Waldcamp im Spessart: Erste Kartierungsphase beendet

16. März 2012 · von Sara Westerhaus
Eingeschneite Zelte © Klaus Radetzki / Greenpeace

Eingeschneite Zelte © Klaus Radetzki / Greenpeace

Seit dem 1. Februar waren Greenpeace-Aktivisten im Spessart unterwegs – umgeben von über 140 Jahre alten Buchen und Eichen. Damit diese wertvollen Bäume auch in Zukunft dort stehen, müssen sie dringend vor profitorientiertem Einschlag geschützt werden. Greenpeace dokumentiert den Bestand vor Ort, da die bayerische Landesregierung Informationen über öffentliche Waldflächen zurückhält. Die erste Phase der Kartierung ist nun beendet.

Nach insgesamt 45 Tagen werden die Zelte für’s Erste abgebaut. Die bis zu 20 Aktivisten haben Minusgrade und Schneegestöber überstanden, freuten sich aber auch über viel positives Feedback aus der Region und über die faszinierende Flora und Fauna im Wald.

Wir haben immer wieder aus dem Camp berichtet. In unserer Blogreihe kamen neben unseren Waldexperten auch oft die Aktivisten selbst zu Wort. Warum die Aktivisten den Wald schützen wollen, erzählten sie uns auch im Podcast. Das Leben im Waldcamp und die Kartierungsarbeiten zeigte uns Gesche Jürgens in einem Video.

Was ist in den letzten Wochen passiert?

Protestaktion gegen Ausverkauf alter Buchenwälder © Bente Stachowske / Greenpeace

Protestaktion gegen Ausverkauf alter Buchenwälder © Bente Stachowske / Greenpeace

  • Unsere Aktivisten haben tausende Bäume vermessen und auf einer digitalen Karte eingetragen.
  • Es fand eine Protestaktion gegen den Ausverkauf alter Buchenwälder nach China statt.
  • Greenpeace hat illegale Einschläge in den alten Buchenwäldern aufgedeckt.
  • Es gab Infoabende für die Bürger in Heigenbrücken und Lohr, die beide gut besucht waren.
  • Das Team 50 plus tourte durch die Städte und Dörfer in der Region, um die Bürger zu informieren.
  • Wir hatten viel Besuch: oft kamen Bürger vorbei, die unseren Einsatz so toll fanden, dass sie uns Kuchen brachten oder sich einfach informieren wollten.

Was waren die Hightlights für die Waldexperten vor Ort?

Martin Kaiser: “Bei -21 Grad Celsius im Zelt zu übernachten und dann den ganzen Tag im Winterwald zu sein, war ein einzigartiges Erlebnis im Camp für mich. Ganz besonders die gute Stimmung im Team der Aktivisten sowie der Antrieb, viele Skandale der Politik des BaySF-Vorstands im Wald zu dokumentieren waren klasse!”

Sandra Hieke: “Ich war beindruckt, wieviel Zuspruch wir aus der Bevölkerung bekommen haben. Den Leuten hier ist ihr Wald wichtig – viele haben sich bei uns darüber beklagt, wie sich der Wald in den letzten Jahren verändert hat. Dort wo noch vor wenigen Jahren mächtige alte Bäume standen, sind heute ganze Flächen kahlgeschlagen. Als Forstwissenschaftlerin freue ich mich, dass es endlich eine Diskussion darüber gibt, wie die Wälder der öffentlichen Hand bewirtschaftet werden sollten und wie eine naturnahe bzw. naturferne Bewirtschaftung der Wälder in der Praxis aussieht.”

Eule sitzt auf einem Baum © Markus Mauthe/GreenpeaceGesche Jürgens: “Unser Camp hat endlich das Augenmerk auf die Intransparenz im Umgang mit unseren öffentlichen Wäldern in Bayern gerichtet. An dieser Heimlichtuerei muss sich was ändern! Außerdem fand ich es bemerkenswert, dass einige Vertreter der Forstwirtschaft der Eindruck entstehen lassen, dass sich Menschen ohne forstwirtschaftliche Ausbildung weder für den Schutz unserer Wälder einsetzen noch zum Thema Wald äußern dürfen. Dabei geht Waldschutz doch uns alle an!”

Martin Hofstetter: “Ich lebe in einer Region, in der es ebenfalls viele Buchenforste gibt (Nordhessen). Doch so intensiv durchforstete Wälder habe ich bei uns noch nie gesehen.
Gleichzeitig aber ist mir an anderen wunderschönen Stellen des Spessarts zum ersten Mal richtig bewusst geworden, wie artenreich eigentlich Wälder sein können.  Bisher habe ich stehendes Totholz immer mehr oder weniger als Verschwendung angesehen. Nun ist mir erst klar, welche Bedeutung Wälder auch in Deutschland  als Kohlenstoffspeicher und Ökosystem für viele Arten haben könnten, wenn man sie denn richtig bewirtschaftet. ”

Gesche Jürgens vermisst eine Buche © Daniel Mueller / Greenpeace

Die erste Phase der Kartierung ist nun beendet – und wie geht es jetzt weiter?

Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace: “Der Unterschied zwischen Hochglanzbroschüren des BaySF-Vorstands und der Wirklichkeit hat sich mir in den vergangenen Wochen in den einzelnen Waldbeständen des Spessart überdeutlich gezeigt. Einmalige, alte Buchenwälder werden in Industrieforste umgewandelt. Die Menschen in der Region spüren das. Die erste Greenpeace-Kartierungsphase ist nun abgeschlossen, und anders als der Vorstand der BaySF werden wir den Bürgerinnen und Bürgern die Ergebnisse nächste Woche zeigen.”

Auch in den Medien gab es viele Berichte über das Camp. Eine kleine Auswahl findet ihr hier:

taz: Kahlschlag vor Schneewittchens Haustür

BR: Baumstreit im Spessart: Wieviel Buche braucht der Wald?

Agrarheute: Die Bayerischen Staatsforsten im Visier der Umweltaktivisten

Main-Netz: Umweltschützer ketten sich an Holztransporter

Kommentare

  • wenztout

    @gesche jürgens
    Zitat Gesche Jürgens “Außerdem fand ich es bemerkenswert, dass einige Vertreter der Forstwirtschaft der Eindruck entstehen lassen, dass sich Menschen ohne forstwirtschaftliche Ausbildung weder für den Schutz unserer Wälder einsetzen noch zum Thema Wald äußern dürfen. Dabei geht Waldschutz doch uns alle an!”
    Jeder darf sich herzlich gerne zum Thema Wald äußern und sich aktiv für den Waldschutz einsetzen. Nur sollten Menschen ohne forstliche Ausbildung nicht den Eindruck erwecken, Experten im Bereich Waldbau und Forstwirtschaft zu sein.
    Man darf weder wissentlich noch – aufgrund fehlender Ausbildung- unwissentlich Unwahrheiten und Halbwahrheiten verbreiten.
    Genau DIES wird Ihnen hier zu Recht seit Wochen vorgeworfen!

    16.3.2012 um 14:56 Uhr · Antworten

  • Sara Westerhaus

    Gesche Jürgens antwortet darauf:
    “Auch ohne Forststudium kann man sich mit nationaler und internationaler Waldpolitik und den Herausforderungen für unsere Wälder durch Klimawandel und verstärkte Nachfrage auskennen. Denn Wald hat viele Facetten: gesellschaftliche, forstwirtschaftliche, biologische, politische,… Und als Waldbau- oder Forstwirtschaftsexperte wurde hier niemand bezeichnet.

    Und wenn es immer noch darum geht, dass von den BaySF ein “sehr lichter Schirmschlag mit anschließender Eichensaat” von Greenpeace als Kahlschlag bezeichnet wird, möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf die Kahlschlag-Definition des Bayrischen Waldgesetzes verweisen:
    “Flächige Nutzungen ohne ausreichende und gesicherte Verjüngung, die auf der Fläche Freilandklima schaffen; als Kahlhieb gilt auch eine Maßnahme, durch welche der Waldbestand selbst gefährdet wird, im Schutzwald auch eine Hiebsmaßnahme, durch welche die Schutzfunktion gefährdet wird.” (Quelle: http://by.juris.de/by/WaldG_BY_2005_Art4.htm) Auf den von Greenpeace als Kahlschlag bezeichneten Flächen wurde durch den Eingriff zweifelsohne ein Freilandklima geschaffen.
    Auch laut FSC-Definition gelten die von Greenpeace als Kahlschlag bezeichneten Flächen in der Tat als Kahlschlag: “Als Kahlschlag gilt die flächige Räumung des aufstockenden Bestandes durch Kahlhieb oder andere schematische Hiebsverfahren (Anmerkung von Greenpeace: z.B. Schirmschlag), die die Herbeiführung freilandähnlicher Verhältnisse (Richtwert: ein- bis zwei Baumlängen und Durchmesser mit einer Flächen von maximal 0,3 ha Größe (Anmerkung von Greenpeace: die im Spessart betrachteten Flächen waren alle > 0,3 ha) zur Folge haben. Freilandähnliche Verhältnisse entstehen, sofern die Höhe der Verjüngung im Durchschnitt kleiner 2 m ist.” (Quelle: http://www.fsc-deutschland.de/images/stories/Document-Exchange/Wald/Standards/deutscher%20fsc-std_2_2_layout_web.pdf, S. 30)”

    16.3.2012 um 17:01 Uhr · Antworten

    • trivial

      dann ist es alles im Butter oder fällt es so schwer zu erkennen das diese Werte (Baumlängen) eingehalten wurden?
      Vielleicht sollten sie mal im Sommer – wenn das Laub vorhanden ist wieder ein paar Bildchen machen. Doch dann kann man die unbedarften Leser ja nicht mehr Schocken denn dann schaut es aufeinmal wie Wald aus.

      16.3.2012 um 19:08 Uhr · Antworten

      • Spessarter

        Doch, sieht auch im Sommer so aus.

        20.3.2012 um 21:51 Uhr

  • Energiesparfuchs

    Frau Hieke treibt weiter als “Forstwissenschaftlerin” im Blog. Zum dritten Mal. An welcher Hochschule wird denn nun dieser akademische Grad verliehen ?

    16.3.2012 um 17:36 Uhr · Antworten

  • Galadriel

    Sehr geehrter Energiesparfuchs,
    an der Universität Freiburg z. B. könnten Sie Forstwissenschaften studieren (http://www.master-forst.uni-freiburg.de/) an der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften. Ihr akademischer Grad wäre dann natürlich Master (M.Sc. Forstwissenschaft), aber trotzdem bleiben Sie natürlich Forstwissenschaftler.

    16.3.2012 um 18:26 Uhr · Antworten

    • Energiesparfuchs

      Ich will ja nicht von Gerüchten leben. Vielleicht verrät uns ja Frau Hieke noch den Zusammenhang.

      16.3.2012 um 19:01 Uhr · Antworten

      • Sara Westerhaus

        Sandra Hieke hat an der forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg den Studiengang “Forstwissenschaften” studiert und mit dem akademischen Grad “Diplom-Forstwirtin” abgeschlossen. Seit 2000 ist sie für Greenpeace als Waldexpertin tätig.

        19.3.2012 um 10:54 Uhr

    • Bruno Straub

      Galadriel, ihr schreibt immer, was man an der Uni Freiburg Schönes studieren kann. Schreibt doch einfach, was die Frau Hieke wann, wo und mit welchem Abschluß studiert hat. Das sollte doch kein Problem sein!
      Mich würde allerdigs auch (so langsam) interessieren, was die Frau Hieke im realen Leben so arbeitet, bzw. womit sie ihre Brötchen verdient. Bei GP ist sie ja nur “Gast”.

      17.3.2012 um 00:13 Uhr · Antworten

      • Sara Westerhaus

        Sandra Hieke war als Gastautorin hier eingeloggt, ist aber seit 2000 für Greenpeace als Waldexpertin tätig.

        19.3.2012 um 10:58 Uhr

  • Wild

    Vorab , ich verdiene mein Geld nicht mit Holz !
    Ich lebe seit über 40 Jahren in einer Gemeinde im Naturpark Spessart (Das ist die richtige Bezeichnung für unseren Wald ) und habe die ganze Aktion mit einigem Kopfschütteln und gelegentlichem Gelächter verfolgt ( Sehr orginel sich an einen LKW zu ketten und mit einem Meßschieber durch den Wald zu rennen ).
    Der Naturpark Spessart ist schon seit einigen Jahrhunderten reiner Nutzwald , die Menschen hier waren schon immer auf das Holz angewiesen !
    Es gab immer wieder Kahlschläge , in den letzten Jahren wahren es aber zum Großteil Flächen mit Nadelbäumen die der Kettensäge zum Opfer fielen !
    Ein großteil der geschlagenen Buchen wird vor Ort in den privaten Haushalten genutzt , verbrannt , da Buchenholz ein hervorragender Energieträger ist. Man hätte sich nur mal die vielen Holzstapel am Waldrand oder Wiese anschauen müßen ! Ihr Vorschlag einen Einschlagstop zu verhängen oder den Naturpark Spessart unter Naturschutz zu Stellen , wird an den verbrieften Holzrechten
    der Einheimischen scheitern , da würde sich auch keine Grüne Landesregierung
    herantrauen :-) ! Übrigens , bei Minusgraden mitten durch den Wald zu trampeln
    und die Wildtiere aufzuschrecken hat mit Naturschutz nichts zu tun , oder ?
    Was ist überhaupt eine naturnahe Bewirtschaftung ? Be-wirtschaft-ung heist nutzung zum Profit , ob naturnah oder nicht !
    Ist es nicht auch verwunderlich , das die regionalen Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände auf eure Aktion sehr verwundert reagiert haben?

    16.3.2012 um 21:49 Uhr · Antworten

    • Sara Westerhaus

      Zunächst: Der von uns und anderen Umweltverbänden (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), NABU, Forum Umwelt und Entwicklung) geforderte Einschlagstopp soll nur solange gelten, bis zehn Prozent des öffentlichen Waldes rechtlich verbindlich aus der forstlichen Nutzung herausgenommen worden sind. Weniger als ein Prozent Wald steht in Deutschland derzeit unter verbindlichem Schutz vor der Säge. Zum Vergleich: In Brasilien sind 30 Prozent des Amazonas-Urwaldes gesetzlich geschützt. Die geforderten 10 Prozent zu schützen, wäre die Umsetzung der von der Bundesregierung im Jahr 2007 beschlossenen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt.
      Zum Thema Holzrechten: Die traditionellen Holzrechte im Spessart sind etwas sehr seltenes in Deutschland und historisch bedingt. Das Recht, nur für den eigenen Bedarf Holz im Wald zu machen und dabei immer das Gemeinwohl im Blick zu behalten, ist auch international etwas sinnvolles. Was unter dem Stichwort ‚commons’ diskutiert wird, geht von der gemeinschaftlichen Verwaltung von Naturgütern bis hin zu globalen Interessen wie dem Erhalt der Biodiversität.
      Die Holzrechte im Spessart wurden Ende der 80er Jahre in einer Vereinbarung mit der Bayerischen Staatsforstverwaltung so geregelt, dass jedem Spessarter das Recht auf bestimmte Hiebe zusteht. Das findet große Akzeptanz bei den Bürgern. Auch Greenpeace betont immer wieder, dass die Holzrechte etwas einmaliges sind und weiterhin in vollem Umfang bedient werden sollten.

      19.3.2012 um 09:49 Uhr · Antworten

      • Franziska

        Holzrechte im Spessart sind alles andere als einmalig. Holzrechte gibt es z.B. im südniedersächsischem Raum sehr häufig. Frau Hieke hat auch in Forstgeschichte und Forstpolitik geschlafen, scheints.

        20.3.2012 um 20:38 Uhr

  • pro spessart

    Frau Westerhaus,
    bitte teilen Sie mir doch am Ende der glorreichen GP-Kampagne noch mit, was eigentlich “profitorientierter Holzeinschlag” sein soll. Bisher war ich immer der Meinung, daß ich irgendeinen “Profit”, also einen Nutzen haben sollte, wenn ich etwas unternehme, z.B. auch einen Holzeinschlag mache. Ist es denn nach Meinung von GP moralisch besser, nur solche unternehmerischen Tätigkeiten auszuüben, die finanziell defizitär sind? Wie lang meinen Sie denn, daß so was gut geht?
    Außerdem würde ich gerne wissen, wie Sie zu Ihrer mutigen Behauptung kommen, daß Sie ein positives Feedback aus der Region bekommen hätten. Zum Beweis führen Sie lediglich eine Seniorin an, die das Belassen von Totholz im Wald kritisiert. Haben Sie denn gar nicht gemerkt, daß sie alles andere als einen unaufgeräumten Wald mit viel Totholz will?
    Dann zitieren Sie noch eine Backwarenverkäuferin, die angeblich über einen schlechten Wegezustand klagt.Das kommt sicher immer wieder bei der Waldwirtschaft vor, vor allem im Frühjahr nach dem Frost oder nach dem Holzrücken. Allerdings werden die Waldwege, auf denen sich 95% allen Erholungsverkehrs abspielt, von den Forstbetrieben überhaupt erst mit den von GP so verteufelten “Profiten” finanziert, nicht mit GP-Spendengeldern.
    Als Spessartbürger ist mir da eine geregelte, auch die Naturschutzaspekte und die Walderholung berücksichtigende ordnungsgemäße Forstwirtschaft schon noch wesentlich lieber als die völlig chaotischen Vorstellungen von GP.
    Im übertragenen Sinne paßt GP eigentlich besser zu den von ihm kritisierten Kahlschlagsunternehmen: GP kommt rein, hat keinerlei Ahnung von den örtlichen Verhältnissen oder der örtlichen Forstgeschichte, will das ja alles auch gar nicht wissen, tischt ganz frech Unwahrheiten auf, macht möglichst viel kaputt, versucht die Menschen gegeneinander aufzuwiegeln und verschwindet nach sechs Wochen.

    17.3.2012 um 02:09 Uhr · Antworten

    • Sara Westerhaus

      Auch zu dieser Frage möchten wir klarstellen: Der von uns und anderen Umweltverbänden (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), NABU, Forum Umwelt und Entwicklung) geforderte Einschlagstopp soll nur solange gelten, bis zehn Prozent des öffentlichen Waldes rechtlich verbindlich aus der forstlichen Nutzung herausgenommen worden sind. Weniger als ein Prozent Wald steht in Deutschland derzeit unter verbindlichem Schutz vor der Säge. Zum Vergleich: In Brasilien sind 30 Prozent des Amazonas-Urwaldes gesetzlich geschützt. Die geforderten 10 Prozent zu schützen, wäre die Umsetzung der von der Bundesregierung im Jahr 2007 beschlossenen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt.

      Das postive Feedback bezieht sich nicht nur auf den Blogbeitrag. Während der letzten Wochen haben wir Infoabende veranstaltet, unser Team 50 plus war auf Tour und immer wieder haben wir dabei mit der bevölkerung vor Ort gesprochen, die unsere Forderungen unterstützen.

      Wir haben uns intensiv mit den örtlichen Verhältnissen auseinander gesetzt. Bereits 2011 haben wir die Studie Deutschlands internationale Verantwortung: Rotbuchenwälder im Verbund schützen (http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/waelder/Studie_Buchenwaelder_April_2011.pdf) veröffentlicht, in der wir den Spessart als ein Schlüsselgebiet für das Grundgerüst eines nationalen Buchenwald-Verbundsystems identifiziert haben (Seite 55). Nicht zuletzt stammt Waldexperte Martin Kaiser aus der Region und kennt den Wald dort.

      19.3.2012 um 10:50 Uhr · Antworten

  • Matthias

    Herr Kaiser,
    welche Skandale haben Sie denn dokumentiert? Soweit ich das mitgelesen habe, hat Ihnen die Forstaufsicht Ihren Bericht um die Ohren gehauen.

    Und Frl. Jürgens: was muss man denn können, um “Waldexpertin” bei Greenpeace zu werden? Traurig in die Kamera schauen? Den Greenpeace-Kampagnen-Wortschatz beherrschen (Skandal, Profit, …)? Betroffenheit zeigen? Den Durchmesser von Bäumen messen?

    Wofür Sie sich aber alle miteinander schämen sollten ist Ihre Diskussionskultur. Wenn Sie nun wieder zurück aus dem Spessart sind, können Sie ja mal anfangen und Ihre Beschuldigungen belegen. Hier warten viele Leute immer noch auf Antworten.

    17.3.2012 um 21:36 Uhr · Antworten

  • Marina

    Die meisten Kommentare oben geben mir doch sehr zu denken, nicht nur WAS die betreffenden Personen, die dahinter stehen, sondern WIE diese es vorbringen.
    Schon allein das hat einige Aussagekraft!
    Nicht nur, dass sie überwiegend Gegner der Greenpeace-Waldaktionen sind, wie sich hier in aller Deutlichkeit zeigt, sondern fragen sie doch tatsächlich, mit welcher
    Berechtigung Aktivisten eine bestimmte Meinung vertreten dürfen (Stichwort: Forstwissenschaftlerin).
    Bitte halten Sie mal den Ball flach!
    Dann dürfte Frau Dr. Merkel als Physikerin auch nicht in die Politik gehen und das Amt der Bundeskanzlerin ausüben oder wie wäre es mit Herrn Dr. Rösler (Arzt)?
    Er ist jetzt als Bundeswirtschaftsminister tätig. Was hat denn dieses Amt mit dem ursprünglichen Beruf des besagten Ministers zu tun?
    Und die Reihe lässt sich noch beliebig weiter fortsetzen!
    Noch ein Punkt:
    Obige Blogger, zumindest einige von ihnen, vermitteln mir den Eindruck, als ob sie nach der Devise leben würden, dass etwas, was seit mehreren hundert Jahren gewissermaßen Bestandsschutz oder Gültigkeit (z.B. verbrieftes Recht) besitzt, auf Ewigkeit angelegt ist.
    Das sind aber von Menschen und nicht von einer göttlichen oder höheren Ordnung gemachte Gesetze, also von daher ist alles jederzeit änderbar, wenn plausible Gründe dies erfordern.
    Oder denken jene vielleicht neben einem solchen “Obrigkeitsdenken”:
    Es war schon immer so … Demnach muss alles so wie bisher weitergehen!
    Was für eine Denke!
    Irgendwie erinnert mich das Ganze auch an die Figur des Deutschen Michel -
    ausgestattet mit Zipfelmütze und Nachthemd, wie sozusagen aus den Zeiten des Biedermeiers,
    der quasi einen spießbürgerlichen Menschen im frühen 19. Jahrhundert verkörpert.
    Träumen Sie weiter im Schlaf des Gerechten!
    Ach so, verstehe ich Sie richtig:
    Greenpeace dürfte im Übrigen lediglich Meinungen vertreten, aber nicht aktiv werden und gewissermaßen ans Eingemachte gehen, sonst fühlten sich manche doch in der Tat erheblich auf den Schlips getreten, regelrecht gestört?!
    Aufwachen, wir sind bereits im weltoffeneren (?) 21. Jahrhundert angekommen!
    Hin und wieder lohnt es sich wirklich, weit über den Tellerrand hinauszuschau-
    en, sonst verpasst man letztendlich den Zug …
    Ade – - -

    18.3.2012 um 15:49 Uhr · Antworten

    • wenztout

      @marina
      Hallo Marina,
      was mich masslos bei der GP Spessart-Aktion enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass hier Skandale angeprangert werden, die einer guten forstlichen Praxis entsprechen und europaweit, wenn nicht sogar weltweit bei Förstern und anderen Wald-Fachleuten als vorbildliche und ökologische Waldbewirtschaftung anerkannt werden. Es gibt im deutschen und auch im bayerischen (Großprivat-)Wald viele Bewirtschaftungsarten, die tatsächlich fökologisch fragwürdig sind und die an den Pranger gestellt werden können. Hier könnte man handfeste fachliche Argumente geltend machen und auch zurecht “plausible Gründe” für GP-Aktionen anführen.
      Ich und einige weitere (Förster-)blogger fühlen uns auf den Schlips getreten, weil seitens GP (mit denen ich übrigens bis vor 2 Monaten durchaus sehr sympathisiert habe), der nicht fachlich versierten Bevölkerung Skandale vorgegaukelt werden, die es de facto nicht gibt! Das Einräumen von Fehleinschätzungen gehört auf alle Fälle nicht zu den Stärken GPs, deshalb versuchen wir hier ein Gegengewicht darzustellen. Im weltoffenen 21. Jahrhundert dürfen sich wohl auch echte Experten zu Wort melden, wenn sie der Ansicht sind der verpasste Zug fährt nach Stuttgart (21)

      18.3.2012 um 18:39 Uhr · Antworten

      • Jovanni

        @wenztout
        Sie sprechen mir aus dem Herzen!
        Es ist nicht, dass GP sich für den deutschen Wald einsetzt, sondern in welcher unlauteren Art und Weise. Das hätte ich von GP nicht gedacht und das hat mich sehr enttäuscht. GP hat einen Unterstützer verloren und ich werde meine Meinung sicher nicht für mich behalten!

        19.3.2012 um 21:44 Uhr

    • Wild

      Hallo Marina
      ( Es war schon immer so … Demnach muss alles so wie bisher weitergehen! )
      Nein muß es nicht !
      Aber diesen Satz den Sie geschrieben haben , kann man auch auf die Aktion von GP gegen die Bayerische Staatsforsten anwenden .
      Wenn Sie die Leute im Spessart für spießbürgerliche Menschen aus dem frühen 19. Jahrhundert halten , sollten Sie vieleicht einmal Urlaub im Spessart machen , dann werden Sie sehen das auch wir bereits im 21. Jahrhundert angekommen sind.
      In dem Tropenwälder für Ölpalmplantagen zerstört und Lebensmittel zu Biosprit verarbeitet werden . Eine schöne Zeit ist warscheinlich, wenn das Wetter bis dahin
      mild bleibt , die Osterzeit ,wenn die Bäume ihre Blätter austreiben und die Wildkirschen im Wald blühen . Wandern Sie gerne ? Dann ist der Eselsweg zu
      empfehlen , da lernen sie alle Facetten des Spessarts kennen . Es dürfen auch andere kommen , nicht nur Leute von GP ;-)
      Mann fragt sich halt was die ganze Aktion soll , wenn die abgeholzten Flächen wieder aufgefostet werden und diese ( wenn das Holz etwas taugen soll ) die nächsten 60-80 Jahre nicht genutzt werden können . Es werden in nächster Zeit
      in ganz Deutschland noch viel ältere Bäume fallen , wenn die Windkraft weiter ausgebaut und die Hochenergienetze aufgebaut werden , willkommen im 21.Jahrhundert ! In einem haben Sie recht , als Gegenargument fachliche Inkompetens vorzubringen hift der Diskusion auch nicht weiter .
      Mit freundlichen Grüßen

      18.3.2012 um 21:05 Uhr · Antworten

  • Waldfreund

    @ Marina

    Der Hinweis mit der Frau Dr. Merkel und dem Herrn Dr. Rösler stimmt zwar einerseits, ist aber andererseits auch nicht ganz richtig.

    Der Unterschied zwischen den GP – Aktivisten wie Ihnen und den von Ihnen genannten Politiker ist der, dass diese ein Heer von Fachleuten in den Ministerien hinter sich haben, die den Politikern die “Trittsteine im Meer der Unwissenheit” zeigen.

    18.3.2012 um 16:13 Uhr · Antworten

    • Marco

      Diesen Unterschied sehe ich so nicht. Ähnlich wie die von Marina angeführten Politiker arbeitet ja auch Frau Jürgens mit hochqualifizierten Fachleuten – sowohl bei Greenpeace angestellten wie Herrn Kaiser, als auch unabhängigen – zusammen.

      18.3.2012 um 18:10 Uhr · Antworten

      • Energiesparfuchs

        Interessieren würde mich, wo und wann Herr Kaiser Forstwirtschaft studiert oder eine vergleichbare Ausbildung gemacht hat.

        18.3.2012 um 18:59 Uhr

      • Waldfreund

        @ Marco

        Prima, dann verstehe ich allerdings noch umso weniger, dass GP – “Waldexpertin” Frau Gesche Jürgens, die ja Ihrer Einschätzung nach mit “hochqualifizierten und unabhängigen” Fachleuten zusammenarbeitet es nicht fertig bringt oder nicht gewillt ist, die insbesondere an sie gestellten Fragen aus dem GP – Blog belastbar zu beantworten.
        Ich glaube ihr Fachgebiet ist weniger der Wald als vielmehr der Umgang mit Medien und der tendenziellen Beeinflussung der wohlmeinenden Bevölkerung.

        18.3.2012 um 20:52 Uhr

      • Waldfreund

        @ Marco

        Prima – dann verstehe ich allerdings umso weniger, dass Frau Gesche Jürgens als WALDEXPERTIN trotz der von Ihnen festgestellten Zusammenarbeit von GP mit zahlreichen “hochqualifizierten und unabhängigen Fachleuten” nicht dazu in der Lage oder willens ist, auf die noch im Raum stehenden Fragen von uns Kritikern an der GP – Kampagne zu antworten.
        Mir und anderen Kritikern erscheint sie im Blog weniger als Waldexpertin denn als Profi im Bereich von Medienkampagnen und der Beeinflussung von wohlmeinenden Bürgern.

        18.3.2012 um 21:16 Uhr

  • Marco

    Google ist Dein Freund ;-)

    1985 bis 1990 an der FH Weihenstephan.

    http://de.linkedin.com/pub/martin-kaiser/11/1a0/808

    18.3.2012 um 19:42 Uhr · Antworten

    • Energiesparfuchs

      Das beruhigt mich zu seiner Person in diesem Punkt. Immerhin könnte er ja dann die aufgeworfenen Fragen sachgerecht beantworten.
      Aber Meteorologie oder Klimawissenschaft hat er nicht auf dem Plot, obwohl er ja “Klimaexperte” bei GP sein soll. Na man kann ja nicht alles im Leben studieren, stimmts ?

      18.3.2012 um 20:44 Uhr · Antworten

      • Galadriel

        Außerdem ist er noch Diplom Geoökologe, studiert von 1990 – 1995 an der Universität Bayreuth.

        18.3.2012 um 21:03 Uhr

      • Bruno Straub

        Galadriel, runde doch Deine Darstellung ab: Martin studiert von 1985 bis 1995, seit 1998(?) bei Greenpeace.
        Immerhin 3 Jahre, um als Förster praxisnah zu arbeiten.

        18.3.2012 um 22:58 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Was hat Geoökologie (was auch immer das für ein Studiengang sein soll) mit Wetter und Klima zu tun ?

        19.3.2012 um 05:57 Uhr

      • Galadriel

        Energiesparfuchs, hier kannst du dir die Stundenpläne der Uni Bayreuth des Studiengangs Geoökologie anschauen: http://www.geooek.uni-bayreuth.de/geooek/bsc/de/lehre/lehre/modul_stundenplan.php?stg=49466&semester=1
        Unter vielem anderen wird z. B. auch Meteorologie gelehrt; ich meine mal gehört zu haben, dass das irgendwie mit Wetter und Klima zu tun hat ;-) =)

        19.3.2012 um 09:13 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Gut, ich habe auch mal Vorlesungen zum Thema “Automatische Steuerungs- und Regelungstechnik” besucht. Allerdings würde ich niemals behaupten, ein Experte auf dem Gebiet der Elektronik zu sein.
        Fakt ist , dass hier niemand von GP je ein eigenes Forstrevier hatte. Ohne eigene praktische Erfahrung ist aber jedes Studium vollkommen nutzlos.

        19.3.2012 um 17:42 Uhr

      • Bruno Straub

        Galadriel, jetzt, wo wir so langsam wissen, was Gesche und Sandra schon alles für den Deutschen Wald geleistet haben, würde mich noch interessieren, ob, wo, wielange der Martin “Förster” war.
        (Klar, er ist Dipl. Forstwirt (FH))
        Vielleicht kann auch Sara aufklären?

        19.3.2012 um 23:58 Uhr

  • Waldfreund

    @ Marco

    Sorry, einmal absenden hätte auch gereicht – tut mir leid.

    18.3.2012 um 21:25 Uhr · Antworten

  • Rhett

    Mir ist es eigentlich wurscht wer was wie lange studiert und in seinem Beruf gearbeitet hat. Es läuft doch nach dem Motto : wes Brot ich eß des Lied ich sing. Das gilt für die einen wie für die anderen. Was mich allerdings ernsthaft stört ist dass greenpeace mittlerweile so armselig den Mediengesetzten folgt. Wer am lautesten schreit, die dramatischsten Bilder zeigt und dreistpopulistisch die Realität verbiegt hat die Aufmerksamkeit des gutmeinenden Mitbürgers, damit auch den Wähler und die Politik. Und wenn dabei auch noch der eine oder andere Posten rausspringt ist alles gut und wir jagen die nächste arme Sau durchs Dorf.
    Toleranzlos polemisieren statt argumentieren . Widerlich

    19.3.2012 um 09:47 Uhr · Antworten

    • Waldlauefer

      Was in der ganzen Diskussion zu kurz kommt, sind leider die Fakten. Fakt ist: in den vergangenen 25 jahren hat der Laubholzanteil in D deutlich zugenommen, zulasten von Fichte und Kiefer. Und die Fläche alter Buchen-Wälder hat sich ebenfalls deutlicgh vergrößert, weil es eben in D kaum noch wertschöpfende Möglichkeiten für die Vermarktung des Holzes gibt.
      Ich rate GP, sich intensiv mit deutscher Forstgeschichte auseinanderzusetzen. In den vergangenen 300 Jahren hatten wir zu keiner Zeit eine größere Waldfläche (ca. ein Drittel der Bundesrepublik ist heute bewaldet) und massenreichere Bestände als heute! Und das ist nicht Folge der GP-Aktivitäten, sondern ein verdienst geregelter Forstwirtschaft. Wo es diese nicht gab (Bsp. England) ist der Waldverschwunden.
      Außerdem sollte sich jeder, der z. B. Zellstofftaschentücher benutzt, Bücher liest und Holzmöbel hat überlegen, wo denn der Rohstoff dafür herkommt. Sicherlich entsteht er nicht auf Bürgerversammlungen und Parteitagen! Natürlich können wir hier 10 % des Staatswaldes aus der Nutzung nehmen. Dann müssen andere Länder für uns als Holzlieferanten einspringen. Aus meiner Sicht wäre das in höchstem Maße unetisch.

      19.3.2012 um 11:55 Uhr · Antworten

      • Sara Westerhaus

        Nicht der Buchenwald an sich ist bedroht, sondern alte Buchenwälder. Sie können zeitnah hohe Anteile an wertvollen Tot-, Biotop- und Altholzstrukturen erreichen. Diese sind ein wichtiger Schlüssel für Artenreichtum. Die Intensivierung der Buchenwald-Nutzung verhindert, dass Buchenwälder alt werden.

        Deutschland hat etwa 17 Prozent Buchenwaldanteil an der Gesamtfläche. Nur ein kleiner Teil davon ist ökologisch geeignet, in ein Buchenwälder-Verbund-Schutzkonzept mit großen ungenutzten Bereichen aufgenommen zu werden. Sind zehn Prozent der öffentlichen Wälder geschützt, kann auf den übrigen Flächen – mit einer extensiven ökologischen Waldnutzung – die Buche weiterhin genutzt werden.
        Außerdem hat Deutschland sich in den letzten Jahren im Bereich Forst- und Holz zu einem Nettoausfuhrland entwickelt. Während 2010 schätzungsweise 128,2 Mio m³ (r) Holz- und Papierprodukte aus Deutschland exportiert wurden, wurden im Gegenzug 122,9 Mio m³ (r) importiert, um unseren Bedarf zu decken.
        Unser Holzbedarf wird also gar nicht durch den Einschlag unserer heimischen Buchen gedeckt- diese werden zu großen Teilen exportiert, während wir Holz importieren, um unseren Bedarf zu decken.

        19.3.2012 um 12:02 Uhr

  • jennerwein

    @westerhaus sarah: Ich würde mich über die Quellen ihrer Import Export These freuen… Geben sie mir und den anderen Blog Nutzern die Möglichkeit die Zahlen einzusehen… Ich misstraue ihrer Zahleninterpretation und Zahlendarstellungen, seit der Waldfreund uns vor einigen Wochen die fehlerhafte interpretation von statistiken seitens GP bewiesen hat. (Auch hier ging es um In-und Export Fakten)

    19.3.2012 um 12:54 Uhr · Antworten

  • Sara Westerhaus

    Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt https://www.destatis.de/DE/Startseite.html.

    19.3.2012 um 13:05 Uhr · Antworten

    • waldfreund

      @ Sara Westehaus

      Zu Ihren ZAHLENSPIELEREIEN hinsichtlich der in Deutschland geernteten Holzmengen füge ich einmal die Zahlen Ihrer eigenen Zahlenquelle des Stat. Bundesamtes als Link bei:

      https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaft/Forstwirtschaft/Tamalbellen/HolzeinschlagDeutschland.html?nn=50900#Start

      Daraus geht hervor, dass in Deutschland im Jahr 2010 ca. 54 Mio m³ Rohholz geerntet wurden. Weil aus dem deutschen Wald kein Altpapier und kein Altholz geerntet wird, haben diese aus diesen Marktsegmenten anfallenden Mengen aber auch rein garnichts in einer Diskussion darüber zu suchen, ob unser Wald übernutzt wird oder nicht.
      Sie schieben sich die Zahlen solange zurecht, dass es einem in der Materie halbwegs vertrauten langsam schwindelig wird.

      Zum wiederholten mal – auch wenn Sie hier eine tolle Zahlenakrobatik vorführen:

      Deutschland ist in der Rohholz – Export/Importbilanz KEIN EXPORT sondern ein IMPORTLAND!!!!!!!!!!!!!!!
      Näheres finden Sie hierzu entweder in meinen älteren Blogbeiträgen oder beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Holzmarktbericht 2010.

      Der Glaubwürdigkeit von GP würde eine Anerkennung dieser Tatsache sicherlich nicht schaden.

      20.3.2012 um 22:38 Uhr · Antworten

  • Erna

    @Sara Westerhaus
    Es wäre schön wenn sich auch GP an die Fakten hält.
    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2011/05/PD11_202_51.html;jsessionid=95721125CFE97E051DE525A6126ED349.cae1

    Pressemitteilung Nr. 202 vom 27.05.2011
    : Tschechische Republik Deutschlands größter Lieferant von Rohholz in 2010
    WIESBADEN – Im Jahr 2010 hat Deutschland deutlich mehr Rohholz importiert als exportiert. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Weltmesse für Forst- und Holzwirtschaft LIGNA Hannover 2011 (30. Mai bis 3. Juni 2011) mit. Exporten von 3,3 Millionen Kubikmeter Rohholz im Wert von 265 Millionen Euro standen Einfuhren von 6,8 Millionen Kubikmeter Rohholz im Wert von 424 Millionen Euro gegenüber. Rund ein Fünftel der gesamten Rohholzeinfuhren, und zwar 1,3 Millionen Kubikmeter im Wert von 87 Millionen Euro, kam aus der Tschechischen Republik.

    Weitere wichtige Lieferländer waren Polen und Frankreich. Aus Polen wurden 1,2 Millionen Kubikmeter (55 Millionen Euro) Rohholz und aus Frankreich 1,1 Millionen Kubikmeter (49 Millionen Euro) Rohholz importiert.

    Bei den Rohholzausfuhren stand Österreich an der Spitze der Bezieherländer: rund 44% (1,5 Millionen Kubikmeter) des ausgeführten Holzes gingen an den südlichen Nachbarn.

    Der Holzeinschlag in Deutschland betrug im Jahr 2010 rund 54,4 Millionen Kubikmeter.
    Das war zwar deutlich mehr als im Jahr 2009 (48,1 Millionen Kubikmeter), jedoch weniger als im sechsjährigen Mittel von 2004 bis 2009 (durchschnittlich 59 Millionen Kubikmeter).
    Mit 42,4 Millionen Kubikmetern machte Nadelholz 78% des Gesamteinschlages im Jahr 2010 aus, auf Laubholz entfielen 22% (11,9 Millionen Kubikmeter).

    19.3.2012 um 13:12 Uhr · Antworten

    • Sara Westerhaus

      Wir beziehen uns auf die Quelle, die auch coenek angibt: http://literatur.vti.bund.de/digbib_extern/bitv/dn049040.pdf

      Sandra Hieke erklärt dazu:
      “Die Gesamtholzbilanz (Holz und Produkte auf Basis Holz) im Bereich Forst- und Holz wird in der Regel differenziert und nach Warengrupen betrachtet.  Deutschland ist im Bereich Forst- und Holz ein Nettoausfuhrland: Während 2010 schätzungsweise 128,2 Mio m³ (r) Holz- und Papierprodukte aus Deutschland exportiert wurden, wurden im Gegenzug 122,9 Mio m³  (r) importiert, um unseren Bedarf zu decken.

      Unser gesamter Holzbedarf wird also sowieso nicht durch den Einschlag  unserer heimischen Buchen gedeckt- diese werden teilweise exportiert (2011, 776506 fm Rohholz+ 390633 m³ Schnittholz, www. holzmarktinfo.de), während wir wiederum Holz- bzw. Holzwaren importieren, um unseren Bedarf zu decken.
      Deutschland hat etwa 17 Prozent Buchenwaldanteil an der Gesamtfläche. Nur ein kleiner Teil davon ist ökologisch geeignet, in ein Buchenwälder-Verbund-Schutzkonzept mit großen ungenutzten Bereichen aufgenommen zu werden. Sind zehn Prozent der öffentlichen Wälder geschützt, kann auf den übrigen Flächen  – mit einer extensiven ökologischen Waldnutzung – die Buche weiterhin genutzt werden.”

      19.3.2012 um 14:37 Uhr · Antworten

  • coennek

    Hallo,
    kann man denn Holz- und Papierprodukte und Rohholz ueberhaupt vergleichen?
    Frau Westerhaus gibt Daten an, die ich auch gefunden habe. Nämlich hier: http://literatur.vti.bund.de/digbib_extern/bitv/dn049040.pdf (Seite 14)
    Allerdings findet man für den Import und Export von Rohholz (!) in dem Bericht auch ähnliche Werte, und zwar auf Seite 15.
    Auf Seite 18 wird auch noch einmal Bilanz gezogen und und zu dem (logischerweise) selben Ergebnis wie Frau Westerhaus gekommen.
    Cheers

    19.3.2012 um 14:19 Uhr · Antworten

    • stefan

      laut den in dem bericht vorliegenden daten ist deutschland seit 2004 nettoausfuhrland (vgl. z.b s.16f), wobei vorher (seit 1950) immer mehr holz und produkte auf basis von holz im- als exportiert wurden.
      bedenkenswert finde ich auch, dass v.a. die menge an produkten aus papier und pappe in den letzten jahren stark zugenommen hat (vgl. z.b grafik s.19). da liegt die verantwortung wieder ein großes stück weit bei jedem einzelnen, möglichst auf recycling-material zurückzugreifen. außerdem meine ich, dass gerade diese produktpalette wesentlich effektiver und schonender durch verwendung von hanf abgedeckt werden könnte. kann greenpeace nicht auch mal eine kampagne in dieser richtung unternehmen?

      19.3.2012 um 15:18 Uhr · Antworten

      • Energiesparfuchs

        Zum THC-armen Hanf hatte ich schon in früheren Blogs hier viel geschrieben (einschließlich Literaturtips). Die Reaktion von GP = 0.
        Diese Pflanze kann wertvolle Beiträge zum Schutz der Umwelt leisten, wird aber völlig ignoriert. Statt dessen gibt es Öko-Shirts aus Baumwolle bei GP, obwohl die doch beim Anbau viel mehr Wasser braucht als Hanf.

        20.3.2012 um 06:08 Uhr

  • Rhett

    Wo ist denn nun überhaupt das Problem daran dass Holz- und Holzprodukte exportiert werden? Gewachsen in zertifizierten Wälden, kontrolliert nachhaltig. Sollen sich die Chinesen lieber Tropenhölzer aus Regenwaldraubbau holen oder wie darf ich das verstehen. Gerade unter diesem Aspekt muss doch klar sein dass wir es uns nicht leisten können noch mehr Wald unter die Käseglocke zu stülpen.

    19.3.2012 um 15:10 Uhr · Antworten

    • stefan

      es zeigt z.b., dass es keinen ökonomischen einbruch geben wird, wenn wir bestimmte flächen in deutschland (temporär) aus der nutzung nehmen, wie sara schon beschrieben hat.
      desweiteren sollten wir uns klarmachen, dass der rechn. verbrauch in d’land in den 90ern bei etwa 90 mio m³(r) lag, im letzten jahrzehnt bei 100 mio m³(r). es gibt also ne menge einsparpotential, oder müssen wir tatsächlich innerhalb weniger jahre ein gutes zehntel mehr holz verbrauchen?

      19.3.2012 um 15:47 Uhr · Antworten

      • stefan

        die werte gelten pro jahr und sind durchschnittswerte.

        19.3.2012 um 15:48 Uhr

      • Franziska

        Ob wir es uns ökonomisch leisten können Wälder aus der Nutzung zu nehmen sollte jeder Waldbesitzer individuell entscheiden können aber ob wir auf diesen nachwachsenden Rohstoff verzichten können ist die Frage. Die Produktion langlebiger Produkte aus Holz ist nachweislich praktizierter Klimaschutz, auch wenn diese in China hergestellt werden. Den Ersatz von Tropenholz habe ich oben schon erwähnt. Und die forstliche Nachhaltigkeit wird ja selbst vonFrau Hieke nicht in Frage gestellt. Ob es dagegen nachhaltig alte Buchenwälder geben wird hängt vor allem daran ob es genügend junge und mittelalte Buchen gibt. Und da ist der Trend bundesweit hervorragend da seit 30 Jahren die Nadelholzbestände in Laubholzbestände umgewandelt wurden und werden. Hier wäre ja die von Frau Hieke so großväterlich angemahnte Geduld auch für GP ganz kleidsam. Interessant in diesem Zusammenhang ist was GP eigentlich an Eiche so missfällt wenn Sie deren Nachsaat so hart kritisieren?! Die Artenvielfalt in der Eiche ist sogar in der Jugend schon höher als in alten Buchenbeständen, später erst recht.

        19.3.2012 um 16:39 Uhr

      • stefan

        “… Wälder aus der Nutzung zu nehmen sollte jeder Waldbesitzer individuell entscheiden können …” – es geht nach wie vor um wälder in öffentlicher hand, nicht um private.

        19.3.2012 um 16:54 Uhr

      • Franziska

        Stefan der öffentliche Wald ist in der Hand des Steuerzahlers – der darf sehr wohl mit dem Gang zur Wahlurne entscheiden ob sein Wald Spielplatz für Urwaldträumer oder ein naturnah und nachhaltig BEWIRTSCHAFTETER Wald sein soll. Übrigens ist es aus Steuerzahlers Sicht auch kein Verbrechen das eine öffentliche Verwaltung schwarze Zahlen schreibt. Die Gewinne stecken sich nämlich nicht die Förster in den grünen Loden sondern der fliesst ins Steuersäckel!

        19.3.2012 um 18:20 Uhr

      • stefan

        dass die kommunen ihre roten zahlen durch vermehrten holzeinschlag ausgleichen, wie es momentan vielerorts zu beobachten ist, kann doch nicht die lösung sein, oder?

        19.3.2012 um 18:26 Uhr

      • Bruno Straub

        stefan, es kommt doch immer auf das Wieviel und Wofür an! Ich übe mal: Ein Holzeinschlag, mit Augenmaß(!), für den Bau einer Kita oder gar die Befeuerung der dorfeigenen Holzhackschnitzel- Ökostromfabrik, ist doch sicher erlaubt- Oder?

        19.3.2012 um 22:53 Uhr

    • Erna

      Das Problem ist doch, dass GP mal wieder versucht die leute für DUMM ZU VERKAUFEN. Da wird sugeriert, dass D ein Nettoexporteur von Rohholz ist und vor allem Buchen nach China verschwerbelt (wo man doch woanders viel mehr bekommen könnte).

      Tatsache ist, dass wir für deutlich (!) Rohholz Nettoimporteur sind, DAMIT unsere Industrie letztlich MEHR PRODUKTE AUS HOLZ HERSTELLEN kann und somit für Produkte Nettoexporteur sind. Aber diese einfache Logik ist für Einige wieder mal zuviel verlangt.

      19.3.2012 um 15:52 Uhr · Antworten

      • Sara Westerhaus

        Zum einen ist in Deutschland der Export in den letzten Jahren deutlich gestiegen und zum anderen zählt ja nicht nur die Bilanz Import / Export, sondern eine nachhaltige Nutzung der Wälder. Wir haben nicht nur eine nationale, sondern auch eine international Verantwortung, die alten Wälder zu erhalten.

        19.3.2012 um 16:23 Uhr

      • trivial

        Diese Argumentations ist schon genial.
        Zuerst wird mit breiter Brust auf die Import/Export Bilanz und auf das angebliche verscherbeln von deutschem Buchenholz nach China (das die Chinese aber ihre Umwelt für die Windkrafträder und PV-Anlagen ruinieren ist aber dann in Ordnung?) verwiesen und dann als dieser Unsinn nicht mehr haltbar ist kommt man mit einer neuen Floskel.
        Tatsache ist das der Waldanteil in DE zunimmt.
        Tatsache ist das der Laubholzanteil zunimmt.
        Tatsache ist das die Zahl der Bannwälder und sonstigen Schutzgebieten zunimmt. Tatsache ist das die Zahl der Habitatsbäume in den Wäldern zunimmt.
        Tatsache ist das der verbleibende Todholzanteil in den Wäldern in den letzten 70 – 100 Jahren zugenommen hat und zunimmt.
        etc. pp

        Doch diese Tatsachen werden von Greenpeace geleugnet
        Wäre es nicht einfach mal an der Zeit die Staatssubventionen (nach Greenpeace eigener Definition sind Steuervergünstigungen ja auch Subventionen siehe Atomkostengutachten) die Greenpeace erhalten hat zu verwenden um die wertvollen Buchenwälder zu kaufen und zu schützen?

        P.s. Es wäre ja nicht das erste mal das Greenpeace gelogen hat (siehe Brent Spar)

        19.3.2012 um 17:10 Uhr

      • Galadriel

        Die Brent Spar Kampagne begann im April 1995 und erst am 16.Juni 1995 (4 Tage vor Ende der Kampagne)gab Greenpeace Großbritannien aufgrund einer falschen Hochrechnung eine falsche Menge an. Das hatte also gar keinen Einfluss auf die Proteste. GP Großbritannien hat sich im übrigen dann im September 1995 bei Shell für den Fehler entschuldigt. Wer sich dafür interessiert, kann hier alles über die Brent Spar nachlesen:
        http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/oel/Brent_Spar_und_die_Folgen.pdf

        19.3.2012 um 17:56 Uhr

      • saruman

        @trivial: “lügen” und “fehler machen” kann man eigentlich ganz gut auseinander halten, wenn man will.

        19.3.2012 um 19:43 Uhr

    • Franziska

      Stefan- soviel Schulden wie Bund, Länder und Kommunen machen kann man durch höheren Einschlag niemals nicht nicht gut machen. Das will auch niemand- der bleibt innerhalb der Nachhaltigkeit. Es geht (neben vielen anderen Dingen die so ein Wald für den Menschen erfüllen muss) darum mit dem Wald nicht auch noch ohne Not ZUSÄTZLICH Schulden zu machen. Warum soll man also die derzeitige gute Preissituation nicht nutzen?

      19.3.2012 um 21:34 Uhr · Antworten

  • Franziska

    achmist jetzt habe ich unter dem Namen meiner Frau geantwortet- Sorry; ändert aber nix an der Aussage.Rhett

    19.3.2012 um 16:43 Uhr · Antworten

  • Jovanni

    @Galadriel,
    dann bin ich ja gespannt, wann sich GP für die falschen Vorwürfe im Spessart entschuldigt! Denn GP weiß ja allerspätestens seit der Stellungnahme der Behörden, dass in keinem Fall ein Rechtsverstoß stattgefunden hat. Aber ich fürchte, das wird nicht passieren, weil die Kampagne ja weiterlaufen soll …

    19.3.2012 um 22:04 Uhr · Antworten

    • Sara Westerhaus

      Martin Kaiser sagt dazu: “Wir haben bei Veröffentlichung unseres Zwischenberichts gesagt, dass, sollten sich die Einzelfälle bei der weiteren Kartierung zu einem Gesamtbild zusammenfügen, wir eine rechtliche Überprüfung erwägen werden. Es macht keinen Sinn, mitten in der Kartierungsarbeit rechtliche Schritte einzuleiten. Bis heute haben wir vom AELF den Prüfbericht und die Namen und Funktionen der an der Prüfung Beteiligten trotz schriftlicher Nachfrage nicht bekommen.
      An unseren rechtlichen Vorwürfen können wir trotz des Berichts des AELF leider nichts zurücknehmen. Der Irrtum bei der Baumartenzusammensetzung in einer Kahlschlagfläche ist auch der Tatsache geschuldet, dass uns der Vorstand der BaySF bis heute keine Daten über die Einzelbestände zur Verfügung gestellt hat und weiter verheimlicht. Allerdings hätten die die Holzstöcke der Mischbaumarten erkennen können. Das ist richtig, ändert aber nichts an der Tatsache eines Kahlschlags von 25.000 Quadratmetern! Kahlschläge sollten in öffentlichen Wäldern verboten werden!”

      20.3.2012 um 13:53 Uhr · Antworten

      • wenztout

        @martin.kaiser
        Sehr geehrter Herr Kaiser,
        um zu erkennen ob es sich bei einer Stubbe um genutztes Nadelholz oder um Laubholz handelt, braucht man weder Daten zu Einzelbeständen noch ein abgeschlossenes Forststudium. Diesen Unterschied konnten mir Schulkinder in der vierten Klasse bei Waldführungen bereits erklären. Dieser “Irrtum” zeigt doch eindeutig wie seriös und mit welchen Experten die Spessart-Kampagne seitens GP durchgeführt wurde. Ich konnte mir das Schmunzeln nicht verkneifen, dass die genutzten Kiefern, Fichten und Lärchen als “Mischbaumarten” bezeichnet werden. Entpricht es nicht eher der Wahrheit, dass die Mehrzahl der Baumstöcke tatsächlich Nadelhölzer waren und daher als Bestandsprägend zu bezeichnen sind?

        Ich kann mich eigentlich einzig der Forderung anschließen, dass echte Kahlschläge in Wäldern verboten gehören!

        20.3.2012 um 23:07 Uhr

      • Ignatz

        Ich bin kein Forstökonomie-Lobbyist, sondern durchaus an Naturschutz im Wald interessiert. 25.000 m² sind 2,5 ha! Hört sich gleich nicht so dramatisch an. Dass Kahlschläge auch offene Flächen für lichtliebende Waldarten bedeuten und im Gesamtkontext des Waldes wichtig sind, sollte man auch nicht übersehen. Auch in der Natur gibt es nach Katastrophen Freiflächen. Ich finde kleinere Kahlschläge im Wald – in Maßen und nicht auf naturschutzfachlich bedeutenden Flächen – SCHÖN und naturschutzfachlich WICHTIG!

        26.4.2012 um 16:14 Uhr

  • jennerwein

    @Sara Westerhaus:
    Wenn Frau Jürgens meinen, dass das ein Kahlschlag ist, sollen sie sich morgen bitte auf der Podiumsdiskussion dazu äußern. Ich sehe keinen Sinn mehr darin, mir hier andauern den Mund fusselig zu reden.
    Wie unheimlich Groß sich doch 25000 Quadratmeter doch anhören. Stattdessen hätte man auch schreiben können 2,5 ha oder 2,5 Fußballfelder… Macht man nicht, ist nicht öffentlichkeitswirksam. Zieht nicht. Langweilig. Fakt ist trotzdem, nach wie vor sind auf den 2,5 ha Überhälter vorhanden. Für Verjüngung ist gesorgt. (Rillensaat( Was wollen sie eigentlich? Es ist und bleibt kein Kahlschlag…
    Ich war so frei ein wenig zhu recherchieren. Offenbar scheinen sich über den Kahlschlag nichtmal die FSC-Angestellten einig zu sein ^^
    http://www.youtube.com/watch?v=RN36s_C1nS8
    http://fsc.eurobinia.de/download/FSC_Schweden_LoRes_Screen.pdf
    http://www.pro-regenwald.de/news/2011/11/10/Kahlschlag_in_Karelien
    http://www.fragen-an-den-fsc.de/?page_id=97

    Nicht alles was glänzt ist Gold…
    Und jetzt kommen hier sicherlich wieder einige die sagen,ja aber… Und ich halte dagegen.
    1. Die Fläche ist kein Kahlschlag.
    2. Wenn Frau Jürgens das glaubt, soll sie neutrale Wissenschaftliche Beweise für ihre Kahlschlagstheorie nennen. (FH- Uni)
    3.FSC ist nicht neutral… (Wer zweifelt befragt google zur Gründungsgeschichte von FSC)
    Wenn Frau Jürgens meint mit dem Greenpeace-Vorzeigesiegel FSC argumentieren zu müssen, sollte sie das mit einer weißen Weste machen. Und wie wir sehen, zeigen sich auf der FSC-Weste große Flecken…
    Das schöne ist ja. Alle Waldsiegel finanzieren sich über die Abgaben der Waldbesitzer… Würde FSC gegen die Großwaldnutzer in den tatsächlichen Urwäldern Kareliens vorgehen, würden die FSC-Community arbeitslos werden.
    Wess Brot ich ess des Lied ich sing.

    20.3.2012 um 18:11 Uhr · Antworten

  • Waldlaeufer

    Leider will in Deutschland kaum noch jemand Produkte aus dicken und alten Buchen herstellen: Sperrholz, Eisenbahnschwellen und Möbel waren früher oft aus Buche. Das hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch geändert.
    Im Rahmen einer Tagung “Perspektiven der stofflichen Nutzung der Buche” im vergangenen November in Göttingen präsentierte Prof. Dr. Dieter vom VtI Hamburg Zahlen zur Nutzung der Buchenbestände in Deutschland. Der Vortrag kann unter http://www.kompetenznetz-holz.de/aktuelles/1_Verwendung_Buchenholz_D.pdf nachgelesen werden.
    Demnach wird das in Buchenwäldern NACHHALTIG NUTZBARE POTENZIAL (also die Holzmenge, die entnehmbar ist, ohne die Subsatnz des waldes zu verringern) in den Staatswäldern nur zu 60 % genutzt, im Privatwald gar nur zu 20 %. Auch die Preise für Buchenstammholz stagnieren seit Jahren bzw. fallen. Das ist, in Kombination mit in D kaum noch gegebenen Verarbeitungskapazitäten für dicke alte Buchen, der Grund dafür, warum die jetzt schon alten (mehr als 120 Jahre) alten Buchenwälder immer älter werden und an Fläche gewinnen. Die Daten der BWI 2 und der Zwuischeninventur belegn dies. In Thüringen z. B. ist die Hälfte der Buchenaldfläche älter als 120 Jahre, Tendenz weiter steigend. Vor dem Hintergrund dieser Fakten von der drohenden Zerstörung alter Buchenwälder zu sprechen, entbehrt einfach den Tatsachen.
    Bitte bedenken Sie bei Ihren Aktionen auch die langfristigen Folgen. Der (sicher gut gemeinte) Tropenholzboykott der 1990er Jahre führte schließlich zu einer schnelleren Zerstörung der regenwälder. Warum? Das Holz war plötzlich nichts mehr Wert, also suchte man nach einer gewinnbringenden Art der Flächennutzung und fand sie in der Landwirtschaft.Hätte man selektive Waldnutzung zugelassen, sähe die Sache heute sicher anders aus.
    Beachten Sie bitte auch die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales! Nur der Dreiklang macht Sinn, weshalb es nicht nur legitim sondern dringend nötig ist für den Waldbesitz, mit dem Verkauf von Holz Geld zu verdienen.
    Wenn Sie sich so vehement gegen den verkauf von Buchenroh- und Schnittholz nach China einsetzen, wohlgemerkt in einer globalen Welt, dann sollten sich die Chinesen auch vehement gegen den Verkauf der in ihrem Lande erzeugten elektronischen Artikel nach Europa einsetzen. Mal sehen, was dann passiert….

    22.3.2012 um 11:45 Uhr · Antworten

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