Stimmen aus dem Spessart: Der Wald ist unsere Heimat

21. Februar 2012 · von Sara Westerhaus
Eine fast 200 Jahre alte gefällte Buche (c) Lauritz Bahnemann / Greenpeace

Eine fast 200 Jahre alte gefällte Buche (c) Lauritz Bahnemann / Greenpeace

Seit Anfang Februar sind täglich bis zu 20 Greenpeace-Aktivisten in den Wäldern des bayerischen Spessarts unterwegs. Mit Maßbändern und GPS-Geräten erfassen wir die Standorte wertvoller alter Buchen und Eichen.

Heigenbrücken, wo wir unser Lager aufgeschlagen haben, ist ein traditioneller Urlaubsort: Als Wanderparadies mitten im Spessart mit Rundwanderwegen, Fernwanderwegen und Lehrpfaden für Wald und Wasser, einem Nordic-Walking-Parcours, einem Lehrpfad Kommunikationswald und einem Kletterwald ist das kleine Dorf auf die Schönheit des Waldes angewiesen.

Die Einheimischen hängen an ihrem Wald. Eine 75-jährige Heigenbrückenerin, die ich im Café Emaille treffe, erzählt mir, dass sie gerne im Wald spazieren gehe. Ich frage sie, ob sich der Wald in den letzten Jahren verändert habe. Sie wird lebhaft: „Das ist alles dreckig und verkommen auf den Wegen. Die lassen das ganze Holz einfach liegen. Man sieht es ja, das ist ein richtiger Kahlschlag! Und die Maschinen machen den Wald kaputt. Jetzt gibt es keine schönen Wege mehr dort.“ Sie findet es super, dass Greenpeace sich jetzt für einen sofortigen Einschlagstopp einsetzen will: „Allein hat man ja keine Chance gegen die Politik!“

Ähnliche Meinungen höre ich in der örtlichen Bäckerei von der Inhaberin Elke Sternheimer. Sie berichtet, dass sich oft Wandergruppen über den Zustand des Waldes beschweren würden. Auch sie selbst geht oft mit ihrem Hund im Wald spazieren und berichtet, sie bekomme nur positive Rückmeldungen der anderen Bürger zu unserem Einsatz im Wald.

Für die Pensionen und Hotels im Ort bedeutet das Verschwinden der alten Wälder eine Gefahr ihrer Lebensgrundlage. Eine Pensionswirtin erzählt, dass mehr und mehr die Gäste ausbleiben und einige Pensionen schon geschlossen worden seien.

Die Stimmen aus Heigenbrücken zeigen, dass unsere Forderung (gemeinsam mit BUND), NABU, Forum Umwelt und Entwicklung) nach einem sofortigen Einschlagstopp in Laubwaldbeständen, die mehr als 140 Jahre alt sind, berechtigt ist. “Der Einschlagstopp ist jedoch nur der erste Schritt. Mittelfristig müssen wir zehn neue Großschutzgebiete mit mindestens 5000 Hektar schaffen – zum Beispiel im Spessart, Steigerwald und in der Rhön. So ermöglichen wir Tieren wie Luchs, Wildkatze, Wolf oder Bär die Rückkehr und werden unseren internationalen Verpflichtungen gerecht. Derzeit stehen in Deutschland kümmerliche 0,5 Prozent der Buchenwälder unter striktem Schutz – wir zählen weltweit zu den Schlusslichtern”, sagt Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge.

Die Arbeit im Wald geht weiter. Tägliche Berichte aus unserem Waldcamp könnt ihr in unserer Blogreihe lesen. Und wer sich in der Nähe von Heigenbrücken aufhält, darf auch gerne mal vorbeischauen. Ihr könnt auch selbst einen Beitrag  dazu leisten, den Wald zu schützen und bei unserer Protestmailaktion mitmachen!

Kommentare

  • Energiesparfuchs

    Jeden Tag eine neue Forderung. Jetzt sind es “Großschutzgebiete”. Was kommt noch mit der Salamitaktik. Nochmal. Kümmert euch erst mal um die bestehenden Nationalparks (zu hohe Wildbestände), da gibt es genug zu tun. Und wenn wir die ganzen Hoch- und Mittelspannungsleitungen für Strom aufgrund einer reinen H2-Wirtschaft abreißen, können wir ca. 1 bis 2 Prozent Waldfläche in D dazugewinnen. Wir wär `s damit ?
    Zum Bäumezählen:
    Hoffentlich wollt ihr nicht ganz Deutschland vermessen – bei geschätzten ca. 10 Milliarden Bäumen eine Aufgabe für mehrere Leben.

    21.2.2012 um 18:31 Uhr · Antworten

    • stefan

      wenn du dich mit der ganzen kampagne auseinandergesetzt hättest und nicht nur mit den häppchen im blog, wüsstest du, dass großschutzgebiete keine neue forderung sind bzw. keine neue scheibe wurst. dir muss andererseits eine salamitaktik doch gefallen; so hast du jeden tag eine neue chance deinen senf dazuzugeben …

      21.2.2012 um 19:51 Uhr · Antworten

      • Energiesparfuchs

        Löst doch erst mal das Wildproblem, dann kann der Wald auch wieder aufatmen. Oder sollen die Tierschützer nicht verschreckt werden ?

        21.2.2012 um 21:16 Uhr

  • Marco

    Es ist erfreulich, wie sich auch die örtliche Bevölkerung mit dem Zustand des Waldes auseinandersetzt. Zum Anderen zeigt sich hier ja auch, dass ein intakter Wald für Wirtschaft und Arbeitsplätz besser ist als eine überzogene Nutzung und Erfüllung der Nachfrage nach billigem Holz…
    @ Energiesparfuchs: Ich persönlich zähle gerne noch ein paar Bäume mehr. Übrigens gerne auch, wenn dazwischen ein paar Strommasten und Windräder stehen. Die Fläche dafür ist vergleichsweise gering. Eine vollständige Umstellung auf H2 ist aus Gesichtspunkten der Energieeffizienz schlichtweg Unsinn – zumal ggf Pipelines erforderlich wären, die viel mehr Waldfläche vernichten würden als Hochspannungsleitungen, die keine durchgehende Schneise erfordern (von der Explosions- und Brandgefahr entlang solcher Pipelines mal ganz abgesehen). Bei einer sinnvollen Nutzung von Windgas zur Verwertung von Überschussleistung aus Windkraft sieht das im übrigen wieder deutlich anders aus. Gerade in Energie- und Umweltfragen ist oft das Zusammenwirken verschiedener Lösungsansätze erforderlich – eine Tatsache, mit der sich einige der Kommentatoren hier leider etwas schwer tun ;-)

    21.2.2012 um 20:26 Uhr · Antworten

    • jennerwein

      Ja es ist tatsächlich sehr schön zu sehen, wie sehr sich die örtliche Bevölkerung mit dem Wald auseinandersetzt. Und das geschieht nicht nur in ihrem Sinne… Mit welchen Aussagen kommen sie eigentlich dazu zu behaupten, der Spessart wäre nicht intakt? Wissen sie mehr außer die CO²-Senken Theorie, der nich bewiesenen “flächigen” Befahrung und den nicht vorhandenen Videokahlschlägen? Ich wäre ihnen dankbar wenn sie mich aufklären.
      Dankeschön Jennerwein

      21.2.2012 um 21:58 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Marco, über die Sinnfälligkeit einer Wasserstoff- Wirtschaft läßt sich sicher lange streiten. Aber, dass Du meinst, das H2 mit Hinweisen auf die “” Explosions- und Brandgefahr entlang solcher Pipelines”" verunglimpfen zu müssen, ist mehr als bezeichnend.
      Dass Du für das “Windgas” eine Lanze zu brechen versuchst, läßt vermuten, dass Du von GP-Energy “infizierst” bist….

      22.2.2012 um 00:33 Uhr · Antworten

    • Energiesparfuchs

      Im Verbreiten von Halbwahrheiten macht euch so schnell keiner was vor. Es ist ja genau umgekehrt. “Windgas” von GP-Energy ist ineffizient, weil es das H2 in die bestehenden Verteilungs- und Erzeugungsstrukturen von Energie presst, während BioH2 ein völlig neuer Denkansatz ist. Die Links dazu finden sie hier in früheren Blogs, ich möchte hier nicht ständig die gleichen Sachen posten.
      Interessant ist auch, dass H2 in Pipelines in der Landschaft explodieren sollen. Wie das geht, müssen sie mal erklären. Bei einem Leck gibt es, falls es zur Entzündung kommen sollte, allenfalls eine Flamme, die nach oben hin abbrennt (ohne EX). H2 in Pipelines gibt es im großen Maßstab seit den 1930er Jahren. Steht auch jeden Tag in der Zeitung, das es permanent H2-Explosionen gibt – stimmts ? Und bitte drehen sie zu Hause ihre Erdgasheizung ab, wegen der Brandgefahr im Wald.

      22.2.2012 um 06:21 Uhr · Antworten

      • Marco

        Reines H2 ist in der Tat nicht explosiv.
        Das sogenannte Knallgasexperimemt hingegen, bei dem eine Mischung von H2 und Luft zur Explosion gebracht wird, könnte vielleicht auch Ihnen noch aus dem Chemieunterricht geläufig sein. Luft-H2-Gemische mit H2-Anteil zwischen 4% und 77% Prozent sind tatsächlich hochexplosiv.
        Bei Erdgas handelt es sich nicht um Wasserstoff (H2), sondern hauptsächlich um Methan (CH4), welches auch explosiv ist – allerdings mit einem wesentlich schmaleren Explosionsbereich. Eine Umwandlung von H2 zu CH4 unter unter Nutzung von CO2 ist auch möglich und aus Transport- und Sicherheitsgründen beim Transport von Energie in Gasform, gerade auf weiteren Strecken, sinnvoll. Hierbei treten allerdings große Umwandlungs(-energie-)verluste auf.
        Ihre sachlich falsche Anmerkung zu meinem Einwand sehe ich in erster Linie als Indiz dafür, dass Sie sich mit diesem Thema wohl nicht allzu intensiv auseinandergesetzt haben.

        22.2.2012 um 15:18 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Mit ihrem Schulniveau über H2 ist es nicht weit her.
        Bringen sie sich erst mal auf den neuesten Stand. Im Biowasserstoff-Magazin, Heft Nr. 18 ab Seite 33 finden sie alles über H2 und Pipelines. Im gleichen Heft gibt es auch noch was Erhellendes über “Windgas”.
        Falls sie Zweifel an den chemischen Eigenschaften und der Sicherheit von H2 haben, der DWV (Deutscher Wasserstoff-Verband) hilft weiter.
        Von intensiver Beschäftigung mit dem H2-Thema kann jedenfalls bei ihnen keine Rede sein. Aber vielleicht fällt der Groschen ja noch.

        22.2.2012 um 21:02 Uhr

      • supiflo

        Na klar. Wer nicht meiner Meinung ist, ist dumm.

        22.2.2012 um 21:27 Uhr

      • Marco

        @Energiesparfuchs
        Ich glaube nicht, dass sich die Explosionsgrenzen von H2 seit meiner Ausbildung verändert haben. Ich will hier auch nicht weiter den Besserwisser spielen, dennoch lege ich Ihnen ans Herz sich (möglichst aus unabhängigen Quellen) auch mit den chemischen und physikalischen Grundlagen zur energetischen Nutzung von Gasen zu befassen – gerade wenn Sie in Ihrer Argumentation ernstgenommen werden möchten.
        Nochmal: Allein aus grundlegenden physikalischen und chemischen Überlegungen lässt sich Ihre Idee von einer reinen H2-Energiewirtschaft als widersinnig und nicht realisierbar entlarven.
        Der Transport großer Mengen von Wasserstoff ist hochproblematisch, zum einen wegen der erwähnten Explosivität, darüber hinaus auch deshalb, weil es sich bei H2 um extrem kleine Moleküle handelt, die durch viele Materialien hindurchdiffundieren, was brauchbare Rohrleitungen extrem teuer macht.
        Vom Biowasserstoffmagazin höre ich zum ersten Mal, der Besuch der dazugehörigen Website bestätigt allerdings meine Vermutung, dass es sich bei dem von Ihnen zitierten Blödsinn um das Werk eines Einzelnen handelt, der sich in manchem irren dürfte.
        Wovon ich Ihnen zu guter Letzt dringlich abraten möchte, ist eine experimentelle Überprüfung Ihrer abstrusen Behauptungen zu den Eigenschaften von Wasserstoff. Das könnte sonst schlimmstenfalls in etwa so aussehen wie der Absturz der Hindenburg – diese war mit Wasserstoff gefüllt und ging nach einer elektrischen Entladung durch ein Landeseil in Flammen auf.

        22.2.2012 um 23:19 Uhr

      • Bruno Straub

        Marco, der Absturz der Hindenburg zeigt lediglich, dass Wasserstoff gut brennt – und keineswegs zwangsläufig explodieren muß…
        Ein gutes Beispiel für die Wirkung von Knallgasexplosionen ist Fukushima. Das was man uns da auf den schaurig schönen Bildern da zeigt, sind ja nicht “explodierte” Reaktoren, sondern durch Knallgasexplosionen in die Luft geblasene Gebäudefragmente.
        Aber wir sollten nicht den Wasserstoff madig machen! Die meisten unserer “Energiewendestrategien” benutzen doch H2 bzw. Methan als Energiespeicher!

        23.2.2012 um 00:30 Uhr

      • Energiesparfuchs

        @marco
        Sie sind bestimmt der größte “Entlarver” aller Zeiten in Sachen H2. In D wurden seit den 1870er Jahren bis in die 1970er Jahre Millionen Haushalte und Industriekunden mit stark H2-haltigem Stadt- und Kokereigas (bis zu 60 Prozent Anteil am Gasgemisch) versorgt. Alles per Rohrleitung versteht sich. In Sachsen-Anhalt baute die Chemieindustrie nach der Wende ein über 100 km langes Pipelinesytem für H2 zwischen den großen Chemiestandort. Jeden Tag tanken Millionen Autofahrer entschwefelten Kraftstoff (durch H2 aus den Steamreformern der Raffinerien). Große Chemieunternehmen betreiben gar in GB und in den USA unterirdische Kavernenspeicher nur für H2.
        Und pausenlos gibt es ihre berühmten “Knallgasexplosionen”. Wie lange wollen sie noch die Blog-Leser mit ihren abenteuerlichen H2-Thesen füttern ?
        Herr Straub hat dankenswerterweise zur “Hindenburg” schon was geschrieben. Die ist eben auch nicht explodiert.
        @bruno straub
        Der Zusammenhang zwischen den Brennstäben der AKW-Blöcke und dem Kühlwasser (bei den hohen Temperaturen dann Wasserdampf) ist in der Fachzeitschrift HZwei ausführlich diskutiert worden. Deswegen wollen wir Atomkraft hier ebenfalls nicht madig machen.

        23.2.2012 um 06:22 Uhr

      • Marco

        @ Bruno Straub: “Ging in Flammen auf” habe ich geschrieben. Natürlich zeigt das nur die Brennbarkeit, H2 muss nicht explodieren, ein H2-Luft-Gemisch kann aber, und das stellt eine gewisse Gefahr dar.
        Im Bereich industrieller Anlagen ist es gut zu managen, da hat ESF vollkommen recht. Allerdings erfordert dies zum einen eine aufwendige und hochdichte Infrastruktur, zum Anderen auch die messtechnische Überwachung, welche bei einem großen Gasnetz mit hohen Kosten verbunden ist. Eine völlig neue Infrastruktur dieser Art zu errichten halte ich für nicht finanzierbar und aufgrund der genannten Probleme auch nicht für sinnvoll – anders, als (kleinere Mengen) Gas in die “bestehende Infrastruktur zu pressen”, wie ESF es so schön formuliert hat.
        Grundsätzlich bin ich ein Befürworter der energetischen Nutzung von H2 als Energiespeicher, die gerade im Zusammenhang mit der Nutzung erneuerbarer Energien sehr sinnvoll sein kann. Allerdings ist es wichtig, auch die Grenzen dieser Technologien zu kennen und zu wissen, in welchem Umfang sie sinnvoll, wirtschaftlich und ökologisch realisierbar ist.

        23.2.2012 um 17:20 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Nanu, Stadtgas hat doch jeder kleine Privathaushalt, in der ehemaligen DDR sogar noch bis in die 1990er Jahre bezogen. Also Knallgasexplosionen kann ich aus eigener Erfahrung aus dieser Zeit nicht vermelden. Ob`s an den 60 Prozent H2 im Gas lag ?
        Jeder kann auch mit H2 kochen oder den Heizkessel betreiben, entsprechende beweisende Tests gab es schon in den 1980er Jahren. Alles im erwähnten Magazin nachzulesen – was ihrer Ansicht nach die Spinnerei eines Einzelnen sein soll.
        Interessant ist, wie sie eine Position nach der anderen hier räumen müssen, die sie so großartig verkündet haben.
        Gasnetze werden technisch heute sowieso überwacht, es ist bezüglich dieses Argumentes “Wurscht” ob CH4 oder H2 transportiert wird.
        Zu den Kosten finden sie alles auf den hier mehrfach geposteten Links, auch gern ausführlich in Buchform. Das sprengt den Rahmen des Blogs hier.

        23.2.2012 um 18:15 Uhr

      • lötsch

        @Energiesparfuchs: Aha! Sie wollen also hintenrum die DDR wieder einführen! Biogas als Wegbereiter eines neuen Kommunismus, oder was?

        23.2.2012 um 18:32 Uhr

      • Energiesparfuchs

        DDR-Kommunismus-Biogas. Lehne ich alles ab. Alles schon gehabt und funktioniert hat es nicht. Keine Ahnung, was sie antreibt.

        23.2.2012 um 18:40 Uhr

    • stefan

      esf, es passt eigentlich allenfalls marginal zum thema (zur erinnerung: wald), und es könnte ein großes fass sein, das ich hier öffne, aber der marco hat mit seiner unerfahrenheit im gp-blog den deckel ja schon gelüftet, und ich wollte dich das schon länger mal fragen. du hast ja schon vielfach eine bio-h2-wirtschaft angepriesen. wie jedes konzept – insbesondere je umfassender es wird – muss auch dieses seine schwächen haben. wo siehst du eventuelle schwachstellen, kritikpunkte etc. ist beispielsweise die (un-?)sicherheit tatsächlich ein derart zu vernachlässigender faktor? und wie ist es mit der implementierung? da das konzept von außen wie ein großer paradigmenwechsel aussieht, muss die einführung doch auch immense kosten mit sich bringen. sicherlich können bestehende kapazitäten z.b. des gasleitungsnetzes genutzt – quasi umfunktioniert – werden, aber umfasst das ganze nicht wesentlich mehr? gibt es andere – vielleicht wesentlichere – punkte, an denen gearbeitet werden muss? und warum ist die reputation in der öffentlichkeit und bei entscheidungsträgern so gering (bitte keine verschwörungstheorie)?
      würd mich freuen, wenn du mal kurz darauf eingehst, ohne dass ich ganze bücher, magazine und prall gefüllte webseiten durchstöbern muss.

      23.2.2012 um 08:05 Uhr · Antworten

      • Energiesparfuchs

        Probieren wir es einfach aus. Ein paar Fördermillionen für Solar und Geothermie in D stecken wir ab sofort in die Carbo-V-Anlage in Freiberg (z.Z. käuflich erwerbbar). Die Fischer-Tropsch-Anlage wird abgeklemmt, das Synthesegas mit einem CO-Shift vollständig in H2 umgesetzt und dann in das Gasnetz der Stadt (ca. 50.000 Einwohner) eingespeist.
        Die meisten Heizkessel brauchen allenfalls eine neue Brennerdüse. Für die Übergangsphase vom zentralen Stromnetz auf die vollständige Energieverteilung per Gasleitung existiert ein schlüssiges Konzept, das auch praktisch umsetzbar ist.
        Warum passiert nichts ? Nun fragen sie doch einfach unseren Vizekanzler Rösler. Der war auf der Hannovermesse im Jahr 2009 und kennt das alles. Also schreiben sie ihm einen Brief oder eine E-Mail.

        23.2.2012 um 18:33 Uhr

      • stefan

        komm schon, da wird es doch noch einige schwachstellen geben, oder nicht? du hast dich doch intensiv damit beschäftigt, da musst du doch auch die negative seiten kennen. zudem wird doch auch von offizieller seite (umweltbundesamt, flächenprojekte im ruhrgebiet und in bawü, …) wasserstoff als bedeutsamer energieträger der zukunft eingeschätzt. warum tritt das gesamtkonzept so weit hinter die momentan forcierten ee zurück? warum bauen wir mit immensen kosten das stromnetz aus, anstatt auf h2 als vorrangiges (oder ausschließliches) speichermedium zu setzen? hängt das nicht vielleicht mit den (noch?) zu geringen effizienzen bei der herstellung von h2 zusammen? in diesem zusammenhang – welche(s) verfahren favorisierst du: gärung oder dampfreformierung bei einsatz von biomasse, oder elektrolyse (wie sie ja auch gp energy anwendet), vielleicht sogar hochtemperaturelektrolyse, als neben- oder zielprodukt von solar- bzw. windkraft, oder gibt es vielleicht ein wesentlich effizienteres verfahren? mit meinem geringen einblick verorte ich gerade da die hauptproblematik – bisher zu geringe wirkungsgrade, um eine vollversorgung gewährleisten zu können. sind wir nicht einfach technisch noch nicht weit genug, um kurzfristig eine reine wasserstoffwirtschaft einzuführen? oder liege ich da falsch?

        23.2.2012 um 19:15 Uhr

      • Energiesparfuchs

        H2 wird aus Vergärung (Presssaft), aus Vergasung (Presskuchen, Methangas aus der Presssaftverarbeitung) und Ökostrom (geringer Anteil/Elektrolyse) kommen.
        Welches Verfahren sich als ideal heraustellen wird, werden wir sehen. Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft und es gibt einige größere Pilotanlagen im MW-Maßstab von verschiedenen Anlagenbauern, die bereits in Betrieb bzw. im Bau sind.

        23.2.2012 um 19:35 Uhr

      • stefan

        so’n bisschen weichst du aus, oder? wo sind die probleme? sind wir technisch so weit, um erste großprojekte mit ausschließlicher bio-h2-wirtschaft tatsächlich durchzuführen?

        23.2.2012 um 19:41 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Ab 2014 haben wir alle Einzelbausteine serienmäßig. Vergasungsanlagen, PEM-Großelektrolyseure, BZ-Heizgeräte, BZ-Fahrzeuge. Den Rest macht die Kostendegression der Serienfertigung.

        23.2.2012 um 20:13 Uhr

  • Daniel Köln

    Hallo zusammen,

    ich habe gerade den neuen Rundbrief von GP zum Thema Buchenwald gelesen.

    Ich möchte dazu ein kurzes Statement abgeben, als ein Mensch, der mit dem Wald verbunden ist und sich in den praktischen Umständen der Forstwirtschaft zumindest einigermaßen auskennt.

    Die Forderungen nach Schutz der Buchenwälder sind gewiss berechtigt, doch scheint die Situation meines Erachtens nicht so einfach, wie sie im Rundbrief dargelegt wird.

    Man muss doch zur Kenntnis nehmen, dass deutliche Knappheit im Bereich der Brennstoffe zur Energiegewinnung besteht.
    Außerdem findet Veränderung statt – u. a. auch die Erfüllung von Forderungen Seitens der Umweltschützer -, die dazu führt, dass Holz heute als Brennstoff wieder deutlich begehrter ist, als in der Vergangenheit.

    Der Atomausstieg ist beschlossene Sache – eine Kompensation soll u. a. durch nachwachsende Rohstoffe erfolgen – z. Bsp. Holz.

    Heizsysteme werden umgestellt. Besonders in öffentlichen Projekten, wie Verwaltungen oder Schulen werden heute statt Heizöl oder Erdgas Holzhackschnitzel verheizt.
    Zu Herstellung dieser Hackschnitzeln wird u. a. sog. Totholz verwendet.
    Deshalb sind die Wälder heute wie leergefegt.

    Was ich sagen will: Man kann viel fordern, doch gilt es auch genau die Ursachen zu betrachten, warum eine Sache so ist, wie sie ist.

    Wenn ich kein Holz verheize, muss ich andere nachwachsende Rohstoffe zu Energiegewinnung nutzen. Dann wird vielleicht viel mehr Mais angebaut, der in Biogasanlagen verheizt wird.
    Dann kommt die Forderung auf, dass der Maisanbau die Flächen in Anspruch nähme, die eigentlich zur Lebensmittelerzeugung genutzt werden könnten.
    Ein ethisches Problem steht im Raum.

    Was eigentlich wichtig ist, ist die Besinnung darauf, weniger Energie zu verbrauchen.
    Ich habe den Eindruck, dass die Reduzierung des Energieverbrauchs ein Thema ist, das in unserer Gesellschaft im Moment gar keinen Stellenwert einnimmt.
    Das war mal anders.

    Viele viele Menschen sind sich absolut nicht darüber im Klaren, wieviel Energie durch die Ständige Benutzung von Handy, Notebook, TV, usw. verbraucht wird.

    Alles wird digital und elektronisch, alle Räume (vor allem öffentlich) sind spektakulär beleutet und stets angenehm temperiert.

    Das kostet alles total viel Energie und die muss irgendwo herkommen.

    Die Forderungen nach Schutz der Wälder sind berechtigt, aber die Forderungen nach Energieeinsparung müssen deutlich lauter werden.

    Es gibt viel Potential um Energie einzusparen.

    Soweit – Daniel

    21.2.2012 um 20:50 Uhr · Antworten

    • Sara Westerhaus

      Unsere Vision ist die komplette Energieversorgung durch Erneuerbare Energien. Für Deutschland ist das bis 2050 fast komplett möglich und könnte ganz nebenbei noch eine Menge Arbeitsplätze schaffen. Notwendig ist neben dem Atomausstieg, dass nicht weiter Milliarden in die alten, fossilen Energieträger fließen. Die Energiewende ist nur zu schaffen, wenn die Politik sie durchsetzt – notfalls auch gegen die Interessen der Energiekonzerne. Für diese Energiewende hat Greenpeace einen Plan entwicklt, der hier anzurufen ist http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/energie/DerPlan.pdf

      Auch zum Thema Energiesparen & Energieeffizienz arbeitet Greenpeace: http://www.greenpeace.de/themen/energie/energiesparen_energieeffizienz/

      27.2.2012 um 16:20 Uhr · Antworten

      • Energiesparfuchs

        Warum machen wir das alles nicht bis 2035 (innerhalb von 20 Jahren) und das alles ohne Mehrkosten ?
        Vielleicht sollten Sie mal mit dem Betriebsrat von ThyssenKrupp (verkaufte Edelstahlsparte) ins Gespräch kommen. Der freut sich gerade wegen der hohen Energiepreise über Massenentlassungen, die anstehen. Das ist die Realität, die GP mit Parolen verdrängen will.
        Geht doch zu den Stahlwerkern und erklärt denen mal, das Energie wegen eurer untauglichen Energiewende noch teurer wird. Die hauen euch einfach nur die Ohren vom Stamm.
        So sieht das “Schaffen von Arbeitsplätzen” im durch EE aus.

        27.2.2012 um 21:35 Uhr

  • jennerwein

    Frau Westerhaus… Als “Eingeborener” der tiefen Schluchten stimme ich mit ihnen überein, dass der Spessart sicherlich nicht so dicht besiedelt ist wie andere Teile Deutschlands, jedoch bin ich sicher, dass noch mehr Personen eine Meinung zu dem Thema haben, außer die rüstige Dame und ihre Freundin… Ich schreibe das jetzt zum letzten Mal, die Waldwege sehen nur zu 30% des Jahres so aus. Die Waldwege wurden vorrangig wegen anderen Interessen (Holzernte, Waldbrandbekämpfung, etc.pp) angelegt. Die Nutzung durch Spaziergänger ist hierbei ein angenehmer Kielwassereffekt. Wenn sie jetzt die Meinung der Spaziergänger welche sich durch das Aussehen dre Waldwege belästigt fühlen aufgreifen und somit eine Fehlbewirtschaftung beweisen wollen, machen sie sich schlichtweg lächerlich! Man könnte meinen, dass ihnen sachliche Argumente ausgehen… Vielleicht liegt es daran, dass die Wege in den vergangenen Jahren während der Holzernte schlecht aussehen, dass die Böden nichtmehr in dem gleichen Maß zufrieren, wie das noch vor 15-20 Jahren der Fall war. Wie sieht es eigentlich mit den geforderten Vorschlägen zu dem Ersatz der wegfallenden Holzmengen aus dem Spessart aus? Wie wäre es mal, wenn sie aufhören permanent den Markt mit neuen Totschlagargumenten zu überschwemmen und im Rahmen einer vernünftigen Diskussionskultur, auf fachliche Fragen welche von Waldreund und mir mehrfach gestellt wurden eingehen. Der Tourist, welcher im Spessart seine Ruhe und Erholung sucht, und nur aufgeräumte Straßen kennt regt sich selbstverständlich auf, wenn “schmutzige” Waldwege seinen Drang nach Erholung bremsen…

    P.S: Also wie gesagt, komme auch ich aus dem Spessart und wie sie sicherlich gemerkt haben, habe ich eine andere Ansicht als die zwei Damen welche sie zu ihren fundierten Fachwissen über Waldwege interviewt haben… Die Allgemeinheit mit so scheinheiligen Thesen für Dumm verkaufen zu wollen ist schlichtweg plump und einfältig.

    21.2.2012 um 21:43 Uhr · Antworten

  • trivial

    zehn neue Schutzgebiete mit a 5000 ha?

    Das ha kostet so ca. 7000 – 10000 Euro ohne Bestand. Nochmals ca. 10000 Euro für den Bestand dann kommen wir auf so ca. 20000 Euro.
    Deshalb forder ich das Greenpeace min. 20% (kann ja auch alles so häppchenweise präsentieren) ihrer jährlichen Einnahmen die vom Staat subventioniert werden für den Schutz vom Wald Einsetzen.
    Bei ca. 40 Mio Euro sind das pro Jahr ca. 8 mio Euro und das macht 400 ha. Werden dann noch die anderen NGOs die bei dieser Aktion mitmachen und noch ein paar Touristikverbände mit eingebunden kann man so schnell so ca. 2000 ha pro Jahr dauerhaft schützen, dies muss natürlich so in den Verträgen notiert werden und bei Verstoß wandert das Land wieder in den Eigentum der allgemeinheit sprich Staat zurück.
    Also nicht immer nur Reden sondern mal das Scheckbuch zücken.
    Ach ja für den Unterhalt der Forst- dann Wanderwege so fern diese im Schutzgebiet erwünscht sind, sind natürlich nur die Besitzer verantwortlich.

    21.2.2012 um 23:06 Uhr · Antworten

  • Bruno Straub

    Sara, Dein Bericht über die sterbende Tourismusindustrie in Heigenbrücken greift mir ans Herz!
    Hättet ihr nicht auf eueren Pseudowaldcamp verzichten und euch in den örtlichen Hotels einquartieren können?

    21.2.2012 um 23:21 Uhr · Antworten

  • Sara Westerhaus

    Greenpeace e.V. finanziert seine Arbeit zu rund 98 Prozent durch private Spenden einzelner BürgerInnen und durch Nachlässe. Der durchschnittliche Beitrag pro Jahr beträgt zur Zeit rund 80 Euro. Die weiteren Zuwendungen (ca. 2 %) kommen aus verschiedenen Stiftungen, aus den Bußgeldfonds der Gerichte sowie Zinseinnahmen aus Rücklagen. Die Zinseinnahmen werden über Festgeld-Anlagen generiert. Greenpeace lässt sich weder von der Industrie noch vom Staat, von staatlichen Institutionen oder von Parteien sponsern. Greenpeace ist völlig unabhängig. Darüber hinaus hat der Verein eine eigene Fundraising-Ethik und hält sich an die Ethikregeln und die Regeln der „Charta der Spenderrechte“ des Deutschen Fundraisingverbandes.

    Wir gehen verantwortungsvoll mit diesen Spendengeldern um und haben vor allem aus Kostengründen die Campvariante gewählt. Da wir mit bis zu 30 Ehrenamtlichen vor Ort sind und dieses über Wochen hinweg, können wir uns nicht in den Hotels einquartieren.

    22.2.2012 um 11:25 Uhr · Antworten

    • Bruno Straub

      Sara, ich dachte da nicht an 5*-Hotels, sondern an was “Einfaches” wie Pensionen/ Landgasthäuser…..
      (Anregung: Wenn ihr wirklich so knapp bei Kasse seid, prüft doch mal, ob man die Überweisungen an GP International nicht reduzieren kann!)
      Übrigens, bei der Zahl der Aktivisten geht es ziemlich “inflationär” zu: Auf Bildern sieht man “bis zu” 10, in den Texten war immer von “bis zu” 20 die Rede, und jetzt sind es “bis zu” 30. Vielleicht zählt ihr nochmal durch!

      24.2.2012 um 23:51 Uhr · Antworten

      • He`s back ;)

        Was lernt man daraus?
        Anscheinend gibt es auch noch Menschen die nicht vom Anfang an bei einer Aktion dabei sind, eigentlich logisch so ein Camp muss auch erstmal “errichtet” und organisiert werden bevor es richtig los geht.

        25.2.2012 um 14:43 Uhr

      • Sara Westerhaus

        Da die Aktivisten ehrenamtlich dabei sind und sich natürlich nicht alle unbegrenzt frei nehmen können, sind sie für mindestens eine Woche im Camp. Viele von ihnen bleiben auch länger, so dass die Anzahl der Aktivisten variiert. Dazu kommen noch unsere Campaigner, die ebenfalls so oft wie möglich vor Ort sind. So sind wir zeitweise mit bis zu 30 Personen vor Ort, und das über Wochen hinweg.

        27.2.2012 um 16:26 Uhr

  • jennerwein

    Schön und gut. Aber was is denn jetzt mit den Zahlen und den Alternativorschlägen zur wegfallenden holzmenge?

    22.2.2012 um 12:02 Uhr · Antworten

    • Sara Westerhaus

      Greenpeace protestiert nicht gegen den Einschlag in Laubwäldern: wir fordern einen Einschlagstopp in Buchenwäldern über 140 Jahre (lediglich 2-3% der deutschen Waldfläche sind Buchenwälder, die im Bestandesmittel älter als 140 Jahre sind). Zudem gilt die Forderung nach einem Einschlagstopp lediglich für Wälder in öffentlicher Hand, also insgesamt für einen BRUCHTEIL der Wälder in Deutschland!
      Ein Großteil des Buchenholzes aus unseren Wäldern wird exportiert. Nur rund 20% des eingeschlagenen Buchenholzes werden als Stammholz genutzt, rund 40% werden energetisch genutzt. „Unser Buchenholz“ dient also schon heute kaum dem eigenen Bedarf, sondern vorwiegend dem Export – wenn es nicht sogar verfeuert wird.
      Deutschland ist somit ein Nettoausfuhrland und exportiert mehr Holz, als importiert wird. (vgl. http://literatur.vti.bund.de/digbib_extern/bitv/dn049040.pdf).
      Während 2010 schätzungsweise 128,2 Mio m³ (r) Holz- und Papierprodukte aus Deutschland exportiert wurden, wurden im Gegenzug 122,9 Mio m³ (r) importiert, um unseren Bedarf zu decken. Der Einschlagstopp in Buchenwäldern, die älter als 140 Jahre sind, wird also nicht zu einem Engpass in der Holzversorgung führen!
      Laut Angaben des vti (Quelle Seintsch 2011, http://www.forstliches-bildungszentrum.nrw.de/10_Aktuelles/Arnsberger_Waldforum_2011/06_Seintsch_Buchenurwaelder.pdf) sind rund 20% des inländischen Rohholzaufkommens (ohne Außenhandel) Laubholz (etwa 13,7 Mio m³), davon werden rund 10% als Stammholz, 20% als Industrieholz und 70% energetisch genutzt. Eine Entwicklung, die großen Einfluss auf die Forswirtschaft hat: wird doch der Stammholzpreis erheblich durch die verstärkte Nachfrage nach Energieholz gedrückt!

      27.2.2012 um 16:27 Uhr · Antworten

  • Björn

    Hallo Frau Westerhaus,

    warum gehen Sie so gut wie nie direkt auf die Argumente, Fragen und Vorschläge der User ein? Auch als langjähriger Greenpeace-Förderer nenne ich das schlicht und einfach eine unsouveräne Performance. Gerade als NGO, die um Vertrauen wirbt, muss ich bereit sein. sachliche Kritik anzunehmen und mein Handeln immer wieder auf den Prüfstand zu stellen.

    22.2.2012 um 12:46 Uhr · Antworten

    • Waldfreund

      @ Björn

      Sie stellen hier eine durchaus berechtigte Frage.
      Der Blog mit zahlreichen Kommentaren; darunter vielen kritischen zu der GP – Aktion
      im Spessart, hat m. E. nicht eine einzige kritische Frage beantwortet.

      Und wenn GP z.Z. diese Fragen nicht beantworten kann, dann sollten sie bitte zumindest ein wenig Nachdenklichkeit zeigen. Auf dieser Basis wäre gemeinsame
      Lösungsansätze denkbar. Stillschweigen seitens GP geht zu Lasten von ihrer Glaubwürdigkeit.

      22.2.2012 um 13:14 Uhr · Antworten

  • Katy-Jessy

    @ Björn, Waldfreund, jennerwein etc.:
    Wenn man ein wenig im Netz recherchiert findet man herau, dass Deutschland ein Nettoausfuhrland ist und mehr Holz exportiert, als importiert. http://literatur.vti.bund.de/digbib_extern/bitv/dn049040.pdf
    Und wenn ich das richtig gelesen habe fordert Greenpeace lediglich Waldschutz auf 10% der öffentlichen Wälder. Das erscheint mir eher noch viel zu wenig.
    was ist den mit den ganzen Privatwäldern?

    22.2.2012 um 13:42 Uhr · Antworten

    • trivial

      wie der Name schon sagt sind dies Privatwälder und deshalb Eigentum der Eigentümer.

      Nur zur Info ich kenne genügend Eigentümer die nach langjähriger schlechter Erfahrung mit so einigen Naturschützern und vorallem UNBs sofort nach Absichtserklärungen was alles möglicherweise geschützt werden soll diese schützenswerte Dinge sofort entfernen (auch finanzielle Einbußen dafür in Kauf nehmen).

      22.2.2012 um 19:38 Uhr · Antworten

    • waldfreund

      @Katy Jessy

      Hallo Kathy Jessey

      Bei der Holzimport-exportbilanz sind sämtliche Formen von Holz wie z.B. Schnittholz und andere industriell bearbeitete Produkte sowie auch das Rohholz (Rundholz aus dem Wald) enthalten. Da hier auch somit Lager– und Warenbestände mit einfließen, bilden diese Werte die Rohholzleistungsbilanz unserer Wälder nicht korrekt ab.

      Deshalb sollten Sie bei einem solchen Vergleich des Holzimportes- bzw. exportes nur das jeweilige Rohholzaufkommen (Rundholz) miteinander heranziehen.

      http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/Wald-Jagd/Holzmarktbericht-2010.pdf?__blob=publicationFile

      Die relevanten Zahlen lauten zusammengefasst wie folgt:

      Einfuhr und Ausfuhr von Nadelrohholz u. Laubrohholz in 1000m³:

      Einfuhren Ausfuhren

      2009 2010 2009 2010

      Nadelrohholz: 4.282 6.488 3.017 2.408
      Laubrohholz: 253 341 839 903
      Sa: 4.535 6.829 3.856 3.311

      DIE ZAHLEN BELEGEN ALSO GANZ EINDEUTIG; DASS DEUTSCHLAND NACH WIE VOR EIN HOLZIMPORTLAND IST!!!!!

      Im Übrigen können die jährliche Zahlen gravierend schwanken. Deshalb sollten bei
      solchen Vergleichen längere Vergleichszeiträume betrachtet werden.

      Zu Ihrer Anmerkung in Richtung Privatwald gestatte ich mir noch eine abschließende Bemerkung bzw. Fragen:

      Wie weit möchten Sie den Art. 14 (2) GG (Gemeinnützigkeit des Eigentums) auslegen?

      Wer zahlt den Priwaldbesitzern eine Entschädigung und wie hoch soll sie sein?

      Wo kommt das ausfallende Holz für unsere Volkswirtschaft ersatzweise her?

      22.2.2012 um 20:36 Uhr · Antworten

  • Sara Westerhaus

    @alle: Wir beantworten auch Fragen in den älteren Blogbeiträgen. Wenn es Fragen an die Campaigner sind, kann es u.U. etwas dauern, da diese oft im Wald unterwegs sind. Wir freuen uns über Diskussionen im Blog, auch unter den Usern. Viele Fragen werden jedoch auch schon von anderen Kommentaren beantwortet, so dass wir versuchen, eine Dopplung zu vermeiden.
    Da wir möglichst oft über den aktuellen Stand der Arbeit berichten, finden sich auch viele der Antworten in den Beiträgen selbst und nicht in unseren Kommentaren. Wir nehmen Fragen immer auf und versuchen sie, in den nächsten Beiträgen zu beantworten.

    22.2.2012 um 14:12 Uhr · Antworten

  • waldfreund

    @Katy Jessy

    Pardon!!!!
    So unübersichtlich wie der Zahlensalat da jetzt steht, habe ich den nicht eingegeben.
    Irgendwie zieht der Blog die Zeilen wohl platzsparend zusammen. Deshalb ist da wohl ein solcher “Kuddelmuddel” entstanden.

    Nochmals zusammengefasst:

    2009 Import netto: 679.000 m³

    2010 Import netto: 3.518.000m³

    Also: DEUTSCHLAND IST EIN HOLZIMPORTLAND. Diese Tendenz würde sich verstärken, wenn bei uns große Teile der Wälder unter Schutz gestellt würden.

    22.2.2012 um 20:50 Uhr · Antworten

    • Vagabund

      @waldfreund

      Ob ein Land Holz Importiert oder Exportiert, ist meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang hauptsächlich für die Frage von Interesse, ob für den nationalen Verbrauch von Holzprodukten Holz aus dem Ausland zugekauft werden muss. Wenn Deutschland Rohholz aus dem Ausland importiert und in verarbeiteter Form wieder ins Ausland exportiert, wird doch lediglich eine Dienstleistung für andere Länder übernommen, ohne dass der Holzverbrauch in Deutschland dadurch steigt. Der Fakt, dass Deutschland mehr Rohholz importiert als exportiert, täuscht also darüber hinweg, dass in der Summe mehr Holzprodukte zur Verfügung stehen, als benötigt und deswegen exportiert werden. Um jeden Kubikmeter an Holzprodukten, der nicht exportiert wird, könnte der Einschlag in Deutschland heruntergefahren werden, ohne dass man den Verbrauch einschränken müsste… oder sehe ich das falsch?

      23.2.2012 um 20:11 Uhr · Antworten

      • Bruno Straub

        Vagabund, das siehst Du richtig:
        “”Um jeden Kubikmeter an Holzprodukten, der nicht exportiert wird, könnte der Einschlag in Deutschland heruntergefahren werden..”"
        Was hältst Du von:
        “Für jedes Auto, das nicht exportiert wird, könnte die Stromproduktion in Deutschland um 4999,9 kWh heruntergefahren werden..”

        24.2.2012 um 00:45 Uhr

      • ggagag

        hervorragende idee!

        24.2.2012 um 12:26 Uhr

  • Waldfreund

    @Vagabund
    Um nicht “Äpfel mit Birnen” zu vergleichen, sollte bei einem Vergleich nur das Rohholz – also das Holz, was ohne einen weiteren Verarbeitungsprozess direkt aus dem Wald stammt, näher betrachtet werden.

    Dieser Vergleich gewährleistet um festzustellen, ob unser heimische Wald ausreichend Holz bereitstellt, um dem Bedarf unserer Holzindustrie zu decken.

    Und die Zahlen belegen in der Bilanz, dass Deutschland ein Holzimportland war und ist. Deutschland muss für den eigenen Bedarf Holz aus dem Ausland beziehen.

    Es kann aber auch mal Sondersituationen geben, bei denen diese Aussage nicht zutrifft. Klassisch wäre hierfür zum Beispiel eine große Windwurfkatastrophe mit hohem Holzanfall, die die Aufnahmekapazität des heimischen Holzmarktes überfordert. Dann wären auch größere Rohholzabflüsse ins Ausland denkbar (Export).

    Gleichwohl werden natürlich aber auch Hölzer auch in “Normaljahren” wieder exportiert. Wir sind ja ein Teil einer globalisierten Wirtschaft, indem Warenströme sich den entsprechenden Markt suchen.

    Ich hoffe, dass ich meinen Gedanken einigermaßen verständlich “rüberbringen” konnte.

    23.2.2012 um 20:57 Uhr · Antworten

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