilisationskritik…

    Die Lösung ist simpel: Weniger Zivilisation und weniger Technik, weg von der Konsumgesellschaft und dem System “Stadt”, wieder hin zu einer natürlicheren Lebensweise, leben in kleinen Gruppen, die sich in nachhaltiger Weise selbst versorgen durch Eigenanbau, Jagen und Sammeln. Ein Ende der Rohstoffausbeutung und der damit einhergehenden Zerstörung und Verseuchung der Biotope, ein Rückbau der Industrie und der künstlichen Veränderung des Planeten, vor allem der Atmosphäre, durch die Verwendung und Emission von chemischen Substanzen und Gasen.

    Auf Lebensmittel angewandt: Weg von der industriellen Massen(über)produktion und der ganzen Agrarwirtschaft, dem Sinnbild der Ausbeutung und Verschwendung seit tausenden von Jahren.

    Und bewusst auf die Gefahr hin, dass ich mir mit dieser Aussage keine Freunde mache, gebe ich noch offen zu, kein unbedingter Menschenfreund zu sein und ich kein Problem hätte bzw. ich es doch sehr begrüßen würde, wenn es insgesamt statt den nunmehr sieben Milliarden Menschen nur noch zwei bis drei Milliarden gäbe, weil – wer denkt denn schon an die vielen anderen Lebewesen, die Pflanzen und Tiere, um sich herum, die aufgrund der zivilisierten Lebensweise aussterben, vom aussterben bedroht sind, oder bereits ausgestorben sind? Die wenigen verbliebenen Buckelwale? Oder Tiger und Schimpansen? Sich dann in solch egoistischer Weise über verhungernde Kinder zu echauffieren, dafür habe ich absolut kein Verständnis. Oder die Geburtenrate in Deutschland als bedenklich zu empfinden – weil die Menschen die Dinge ständig aus der falschen Perspektive betrachten, d.h. durch die Brille der wirtschaftlichen Interessen, die ihnen quasi von kindesbeinen an aufgezwungen wird. Die Bevölkerungskurve insgesamt zeigt weiter nach oben, in einer nicht mehr vertretbaren Art und Weise, und jegliche Entwicklung in die andere Richtung sollte mehr als begrüßt werden.

    Der zivilisierte Mensch ist das Krebsgeschwür dieses Planeten, hat allerdings einen theoretischen Vorteil gegenüber einem rein biologischen Krebsgeschwür: er könnte sich dessen bewusst sein, absolut und uneingeschränkt, und entsprechend handeln um das weitere Fortschreiten der Wucherung aufzuhalten, einzudämmen oder gar zu heilen. Es ist somit kein intellektuelles Problem. Es sind wieder künstliche wirtschaftliche Interessen, die im Vordergrund stehen. Und darum wird sich der zivilisierte Mensch weiter so verhalten und irgendwann enden wie jedes (bösartige) Krebsgeschwür, nämlich weiter wachsen und wuchern bis er seinen Wirt so weit geschädigt hat das dieser nicht mehr lebensfähig ist und damit auch seine eigene Lebensgrundlage zerstören.

    17.5.2011 um 15:56 Uhr · Antworten

    • Marie

      Vielleicht hast du ja recht und die dritte Welt verhungert und stirbt aus. Folglich weniger Menschen.
      Außerdem würde ich die Menschen nicht als Krebsgeschwür sehen, sondern auch als Retter, denn wenn z.B. ein Meteorit auf die Erde fliegen würde, würden wir alles daran setzen uns und die Planeten zu beschützen.

      17.5.2011 um 16:48 Uhr · Antworten

    • Bernd

      Irgendwie haben sie ja schon recht.
      Jeder, egal ob er jetzt nur Bio kauft und nur mit dem fahrrd fährt, und nix wegschmeist, verbraucht etwas von unserer Lebensgrundlage auf Erden.
      Und da die Bevölkerung nun mal stetig wächst, wird dies irgendwann zum Problem werden. Selbst wenn alle Vegetarier werden, diese Erde kann nicht mehr als eine bestimmte Zahl an Menschen vertragen.
      Und da ist schon die Frage da, ob dies nun viele Menschen die jeweils wenig verbrauchen sein sollen, oder nur wenige, die dafür in Luxus und Verschwendung leben.
      Von der Natur aus gesehen ist es so, dass immer wenn eine Art in Luxus lebte, sie sich so weit vermehrt, bis sie es nicht mer tut.
      Und da haben sie schon recht: so gemein wie es klingt, man kann nicht oder irgendwann nicht mehr jedem hungernden Kind nachtrauern.

      17.5.2011 um 17:09 Uhr · Antworten

    • Watschby

      Treffen sich zwei Planeten.

      - Wie geht’s ?

      - Nicht so gut. Ich habe homo sapiens.

      - Nicht so schlimm. Das habe ich auch gehabt. Es geht vorbei.

      17.5.2011 um 19:10 Uhr · Antworten

    • Energiesparfuchs

      @florian-schneidereit
      Machen sie sich um Himmels willen bloß nicht noch die Mühe und verfassen eine “Zivilisationskritik”. Das haben schon ganz andere getan. John Holdren und Paul Ehrlicher z.B.. Damit können sie nicht mehr groß rauskommen.
      Es ist wirklich schlimm, wie vollkommen antihumane Thesen sich in der Gesellschaft immer mehr Bahn brechen.
      Um es auf den Punkt zu bringen – das ist der Beginn des finsteren Zeitalters der postindustriellen EUGENIK.
      Wo bleibt bloß der gesunde Menschenverstand ? Haben euch die Finanzeliten mit den Massenmedien schon völlig verdummt ?

      17.5.2011 um 21:52 Uhr · Antworten

  • Birgit Grimm

    Ich wusste nicht das Lebensmittel produziert werden um weggeschmissen zu werden
    Was kann man dagegen tun? Warum kann es nicht für die armen Menschen gegeben werden?
    Es müssen ein Verkaufsverbot von Fleisch und Fisch in Lebensmittelndiscountern verboten werden so wie Aldi usw.
    Mit freunlichem Gruss
    Birgit Grimm

    17.5.2011 um 16:02 Uhr · Antworten

    • Philipp

      klar und dann kann mann alles nur noch im Volksladen für Ostmark kaufen ist klar. Weil unser Staat ja auch ohne Grund Discountern vorschreiben kann, was sie zu verkaufen haben. Außerdem gibt es vielleicht Leute die nicht so viel Geld haben und trotzdem ihre Familie ohne zu harzen durchfüttern müssen. Sollen die dann dazu gezwungen werden teures Fleisch zu kaufen nur damit nichts weggeworfen wird?!!!

      17.5.2011 um 23:20 Uhr · Antworten

  • Hannah

    Ich glaube es gibt auch viele Probleme von der Verbraucherseite aus. Ein aktuelles Beispiel: Der Onkel meines Freundes ist Spargelbauer, und verkauft diesen auf einem eigenen Stand. Natürlich hat er verschiedene Klassen Spargel (erste Wahl, zweite Wahl, Bruchspargel…) nur zur Klarstellung zweiter Wahl Spargel ist ein wenig dünner und vielleicht ein bischen krumm, aber durchaus mit dem zu vergleichen, was man im Supermarkt bekommt. Auf jeden Fall will niemand Spargel zweiter Wahl oder gar Brauchspargel kaufen, noch nicht mal die Tafel will diesen Spargel abnehmen, obwohl er ihr sogar regelmäßige Lieferungen während der Spargelzeit anbieten könnte. Der Spargel kommt deshalb jetzt halt leider auf den Misthaufen.

    17.5.2011 um 16:24 Uhr · Antworten

    • Marie

      Ich wünschte der Autor des Artikels würde zu deinem Beitrag etwas schreiben denn ich finde du hast völlig recht und mir bleibt dazu sonst nichts zu sagen.

      17.5.2011 um 16:40 Uhr · Antworten

    • Martin H

      Weil ich direkt angesprochen werde möchte ich mich kurz zu Wort melden; natürlich ist der Verbraucher mit”schuldig” an den Zuständen. Mit seiner Kaufentscheidung hat er enormen Einfluß auf die Erzeugung und die Vermarkter. Wenn wir alle keine Masthähnchen aus industrieeller Erzeugung mehr kaufen würden gäbe es auch kaum mehr entsprechende Massentierställe. Wenn wir statt Hochglanzäpfeln Äpfel mit Schorf oder kleinere Kaliber einkaufen, dann reduzieren wir nicht nur das Ausschussproblem, sondern vielleicht auch noch den Spritzmitteleinsatz.

      Der Handel und die Lebensmittelproduzenten haben uns aber auch zu dem gemacht, was wir heute sind: auf das Produktäußere fixierte Schnäppcheneinkäufer (Kauf 3 Zahl 2 Produkte) , bei denen alles muß makellos und standardisiert sein muß. Der Geschmack und die Vielfalt der Lebensmittel bleibt dabei häufig auf der Strecke. Grund für mich wieder stärker auf Märkten oder bei Landwirten einzukaufen.

      Zum Spargel muß man noch sagen: aufgrund des trockenen warmen Wetters haben wir dieses Jahr ein Superspargeljahr mit riesigen Erntemengen. Ein Teil wird davon gar nicht erst geerntet, weil einfach davon zu viel da ist und die Lohnkosten kaum beglichen werden durch den Marktpreis (und der Lohn eines Spargelernters ist wirklich mickrig). Ich will damit sagen, dass es immer auch Überschüsse in der Landwirtschaft geben wird (gerade bei Ackerkulturen), die man nicht völlig abstellen kann.

      17.5.2011 um 18:11 Uhr · Antworten

  • Christian

    Das Problem , das viele Menschen glauben, das man Produkte nach MHD Ablauf nicht mehr essen kann/darf kenn ich aus unseren Bioladen. Ich stell immer wieder fest, das Kunden geziehlt nach Produkten mit dem längeren MHD greifen. Milch z.B. di…e noch 2 Tage MHD aufweist, wird nicht mehr gekauft. Hier ist noch viel Informationsbedarf. Als ich mal nur noch 3 Salate in der Kiste liegen hatte, wurde ich gefragt ob ich nicht mehr Salat habe. Auf meine Frage wieviel Salat die Kundin den benötige, kahm die Antwort ,das sie einen haben möchte. Sie hat aber von den dreien keinen gekauft. Dieses Verhalten ist in den letzten Jahrzehnten von den Supermärkten anerzogen worden. Ich werde weiterhin in meinem Laden nur soviel Ware anbieten,wie ich denke sie verkauft zu bekommen. Kaufmännisch gesehen ist das wahrscheinlich der falsche Weg.;-) Alle unsere aussortierten Waren stelle ich einer Organisation ,die für Bedürftige kocht zur Verfügung und die nehmen die Produkte gern. Ich wünsche mir zum Thema MHD eine bessere Aufklärung. Bei mir kommt der Joghurt erst weg wenn er nicht mehr schmeckt,bzw Schimmel aufweisst.und das kann Wochen nach dem MHD Ablauf sein. http://www.biologisch-wipperfürth.de

    17.5.2011 um 18:25 Uhr · Antworten

    • Michi

      “Bei mir kommt der Joghurt erst weg wenn er nicht mehr schmeckt,bzw Schimmel aufweisst”
      bei dir geh ich schon mal nicht einkaufen!
      Das zeug wird ja dann nicht gleich gegessen…
      deshalb sollte noch viel MHD drauf sein

      17.5.2011 um 19:27 Uhr · Antworten

      • Heiko Birkholz

        Es hat sich schon eine Menge verändert wenn es um das Thema Essen geht. Wenn ich mit meinem Opa spreche dann hab ich manchmal das Gefühl so kurz eine Vorstellung davon zu bekommen wie es sein muss WIRKLICH Hunger zu haben. Da freute man sich wenn man überhaupt einBrot hatte.
        Heute ärgert man sich wenn der Bäcker um 16:00 nicht mehr seine Lieblingssorte da hat und statt dessen ein anderes Brot kaufen muss.. ;-)

        Wie in so vielen Punkten wird es aber wohl nur eine Änderung geben wenn es wirtschaftliche Anreize oder entsprechende Auflagen gibt. Am sinnvollsten wäre es wahrscheinlich die Problematik des MHD anzugehen und außerdem größere Zahlungen auf Lebensmittelmüll von Händlern zu erheben, dass es sich rechnet Gemüse auch 3 Tage anzubieten und nicht nur einen.

        20.5.2011 um 13:48 Uhr

    • Energiesparfuchs

      Verkaufen und verschenken sie gern Sachen, die keine Nährstoffe mehr haben ? Obst und Gemüse z.B. wird doch immer wertloser für die Ernährung, wenn es lange lagert und aussortiert werden muss.
      Ist denn das Gehirn denn jetzt völlig abgeschaltet bei den Leuten, die “Containern gehen” ?
      Bevor Panik ausbricht, ich plädiere nicht für maßlose Vernichtung von Essen, nur manchmal klappt eben die Vorausplanung bei Firmen und Käufern nicht so, wie der idealfall es wäre. Dann kommt eben was in den Mülleimer – na und ? In Afrika gibt es so viel fruchtbaren Boden, dass niemand hungern müsste.
      GP sollte gegen die Agrarpolitik der EU Aktionen machen und nicht suggerieren, dass Afrikaner sterben, weil wir hier Lebensmittel wegwerfen.

      17.5.2011 um 21:41 Uhr · Antworten

      • Bruno Straub

        Warum nicht containern? (Auch nicht mehr ganz taufrischer Paprika hat sicher mehr “Gutes” als Dosenravioli 8/2019)
        Aber ansonsten hat ESF vollkommen recht!

        17.5.2011 um 22:16 Uhr

  • Philipp

    und wenn ich die Lebensmittel nicht weg schmeiße bekommen sie automatisch die Afrikaner?? Typischer Ökodenkfehler ….. Dies ist vielleicht in der grünen lila Laune Welt der Fall aber in der Realität führt das bei selben Angebot und geringerer Nachfrage nur zu niedrigeren Lebensmittelpreisen, wodurch es den Erzeugern in der 3. Welt nur noch schlechter geht. Auch die Vernichtung der beschädigten Wahre macht absolut Sinn oder möchte ein Supermarkt, dass seine Müllcontainer regelmäßig von Pennern aufgebrochen werden?? Generell geht mir diese Öko Propaganda tierisch auf den Sack und das Problem ist, dass sie schon in den Schulen vermittelt wird von wegen wer nicht bio kauft ist Böse. Ich hoffe diese blinde Öko Verherrlichung wird in Deutschland wieder abnehmen, so dass das spielen mit unbegründeten Ängsten der Menschen aufhört und wir uns endlich wieder zu unseren alten Werten wie FORTSCHRITT und INDUSTRIE zurückfinden…

    17.5.2011 um 23:10 Uhr · Antworten

  • Angela Illmann-Riebe

    Ich finde die Äußerungen mancher hier ziemlich vermessen, z.B.: “Ist denn das Gehirn denn jetzt völlig abgeschaltet bei den Leuten, die “Containern gehen” ? (energiesparfuchs)” oder “Auch die Vernichtung der beschädigten Wahre macht absolut Sinn oder möchte ein Supermarkt, dass seine Müllcontainer regelmäßig von Pennern aufgebrochen werden?? (Phillip)”. Ich glaube nicht, dass bei Menschen, die containern das Gehirn abgeschaltet ist. Die meisten Menschen, die dies tun, tun es, weil bei ihnen Ebbe in der Geldbörse ist. Und wenn die Supermärkte die Waren abgeben würden, würde auch kein Penner deren Container aufbrechen.
    Tja, nicht nur in Afrika gibt es Menschen die Hunger haben und essen müssen, was sie kriegen können. Wo liegt das Problem, den Menschen, die hierzulande mit dem Existenzminimum leben, das zu geben, was bei den bessergestellten Menschen übrig bleibt. @phillip: Das würde auch Ihnen nicht weh tun.
    Dass die Lebensmittel, die hier weggeschmissen werden, den Menschen in Afrika nicht weiterhelfen würden, ist wohl jedem klar. Aber ein überlegter Umgang mit Nahrungsmitteln bzw. Resourcen ist meiner Meinung nach immer sinnvoll. Gedankenlose Verschwendung oder Ausbeutung bringt den Menschen auf lange Sicht gesehen sicher nicht weiter. Das fängt schon im Kleinen an. Ich, als Versorgerin einer fünfköpfigen Familie, überlege mir sehr gut wie und was ich einkaufe, obwohl meine Familie weit davon entfernt ist am Existenzminimum zu leben. Als Mittelschichtsbürgerin mit drei Kindern kann ich es mir nämlich nicht leisten, Nahrung und damit Geld zu verschwenden, welches ich an Stelle dessen z.B. in die Bildung meiner Kinder stecken könnte. Durch den überlegten, sinnvollen Umgang mit Nahrungsmitteln investiere ich also in diesem Fall in die Zukunft meiner Kinder.
    Im Großen und Ganzen betrachtet, wird überlegtes Handeln dem Menschen Fortschritt bringen. Das hat nichts mit “Öko-Verherrlichung”, sondern mit logischem Denken zu tun.

    18.5.2011 um 10:17 Uhr · Antworten

    • Energiesparfuchs

      Logisches Denken ist heutzutage immer seltener anzutreffen. Sie stellen schon die richtigen Fragen (Existenzminimum in D), nur kommen sie nicht zum Punkt.
      Die Frage ist ja, warum z.B. in den USA 40 Mio. Menschen von Lebensmittelmarken der Regierung leben und warum bei uns in D 7,4 Mio. Hartz-IV-Empfänger nicht genügend Geld für den Lebensunterhalt haben. Was sie noch mehr beschäftigen sollte ist, warum sie als “Mittelschicht” mit drei Kindern wenig frei verfügbares Einkommen haben und weshalb sie z.B. zusätzliches Geld für die Ausbildung ihrer Kinder beiseite legen müssen und unser staatliches Bildungssystem immer mehr auf den Hund kommt.
      Die Antwort auf diese Fragen finden sie im Bankensystem begründet und nicht in irgendwelchen Öko-Blogs.
      Im übrigen wurde das “Containern” ja nicht durch Obdachlose populär (die sowas bestimmt schon seit Jahrzehnten aus Überlebenswillen machen), sondern neuerdings durch Propaganda-Videos (auch von GP gesponsert), die über alle möglichen Medienkanäle unters Volk gebracht werden und normale Bürger dazu animieren, dieses Abfallrecycling zu betreiben.
      Noch eine Frage zum Schluss für sie, da sie ja logisch denken können. Sie haben das in ihrem Beitrag angerissen.
      Es könnte heutzutage als Quizfrage formuliert werden (weil wir alle mit solchen Sendungen von unserem eigentlichen Leben abgehalten werden), mit dem Format sind die meisten von uns vertraut: Wer beutet eigentlich heute wen auf dieser Welt aus ?
      A) Die normale Bürger die Bürger in den Entwicklungsländern ?
      B) Die internationalen Konzerne die Entwicklungsländer ?
      C) Das Bankenkartell (private Zentralbanken, Privatbanken usw.) die produzierende Wirtschaft, den Staat (über Staatsschulden und Steuernlast) und die normalen Bürger (Steuern)
      Wer bestimmt die wirtschaftliche Entwicklung auf der Welt
      A) Regierungen ?
      B) Internationale Organisationen (a.k.a. UNO oder Weltregierung) ?
      C) Die reichsten Personen auf diesem Globus ?
      Wer ist der gesellschaftliche Feind von heute ?
      A) Der Sozialismus ?
      B) Der Kapitalismus ?
      C) Der Korporativismus ?
      Wer kann die Probleme lösen ?
      A) Der Markt ?
      B) Die Verbraucher ?
      C) Die Planwirtschaft ?
      Bleiben sie aufmerksam und logisch in der Zukunft.

      18.5.2011 um 12:25 Uhr · Antworten

      • Angela Illmann-Riebe

        lieber energiesparfuchs, ich befürchte, dass ich sie ziemlich auf die palme gebracht habe. Dies war nicht meine Absicht. Aus dem von mir angeführten Zitat Ihrer Worte ging für mich nicht hervor, dass sie damit solche Propaganda Videos meinen. Es liest sich für mich ziemlich verallgemeinert. Diese Videos finde ich persönlich sehr menschenverachtend, im Hinblick darauf, dass es Menschen gibt, die Hunger haben. Es lag auch nicht in meiner Absicht, Ihre Fähigkeit im logischen Denken in Frage zu stellen. Dieses Statement habe ich sehr allgemein, sozusagen global gemeint. Ich möchte mich entschuldigen, falls ich Sie verletzt haben sollte.
        Über die vielen Fragen, die Sie in Ihrer Antwort auf mein Kommentar aufwerfen, mache ich mir im Übrigen selbstverständlich Gedanken und versuche für mich Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich wollte mich in meinem Kommentar jedoch kurz fassen und möglichst beim Thema bleiben.
        Sorry dafür, dass ich mich missverständlich ausgedrückt habe.

        18.5.2011 um 13:50 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Keine Angst, auf die Palme bringen mich ganz andere Sachen. Dafür ist der Blog ja auch da, damit jeder seine Meinung mit anderen austauschen kann.

        18.5.2011 um 14:37 Uhr

      • Angela Illmann-Riebe

        Ich möchte noch einmal etwas richtigstellen: Ich finde es gut, das Greenpeace auf die Fehler in unserer heutigen Lebensmittelkette aufmerksam macht. Ich finde es nicht richtig, wenn so genannte “Normalos”, einschließlich mir, dazu animiert werden, zu containern. Die abgelaufene Ware sollte denjenigen zugute kommen, die sie brauchen.
        Für mich, in meinem Haushalt, spricht aber nichts dagegen 1. sinnvoll einzukaufen, so dass ich möglichst wenig wegwerfen muss. Und 2. Nahrungsmittel deren MHD abgelaufen sind, auf ihren Zustand zu überprüfen und bei gutem Zustand zu verbrauchen, bevor ich sie wegen des abgelaufenen MHDs einfach wegwerfe.
        Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Verbraucher sich Gedanken machen und überlegen, wie sie zu einem vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln beitragen können. Ich für meinen Teil vermeide z.B. Gemüse oder Obst zu kaufen, welches von weit her angeliefert wird, egal ob Bio draufsteht oder nicht.

        18.5.2011 um 15:41 Uhr

  • Gerardo

    In münchner Sendlingertor am 20.05.2011 um 17:00 wird eine Demo gegen das Megaprojekt Hydroaysen stattfinden. Alle die mit der Überschwemmung tausender Hektare nicht einverstanden sind, seid gerne eingeladen bei dieser friedliche Veranstaltung.

    18.5.2011 um 10:23 Uhr · Antworten

    • Gerardo

      die tausende Hektare Urwälder befinden sich in Patagonien

      18.5.2011 um 10:24 Uhr · Antworten

  • Marina

    Wenn es NUR die Lebensmittelverschwendung wäre! Aber voran hängt noch ein ganzer Rattenschwanz!
    Eine reine Energieverschwendung ist es doch z.B., wenn Lebensmittel ÜBER-produziert werden … Wie viel Arbeits- und andere Energie (Treibstoff …) stecken dahinter?! Alles sozusagen für die Katz, wenn es später einfach, noch z.T. verpackt weggeworfen wird! Auch die Böden werden ausgelaugt, also muß u.U.
    noch mehr Kunstdünger auf die Felder, wie viel Gift, sprich Pestizide, wurde gegen Schädlinge eingesetzt – nur damit später kein geringer Teil von Lebensmitteln schlichtweg wieder weggeschmissen wird?!
    Sie sehen, da steckt viel mehr dahinter! Schließlich bleibt der Frust bei manchen Landwirten übrig, wenn er sieht, daß ein Teil seiner erzeugten Ware einfach auf den Müll landet.
    Wieviel wird an billigen Überproduktionen nach Afrika z.B. verfrachtet. Dagegen kommen die dortigen Bauern nicht an und verarmen zusehends.
    Meinen Sie, mit immer mehr Produkten werden die Verbraucher zufriedengestellt?
    Ich setze vielmehr auf Qualität und nicht auf Quantität? Aber bei den meisten Menschen, wie ich denke, ist eher letztere angekommen.
    Weniger ist mehr, nur so vermag man richtig zu genießen, sprich, bewußt zu essen, und das fängt schon beim Einkaufen an. Gut, bei all der schnellebigen und beschleunigten Zeit ist es schwierig, doch man kann es schaffen, bei allem bewußter zu leben. Da ist nicht unbedingt Multitask gefragt – alles auf einmal,
    sondern eher nacheinander. Dann hat man mehr vom Leben … Nun gut, das führt jetzt zu weit, das muß schließlich jeder selbst verantworten, wie er lebt und wie er
    KONSUMIERT.
    Ich wollte ja anfangs auch nur aufzeigen, daß viel mehr vor einer Lebensmittel-
    vergeudung steckt – als ein bißchen Arbeits-, Zeit- und Energieaufwand u. dgl.. – - -

    18.5.2011 um 13:45 Uhr · Antworten

  • marten-spaten

    Mmmh jo ich verdiene nur circa 800€ im Monat und mein Lebensmittelabfall liegt sicher im Grammbereich

    25.5.2011 um 09:30 Uhr · Antworten

  • Laura

    Start with the man (woman) in the mirror! (by Michael Jackson R.I.P)

    Man muss immer bei sich selbst anfangen, um etwas zu verändern!

    06.9.2011 um 09:41 Uhr · Antworten

    • Marina

      Richtig, —
      und wenn jeder dies täte, dann wären wir schon auf dem richtigen Weg —
      doch die meisten denken, warum gerade ich? Sollen doch die anderen erst damit anfangen – und zeigen auf diese.
      Es reicht bei weitem nicht allein, berechtigte Kritik bei anderen zu üben, sondern man sollte selbst vor allem auch wirklich bestrebt sein, es besser zu machen und somit vielleicht als eine Art Vorbild für die anderen zu fungieren. – - -

      06.9.2011 um 13:24 Uhr · Antworten

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