Ausgedehnte Laubwälder mit uralten Bäumen und einer Artenvielfalt, wie sie nur selten in Deutschland zu finden ist: das ist der Spessart. Der Wald im Spessart hat eine herausragende Bedeutung für Klimaschutz und Artenvielfalt. Er steht beispielhaft für die letzten alten Laubwälder Deutschlands, die es zu schützen gilt. Auch die UNESCO hat unsere alten Buchenwälder als Weltnaturerbe anerkannt. Was allerdings noch fehlt, ist ein flächendeckendes Schutzkonzept der Bundesregierung – obwohl bereits 2007 beschlossen wurde, zehn Prozent unserer öffentlichen Wälder zu schützen.
In Wäldern wie denen im Spessart fühlen sich auch seltene Tier- und Pflanzenarten wohl. In den jungen Wirtschaftswäldern, die den Großteil unseres Bundesgebietes bedecken, finden sie keinen Lebensraum mehr. Auch Wissenschaftler identifizieren den Spessart als einen besonderen Hotspot der Artenvielfalt.
Im Spessart lebt zum Beispiel der Luchs. Die Katzenart bevorzugt als Lebensraum große Waldareale mit dichtem Unterholz. Nachdem die Art durch gezielte Ausrottungsmaßnahmen aus Westeuropa verschwunden war, wanderten die Wildkatzen in den letzten Jahrzehnten wieder ein und wurden auch gezielt wieder angesiedelt. Luchse erkennt man an den charakteristischen Pinselohren, dem breiten, runden Kopf und dem sehr kurzen Schwanz.
Die Haarpinsel an den Ohren können bis zu fünf Zentimeter lang werden und verstärken die Fähigkeit, Lautquellen zu orten. Luchse hören das Rascheln einer Maus noch aus einer Entfernung von 50 Metern und ein vorbeiziehendes Reh in 500 Metern Entfernung. Davon zeugt das Sprichwort “Ohren wie ein Luchs haben”. “Jemandem etwas abluchsen” erinnert hingegen daran, dass der Luchs ein flinkerschneller Jäger ist. Dem Menschen ist der Luchs dabei behilflich, den hohen Wildbestand zu reduzieren, der dafür verantwortlich ist, dass kaum junge Bäume heranwachsen können.
Ideale Voraussetzungen für die Jagd bieten dem Luchs Wälder mit Altholzinseln, Lichtungen, felsigen Hängen und morastigen Zonen. Der Luchs lebt als Einzelgänger und jagt vor allem in der Dämmerung und nachts. Tagsüber ruhen Luchse in ihren Verstecken. Während der Paarungszeit oder der Aufzucht von Jungtieren kann man jedoch auch am Tage aktive Luchse beobachten. Vielleicht haben unsere Aktivisten im Waldcamp ja auch einmal das Glück, eines dieser Tiere live zu beobachten?
Euer Wissen über diese Raubtiere könnt ihr im Luchsquiz des Luchsprojektes Bayern testen.
Die Arbeit im Wald geht weiter. Tägliche Berichte aus unserem Waldcamp könnt ihr in unserer Blogreihe lesen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen. Ihr könnt auch selbst einen Beitrag dazu leisten, den Wald zu schützen und bei unserer Protestmailaktion mitmachen!
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jennerwein
Liebe Greenpeace Gemeinde,
Der Luchs ist wieder im Spessart. Trotz Bewirtschaftung. Der heimliche Luchs, welcher hochsensibel auf mögliche Störungen reagiert. Laut http://www.Luchsprojekt.de ist er auf störungsarme Gebiete angewiesen. Er hat uns gezeigt, dass er wieder in unseren Wäldern leben kann. Trotz einer Bewirtschaftung. Da freut es mich wirklich sehr, dass die Störungen der Bewirtschaftung seine Wiederkehr wenig beeinflussen konnte. Wer möglicherweise wegen des Luchses an eine Stilllegung des Spessarts denkt sollte eine Reise in den Unstrut-Hainich Kreis sowie den Harz unternehmen. In diesen Wäldern ist er schon über Jahre hinweg heimisch, trotz einer Bewirtschaftung. So verkehrt kann die Kombination aus Ökologie und Bewirtschaftung gar nicht sein, wenn der Bioindikator Luchs sich selbstständig wieder ansiedelt… Desweiteren hoffe ich inbrünstig, dass er mir ordentlich Arbeit bei der Jagd abnimmt. Jedoch bezweifele ich, nach dem lesen der Zahlen von Luchsprojekt.de ernsthaft, dass er den gewünschten Einfluss auf die Reh- und Schwarzwildpopulation nehmen kann. Das soll die Freude über seine Rückkehr nicht schmälern, jedoch soll hier die aufkommende Euphorie über den Verbissschutz auf vier Beinen etwas dämpfen. Uns Förstern wird vorerst keine alternative zum flinken Zeigefinger bleiben um die Eichen und Tannen dieser Welt kostenschonend ohne Zaun zu fördern. Nichts desto trotz freue ich mich wirklich sehr darüber, dass der Luchs seinen Platz im Ökosystem wieder eingenommen hat. Wir sollten ihn jedoch nicht zum Politikum machen und wegen ihm eine Waldstilllegung fordern. Da er uns m.E. auch mit dieser bewiesen hat, dass er neben unserer gesellschaftlichen Nutzung leben kann.
20.2.2012 um 19:54 Uhr ·
jennerwein
Wer jetzt meint mit dem Nationalpark Hainich und dem Nationalpark Harz um die Ecke kommen zu müssen, ruft bitte in den Forstämtern Mühlhausen und Sondershausen an und lässt sich von den Verantwortlichen die dauerhafte Existens außerhalb der NP bestätigen.
20.2.2012 um 20:04 Uhr ·
bubobubo
@ jennerwein, schauen sie mal hier, wir haben ähnliche Diskussionen wie aktuell bei ihnen im Spessart: http://www.facebook.com/BBUTW
20.2.2012 um 22:49 Uhr ·
Energiesparfuchs
Frau ‘Westerhaus,
woher kommen denn bei ihnen “Abholzinseln”. GP wollte doch den Kahlschlag im Wald gerade noch generell gesetzlich verbieten. Und jetzt sollen die gut für den Luchs sein.
Ihr wisst doch gar nicht mehr, was ihr eigentlich genau wollt, oder ?
21.2.2012 um 07:09 Uhr ·
stefan
da steht “Altholzinseln”.
21.2.2012 um 07:21 Uhr ·
Energiesparfuchs
Auf die Definition dieses Begriffes bin ich mal gespannt.
21.2.2012 um 16:49 Uhr
stefan
http://de.wikipedia.org/wiki/Altholz_%28Forstwirtschaft%29
21.2.2012 um 18:26 Uhr
Energiesparfuchs
Und wie groß dürfen die nun sein ???
22.2.2012 um 07:04 Uhr
stefan
so groß/klein wie möglich/nötig. fragst du als nächstes, welche farbe sie haben sollen?
22.2.2012 um 07:45 Uhr
Energiesparfuchs
Das halte ich für entbehrlich. Die begrenzten “Kahlschläge” oder “Abholzinseln” von GP sind immer grün, oder ?
22.2.2012 um 21:05 Uhr
stefan
22.2.2012 um 21:38 Uhr