Vom 28. November bis 9. Dezember 2011 findet im südafrikanischen Durban die 17. Internationale Klimakonferenz (COP17) statt. Für uns vor Ort: Martin Kaiser, Leiter Internationale Klimapolitik bei Greenpeace. (zur Blogreihe)
Gestern Nachmittag haben hier in Südafrika endgültig die Politikerinnen und Politiker das Ruder übernommen. Nach dem Appell des Generalsekretärs Ban Ki Moon hat Südafrikas Präsident Zuma vor dem Plenum der 195 Teilnehmerstaaten ganz klar skizziert, was er als Ergebnis von Durban sehen will. Neben der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls soll ein Mandat für die Verhandlung eines globalen Klimaschutzvertrags, beschlossen werden, der alle Staaten mit einbindet. Dieses globale Abkommen muss noch in diesem Jahrzehnt in Kraft treten – implementiert, sagen die Juristen – auch darauf weist der südafrikanische Präsident hin. Er war deutlich und viel klarer, als ich das nach seinem schwachen Auftritt zu Beginn der Konferenz erwartet hatte.
Bundesumweltminister Röttgen hat bei seinen ersten Auftritten in Durban hingegen für Verwirrung gesorgt. Er erklärte, dass er Chinas Ankündigung, das Land wolle einem internationalen Abkommen beitreten, nicht glaube.
Wir sollten alle Länder erst am Ende der Konferenz an ihren Beschlüssen messen, das ist richtig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass hier gerade die BASIC Länder (Brasilien, Südafrika, Indien und China) kalte Füße bekommen. Das Spiel geht so: Die Möglichkeit, dass die Kyoto-Länder die zweite Verpflichtungsperiode verabschieden könnten – und das wollen wir für die EU stark hoffen – würde den Druck auf China, Indien und Brasilien erhöhen, einem Mandat für die Verhandlungen zum globalen, verbindlichen Klimaschutzvertrag zuzustimmen. In den Verhandlungen haben China, Indien und heute auch Brasilien bisher jedoch nicht deutlich gemacht, dass sie bereit strenges Mandat mitzutragen. Das ist völlig unverständlich! Es sind gerade diese Länder, die immer wie ein Mantra wiederholt haben, dass sie Kyoto2 sehen wollen – bevor sie nachziehen.
Wie kann nun Durban noch ein Erfolg werden? Es wird nicht leicht, aber Minister Röttgen und die EU haben es in der Hand. Die 27 EU-Länder müssen in den zentralen Punkten bis zum letzten Plenum in der Nacht von Freitag auf Samstag Kompromisse eingehen (ich hoffe, der Heimflug des Ministers ist nicht vor Sonntag). Bis Freitag sollte versucht werden, die BASIC-Länder zu einem gemeinsamen, progressiven Vorschlag zu bewegen. Die EU muss eins machen: Sie darf keinen Zweifel daran lassen, dass sie mit einer kurzen Verpflichtungsperiode (fünf Jahre und nicht acht Jahre!) in Kombination mit einer Verabschiedung von Kyoto2 ab dem 1. Januar 2013 (mit einem vorläufigen Inkrafttreten) bereit sind, die bisherigen Bedingungen der Entwicklungsländer zu erfüllen.
Ein fauler Kompromiss, der nur in die Hände der Mineralöl- und Kohleindustrie der EU spielen würde, ist nicht akzeptabel. Keine Einigung hier in Durban wäre immer noch besser! Was die Welt erwartet, ist klar.
Apropos Erwartung: Wir warten immer noch auf ein positives Signal der Kanzlerin, dass sie sich in Brüssel am Ende der Woche sowie durch Telefonate mit Washington und Peking für die notwendigen Beschlüsse in Durban stark machen wird. Der Premierminister vom Inselstaat Samoa, Tuilaepa L.S. Malielegaoi, der eben spricht, macht klar: Es ist ein moralischer Imperativ das zu tun, Frau Merkel!
Andreas Sieber ist als Vertreter der Greenpeace Jugend vor Ort. Hier erzählt er aus seiner Perspektive.
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Leo Bothmann
Durban kann nur dann zu einem wirklichen Erfolg werden, wenn man beschlösse, derartige Konferenzen in Zukunft nicht mehr durchzuführen.
Weder die Beschlüsse dieser Konferenz noch die vergangener oder zukünftiger sind in der Lage, das Klima zu schützen. Nicht weil der Umfang der Beschlüsse zu gering ist und es an der Unterstützung einiger Staaten mangelt, sondern weil man durch Einsparen von CO2 das Klima nicht schützen kann. CO2 hat praktisch nichts mit dem Klimawandel zu tun. Nicht einen einzigen wissenschaftlich haltbaren Beleg gibt es dafür, wie CO2 diese ominöse Rückstrahlung bewirken soll. Und da allein schon die Physik sagt, dass dies nicht möglich ist, kann man Computermodelle so oft und so lange mit Daten zur Berechnung des Klimawandels auf CO2-Basis füttern; es nützt nichts. Nichts als Nonsense ist und bleibt das Ergebnis.
Es gibt viele (gute) Gründe, die Umwelt zu schützen, mit Ressourcen schonend umzugehen und der Nachwelt eine lebenswerte Welt zu übergaben bzw. zu überlassen. Das Klima lässt sich zum Glück (!) nicht beeinflussen durch mehr oder weniger CO2.
07.12.2011 um 17:33 Uhr ·
David
Wenn das, was du sagst, war ist, wie kommt es dann, dass so gut wie jedes renommierte Wissenschaftliche Institut und jeder seriöse Klimawissenschaftler von der Existenz des menschengemachten Klimawandels überzeugt sind? Wie kommt es dann, dass die Regierungen aller Länder (von denen ich bisher gehört habe) den Klimawandel für wahr halten, auch wenn das leider noch nicht bedeutet, dass sie etwas dagegen tun?
07.12.2011 um 19:20 Uhr ·
supiflo
Wenn ich das richtig verstanden habe, stecken die ALLE unter einer Decke um uns eine CO2 (was ja garnicht existiert!) Steuer aufzudrücken, oder so… ist aber, glaube ich, auch nicht so wichtig, das zu verstehen.
07.12.2011 um 19:26 Uhr
Bruno Straub
Martin Kaiser hat recht: Ein Eingreifen der Klimakanzlerin ist mehr als überfällig: Hat Deutschland nicht erst neulich dem Klima mit dem Abschalten der AKW einen “Mordsdienst”? erwiesen? Also weiter so!
(Vorsicht, gelte als Zyniker)
07.12.2011 um 20:00 Uhr ·
supiflo
Dieselkraftwerke?
07.12.2011 um 20:11 Uhr ·
stefan
mit partikelfiltern
07.12.2011 um 21:39 Uhr
Common Confusion
Auch wenn wir uns COMMON CONFUSION nennen, müssen wir doch immer wieder feststellen, dass die eigentlich geistig Verwirrten in der Politik zufinden sind. Aus aktuellem Anlass, passend zum Klimagipfel, unser Song *A Global Warming*. Lasst es euch eine Warnung sein… bewegt und ändert was- gemeinsam mit uns
Even if we call ourselves COMMON CONFUSION, we must realize that there are actually more mentally confused people in the politics. Due to recent events, suitable for the climate summit, our song *A Global Warming* should be a warning to you … Move and change the word- together with us.
copy and past the link into your address area on your explorer: http://www.myspace.com/backstrikeoftime/music/songs/globelwarm-40-n-41-ing-wav-85807771?ap=1
12.12.2011 um 12:21 Uhr ·