Kaviar statt Klimaschutz

03. November 2011 · von Benjamin Borgerding

Um ein Verkaufsschlager zu werden, müsse der neue VW up drei Bedingungen erfüllen, diagnostizierte Welt Online vor drei Monaten. Ein Auto, das auch die Menschen des 21. Jahrhunderts in Scharen fahren (und kaufen) wollen, müsse mindestens einen niedrigen Preis, einen niedrigen Verbrauch und ein hohes Image aufweisen.

Mit einem sparsamen UND bezahlbaren Kleinstwagen im Warensortiment könnte VW unter Beweis stellen, dass der Konzern seine Verantwortung fürs Klima ernst nimmt.

Greenpeace-Grafitti bei Händertreffen von Volkswagen auf Ibiza © Pedro Armestre/Greenpeace

Greenpeace-Grafitti bei Händertreffen von Volkswagen auf Ibiza © Pedro Armestre/Greenpeace

Jetzt – da sich der Shownebel um die up-Markteinführung gelichtet hat – erweist sich das werbefabrizierte Image des Autos als eher schwammig, der Preis als nicht gerade niedrig und der Verbrauch als enttäuschend, gelinde gesagt. Laut VW verbrauchen die zwei Basismodelle des ups 4,5 Liter auf 100 km (bei 60 PS) bzw. 4,7 Liter (bei 75 PS). Selbst die sparsamen Versionen des VW Polo und sogar des VW Golfs stoßen weniger CO2 aus als die 105 bzw. 108 Gramm pro Kilometer, auf die sich die Emissionen des ups belaufen sollen.

Doch es kommt noch dicker. Die Herstellerangaben der Verbrauchswerte werden nach dem sog. neuen europäaischen Fahrzyklus (NEFZ) ermittelt. Am NEFZ ist – wie man auf Wikipedia nachlesen kann – bereits mehrfach die Kritik laut geworden, dass er die tatsächlichen Verbrauchswerte nur ungenau abbildet. Die mittlerweile zahlreichen Testberichte zum up nähren Zweifel an der Zuverlässigkeit des NEFZ.

Nach einer Testfahrt mit dem up! verpasste ein Redakteur von Spiegel-Online seinem Bericht gleich die niedliche Überschrift “Kleiner Schluckspecht“. Aus gutem Grund:

Bei unserer Testrunde quer durch den Feierabendverkehr von Rom standen am Ende fast zehn Liter auf dem Bordcomputer. Und auch die Tour vor den Toren der Stadt haben wir nicht unter sechs Litern geschafft.

Klar ist: Das hohe Verkehrsaufkommen in der italienischen Metropole ist für dieses beschämende Ergebnis nicht verantwortlich. Auch ein Stern-Redakteur kam auf einen Testverbrauch von 6,5 Liter. Süddeutsche und Zeit (“Kleiner Wagen, großer Durst”) wissen beide von 6,8 Litern Verbrauch zu berichten, für die up-Variante mit 70 PS habe der Bordcomputer nach einer längeren Stadtfahrt gar bis zu 9 Liter Verbrauch angezeigt.

Vielleicht hat Martin Winterkorn erkannt, dass VW mit dem up all jenen eine schallende Ohrfeige erteilt hat, die sich von dem Modell eine an echter Nachhaltigkeit orientierte Produktentwicklung versprochen hatten. Dass Winterkorn in einem Interview mit der “Automotive News Europe” nun erklärt, VW wolle 2013 eine “Kleinserienproduktion des 1 Liter-Autos” XL1 auf den Weg bringen, kann somit als kleinmütiger Versuch gewertet werden, an dieser Front wieder in die Vorhand zu kommen.

Nach allem, was der Konzern bislang zu dem Vorhaben durchblicken ließ, segelt der Ball – um im Bild zu bleiben – weit ins Aus. Es scheint, als würde VW sich tüchtig anstrengen, gerade seine spritsparendsten Modelle so unverkäuflich wie möglich zu machen. Mit der Markteinführung des XL1 macht der Konzern einen großen Fehler noch einmal, den er sich schon 1999 beim 3 Liter-Lupo geleistet hatte. Für ein Serienauto, das möglichst viele Menschen kaufen sollen, ist der Wagen eindeutig zu hochpreisig.

35.000 Euro soll der XL1 kosten. Kein Wunder, dass Winterkorn vorsorglich nur eine “Kleinserie” ankündigt: Ein so teures Auto mit so geringer Alltags- und Familientauglichkeit (zwei Sitze,  wenig Stauraum) ist allenfalls für Kuriositätensammler mit dicker Geldbörse interessant. Statt wie mit BlueMotion Klimaschutz nur als Sonderausstattung anzubieten, degradiert Volkswagen mit dem XL1 Klimaschutz zu einem Luxusprodukt. Fast schon kleinkariert kommt da der Kritikpunkt daher, dass die CO2-Emissionen des XL1-Hybridmotors streng genommen äquivalent zu zwei Litern Verbrauch sind.

Weder mit dem kleinen Schluckspecht up noch mit dem überteuerten und auf Rekord getrimmten Schaumschläger XL1 kann sich VW irgendwelche Klimaschutz-Lorbeeren verdienen. Einen sparsamen und bezahlbaren Kleinwagen bleibt VW der Welt damit bis auf weiteres schuldig.

Kommentare

  • Marina

    VW möchte, nein WILL, marktführend weltweit sein, und kann, wie es scheint,
    nicht die einfachsten technischen Voraussetzungen für ein WIRKLICH spritsparendes und AUCH kostengünstiges Auto schaffen, so dass es für JEDERMANN zu haben ist!

    Toll, das bedeutet eine Rolle rückwärts statt FORTSCHRITT und zukunftsweisend!
    Es handelt sich tatsächlich um eine Witznummer, was sich da VW leistet – man könnte richtig lauthals losprusten vor lachen, wenn es NICHT SO ernst wäre …
    Schließlich geht es darum, so schnell und so gut wie möglich, Energie einzusparen und gleichzeitig CO2-Emissionen zu senken, um so den Klimaschutz zu erhalten -
    nicht für jetzt und heute, sondern vor allem auch für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder!
    Glaubt nun Herr Winterkorn in der Tat, dass er mit einer solchen FEHLleistung
    marktführend werden könnte, denn im Grunde hat doch jeder bereits erkannt, dass er
    sich mit seinen jüngst entwickelten und zukünftig geplanten Modellen eigentlich nur der Lächerlichkeit preisgibt?!
    Und mit der vergangenen SUPER-Show auf Ibiza hat er doch lediglich dem Ganzen die Krone aufgesetzt …
    Fazit:
    Kann man ihm das alles – was er da anpreist – noch abkaufen?!
    Ich glaube, eine Antwort erübrigt sich wohl, die kennt doch jeder schon im
    Grunde.
    SORRY – mein Kommentar fällt ziemlich bissig aus – ich weiß – , ABER es ist doch NUN EINMAL Fakt,
    wie es um die von VW so angepriesenen und hoch bejubelten Fahrzeuge IN WAHRHEIT steht!
    UND das ist beileibe KEIN Grund, um F/feste zu feiern. – - -

    03.11.2011 um 20:04 Uhr · Antworten

  • Erna

    Hallo aufwachen! Welche Modelle werden in D am meisten GEKAUFT? Die 3 ersten Plätze VW. Wie hoch ist der Marktanteil der VW-Gruppe in D insgesamt? 37,5 Prozent. Wer erzielt neue Umsatz und Verkauftsrekorde? VW. Irgendwie scheint die Mehrheit der Bevölkerung mit Euren Meinungen zu einem Auto nicht übereinzustimmen, sonst würden nicht IMMER MEHR die Autos von VW kaufen.

    04.11.2011 um 11:04 Uhr · Antworten

    • stefan

      und die mehrheit hat recht? jeder 5. deutsche ist mitglied beim adac, macht das deren nicht-lösungen zum mobilitätsproblem glaubwürdiger? außerdem ist das problem eher, dass die konkurrenz oftmals auch nicht viel besser als vw ist. vw wird von gp stellvertretend in den fokus gerückt – und der von dir angeführte marktanteil rechtfertigt diesen adressaten ja geradezu.

      04.11.2011 um 11:18 Uhr · Antworten

    • stefan

      vw soll seine exponierte stellung endlich sinnvoll nutzen!

      04.11.2011 um 11:20 Uhr · Antworten

    • Marina

      Wer sagt denn, dass die Mehrheit RICHTIG liegt?!
      Es ist wesentlich LEICHTER mit dem Strom zu schwimmen als GEGEN ihn zu schwimmen – dies kostet viel Anstrengung usw.!
      Die meisten oder zumindest viele sind doch einfach bequem, nachzudenken und entsprechende Entscheidungen zu treffen oder haben den Herdentrieb wie z.B. die
      Lemminge (Gruppendynamik). Einer macht es vor, die anderen nach …
      Das besagt gar nichts, was die Mehrheit macht. Auf die Sache an sich kommt es an – nicht mehr und nicht weniger. – - -

      04.11.2011 um 13:31 Uhr · Antworten

      • Erna

        Es geht darum Autos zu bauen und seinen Marktanteil auszubauen. Hier wird so getan, als ob VW keine Autos wegen falscher Modelle / Motoren etc. verkauft. Genau das Gegenteil ist der Fall. Was nützt mir ein 3 Liter Auto / Hybridfahrzeug / Elektroauto das letzlich keiner kauft. Der Umwelt vielleicht, VW und damit den Arbeitsplätzen garnichts.

        Im Übrigen, nur weil GP behauptet die RW 3 hat kein PVC und sei umweltfreundlich stimmt dies noch lange nicht. Auf den Bildern finden sich an allen Ecken und Enden Stromfresser und PVC: Interessanterweise wurde mein Posting zu den techn. Daten gelöscht. Meines Wissen hat der RW 3 eine Leistung von über 1.400.000 Watt was mehr als 30 VW-Up entspricht. Wo ist denn da die Vorbildwirkung?

        04.11.2011 um 14:28 Uhr

    • Manu

      GENAU…. das ist das Problem. Ich würde mal sage ein so großes Problem in der Autobranche ich würde es mal das größte Problem aller Zeiten sehen… JEDER WILL VW DABEI SIND AUCH DIE AUTOTEST GEFÄLSCHT UND MIT SCHMIERGELDERN GEMACHT, DAS EBEN VIELE LEUTE SOLCHE AUTOS KAUFEN. DAS BESTE BEISPIEL IST VW GEGEN ASTRA, JEDER DER (ICH AUCH) EINEN GOLF UND ASTRA GEFAHREN HAT, WEIß DAS DER ASTRA BESSER IST SPARSAMER BESSERES FAHRWERK USW. ABER DIE TESTS SAGEN IMMER WAS ANDERES. Opel hat auch die besseren Motoren und schau schicker aus als die schlichten einfachen VW´s und teurer sind sie ja auch noch ein Beispiel ich habe verglichen Golf gegen Astra gleiche Ausstattung gleicher Motor (PS Zahl) und der VW ist um ca. 2000 Euro teurer dabei habe ich dasselbe und beim Astra siehts noch besser aus…….!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! JETZT DIE GROßE FRAGE WARUM KAUFEN DANN SOVIELE LEUTE EINEN VW, WENN ANDERE BESSER, BILLIGER, UND MAN HAT WAS WAS NICHT JEDER HAT….. Ich werde nie ein Auto von VW Kaufen!!! DENN WENN ICH EINEN VW oder AUDI oder SKODA oder SEAT KAUFE HABE ICH DASSELBE ZU ANDEREN PREISEN… Sowas kommt mir nicht in die Tüte….

      06.11.2011 um 14:48 Uhr · Antworten

      • MA56

        Manu, ich verrat dir was: Opel ist auch gefälscht. Die werden nämlich in Wirklichkeit in Wolfsburg gebaut, Rüsselsheim darf nur die Blitze draufkleben. Grüß mir die Jungs von der Opel-Gang!

        06.11.2011 um 14:51 Uhr

  • flo

    sonst habt ihr bei greenpeace keine probleme? wie wärs mal mit nem vernünftigen job? wen interessiert denn eure meinung zu dem thema… wie seit ihr denn alle nach ibiza zur up-präsentation gekommen? bestimmt umweltfreundlich geschwommen, ich lach mich kaputt :-D sry, konnte ich mir nicht verkneifen.

    04.11.2011 um 12:18 Uhr · Antworten

    • Marina

      “…, ich lach mich kaputt …” — dann wäre ja das Problem insofern gelöst und ein weiterer Kommentar Ihrerseits würde sich schließlich erübrigen,
      nicht wahr?! – - -

      04.11.2011 um 13:37 Uhr · Antworten

  • up! and down

    Ja nun ist sie vorbei die grosse Volkswagen VW Ibiza Show und ist auch ein Erfolg gewesen ? Nur bedingt (ok – umsonst Autofahren und essen/trinken ist immer gerne gesehen) – denn leider wurden die wichtigsten “Werbetraeger” deutscher Ingenieurs-Kunst im Ausland schlicht aussen vor gelassen – die deutschen Unternehmer (Gastro , Service etc.) vor Ort in Ibiza. Stattdessen wurde u.a. der millionenschwere Discothekenunternehemer Ricardo Urgell (Discothek Pacha Ibiza / Club Lio) offensichtlich mit einem 7-stelligen (?) Betrag des 5 Mio. euro Kuchens bedacht fuer taegliches Amusement ueber 30 Tage. bedacht.Da haette man dem PR Management von VW schon mehr Weitblick zugetraut.

    05.11.2011 um 14:25 Uhr · Antworten

  • Energiesparfuchs

    Hier geht es nur um die Entscheidung zwischen einem Benzinauto, das 5 Liter oder 2,5 bis 3 Liter auf 100 km verbraucht.
    Noch einmal – diese Technik nützt niemandem, auch der Umwelt nicht.
    Wenn die Chinesen und Inder beginnen, 3-Liter-Autos zu kaufen, dann bleibt der weltweite Ausstoß an Schadstoffen insgesamt gleich.
    Zum VW Up ! mit Brennstoffzelle und BioH2 gibt es keine sinnvolle Alternative (seit 2007 in Erprobung). Nur GP verbeißt sich in den süßen Ottomotor.
    STELLT EURE QUARK-KAMPAGNEN EINFACH EIN – SIE SIND OHNE BEZUG ZUM LANGFRISTiGEN UMWELTSCHUTZ..
    Vielleicht gibt es den Up ! bald mit Verbrenner und Erdgas-Turbo, dann hat GP Energy endlich einen neuen Absatzmarkt für das schwachsinnige Energieprodukt WINDGAS.

    06.11.2011 um 19:26 Uhr · Antworten

    • MA56

      Was passt Dir denn jetzt am Windgas schon wieder nicht? Ich finde die Idee gut und vorallem umsetzbar.

      06.11.2011 um 19:41 Uhr · Antworten

  • Energiesparfuchs

    Eine Frage noch an die Mobilitätsexperten bei GP.
    Wie wurde der Verbrauch des SMILE (GP-Produkt – das 3-Liter-Auto) damals ermittelt. Mit dem NEFZ (der hier kritisiert wird) oder nach einer anderen Methode (welche ?) ?

    06.11.2011 um 19:42 Uhr · Antworten

    • MA56

      Naja, warum sollte man einen anderen Testzyklus wählen, wenn man die Werte vergleichen will? Das ändert ja nichts daran, dass der NEFZ unrealistisch ist. Interessieren würde mich das aber auch…

      06.11.2011 um 19:49 Uhr · Antworten

    • Benjamin Borgerding

      @Energiesparfuchs Die Verbrauchswerte des SMILE wurden natürlich auch nach dem NEFZ ermittelt, es gibt ja kein anderes standardisiertes Verfahren. Die Abweichungen dürften in diesem Fall eher gering ausfallen: Der SMILE realisiert dank seines geringen Gewichts sein großes Spritspartpotential gerade im Stadtverkehr.

      07.11.2011 um 11:22 Uhr · Antworten

      • Energiesparfuchs

        Danke. “Dürfte” ist mir aber zu wenig. Natürlich würde mich dann auch interessieren, welchen Verbrauch der SMILE hat, wenn er unter normalen Bedingungen gefahren wird. Gibt es da echte Erfahrungswerte ? Können sie mir da weiterhelfen ?
        Wie wäre es mit einem Test VW Up! gegen SMILE mit einem Mix aus 150 km Autobahn (Kirchheimer Dreieck bis Kassel), anschließend 150 km Stadtverkehr Kassel und anschließend 150 km Landstraßen um Kassel mit Ortsdurchfahrten.
        Start mit vollgetanktem Fahrzeug und Ende an der Tankstelle. Die Fahrer müssten natürlich noch einen vergleichbaren Fahrstil haben.
        Würde mich mal interessieren, wie das ausgeht. Danach lässt sich vielleicht besser diskutieren, wer die beste “Verheiz”-Technik hat.

        07.11.2011 um 18:10 Uhr

      • Bruno Straub

        ESF, wette aber nicht, denn der (Ex)Twingo war doch, wenn ich mich richtig erinnere, von einem Schweizer Tuner “getunt”: (Kleiner, hochverdichteter, aufgeladener? Motor, Gewicht massenhaft raus, cw-Wert verbessert)

        07.11.2011 um 20:57 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Alles Spekulation, nur die Praxis zählt. Vielleicht ist der SMILE ja doch kein 3-Liter-Auto und verbraucht wesentlich mehr auf diesem Parcour.

        07.11.2011 um 21:29 Uhr

      • stefan

        es gab testfahrten, z.b. eine langstreckenfahrt hamburg-rom (ca. 1700 km): durchschnittlich 2,3 l / 60 g CO2 auf 100 km.

        07.11.2011 um 21:56 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Macht doch den Test so, wie ich ihn hier vorgeschlagen habe. Da ist alles dabei in konzentrierter Form. Berge, Autobahn (bitte mit Tempo 130 km/h fahren, soweit es möglich ist), dichter Stadtverkehr im hügeligen Gelände und Überlandfahrt mit vielen Kurven und etwas Höhenprofil. Beide Fahrzeuge sollten zusammen losfahren und ankommen.
        Wer Hamburg-Rom alles auf der Autobahn mit konstant 90 oder 100 km/h fährt, der verfälscht doch die Realität. Das ist genauso krumm wie der NEFZ.

        08.11.2011 um 06:06 Uhr

  • Energiesparfuchs

    Warum soll aus dem Windwasserstoff unter vielen Energieverlusten erst CH4 hergestellt und dieses dann wieder mit hohen Verlusten “verstromt” werden )Wirkungsgrad 40 Prozent).
    Da ist es doch besser, BZ-Autos direkt mit dem hergestellten H2 zu betanken oder ein lokales Erdgasnetz in der Nähe der WKA`s für Haushalte und Gewerbe auf H2 umzustellen. Dazu müssten die meisten Heizkessel der Verbraucher noch nicht einmal ausgetauscht, sondern nur die Brennerdüsen gewechselt werden. Selbst eine Zwischenspeicherung in einer Salzkaverne oder in einem oberirdischen Druckbehälterlager (je nach Versorgungsgebiet/Anzahl der Energiekunden) ist möglich.
    Der Umweg über Methangas (Windgas, CH4) raubt der Sache die Effektivität. So wird das nichts mit dem Energiesparen.

    06.11.2011 um 20:06 Uhr · Antworten

    • MA56

      Naja, aber die Alternative sieht doch wohl eher so aus, daß ohne den Wasserstoff als Speichermedium der Strom komplett flöten ginge. Ausserdem wird Strom ja nun nicht nur für Autos gebraucht. Mein Toaster und meine Waschmaschine akzeptieren aber leider noch keinen Wasserstoff;-) Die von Dir genannte Alternative bedürfte eines Komplettumbaus unserer Infrastruktur, die ich für nicht notwendig halte. Was allein für den Umbau an Energie benötigt würde… Wenn wir sämtliche Windenergie speichern könnten, bräuchten wir uns in Energiefragen ein paar Gedanken weniger machen und da ist es egal, in welcher Form wir speichern. Lieber ein paar Verlustprozente als garkeine Energie.

      06.11.2011 um 20:51 Uhr · Antworten

      • MA56

        Die Idee der unterirdischen Speicherung finde ich aber hochinteressant! Ich würde aber Druckluft bevorzugen, da kann nicht ganz so viel schiefgehen. Vermutlich entscheiden sich unsere Entscheider aber dafür, lieber CO2 einzulagern;-) Wäre schade drum.

        06.11.2011 um 20:53 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Ihr Toster nimmt aber bestimmt Strom aus Brennstoffzellen im eigenen Haus. In einer zweiten Stufe werden sie langsam die Heizkessel ersetzen.
        Die Geräte sind marktreif. Die Hersteller murksen aber im Moment immer noch mit den eingebauten Miniwasserstoffabriken (Reformer) rum, die aus CH4 wieder H2 machen. WINDGAS (CH4( befördert das weitere Rumpfuschen, weil die Reformer die größte Schwachstelle und Fehlerquelle der Geräte sind. Zudem kosten sie unnütz Geld und Materialressourcen.
        Druckluftspeicherung ist Unfug, weil die Energiedichte und der Wirkungsgrad gegenüber H2-Speicherung viel geringer sind.
        Die Infrastruktur müssen sie mit 100 % EE ebenfalls komplett umbauen. Für den Umbau mit H2 und Brennstoffzellen gibt es ein preiswertes Konzept, das auf jeden Fall funktioniert (im Gegensatz zu den Luftschlössern von GP), den Link hatte ich schon hier in einem anderen Blog gepostet.

        06.11.2011 um 21:05 Uhr

      • MA56

        Mag sein. Aber ist es nicht egal, ob die Energiewandlung in der Brennstoffzelle im Keller oder im Kraftwerk erfolgt? Ich hätte so meine Bedenken, wenn wir im ganzen Land Wasserstoffpipelines legen müssten.. Und so ganz ungefählich sind Wasserstofftanks in Autos/Privathäusern ja jetzt auch nicht. Unterm Strich kann das von dir favorisierte Wasserstoffsystem schon eine sinnvolle Alternative für die Zukunft sein, aber deswegen das Windgas als Unfug zu bezeichnen, halte ich für falsch. Ich würde die Systeme nicht als Konkurrenz sehen, sondern als Ergänzung. Die Zukunft bietet ganz sicher Raum für mehr als einen Energieträger.

        06.11.2011 um 21:21 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Im Keller wird aus der BZ eine wärmegeführte KWK-Anlage, die zu jeder Jahreszeit einen Wirkungsgrad von 90 Prozent erreicht, mit einem stromgeführten BHKW funktioniert so etwas nicht.
        Wir müssen keine H2-Pipelines legen, da das Erdgasnetz dafür geeignet und nur wenig modifiziert werden muss.
        H2 in Autos sind weniger brandgefährlich bei Unfällen, als Benzin (dazu gibt es sogar Bildmaterial zu echten Versuchen).
        Im Haus reicht ein Stück katalytisches Material an der Decke im Keller, um H2-Lecks zu neutralisieren.
        Es gibt kein Nebeneinander von CH4 und H2 im Gasnetz. Das ist wie ein bisschen schwager sein. So funktioniert energiesparende EE nie.

        06.11.2011 um 21:41 Uhr

      • MA56

        Wenn du glaubst, daß nur ein “Alles-oder-nichts” geht, sehe ich wohl keine Chance auf Realisierung deiner Wasserstoffwelt. Nicht, weil ich es für schlecht halte, sondern weil es niemals gelingen wird, unser bestehendes Energiesystem national, europaweit oder gar weltweit komplett umzustellen. Wie soll sowas funktionieren? PS: Energie”sparen” ist übrigens ein anderes Thema, weil es an der Verbrauchsseite ansetzt.

        06.11.2011 um 22:02 Uhr

      • Techniker

        Auch wenn ich generell nicht die Meinung von ESF teile, bei letzterem hat er schon recht. Energie “sparen” ist nicht nur verbraucherseitig. Es geht auch um den Primärenergieverbrauch. Wenn die Energie mehrmals mit geringen Wirkungsgrad umgewandelt wird (Wind – H2 – CH4 – Wärme – Dampf – Strom …). Dann kann ch die effizientesten Lampen der Welt haben, am Ende verbrauche ich trotzdem viele Resourcen. Und eins muss man ihm schon lassen – der Weg von H2 zu nutzbarer Energie ist ziemlich direkt, man hat viel vom ursprünglichen Kuchen.

        06.11.2011 um 22:25 Uhr

      • MA56

        Stimmt schon. Der Kuchen ist aber auch so groß genug.

        06.11.2011 um 22:49 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Warum soll ich dann im Haushalt Energiesparen, wenn “der Kuchen groß genug” ist ??? Es ist nicht einzusehen, dass systembedingt so viel Energie verloren gehen muss. Dann stimmt am System was nicht (z.B. Der Plan von GP). Nur darum geht es mir.

        07.11.2011 um 18:01 Uhr

  • Anonym

    Böde Frage: Warum fährt man zum Testen eines neuen Autos extra nach Rom? Den verfahrenen Sprit hätte man wirklich sparen können! Super Greenpeace :( Weiter so :(

    08.11.2011 um 19:04 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Vielleicht, um dem Projekt zum Erfolg zu verhelfen.
      Taufe in Hamburg mit Alsterwasser, in Rom mit Weihwasser?

      09.11.2011 um 00:21 Uhr · Antworten

  • Truther

    Leute, eure Dummheit und Inkompetenz gepaart mit engstirniger Besserwisserei ist wirklich unübertroffen. Ich wollte vor ca. 2 Jahren mal Mitglied bei euch werden, zum Glück habe ich dies nicht getan. Bevor ihr Blödsinn Rumschreit, informiert euch bitte vorher, sonst wirds peinlich.
    Ich halte die CO2-Hysterie für reine Propaganda (-> siehe Climategate), aber unabhängig davon wie man über CO2 denkt, bleibt bitte bei den Tatsachen.
    In dieser Hinsicht helfe ich euch ein wenig auf die Sprünge und zeige euch wie unlogisch und reißerisch eure Argumentation hinsichtlich VW ist:

    1) die sparsamen Versionen von Polo und Golf könnt ihr nicht mit dem Up vergleichen weil es DIESEL sind. Bauartbedingt emitieren Diesel immer weniger CO2, dafür andere problematische Stoffe. Wenn ihr den Up (z.B. mit Konkurrenten oder dem alten Lupo) vergleicht, bitte immer mit BENZINERN vergleichen. Alles andere ist Äpfel mit Birnen … Würde VW den kleinsten Diesel (1.2 TDI) im Up verbauen, würden sie locker die Werte des alten 3L-Lupos unterbieten, das Problem wäre aber (wie schon damals), dass kaum jemand einen teuren Kleinstwagen-Diesel kauft. Und Umweltschutz funktioniert bekanntlich in der Praxis und nicht auf dem Papier. Daher sind sparsame Basis-Benziner – die dann auch gekauft werden – wesentlich sinnvoller als ein Prestige-Objekt a la 3L-Lupo. Das hat VW doch vom 3L-Lupo gelernt …
    Wenn überhaupt, dann hättet ihr kritisieren können, dass VW auf alte MPI-Technik setzt anstatt auf eine moderne Direkteinspritzung, mit der sicher noch weniger Verbrauch drin gewesen wäre (was aber wieder eine Kostenfrage gewesen wäre !). Dass ihr das nicht gemacht habt, zeigt mir wieder, dass ihr einfach keinen blassen Schimmer von dem habt, was ihr kritisiert. Es sind keine TATSACHEN, die ihr erzählt, es ist faschistoider Schwachsinn.

    2) dass die EU-Zykluswerte geschönt sind, ist ein alter Hut und hat wieder nix mit VW zu tun. Hättet ihr einen Konkurrenten a la Toyota Aygo oder Renault Twingo getestet, wäre das Ergebnis dasselbe wie beim Up gewesen. Am stärksten betroffen sind übrigens die tollen “grünen” Hybridautos bzw. verbrauchen diese prozentual gesehen am meisten wenn man Zyklus und Praxisverbrauch vergleicht. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Batterien für diese Autos auch nicht vom Himmel fallen, wird die Umweltbilanz schnell fraglich.
    Also nochmal: Was hat VW mit dem unrealistischen EU-Zyklus zu tun? Der Zyklus ist für jeden Hersteller gleich. Das ist Kritik, die an die Politik gehen muss und nicht an einen Autohersteller…

    3) Ihr meckert über den Verbrauchswert des Up. Wieso eigentlich? Vor dem Hintergrund, dass VW alte MPI-Technik verwendet, ist der Zykluswert von 4,5L sogar sehr beachtlich. Im Vergleich zu den Konkurrenten liegt der Up im Soll. Die PSA-Drillinge verbrauchen 4,3 – 4,5L, viele andere Konkurrenten liegen sogar über diesem Wert (z.B. Renault Twingo, Ford Ka, KIA Picanto).
    Andere Hersteller bieten solche Kleinstwagen nichtmal an. Vor dem Hintergrund, dass die meisten Menschen nur allein oder zu zweit im Auto fahren, viel schlimmer.
    Nochmal: Wenn ihr VW kritisieren wollt und ihr gewusst hättet, wovon ihr redet, dann hätte die Kritik wieder an ganz anderer Stelle kommen müssen. Die Basisbenziner im VW Polo (1.2L Dreizyliner mit 60 oder 70PS) verbrauchen zwischen 5,5L und 5,9L (EU-Zykluswert !). Das sind sage und schreibe 1 – 2L mehr als im Up für dieselbe Leistung. Warum? Weil sie technisch veraltet sind. Selbst der stärkere Motor im Polo (1.2 TSI mit 86PS) verbraucht nur 5,2L im Normzyklus. Die meisten Menschen kaufen aber Basismotoren. Na, klingelts ?

    Es ist zu jeder Zeit und an jeder Stelle klar, dass ihr nicht wisst wovon ihr redet. Daher ist eure Maske so leicht zu durchschauen. Irgendein Spinner bei euch was etwas gegen VW und da müsst ihr euch Argumente aus den Fingern saugen … Da die meisten Grünen keinen Plan von Autos haben, habt ihr euch halt irgendeinen argumentativen Schwachsinn zusammengedichtet. Das ist aber ein Spiel mit dem Feuer !
    VW ist ein Autohersteller wie jeder andere. Nicht besser und nicht schlechter.

    Zugegeben, euer Twingo-Smile ist ein tolles Projekt. Die Frage ist aber wie der Preis wäre und ob die Menschen bereit wären ein solches Auto zu kaufen. Wenn ja, dann klappert doch die Hersteller ab. Irgendeiner wird sich sicher finden, der das Auto zumindest in ähnlicher Form nachbaut. Oder gibt es etwas (z.B. hinsichtlich der Haltbarkeit oder Alltagstauglichkeit), das ihr im Bezug auf den Twingo Smile verschweigt ?

    29.1.2012 um 19:06 Uhr · Antworten

    • sophistoph

      Danke für die sachliche Aufklärung! Offensichtlich ist bei GP auf beinahe allen Feldern der fachliche Sachverstand abhanden gekommen. GP zeichnet sich eigentlich nur noch durch blinden Aktionismus aus, der durch einen politisch – ideologisch motivierten Apparat von zahlreichen hauptberuflichen Agitatoren und Propagandisten kanalisiert und gelenkt wird, denn die Typen die einst GP gründeten, sind bereits alle von Bord gegangen.

      29.1.2012 um 23:29 Uhr · Antworten

Kommentar schreiben

Pflichtfeld

Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht

optional

Trackbacks

  • [...] Der up ist definitiv kein Ruhmesblatt für VW, sein Verbrauch ist eher peinlich, gerade unter Berücksichtigung, dass VW die Technik hat, um es besser zu machen. Damit ist nicht nur die “BlueMotion-Technologie” gemeint, sondern erst recht die Serie der ein-, zwei- und drei-Liter Autos, die die VW-Konzernlenker ab und zu bei Automessen präsentieren. Schade nur, dass es sich dabei um Alibi-Projekte handelt, die nicht auf die Straße kommen. [...]

Permalink

Dieser Blogbeitrag ist unter folgender Adresse dauerhaft erreichbar:
http://blog.greenpeace.de/blog/2011/11/03/kaviar-statt-klimaschutz/trackback/