Podiumsdiskussion: “Transparenz im öffentlichen Wald – wie schützen und nutzen wir unsere alten Buchenwälder?

22. März 2012 · von Sara Westerhaus
Martin Kaiser (c) Andreas Varnhorn/Greenpeace

Martin Kaiser (c) Andreas Varnhorn/Greenpeace

Was wäre der Spessart ohne seine alten Wälder? Und wer bestimmt eigentlich über die Zukunft der Wälder im Spessart? Über diese Fragen diskutierten gestern Abend in Aschaffenburg Greenpeace-Experten, Vertreter der BaySF und unabhängige Experten. Auf dem Podium saßen:

Passend zum Internationalen Tag des Waldes erlebte die Podiumsdiskussion großen Ansturm seitens der Bevölkerung. Alle 350 Plätze im Saal waren besetzt und als zu Beginn der Veranstaltung um 19 Uhr noch mehrere Dutzend Nachzügler eintrafen, konnten wir diese leider aus Platzmangel nicht mehr einlassen.

Greenpeace wirft den BaySF fehlendes ökologisches Grundverständnis vor

Zunächst bekamen alle Podiumsteilnehmer die Gelegenheit zu einem kurzen Statement. Martin Kaiser begann und erklärte, 20 Jahre nach der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung stünden wir an einer Wegscheide für die öffentlichen Wälder. Doch der Druck durch die Holzindustrie wachse und dadurch sei das Maß für einen nachhaltigen Umgang mit den Wäldern verloren gegangen. Die BaySF hätten ihren Holzeinschlag massiv erhöht. Über 40 Prozent mehr Einschlag gäbe es nun in den bayerischen Buchenwäldern. Es fehle ein ökologisches Grundverständnis: Rückegassen würden vermehrt angelegt, Biotopbäume gefällt und Douglasien in Klasse 1 Wäldern eingepflanzt, wo sie nichts zu suchen hätten.

Martin Kaiser stellte abschließend die Frage an den Vorstandsvorsitzenden der BaySF, Herrn Freidhager, ob er einerseits bereit sei, die Reviere zu verkleinern, um so den ökonomischen Druck zu verringern und ob er andererseits vorhabe, die Bürger künftig an den Konzepten zum Schutz von 10 Prozent des öffentlichen Waldes und ökologischer Nutzung der restlichen 90 Prozent  zu beteiligen.

Die BaySF weisen die Vorwürfe zurück und zeigen sich “verwundert” über die Kampagne

Rudolf Freidhager trat anschließend an das Rednerpult. Er warf Greenpeace Stimmungsmache vor. Es gehe Greenpeace nicht um Fakten, man wolle nur eine Kampagne vorantreiben. Den von ihm als „7 Todsünden der BaySF“ titulierte Greenpeace-Report über die Zerstörung alter Buchenwälder sei vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt widerlegt worden (was nach Ansicht von Greenpeace keinesfalls ein Gegenbeweis ist, sondern lediglich zeigt, dass das Kontrollsystem Brunners nicht funktioniert). Somit sei bewiesen, dass die BaySF „verantwortungsvoll Forstwirtschaft betreiben“. Man müsse sich angesichts der Buchenwälder-Kampagne die Frage stellen, ob man mit Greenpeace nicht „einem falschen Propheten folge“.

Leider ging Freidhager in seiner Rede nicht auf ein einziges Argument ein, dass Martin Kaiser geliefert hatte. Auch auf die gestellten Fragen erhielt das Publikum zunächst keine Antwort vom Vorstandsvorsitzenden.

Es fehlt vor allem an Transparenz und Beteiligung der Bürger

Von links nach rechts: Dr. Georg Winkel, Martin Kaiser, Dr. Lutz Fähser, Rudolf Freidhager, Prof. Dr. Dr. Reinhard Mosandl (c) Andreas Varnhorn/Greenpeace

Von links nach rechts: Dr. Georg Winkel, Martin Kaiser, Dr. Lutz Fähser, Rudolf Freidhager, Prof. Dr. Dr. Reinhard Mosandl (c) Andreas Varnhorn/Greenpeace

Der vielen Anwesenden bereits von der Infoveranstaltung in Lohr bekannte Dr. Lutz Fähser verwies darauf, die Förster würden gegen statt mit der Natur arbeiten. Ein Konzept naturnaher Waldnutzung, wie es in Lübeck bereits existiert, ist Fähser’s Reformidee auch für den bayerischen Wald. Dies habe mehrere Vorteile: eine bessere Ökonomie durch geringere Kosten, eine bessere Ökologie und eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Zudem profitiere auch die Wissenschaft von der Möglichkeit, die ungenutzten Flächen untersuchen und so neue Erkenntnisse gewinnen zu können.

Der vierte Redner, Professor Dr. Dr. Mosandl, Forstwissenschaftler von der TU München, befasste sich mit der Frage, wie eine multifunktionale Waldwirtschaft auszusehen habe. Seiner Ansicht nach ist das Konzept der BaySF ein „modernes Naturschutzkonzept, da es nicht auf einem Käseglockenprinzip beruhe, sondern Schutz auf ganzer Fläche betreibe“.

Der letzte Redner, Dr. Georg Winkel, beschäftigte sich mit der Waldpolitik. Dazu stellte er drei Fragen: Was wollen die Bürger vom Wald? Wird das umgesetzt? Und wie könnte diese Umsetzung verbessert werden? Sein Fazit: es gibt unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen bei der Frage, wie der öffentliche Wald genutzt werden soll. Um die Gemeinwohlorientierung des Waldes bestmöglich zu erfüllen, sei es vor allem notwendig, Transparenz zu schaffen und die Daten öffentlich zur Verfügung zu stellen. Bürgerbeteiligung sei der Schlüssel zu einer Waldpolitik, die auf Akzeptanz beruht und alle sozialen Fragen berücksichtigt.

Laut Freidhager keine gute Idee: Bürger zu beteiligen, sei nicht zu handhaben. Wenn jeder Bürger über jeden Baum entscheiden soll, käme man nie zu einem Ergebnis. Konzepte der Waldnutzung auf lokaler und regionaler Ebene zu diskutieren, ist jedoch ein modernes Verständnis von Demokratie, wie es etwa in Brasilien bereits umgesetzt wird. Auch in West-Kanada wurde beim Schutz des Great Bear Rain Forest großen Wert auf zivilgesellschaftliche Partizipation gelegt.

Vor allem die Frage von Martin Kaiser an Rudolf Freidhager, ob er bereit sei, die von Greenpeace angeforderten Daten herauszurücken, wurde heftig diskutiert. Herr Freidhager betonte mehrmals, die BaySF würden diejenigen Daten öffentlich machen, zu denen sie laut bayerischen Umweltinformationsgesetz verpflichtet seien.

Ist das echte Transparenz? Oder nur ein widerwilliges Zugeständnis?

Martin Kaiser sagt dazu: „Solange es keine Antworten zum desaströsen Umgang mit alten Buchenwäldern gibt, werden wir Antworten einfordern. Klar ist: Herr Freidhager ist kein Mann des Bürgerwaldes, sondern der Holzindustrie.“

Die Diskussion drehte sich insbesondere um Fragen nach der Zusammensetzung des Waldes: Sollen Teile unberührt bleiben? Dürfen Douglasien eingepflanzt werden? Gehört die Eiche in einen Buchenwald? Auf diese Fragen wurden noch keine Antworten gefunden.

Klar ist aber auch: ohne öffentlich zugängliche Daten kann keine Diskussion entstehen. Dr. Georg Winkler bestätigt dies: „Die Daten, die im Statistikband der BaySF nachzulesen sind, sind viel zu hoch aggregiert und ermöglichen keine Aussagen über den Zustand der Baumbestände im Spessart.“ Bisher zeigen die BaySF keinen Reformwillen und wenig Anzeichen dafür, künftig öffentlich über den Waldzustand Auskunft zu geben oder die Bevölkerung einzubinden.

Und nun?

Einig sind sich alle Beteiligten und auch die Anwesenden darin, dass der Wald von unschätzbarem Wert ist und somit auch des Schutzes bedarf. In welcher Form dies geschehen soll, muss transparent und demokratisch diskutiert werden. Lutz Fähser merkte an, in Lübeck habe man acht Jahre lang diskutiert, bis eine Lösung gefunden wurde. Hoffen wir darauf, dass es in Bayern schneller vonstatten geht, denn wir haben nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Verantwortung für unsere Wälder – und diese Verantwortung kann nicht warten.

Kommentare

  • kleinerhobit

    Eine geeignete Form der Bürgerbeteilung über den Umgang mit öffentlichen Wäldern wäre sinnvoll. Vieleicht in ähnlicher Weise wie bei Strassenbauprojekten oder ähnlichen Dingen, wo es ja seit langem Regeln dafür gibt, wie Bürger an solchen Projekten und den entsprechenden Planungsverfahren zu beteiligen sind.

    22.3.2012 um 16:23 Uhr · Antworten

  • Energiesparfuchs

    Von der Jagdlobby in D, der Hegeförsterei in vielen Revieren und den zu hohen Wildbeständen ist nach wie vor keine Rede. Wie soll sich da Wald aus eigener Kraft natürlich verjüngen ?
    Werdet doch mal konkret, was ihr zur Lösung der Probleme vorschlagen wollt. Die 140jährigen Buchen sind doch nur ein klizekleines Mosaiksteinchen beim Thema Wald.

    22.3.2012 um 18:41 Uhr · Antworten

  • Marina Münch

    wenn Du im Regionalzug von Aschaffenburg nach Hanau fährst (Richtung Frankfurt/Main), kommen zuerst die Haltestellen nach Aschaffenburg – Kleinostheim – Dettingen – Kahl – Hanau. Kurz vor Dettingen, Fahrtrichtung Hanau, liegt auf der linken Seite eine enorme große Halde mit zehntausenden von gefällten Baumstämmen.
    Deren Bestand mal abnimmt und dann wieder zunimmt.
    Ich weiß aus Erzählungen eines Sägewerks-Besitzers im Raum Spessart, daß China ein großer Abnehmer unserer deutschen Bäume ist und ich weiß auch, daß die USA große Mengen an deutschem Holz aufkauft!
    Unser deutscher Wald, der eigentlich Volkes Gut ist, wird an die USA und China verscherbelt und von Nachhaltigkeit kann keine Rede sein! Seit der Forstreform ist mir deutlichst aufgefallen, daß plötzlich eine sehr viel und deutlich größere Menge an Baumstämmen bei den diversen Sägewerken liegen, als vor der Forstreform. Auch in Deutschland bedienen sich die “Waldbauern” nicht nachhaltig an unseren Wäldern, genauso wie die meisten Bauern, die ihre Felder bewirtschaften, auch nur auf Profit aus sind und nicht auf Nachhaltigkeit! Siehe die fürchterliche Verpestizierung und Monokulturen unserer Ackerlandschaften!

    22.3.2012 um 18:42 Uhr · Antworten

    • Ruschen Cetinköprülü

      @Münch
      Liebe Frau Münch,
      wieso glauben Sie denn, dass nicht nachhaltig gewirtschaftet wird? Das Sägewerk, das Sie an der Bahnstrecke sehen, gab es im Übrigen vor der Forstreform noch gar nicht, also können Sie eigentlich auch gar nicht beurteilen, ob dort vor der Forstreform weniger Stämme lagen. Ich mache bald eine Waldführung für meine Nachbarn und Bekannten im Spessart, um ihnen die Waldwirtschaft dort zu erkären. Sie können sich gerne anschließen.
      MfG Ruschen

      22.3.2012 um 19:20 Uhr · Antworten

      • Jessy

        Ich finde es eine Unverschämtheit, wie manche Leute hier auf die Kommentare von Bürgern reagieren. Frau Münch hat lediglich ihren Eindruck geschildert. Wenn ich durch meinen heimischen Wald gehe, kann ich auch al Laie erkennen, was da vor sich geht. Und bevor ich mir hier weitere Unterstellungen anhören muss: ich verwende ausschließlich recycling Papier incl. Toilettenpapier, meine Kleidung besteht aus fair gehandelter Kleidung aus kbA und ich heize meinen Kamin mit Holz aus dem eigenen Garten und von Grünschnitten. Den Rest beziehe ich aus deutschen FSC Betrieben. Klar gibt es auch beim FSC schwarze Schafe, aber auf FSC Deutschland vertraue ich dann doch. Und was eure ständigen Kommntage in Sachen Kanada und Amazonas etc. anbelangt: wir sollten aus deren fehlern lernen. Außerdem darf man auch nicht vergessen, die Landfläche und Waldfläche in Bezug zu setzten.

        23.3.2012 um 11:50 Uhr

    • waldmensch

      Liebe Frau Münch, erst mal herzliche Gratulation zu Ihren Fähigkeiten, bei mehr als 80km/h, auf einer Strecke von 500m, tausende von Baumstämmen zu zählen! Damit können Sie bestimmt bei einer dieser Fernsehshows auftreten. Ist echt klasse. Was ich damit sagen will ist, dass das ein sehr subjektiver Eindruck ist und Sie, wenn Sie ehrlich sind, nicht wirklich einen Hauch von einer Ahnung haben, wie viel Holz dort in welchem Zeitraum verarbeitet wird. Also sollten Sie sich nicht zu solchen Pauschalaussagen hinreißen lassen. Man sollte auch nicht alles glauben, was frustrierte Säger so alles erzählen! Und was ist viel? Wie viel wird denn nach USA und China exportiert? Wissen Sie es denn wirklich? Mal abgesehen davon hängen da meist auch Arbeitsplätze dran. Allerdings nicht so viele wie dort wo Ihr Toilettenpapier und Ihre Küchentücher produziert werden! Ich hoffe Sie benutzen davon in Zukunft weniger, damit mehr Buchen im Wald stehen bleiben! Ach so, ja und hoffentlich haben Sie keinen Kaminofen, tragen keine Ökounterwäsche mit Buchencellulose anstatt Synthetikfaser … usw! Also noch einmal, man sollte nicht einfach alles nachplappern und manchmal auch etwas mehr hinterfragen. Die Aufzählung könnte man hier nun fast unendlich weiterführen …. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe den Wald, lebe von ihm und fände es auch klasse, wenn man alles aus so einer Kiste raus zaubern könnte, wie das so bei Raumschiff Enterprise immer geht!

      22.3.2012 um 23:02 Uhr · Antworten

  • Ruschen Cetinköprülü

    @Westernhaus
    Liebe Frau Westernhaus
    Sie beschreiben zwar richtig, dass es einen großen Ansturm von Seiten der Bevölkerung gab, und zwar insbesondere aus den umliegenden Spessartgemeinden, aber Sie teilen den Lesern nicht mit, welche Stimmung im Saal geherrscht hat. Sie sprechen viel von fehlender Transparenz und Beteiligung der Bürger. Ich glaube was Transparenz angeht, müssen Sie sich doch ein wenig auch an die eigene Nase fassen. Die Bürger in der Podiumsdiskussion haben eindeutig zu verstehen gegeben, dass sie mit der Arbeit der BaySF im Spessart zufrieden sind und keinen Handlungsbedarf sehen. Herrn Dr. Winkel ist dies auch aufgefallen und er hat die Bemerkung gemacht die BaySF müsse sich wohl keine Gedanken über den Bürgerrückhalt im Spessart machen.
    Nun kurz noch ein paar weitere Anmerkungen: eine Bürgerbeteiligung auf Bestandesebene ist in der Praxis wirklich nicht durchführbar. Wissen Sie denn, wie viele Bestände ein Forstamt hat? Das hat auch nichts mit modernem Demokratieverständnis zu tun. Im Übrigen leben wir in einer parlamentarischen Demokratie – und wie die funktioniert wissen Sie ja hoffentlich. Ich könnte mir vorstellen den Bürgern stichpunktartig an einigen ausgewählten Beständen die waldbauliche Planung und Umsetzung zu erklären.
    Wenn Sie den Great Bear Rainforest anführen, so vergleichen Sie Äpfeln mit Birnen. Auf der einen Seite haben Sie einen Urwald und auf der anderen eine über Jahrhunderte bewirtschaftete Kulturlandschaft. Der Spessart ist kein Urwald! Waren Sie schon einmal in West Kanada? Da werden ganze Landstriche kahlgeschlagen. Auf den Charlotte Islands, dem Stammgebiet der Haida, sind 80% der Wälder von Weyerhaeuser & CO. plattgemacht worden und die Haida haben uns gebeten ihnen zu zeigen, wie wir in Bayern nachhaltig Waldwirtschaft betreiben, um die restlichen 20% zu retten. In 30 Jahren gibt es in BC keinen Old Growth außerhalb der Nationalparks mehr! Ich habe dort 3 Jahre gelebt und miterlebt wie dort quadratkilometerweise kontinuierlich Wald zerstört wurde. Und Sie regen sich künstlich über 2,5 ha Eichensaatfläche auf! Das schadet wirklich Ihrer Reputation.
    Und noch einmal zu dem angeblichen ökonomischen Druck. Greenpeace hat ja jetzt auch eine Energiefirma und sicherlich auch Spezialisten für Investitionsrechnung. Die sollen Ihnen doch einmal Folgendes ausrechnen: Kosten der Bestandesbegründung und Pflegekosten über einen Produktionzeitraum von 140 Jahren (Buche) oder noch besser 240 Jahre (Eiche), plus Holzerntekosten, Verwaltungskosten etc. . Sie werden über das Ergebnis verwundert sein. Wir investieren in die Zukunft und das kostet! Aus diesem Grund bin ich auch dafür, dass noch mehr öffentliche Gelder in die Bewirtschaftung unserer öffentlichen Wälder fließen.
    Und zu Ihrem letzten Abschnitt: Herr Freidhager hat es doch ganz deutlich gesagt: wir müssen in Bayern nicht mehr diskutieren. Wir haben uns für das integrierte Verfahren entschieden, die Bevölkerung, wie Sie aus den Meldungen im Saal gehört haben, steht dahinter und somit gibt es auch keine 10% Flächenstilllegungen.
    Ich würde mir wünschen, dass Sie sich wieder Ihrer Kernaufgabe zuwenden und dort tätig werden, wo ursprüngliche Natur unwiderruflich aus Profitgier zerstört wird anstatt akademisch zu erörtern, ob eine Eichensaatfläche nun ein Kahlhieb per definitionem ist oder nicht.
    MfG Ruschen

    22.3.2012 um 19:15 Uhr · Antworten

    • Marina

      Ja, genau … angeblich wegen erheblicher Pflegekosten wurden in einer Stadt einige Bäume gefällt, weil die Abholzung kostengünstiger ist als das Erhalten von
      Bäumen, und der Etat für Grünanlagen wurde wohl auch gekürzt, um das so eingesparte Geld z.B. für Sozialausgaben zu haben! Die sozusagen immer mehr
      werden, weil nicht wenige Arbeitgeber Lohndumping betreiben — schließlich auf Kosten der breiten Allgemeinheit bereichern sich einige wenige der Unternehmer -
      angeblich wegen Globalisierungsgründe oder weiß Gott warum auch immer!
      So sieht die Wirklichkeit aus, aber darüber redet keiner!
      Das ist Fakt!
      Und es reicht allmählich, was man in den Medien zu sehen, zu lesen und zu hören bekommt! —
      Dies allerdings ist nur die Spitze des Eisbergs, was an Schandtaten weltweit in den Medien berichtet wird.
      Und warum all diese Missetaten, sage ich mal so?
      Hauptsächlich wegen des schnöden Mammons, aus reiner Profitgier!
      Wenn man all das Geld essen könnte, müssten diejenigen an Fettleibigkeit leiden
      und letztendlich zerplatzen!
      Pah …
      Und was die Demokratie anbelangt, so haben wir sie noch, doch führende Politiker
      treffen bereits Entscheidungen, die im Grunde Parlamenten vorbehalten sind,
      an diesen Institutionen vorbei – siehe Rettungsschirm!
      Dies nur am Rande bemerkt.
      Was den Wald anbelangt, speziell über die Jägerschaft, hat Horst Stern schon
      vor etwa 30 – 40 Jahren, etwas gesagt.
      Ob es heute inzwischen besser ist, ich weiß es nicht, ich habe keine Kenntnis aus Insiderkreisen, aber ich bezweifle, dass sich etwas zum Positiven geändert haben könnte, denn Förster und Jäger sind letztlich auch nur – mehr oder weniger -Bürokraten.
      In der Verwaltung allgemein geht vieles immer etwas langsamer, gerade was Veränderungen
      oder Neuerungen anbelangt (typisches Schlagwort: “Wir haben es immer schon so gemacht …”).
      Und der einmal eingeschlagene Weg wird gewissermaßen weiter verfolgt, auch wenn inzwischen neueste Erkenntnisse dagegensprechen. – - -

      23.3.2012 um 13:02 Uhr · Antworten

    • Nur mal so gesagt

      Hallo Herr Ruschen,

      Sie schreiben:
      “Herr Freidhager hat es doch ganz deutlich gesagt: wir müssen in Bayern nicht mehr diskutieren. Wir haben uns für das integrierte Verfahren entschieden, die Bevölkerung, wie Sie aus den Meldungen im Saal gehört haben, steht dahinter und somit gibt es auch keine 10% Flächenstilllegungen.”

      Wer bitte ist „Wir“?
      Habe ich da was verpasst?
      Gab es in Bayern etwa einen Volksentscheid zur Frage, ob 10% des Waldes aus der Nutzung genommen werden?

      Ich denke, dass die bei der Podiumsdiskussion Anwesenden (und deren Wortmeldungen) nicht über eine Frage zu entscheiden haben, die sich auf den gesamten Staatswald bezieht.

      29.3.2012 um 14:13 Uhr · Antworten

  • Waldfreund

    @ Marina Münch

    Ihre Wahrnehmung hinsichtlich der ihrer Ansicht nicht nachhaltigen Bewirtschaftung unserer heimischen Wälder ist rein subjektiver Natur. Sie wird durch nüchterne Zahlen und Fakten, z.B. der Bundeswaldinventur, nicht gedeckt.

    Tatsache ist vielmehr:

    1. Die Laubwaldfläche steigt seit Jahren kontinuierlich zulasten der Nadelholzflächen.

    2. Die Waldfläche auch der alten Buchenwälder über 140 Jahren steigt und liegt deutlich höher als der Anteil gleichalter Nadelwälder. Dabei steigt seit Jahren der Totoholzanteil durch Maßnahmen der Waldbesitzer im Rahmen eines integrativen Bewirtschaftungskonzeptes und ist damit einer wertvoller Beitrag zum Erhalt an Totholz gebundener Arten.
    Übrigens sei hierzu folgendes einmal angemerkt: Der ständig steigende Anteil von Totholz in unseren Wäldern birgt aus Gründen der hiervon ausgehenden Unfallgefahren für die im Wald beschäftigten Forstwirte und Unternehmer ein stetig
    steigendes Unfallrisiko. Aus persönlicher Erfahrung mit dem Ergebnis eines querschnitstgelähmten Forstarbeiters können Sie mir glauben wovon ich hier rede. Nicht dass Sie mich hier jetzt falsch verstehen – Totholzanteile, auch im Wirtschaftswald, sind aus Gründen des Artenschutzes angebracht – aber alles im Rahmen einer vernünftigen Güterabwägung und in Maßen.

    3. Zielgerichte Bewirtschaftungsmaßnahmen im Wald erhöhen durch Verbesserung der Licht und Wärmeverhältnisse seinen Strukturreichtum und damit die Artenvielfalt im Ökosystem Wald.

    4. Nicht nur diverse Forstinventuren in den öffentlichen Wäldern, sondern auch die GP – Kampagne im Spessart mit ihren Ergebnissen beweist doch selbst, dass die Artenvielfalt auch in einem Wirtschaftswald hoch sein kann.

    5. Lt. einer Untersuchung des von Thünen-Institutes im Rahmen einer sinnvollen Nutzungskaskade ersparte im Jahr 2011 die Nutzung von Holz der Atmoshäre eine zusätzliche Belastung von 105 Mio Tonnen CO2. Das waren 13% der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland. Auch aus Gründen der CO2-Problematik wäre ein erheblicher Nutzungsverzicht unserer Wälder also kontraproduktiv.

    6. Der von GP geforderte Schutz unserer öffentlicher Wälder durch Segregation auf einer Fläche von ca. 300.000 Hektar führt zu Bedrohung nicht nur unserer heimischen Sägeindustrie, sondern auch der Wälder anderer Besitzarten in Deutschland und der letzten Lauburwälder speziell in Osteuropa oder ersatzweise der Tropenwälder.

    Wollen wir das wirklich?

    22.3.2012 um 21:00 Uhr · Antworten

    • Nur mal so gesagt

      @Waldfreund

      Sie schreiben:
      “Der von GP geforderte Schutz unserer öffentlicher Wälder durch Segregation auf einer Fläche von ca. 300.000 Hektar führt zu Bedrohung nicht nur unserer heimischen Sägeindustrie, sondern auch der Wälder anderer Besitzarten in Deutschland und der letzten Lauburwälder speziell in Osteuropa oder ersatzweise der Tropenwälder.”

      Super Argument ;-)
      Sie meinen also, Deutschland MUSS seinen Wald möglichst intensiv nutzen, damit andere Länder ihre Wälder schützen … Sie behaupten damit auch, wer Wald (Natur) schützt sorgt für die Zerstörung von Wald (Natur) an anderen Orten.

      Tut mir leid, aber Ihrer Logik kann ich nicht folgen!

      30.3.2012 um 17:10 Uhr · Antworten

      • Waldfreund

        @ Nur mal so gesagt

        In zurückliegenden Blogbeiträgen habe ich mich mehrmals dafür ausgesprochen, unsere Wälder naturnah, nachhaltig und vorbildlich zu bewirtschaften. Dies würde den harmonischen Dreiklang aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit am Besten garantieren.

        Eine 10%-ige Unterschutzstellung durch Segregation unserer öffentlichen Wälder birgt die objektive Gefahr, dass der Bewirtschaftungsdruck auf andere Besitzarten unser deutschen Wälder (z.B. Privatwälder) bzw. alternativer Wälder – insbesondere dann der Buchenwälder – z.B. der letzten tatsächlichen Urwälder in Südosteuropa zunehmen wird.

        Diese Zwangsläufigkeit ergibt sich daraus, weil der Holzbedarf des Marktes real vorhanden ist. Der Markt wird für die dann fehlenden Holzmengen entsprechende Alternativen suchen und sicherlich finden – und dies im Wissen, dass die Nachfrage des deutschen Holzmarktes schon heute nicht aus unseren heimischen Wäldern allein gedeckt werden kann.

        Wem der Schutz der Primärwälder und letzten “echten” Urwälder wirklich am Herzen liegt, der sollte sich zu einer naturnahen und integrativen Bewirtschaftung – nach jahrhundertealten und bewährten Bewrtschaftungstradtion – unserer “Kulturwälder” bekennen.

        31.3.2012 um 18:24 Uhr

  • kleinerhobit

    @Ruschen Cetinköprülü: Da ich auch bei der Veranstaltung war, ist mir aufgefallen das die BaySF viele ihrer Mitarbeiter offensichtlich dort hinbestellt hat. “Die Bürger in der Podiumsdiskussion” von denen sie sprechen, waren nämlich gar nicht anwesend. Man kam sich vor wie beim politischen Aschermittwoch der CSU in Passau. Nur mit dem Unterschied, das die Veranstaltung nicht im Bierzelt stattfand. Im übrigen hat Herr Freidhager die zentralen Fragen von Herrn Kaiser nicht beantwortet, sondern sich mehr als einmal in Polemik geflüchtet. Überdies hat er als Österreicher nicht gerade viel Ahung vom deutschen Rechtssystem. Er weiß nicht einmal, das das deutsche Grundgesetz über der bayrischen Landesverfassung steht. Für einen Mann seiner Position ist das verwunderlich. Wenn Sie auch Herrn Fäser aufmerksam zugehört haben, so haben Sie sicher mitbekommen, das Studenten der Uni München bis nach Lübeck reisen um sich die Art von zukunftweisender Forstwirtschaft anzuschauen, die von den Umweltverbänden gewünscht wird und mit der man auch Geld verdienen kann, wie Ihnen der Stadtkämerer von Lübeck sicher gern bestätigt. Im übrigen hat mir nach der Veranstaltung ein Förster erzählt wie unzufrieden auch viele Forstleute im Spessart seinerzeit mit der bayrischen Forstreform waren und heute noch sind. Aus meiner Sicht hat die Veranstaltung gezeigt das die Umweltverbände mit Ihrer Kritik an der Arbeit der BaySF richtig liegen, sonst wäre der Saal gestern nicht so voll gewesen. Es wäre zu wünschen, wenn man künfitg weiter im Gespräch bleibt und nach gemeinsamen Lösungen sucht, so wie das auch die Teilnehmer auf dem Podium ausgeführt haben.

    22.3.2012 um 22:47 Uhr · Antworten

    • Waldfreund

      @ Kleiner Hobbit

      Niemand der Mitarbeiter in der BaySF ist zu dieser GP-Veranstaltung “vergattert oder hinbestellt” worden. Allerdings liegt es doch auch im Interesse von GP, sorgsam mit Energie und der Umwelt umzugehen. Aus diesem Grund war es doch wohl sinnvoll, energie-u. kostensparsam mit dem Bus gemeinsam anzureisen.

      Sie haben i.Ü. vollkommen recht, dass mancher Förster nach wie vor ein Problem mit der Forstreform von 2005 hat. Allerdings hat die überzogene GP-Kampagne im Spessart die betroffene Försterschaft solidarisiert.
      Zahlreiche GP-Unterstützer aus diesen Kreisen fühlen sich mittlerweile betroffen und haben aufgrund der Vorkommnisse und der Erfahrungen mit der GP-Kampagne erhebliche Zweifel an GP und seiner bedenklichen Vorgehensweise bekommen.

      22.3.2012 um 23:12 Uhr · Antworten

    • wenztout

      @kleinerhobit
      Nach meinen Informationen (leider spärlich- aufgrund der anhaltenden Intransparenz seitens BAYSF) sind die Mitarbeiter der drei umliegenden Forstbetriebe freiwillig (schließlich wurde ja über ihre tägliche Arbeit diskutiert) mit drei Bussen (maximal Belegung 35 Personen) angereist. Bei einer Kapazität von 350 Menschen im Saal, waren somit maximal 1/3 der Anwesenden BAYSF Mitarbeiter (übrigens sind diese überwiegend auch Spessartbürger). Mein (subjektiver) Eindruck des Abends deckt sich mit dem von Ruschen. Die Mehrheit der Anwesenden und der vor dem Saal Wartenden waren mit der Arbeit der BAYSF einverstanden und wollen Ihren Spessartwald nicht durch eine Käseglocke geschützt wissen.
      Bezüglich Herrn Freidhager, schlage ich einen Informationsaustausch mit der Politologien Jürgens vor. Er kann ihr die Grundlagen des Waldes und der naturnahen Forstwirtschaft erklären (z.B. wie sieht der Baumstock einer gefällten Kiefer im vgl. zu dem einer Buche aus). Frau Jürgens hätte die Möglichkeit, in Ihrem Fachgebiet, die angeblichen Defizite von Herrn Freidhager bezüglich des Föderalismus in Deutschland zu erörtern.

      23.3.2012 um 07:46 Uhr · Antworten

    • Ruschen Cetinköprülü

      @kleinerhobit
      Lieber Kleiner Hobit, Ihre Aussage, dass die Bürger nicht anwesend waren, ist schlicht und einfach falsch. Allein aus Weibersbrunn (ich habe dort 13 Jahre gelebt) waren 35 Bürger (Jäger, Holzrechtler, Holzfahrer und Bürger, die Brennholz machen) da. Und dabei habe ich nur die gezählt, die ich persönlich kenne.Die “Fragen” von Greenpeace wurden in den vergangenen Wochen fachlich fundiert beantwortet. Greenpeace ist auf fachliche Gespräche nicht eingegeangen, sondern hat gebetsmühlenartig ihre absurden Forderungen immer wieder wiederholt. Die Polemik von Herrn Freidhager war die richtige Antwort auf dieses Verhalten. Ich habe auch Herrn Fäser aufmerksam zugehört. Er hat uns erzählt, dass er 10% der Flächen als Referenzflächen stillgelegt hat und die restliche Fläche “naturnah” bewirtschaftet. Wie er das macht, hat er allerdings nicht erzählt und auch nicht, dass er viele Altholzbestände hatte und somit aus den Vollen schöpfen konnte. Wäre der Kämmerer in einem Aufbaubetrieb auch so zufrieden mit dem Betriebsergebnis? Im Übrigen, Herr Fäser war 23 Jahre tätig. Die Umtriebszeit bei der Buche ist 140 Jahre. Wie können wir uns anmaßen so einen kurzen Zeitraum der Bewirtschaftung als Erfolg oder Mißerfolg zu bewerten? Im Spessart können wir das schon, da die Bestände dort locker 400 Jahre bewirtschaftet wurden und das Ergebnis sehen wir heute – und das kann sich doch wohl sehen lassen, oder nicht? Also was soll der ganze Schmarrn eigentlich? GP will etwas unter Schutz stellen, das von unseren Förstern über Jahrhunderte geschaffen wurde. Genause ein Blödsinn ist es die Plenterwälder unter Schutz zu stellen, weil die dadurch nämlich verschwinden. Der Saal vorgestern war so voll, weil die Bürger sich darüber aufregen, dass GP ihre Spendengelder für so eine sinnlose Aktion verpulvert. Es gibt doch wirklich dringendere Probleme, für die das Geld verwendet werden sollte. Sie waren doch vorgestern auch bei der Veranstaltung. Da haben Sie doch sicherlich etwas von dieser Stimmung mitbekommen.
      Ich arbeite in der freien Wirtschaft. Und da gilt “Only result counts!”. Und das Ergbnis der Arbeit unserer Förstergenerationen im Spessart kann sich doch sehen lassen – oder?
      MfG
      Ruschen

      23.3.2012 um 09:45 Uhr · Antworten

      • Bartholomäus

        “Der Saal vorgestern war so voll, weil die Bürger sich darüber aufregen, dass GP ihre Spendengelder für so eine sinnlose Aktion verpulvert.” Das würde ja bedeuten, daß das alles GP-Förderer waren !?

        23.3.2012 um 09:53 Uhr

  • wenztout

    @kleinerhobit
    Übrigens (auch wenn ich gottlob kein Anhänger dieser Partei bin) der Politische Aschermittwoch der CSU in Passau, hat noch NIE in einem Bierzelt stattgefunden. Früher wurde er in der Nibelungenhalle abgehalten und seit mehreren Jahren findet er nun in der Dreiländerhalle statt. ;-)

    23.3.2012 um 08:02 Uhr · Antworten

  • Sybille

    verdammte Holzindustrie, die sehen nur die € Scheine, nur weil China unersätzlich ist, werden hier zu Lande unsere Wälder geroddet! Schon mal was von Nachhaltigkeit gehört ?

    23.3.2012 um 11:01 Uhr · Antworten

  • Lottina

    Zusätzlich: Allein die verheerenden Stürme in den letzten Jahren, CO2 etc verursachen schon Schäden in unseren alten Wäldern. Eine Durchquerung des Reinhardwaldes (Urwald in Nordhessen) zeigt, wo ganze Flächen umgeschlagen wurden. Auch alte Alleen (z.B. bei Hofgeismar) sind in den letzten 20Jahren der Umwelt und den heftigen Stürmen zum Opfer gefallen. Dort kann man an nachgepflanzten Bäumen und Lücken sehen, was 40 Jahre vorher Schlimmes nicht passiert ist. _Ich denke, Holzindustrie verschärft die ohnehin vorhandenen (erzeugten)Probleme in unverantwortlicher Weise. Das Anliegen , unsere einheimischen Wälder zu schützen, muss intensiv weiter verfolgt werden. Dazu gehört neben der Forst- und Holzwirtschaft auch der Einsatz gegen CO2 und für Erneuerbare.

    23.3.2012 um 11:39 Uhr · Antworten

  • Ruschen Cetinköprülü

    Transparenz und Glaubwürdigkeit:
    Während der Podiumsdiskussion hat Herr Kaiser doch gesagt, dass die anderen Staatsforstverwaltungen kooperativ ihre Daten zur Verfügung gestellt haben und dass nur die BaySF die Daten nicht rausrückt. Habe ich das noch richtig in Erinnerung (ist keine rhetorische Frage)? Heute lese ich,dass GP Hessenforst auf Herrausgabe der Daten verklagt hat und auch Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sich nicht kooperativ zeigen.
    Übrigens, hat jemand die Berichte im Main Echo und die Interviews mit Besuchern der Podiumsdiskussion gelesen? Ein niederschmetterndes Ergebnis für die GP Aktion im Spessart!!
    Euch allen ein schönes Wochenende! Geht mal in den Wald und genießt das junge Grün.
    MfG Ruschen

    23.3.2012 um 13:49 Uhr · Antworten

    • Greenpeace Moderator

      @Ruschen @Malbaum Herr Kaiser hat in Aschaffenburg festgestellt, dass andere Forstverwaltungen anders mit der Greenpeace-Anfrage umgegangen sind, etwa Rheinland-Pfalz und (mit Einschränkungen) auch Thüringen, die Greenpeace Einzelbestandsdaten zur Verfügung gestellt haben.

      26.3.2012 um 10:01 Uhr · Antworten

  • trivial

    @Sybille
    verdammte Solar und Windkraftindustrie, die sehen nur die € Scheine, nur weil Deutschland unersätzlich ist, werden in China deren Wälder geroddet um an die Seltenerden zu gelangen! Schon mal was von Nachhaltigkeit gehört ?
    @Lottina
    Wie verursacht CO2 Schäden in den Wäldern? Oder meinten sie Starkwetterereignisse die zu einem gewissen Anteil auf die Klimaänderung zurückzuführen sind?
    Den Reinhardswald als Urwald zu bezeichnen ist in etwa so sinnig wie Manhattan als natürliche Landschaft zu bezeichnen.
    Bäume an Alleen sind höheren Belastungen ausgesetzt (Streusalz etc.) und deshalb leben diese nicht so lange und fallen deshalb dann z.B. bei Starkwetterereignissen leichter um. Das aber hier auch “nachhaltig!” gedacht wird sieht man doch daran das nachgepflanzt wird oder gehören sie auch zu der kreationistischen Fraktion an, die die Natur als etwas statisches und nicht als etwas dynamisches auffasst.

    23.3.2012 um 14:13 Uhr · Antworten

    • Lottina

      trivial:Der Zusammenhang von CO2 und Klimaveränderung ist natürlich gemeint. Und der Reinhardswald gilt in Teilen als letzter Urwald, wenn auch – das versuchte ich zu beschreiben – die Veränderungen in den letzten Jahren auch zu anderen Erscheinungsformen hier führen. Bäume an Alleen sind natürlich auch durch Streusalz gefährdet, aber es ist ja schon lange verwendet worden; zusätzlich haben starke Stürme und andere Umwelteinflüsse an ihnen “genagt”. Bei den Nachpflanzungen gilt es , genau hinzuschauen. Veränderungen sind jedenfalls sichtbar, das zeigt eigentlich auch Ihre Bemerkung, dass das kein Urwald sei.

      23.3.2012 um 14:34 Uhr · Antworten

      • trivial

        @Lottina
        nur weil ein Wald urig ausschaut wird aus diesem Wald kein Urwald.
        Diese Gegend ist definitv kein jahrhundert alter unberührter Urwald sondern wurde waldbaulich genutzt (für Bergbau, Hutewälder, Glasgewinnung etc).
        Der Urwald Sababurg ist mitnichten ein Urwald sondern hierbei handelt es sich um eine verwilderte Kulturlandschaft – einem Hutewald. Diese Bewirtschaftungsform war eine der intensivsten die es gibt.

        Die Schäden an Alleenbäume entstehen nicht sofort sondern durch die hohe Belastung dieses Standorts mit z.B. Streusalz wird die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schadinsekten begünstigt. Deshalb müssen die Bäume aus Menschenschutz ab und an gefällt werden.

        Ihre geäußerte Meinung über die Nachpflanzung und welche Aussage sie damit tätigen wollen verstehe ich nicht.

        Es gibt so gut wie keine größere zusammenhängende Fläche (größer 10m²) in Deutschland die in den letzten 200 Jahren nicht vom Menschen in eine Kulturlandschaft umgewandelt wurde.

        23.3.2012 um 16:07 Uhr

    • stefan

      ” … oder gehören sie auch zu der kreationistischen Fraktion an, die die Natur als etwas statisches und nicht als etwas dynamisches auffasst …”
      natur bewegt sich nicht nur, wenn der mensch in ansonsten natürliche prozesse eingreift – eher im gegenteil. was natürlich nicht heißen soll, dass der menschliche eingriff nicht manchmal notwendig ist. letztlich geschieht ein solcher jedoch meist nicht zum wohle der natur sondern zum nutzen des menschen. dass dieser eingriff heute wo es nur geht den modebegriff “nachhaltig” angehängt bekommt, begründet sich ebenfalls eher selten durch das wohl der natur sondern durch die erkenntnis, dass reine ausbeutung dem geschäft schadet.
      das alles unter der prämisse von dualität von mensch und natur, welche in solchen zusammenhängen durchaus sinn macht.

      23.3.2012 um 14:41 Uhr · Antworten

      • stefan

        edit: der richtige begriff hier ist “dualismus”

        23.3.2012 um 14:59 Uhr

      • trivial

        @Stefan
        oh ein weiterer Kreationist.
        Natur bewegt sich garnicht sondern die verschiedene Lebewesen passen sich den veränderten Umweltbedingungen an. Nicht mehr und nicht weniger.
        Menschlicher Einfgriff ist für die Natur nie notwendig. Nicht einmal für den erhalt einiger Arten. Denn diese will der Mensch aus reinem eigeninteresse erhalten. Der Natur ist es aber Latte ob ein Juchtenkäfer oder wenig behaarte Primaten leben oder nicht.
        Nachhaltig bedeutet nur das die heutige Generation Menschen den Lebensraum erhalten möchte wie sie diesen kennt. Dieses ureigene Interesse – basierend von allen Seiten auf Profitdenken – aber mit dem Begriff Naturschutz zu pervertieren ist schon eine Glanzleistung der Propaganda.

        23.3.2012 um 16:19 Uhr

      • stefan

        ich glaube, du hast mich nicht verstanden oder überinterpretiert. wir reden hier aneinander vorbei. in manchen punkten wiederholst du meine gedanken aus leicht geänderter perspektive. und mit dem konzept des kreationismus solltest du dich noch einmal auseindersetzen, bevor du damit um dich wirfst.

        23.3.2012 um 17:21 Uhr

  • Franziska

    Stefan- schön gesagt. Und jetzt googeln Sie doch mal fix den Begriff “Nachhaltigkeit” und “von Carlowitz”. Dann stellen Sie fest dass der Modebegriff Nachhaltigkeit jetzt seinen 300 ten Geburtstag feiert und sein Erfinder ein Förster war. Na sowas. Bei der Gelegenheit können Sie ja mal versuchen die Bedeutung des Wortes zu begreifen.

    23.3.2012 um 15:35 Uhr · Antworten

    • stefan

      franziska, du wirst überrascht sein: das ist alles schon geschehen.

      23.3.2012 um 15:56 Uhr · Antworten

  • Matthias

    Auf der Homepage des bayr. Forstamtes ist ein Interview mit dem Wissenschaftler J. Krug. Das interessante ist: Das ist der Wissenschaftler, den Greenpneace immer wieder bzlg. CO2 zititert. Das ist sehr lesenswert – und sagt viel aus über den Umgang von Greenpeace mit der Wahrheit. Nach dem Lesen habe ich verstanden, was der Unterschied zwischen der Speicherfähigkeit und der Senkfähigkeit beim CO2 bei Wäldern ist. Und ich habe auch verstanden, wie Greenpeace mit der Wahrheit umgeht. Der Zweck, Frl. Jürgens und Hr. Kaiser, heiligt nicht alle Mittel. Mit Tricksen, täuschen und Unwahrheiten machen Sie Greenpeace überflüssig.

    hier ist der link, lest das mal.

    http://www.baysf.de/de/home/unternehmen_wald/aktuelles/detailansicht/period/1325372400/31622399/archived/article/47/prima-fuer-das-klima.html

    Matthias

    23.3.2012 um 16:42 Uhr · Antworten

    • Greenpeace Moderator

      @Matthias Martin Kaiser zu dem erwähnten Interview:

      “Greenpeace geht sehr gewissenhaft mit der Wahrheit um: Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) hat in keinster Weise die Richtigkeit der Daten in Frage gestellt. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) war explizit damit einverstanden, dass wir es als Datenquelle in der Grafik verwenden. Zudem kann jeder (!) die im AFZ Artikel sowie in der UNFCCC verwendeten Zahlen, die in unserer Grafik angegeben sind, selber überprüfen und sich davon überzeugen, dass die Zahlen stimmen: eine schwer verdauliche Kost für einen Sektor, der immer für sich in Anspruch genommen hat, eine Senke für CO2 darzustellen.

      Zur Bewertung der Ergebnisse gibt es in der Tat zwischen Greenpeace und dem vTI, der nachgeordneten Behörde des BMELV, grosse forstpolitische Meinungsverschiedenheiten. Das vTI sagt, dass die Überhänge in den jungen Altersklassen ‘e lediglich “eine” Erklärung seien, ohne die anderen Erklärungen auszuführen. Doch die Zunahme des Holzeinschlags korreliert auffällig mit den CO2-Aufnahmezahlen von 1990-2011! Dass das vTI sich dem von Greenpeace vorgeschlagenen “nachhaltigen Holznutzungsniveau” nicht anschließt, ist angesichts der politischen Vorgaben von Ministerin Aigner in ihrer Waldstrategie 2020 ebenfalls nicht erwartbar, aber ein Punkt der forstpolitsch ausgefochten werden muss.

      Nicht umsonst haben die Entwicklungsländer bei den Klimaverhandlungen auf eine strikte Trennung zwischen Wald und Holzprodukten gedrängt, konnten sich jedoch nicht gegenüber den Industrieländern durchsetzen. Fakt ist, es gibt bis heute keine zweite Verpflichtungsperiode von Kyoto, die Holzprodukte mitbewertet. Die Weichen dazu wurden von allen holzausbeutenden Ländern wie Kanada, Russland, Finnland, Schweden und Österreich gestellt, da sie ansonsten keine Senke von CO2 offiziell darstellen können. Das Climate Action Network (ein globales Netzwerk von NGOs) hat massiv kritisiert, weil es hierbei nicht um Klimaschutz, sondern nur um die Durchsetzung der Interessen der Holzindustrie geht. Weder Energieholz noch Papierprodukte leisten eine Kohlestoffspeicherleistung, die uns im Kampf gegen den globalen Klimawandel hilft. Sie machen aber mit Abstand den größten Anteil von Holzprodukten aus. Was das vTI sehr wohl weiß, ist, dass bei der Kyoto-Bilanzierung die Sustitution eines Energierohstoffes nicht zweimal verrechnet weden darf. Die sehr langlebige Verwendung von Holz – wenn aus wirklich nachhaltiger Nutzung unter minimiertem Energieeinsatz produziert – kann als Substitut von noch energieintensiver produzierten Rohstoffen einen positiven Speichereffekt haben. Jedoch kann eine Substitution nach den Kyoto-Regeln nicht im Wald-Holz-Sektor bilanziert werden. Das weiss auch das vTI.

      Eines belegen die Zahlen: Konzepte, die die Vorräte auf 90 Prozent der öffentlichen Wälder ansteigen lassen und dabei Holz wirklich nachhaltig nutzen und in langfristige Produkte einbinden, leisten den besten Beitrag. Auf zehn Prozent werden bei diesem Konzept ungenutzte, ehemalige Wirtschaftswälder in Ruhe gelassen und wachsen noch viele Jahrzenhmte fast ungebremst weiter bis sie dann erst in diejenigen Bereiche hineinwachsen, in denen Urwälder eine ausgeglichene CO2-Aufnahme und Abgabe haben. Aber davon sind wir mit einem durchschnittlichen Vorrat von 320-330 Vfm in deutschen Wäldern noch sehr weit entfernt.”

      23.3.2012 um 20:15 Uhr · Antworten

      • Wonka

        Herr Kaiser,
        Sie argumentieren hier politisch. Unter dem Strich bleibt doch bestehen: Sie haben die Aussagen von Hr. Krug in Ihrem Sinn ge- oder verfälscht. Hr. Krug scheint Sie mehrmals aufgefordert zu haben, das zu unterlassen. Und was ist: die gefakte Grafik ist immer noch online. Das nenne ich (zumindest) Bauernfängerei. Sie tun das bewusst, um in einer zugegeben komplexen Materie die Leute in ihrem Sinn hinter das Licht zu führen. Sie sollten sich schämen! Sie haben damit Ihre Glaubwürdigkeit verloren!
        Wenn es nur noch um die Durchsetzung eines Ziels geht und die Mittel und Wege zu dem Ziel egal sind, dann ist so ein Vorgehen skrupellos. Vielleicht waren Sie früher mal ein überzeugter Naturschützer, heute sind Sie anscheinend ein verbohrter Ideologe, dem die Wahrheit nichts mehr wert ist.

        Vor ein paar Tagen hat jemand hier geschrieben: Schweine können fliegen, Atomkraft ist sicher, und Greenpeace betreibt im Spessart eine seriöse Kampagne.
        Dem kann ich mich nur anschließen.

        23.3.2012 um 21:31 Uhr

      • Malbaum

        Bitte gebt doch auch Ruschen eine klare Antwort, warum in Aschaffenburg behauptet wurde, nur Bayern gebe nicht alle Daten preis und dann stimmt das auch wieder nicht, denn vier andere Länder weigern sich ebenfalls!
        Ob das O. K. ist, ist nicht die Frage, wichtig ist, warum das von GP so dargestellt wird – oder sollten Kaiser, Jürgens und Co hier nicht umfassend informiert sein?
        T R A N S P A R E N Z bei gp kleingeschrieben?

        23.3.2012 um 22:03 Uhr

      • Lottina

        Herr Kaiser: Diese Klarstellung war mir sehr wichtig.

        26.3.2012 um 11:25 Uhr

  • Wild

    Hier noch zwei Links zum Lübecker Stadtwald , der laut obigem Text Herr Dr. Lutz Fähser ‘s “Reformidee auch für den bayerischen Wald” wäre und anscheinend
    auch Greenpeace diese Idee bevorzugt .
    Besonders interesannt ist der zweite Link , man beachte das verhältnis Buche zu Eiche und ach was hat die denn da zu suchen Douglasie .
    http://www.luebeck.de/bewohner/umwelt_gesundheit/stadtwald/konzept/komponenten.html
    http://www.luebeck.de/bewohner/umwelt_gesundheit/stadtwald/waldbau/index.html
    Wenn die Bayerischen Staatsforsten so eklatant gegen die Naturschutsgesetze
    verstoßen wie Greenpeace behauptet , warum lässt man es dann nicht von den Gerichten klären .
    Und 10% der Wälder unter Schutz zu stellen ist in Bayern eigentlich recht einfach,
    sammelt genug Unterschrifften für ein Volksbegehren . Oder hat Greenpeace bedenken beides zu verlieren ?
    Was mich eigentlich an den ganzen Blogseiten uber ihre Aktion im Spessart stört
    ist das Bild am Anfang des Bloogs , es zeigt Hölzer aus dem Amazonas was bitteschön hat der Amazonasregenwald mit dem Spessart zu tun ?

    23.3.2012 um 20:36 Uhr · Antworten

  • Wild

    Hier noch drei Links zum Stadtwald von Lübeck , der laut obrigem Text ,
    Herrn Dr. Lutz Fähser’s “Reformidee auch für den bayerischen Wald” währe und diese Idee anscheinend auch von Greenpeace verfolgt wird .
    http://www.luebeck.de/bewohner/umwelt_gesundheit/stadtwald/konzept/komponenten.html
    http://www.luebeck.de/bewohner/umwelt_gesundheit/stadtwald/konzept/leitgedanken.html
    Hier interessant der Punkt Reife Bäume ernten !?
    http://www.luebeck.de/bewohner/umwelt_gesundheit/stadtwald/waldbau/index.html
    Man beachte hier das Verhältnis Buche zu Eiche !
    Und was , hat die hier zu suchen , Douglasie !
    Wenn die Bayerischen Staatsforsten so eklatant gegen die Naturschutsgesetze verstoßen wie Greenpeace behauptet , warum läßt man es dann nicht von den Gerichten klären ?
    Und 10% des Bayerischen Staatswaldes zu Schützen ist eigentlich recht einfach ,
    sammelt genügend Unterschriften für ein Volksbegehren und wir sehen weiter.
    Oder hat Greenpeace Bedenken das man beides verliert ?

    23.3.2012 um 23:17 Uhr · Antworten

    • Waldfreund

      @Wild

      Vielen Dank für Deinen Hinweis auf die informativen Links über den Lübecker Stadtwald.
      Diese Informationen werfen bei mir jedoch schon einige zweifelnde Fragen über die Art der ökonomischen Bilanzierung des Forstbetriebes und seiner direkten Vergleichbarkeit mit anderen aus.

      Ich freue mich schon auf einen Besuch im dortigen Stadtwald, um einmal direktere Informationen darüber zu bekommen.

      24.3.2012 um 20:23 Uhr · Antworten

    • Sara Westerhaus

      Hallo Wild,

      Zu der Ernte der Bäume geht Lübeck nach folgendem Pinzip vor: Bei der Ernte werden nur einzelne Bäume oder kleine Baumgruppen entnommen. Es entsteht keine Kahlfläche. Das Kriterium zur Ernte ist die erreichte Produktreife eines Baumes. Diese bemisst sich nach definierten Zieldurchmessern der Stämme in 1,3 m Höhe. Hohe Zieldurchmesser sichern den Bäumen ein hohes Alter und damit auch eine hohe ökologische, ökonomische und ästhetische Wertigkeit. (http://www.luebeck.de/bewohner/umwelt_gesundheit/stadtwald/konzept/komponenten.html)
      Zum Punkt Eiche / Douglasie: Die Wälder in Lüceck werden erst seit 1986 nach Prinzipien einer “naturnahen” Waldwirtschaft zu behandelt – somit handelt es sich nicht um unberührte Wälder, sondern um welche, die vorher schon forstwirtschaftlich genutzt wurden. Zudem spielt es natürlich auch eine Rolle, wie der Wald in Lübeck historisch aussah:
      “Die Waldgeschichte ist seit Jahrhunderten vom hohen Bedarf der Hansestadt Lübeck an Eichenholz für den Schiff- und Häuserbau bestimmt.Daher stammt der heutige hohe Anteil der Eichen. In dem ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit verarmten die Böden durch landwirtschaftlichen Raubbau. Sie wurden ab 1780 bis 1840 fast ausschließlich mit Kiefer bepflanzt. Diese Vorwaldbestände wurden im 20. Jahrhundert durch Not- und Reparationskahlhiebe nach den beiden Weltkriegen auf zusammen 850 ha wieder auf die ökologisch arme Ausgangslage zurückgeworfen. Durch einstimmigem Bürgerschaftsbeschluß vom 30.11.1995 sind die Wälder nach dem in Lübeck entwickelten Konzept der “Naturnahen Waldnutzung” zu bewirtschaften. Der Waldbesitz der Hansestadt Lübeck hat sich in vier zeitlichen und durch verschiedene Motive geprägten Phasen herausgebildet. In der ersten Phase (ca. 1300 – 1500) erwarb die Hansestadt Lübeck entlang der wichtigen Handelswege nach Lüneburg und Hamburg etliche Dorfschaften als militärische Stützpunkte. Die zweite Phase um 1750 zeichnet sich durch den Wunsch Lübecks aus, ihr Territorium im Nahbereich der Stadt gegen die Nachbarstaaten Dänemark-Holstein und England-Hannover-Lauenburg durch Ankäufe von Gütern zu arrondieren und abzusichern. In diesen beiden Phasen fiel der Hansestadt als Grundherrschaft der Wald so “nebenbei” zu. Die dritte Phase (1780 – 1865) ist durch die Aufforstung von Stadtgütern geprägt, die so eine höhere Rendite versprachen. Die vierte Phase läuft seit ca. 1950 bis heute und ist durch landschaftsplanerisch und städtebaulich motivierte Aufforstungen geprägt. Seit 1875 wurden die Wälder der städtischen, öffentlich-rechtlichen Stiftungen St.Johannis-Junfrauenkloster, Heiligen-Geist-Hospital und Westerauer Stiftung mit ca. 625 ha in die städtische Forstverwaltung mit einbezogen.” http://www.luebeck.de/bewohner/umwelt_gesundheit/stadtwald/geschichte/index.html

      05.4.2012 um 10:51 Uhr · Antworten

      • Wild

        Danke Frau Westerhaus für den Geschichtsunterricht , aber ich habe alle von der Stadt Lübeck im Netz zu verfügung gestellten Seiten gelesen (danke auch an die Stadt Lübeck ).
        Was passiert eigentlich mit den im Stadtwald Lübeck unter beobachtung stehenden Flächen wenn in 50 bis 60 Jahren ein Förster oder Verantwortlicher der Stadt der Meinung sind , “alles Blödsinn “, sie werden Gefällt (100%ig).Aber das werden wir beide (entschuldigung ) wohl nicht mehr mitbekommen .
        Sorry das ich erst Heute auf Ihren Eintrag aufmerksamm wurde .

        14.4.2012 um 18:18 Uhr

  • Buntsandstein

    Meine Damen und Herren,

    viele Forstleute widmen sich diesem Thema mit dem GP im Spessart aufruhe gestiftet wurde und wenig halt in der Bevölkerung gefunden hat.

    Das Problem ist greift man etwas an ist es schwer davon Abzulassen. Ein oft gebrauchte Phrase ist: “Die Hoffnung stirbt zuletzt.” Ja die Hoffnung an etwas großem Teilhaben zu können, eine große Organisation bloß zu stellen, Verschwörungen aufzudecken usw. Das klingt spannend ehrenvoll, heldenhaft
    und das ist es auch wenn man sich der Richtigen Sache Widmet.

    In Gedenken an: Chico Mendes 1944-1988; Ken Sarowiwa 1941-1995; Dian Fossey 1932-1985; Joan Root1936-2006; P.D.Majhi 1959-2007; Amit Jethwa 1975-2010!

    Doch unsere Waldexperten fürchten anscheinend die kritischen Regionen den ihr Leben würde dort auf dem Spiel stehen also doch lieber die deutsche Forstwirtschaft kritisieren die eigentlich als Vorbild für den Rest der Welt dienen sollte. Aber diese sind einfach zu kritisieren, denn hier werdet ihr nicht in Stücke gehackt oder von Auftragsmördern umgebracht!

    Ihr seid Helden macht weiter so kritisiert die diejenigen die euch Sympatie entgegenbringen die für Naturschutz sind, die Wald erhalten wollen und nicht Roden so wie vorgeworfen und kassiert die Spendengelder ein die dann den Gruppen Fehlen die es nötig haben.

    MfG

    24.3.2012 um 04:48 Uhr · Antworten

    • Kalksandstein

      Liebe Frau Buntsandstein,
      na jetzt rate mal was Greenpeace sonst noch so macht:
      http://www.greenpeace.org/brasil/pt/O-que-fazemos/Amazonia/
      Nur, du wirst doch sicher Verständnis dafür haben, dass sich GP Deutschland auch um die Probleme in Deutschland kümmert.
      Oder soll die Welt am deutschen Wesen genesen?
      Gibt es am Ende in Deutschland garkeine Probleme?
      Welche Heldentaten vollbringst du denn eigentlich so, dass du hier so wohlfeile Ratschläge gibst?
      Und was bedeutet eigentlich “aufruhe”?

      24.3.2012 um 16:20 Uhr · Antworten

  • Buntsandstein

    @ Kalksandstein

    Ich schütze die Baumartenvielfalt deutscher Wälder mit der Kugel. Soviel dazu!

    Konkretisieren sie doch Probleme in Deutschland!

    Denn bis jetzt haben sich die Vorwürfe von GP gegenüber den Staatsforsten nicht erhärtet sondern sind mit Fachlichen Gegenargumenten im Keim erstickt worden.

    24.3.2012 um 21:11 Uhr · Antworten

  • Franziska

    Kalksandstein, natürlich gibts auch bei der Bewirtschaftung von Deutschlands Wäldern immer wieder Verbesserungsbedarf- man lernt nie aus. Nur die angeblichen Verfehlungen die GP hier krampfhaft beschreit sind schlicht falsch. Und warum sollte man unser ökologisch und ökonomisch kostbares Gut Wald selbsternannten GP-Waldexperten als Spielplatz überlassen die nicht mal Baumarten am Stuken unterscheiden können?!

    25.3.2012 um 17:10 Uhr · Antworten

  • Tourer

    So ist Bayern,
    hier wird immer erst gehandelt und dann nachgedacht. Man sieht es in den Spessartwäldern und in den ganzen dörflich geprägten Gemeindeverwaltungen im Spessart. Was der Chef (Bürgermeister oder Pfarrer) sagt ist richtig – basta.

    Wenn jemand den Finger in die Wunde legt ist er halt eben ein Querulant, den wir im Spessart nicht brauchen.

    Ja und die Bewirtschaftung der Wälder ist oftmals die einzige Einnahmequelle der Gemeinden. Also wird herausgeholt was geht und wenn mal wieder eine Investition nötig ist, dann holzen wir ein paar Bäume ab.

    Bestes Beispiel: http://mehr-lebensqualitaet-ringheim.jimdo.com/
    dort hat man einfach für ein Gewerbegebiet einen alten Bannwald abgeholzt und siedelt nun in idyllischer Umgebung (Waldlage) Gewerbe an.

    Wir und unsere Kinder müssen den Wahnsinn bezahlen.

    25.3.2012 um 19:09 Uhr · Antworten

    • Malbaum

      @Tourer
      Sollte sich GP da nicht sinnvoller um Gemeinde- und Privatwälder kümmern?
      Pfarrer gibt es auch nicht mehr in jeder Gemeinde und der “Bürgermeister” sitzt in der Verwaltungsgemeinschaft.
      Die schönen alten und jungen Wälder wären sicher nicht vorhanden, wenn keiner nachdenken würde und es sind nicht nur die Förster, die sich Gedanken um den Wald im Spessart machen!

      25.3.2012 um 19:51 Uhr · Antworten

      • Tourer

        @Malbaum
        Ja – da bin ich bei Ihnen. Aber auch Förster können nicht alles verhindern. Sie sind wie alle anderen Angestellten gezwungen loyal gegenüber Ihrem Arbeitgeber zu sein (egal ob Land, Gemeinde oder Privateigentümer) und auch ihre Zielvorgaben zu erfüllen. Wie das fragt hinterher keiner, aber wehe es wurde nicht geschafft. Und wenn es der eine nicht macht, kommt der nächste.

        Wenn der Kommerz ruft ist es oft so, dass man sehr gerne die Warnungen der Landschaftsschützer überhört – auch die der Förster.

        Ich brauch’ mir beim Wochenendspaziergang nur mal die Rückewege alle ansehen. Klar notwendig um das Holz aus dem Wald zu bringen und bequem für den Wochenendspaziergang – aber wer hat die jemals zurück gebaut?
        Nein, einmal verfestigt werden sie immer wieder und mit einem immer größeren Fahrzeugpark benutzt. Holzrücken mit Pferden oder kleinen Traktoren wie es früher mein Vater und Großvater noch machten, gibt es nicht mehr und die Natur hat keine Zeit die einmal planierten Wege zurück zu erobern.

        25.3.2012 um 20:40 Uhr

      • Energiesparfuchs

        Früher war alles besser…

        26.3.2012 um 05:07 Uhr

    • Waldfreund

      @Tourer

      Wie Sie schon selber feststellen – ja, so ist Bayern!

      1. Die Waldfläche ist in Bayern um ca. 7.000 Hektar lt. letzter Bundeswaldinventur angestiegen.
      2. Der Laubholzanteil steigt stetig – insbesondere der der angeblich so bedrohten Buchen.
      3. Die Buchen werden älter (siehe auch die von GP entdeckten rund 24.000 Altbäume in ihrer Kartierfläche))
      4. Der Totholzanteil steigt ebenfalls. Damit verbessern sich auch die Verhältnisse für die an Totholz gebundenen Insektenarten.

      Wenn Sie berechtigte Kritik äußern, dann sollten GP oder Sie dies aber auch mit belastbaren Fakten unterfüttern.

      Und dies steht seit Wochen nach wie vor aus.

      Zum Schluß noch eine Anmerkung:

      Das sich Förster hier seit Wochen über die GP-Kampagne “aufregen”, hat rein garnichts mit falsch verstandener Loyalität mit deren Arbeitgeber zutun. Sie regen sich über die Negierung der Tatsachen durch GP und seine Sympathiesanten im Blog auf. Und dieses GP- Verhalten hat letztlich die “Förstergemeinde” insgesamt solidarisiert. Ansonsten finden diese durchaus auch nicht alles für gut, was durch die BaySF gemacht wird,

      26.3.2012 um 14:40 Uhr · Antworten

      • Skeptiker

        Das ist leider ein Primat der GP Sympathisanten im Blog, grundsätzlich werden alle Tatsachen negiert, die nicht in ihrer Fasson passen, notfalls werden auch gültige Naturgesetze einfach so lange bestritten, bis niemand mehr Lust, hat diese richtig zu stellen – getreu nach dem Motto: „GP hat immer recht!“
        Diesem Motto haben sich dann auch gefälligst die Naturgesetze unter zu ordnen und
        selbstverständlich in diesem Fall auch die Fachleute.

        26.3.2012 um 18:03 Uhr

  • alias4711

    Ich möchte hier noch mal meinen Kommentar den ich bereits unter http://blog.greenpeace.de/blog/2012/03/20/walder-schutzen-baysf-kontrollieren-herr-minister/ gepostet hatte anführen da er an dieser Stelle auch gut passt und meinen Eindruck von dieser Aktion als “normaler” Spessartbewohner widerspiegelt. Vielleicht kann mir einer der Fachleute mal helfen und meine Fragen unten beantworten (Gibt es Statistiken nach Region (Spessart)?; Erläuterungen zu den im Statistikband gemachten angaben?; Warum werden die angeforderten Daten nicht an GP herausgegeben (nur weil man nicht muss?)?;Und vielleicht auch mal ein Kommentar zur Rentabilität der BaySF)

    Danke.
    _______________________________________________________________
    Als Spessarter habe ich diese ganze Aktion von GP hier im Blog und vor Ort verfolgt – nicht im Detail aber doch mit großem Interesse.
    Da ich fachlich nicht mit den Waldexperten – sowohl von GP als auch der BaySF auf Augenhöhe diskutieren kann, möchte ich zunächst mal die Eindrücke schildern, die ich in Gesprächen mit Freunden und Bekannten aus der Region zu diesem Thema gewonnen habe.
    Ich höre dort häufig, dass der subjektive Eindruck besteht, dass in den letzten Jahren sehr viel Holz eingeschlagen wurde und wird. Dagegen hört man dann von den BaySF, dass sich der Buchenbestand erhöht hat bzw. nicht mehr entnommen wird als nachwächst also nachhaltig gewirtschaftet wird. Dies wird in der Regel mit dem Zahlenwerk der BaySF belegt z.B. dem Statistikband. Diese Statistiken sind aber für Laien nur schwer verständlich (was bedeutet denn konkret “Zuwachs lt. Stichprobeninventur verprobt mit SILVA”) und widersprechen eben den subjektiven Wahrnehmungen in den Regionen (gibt es keine regionalen Statistiken z.B. für den Spessart?). Von daher wäre hier eine bessere, verständlichere Öffentlichkeitsarbeit in den Regionen sicherlich hilfreich um die “normalen” Bürger von der Sinnhaftigkeit der Arbeitsweise der BaySF zu überzeugen. Denn die Bevölkerung und Gemeinden sind meiner Meinung nach zwar gegen die Stilllegung wie sie von GP gefordert wird (siehe auch Resolution von 30 Gemeinden aus dem Spessart gegen die Flächenstilllegung) aber eben auch skeptisch ggü. der Arbeitsweise der BaySF. Diese Skepsis lässt sich nur durch noch mehr Transparenz in den Regionen und Einbeziehung der Bürger abbauen.
    In diesem Zusammenhang verstehe ich im übrigen auch nicht warum die BaySF die angeforderten Daten nicht an GP herausgegeben hat. Gibt es diese Informationen tatsächlich nicht? Damit hätte man der ganzen Aktion den Wind aus den Segeln nehmen können.
    Insgesamt bin ich GP für das Aufgreifen des Themas durchaus dankbar, halte aber zum einen die Forderung nach Stilllegung für übertrieben und die Vorgehensweisen bei dieser Aktion für fraglich.
    Eine genauere und bessere “Überwachung/Beobachtung” der Arbeitsweise der BaySF halte ich dennoch für angebracht um den Wald tatsächlich – und von den Bürgern gefühlt/verstanden – nachhaltig bewirtschaftet zu sehen. Ich bin mir nämlich nicht sicher ob einer Eigenkapitalrendite von 29,2% (siehe Jahresabschluss 2011 der BaySF) nicht doch ein etwas zu “wirtschaftliches” Handeln zu Grunde liegt. Mir wäre es auf jeden Fall lieber die BaySF als AöR würden eine kleinere Rendite erwirtschaften (kostendeckend) und (noch?) mehr auf den Schutz der Wälder achten.
    GP sollte sich eingestehen, dass man sich hier im Thema verrannt hat.

    26.3.2012 um 16:23 Uhr · Antworten

    • Wild

      Hallo
      Diesen subjektiven Eindruck das sehr viel Holz in den letzten Jahren eingeschlagen wurde ,haben , wie sie es beschrieben haben , sehr viele Bürger der Spessartgemeinden und Wanderervon auserhalb .Aber es waren nicht alles Buchen wie zu Teil behauptet wurde , sonder nach meinem Eindruck vermehrt Nadelhölzer . Was eigentlich , wenn ich nicht daneben liege (denn es ist mein
      subjektiver Eindruck), durch die Forstämter belegt werden könnte .
      Und wenn Flächen auf dehnen vorher Nadelholz stand , mit Buchen aufgeforstet werden hat man Statistisch gesehen den Buchenbestand erhöt auch wenn man das Holz erst Jahrzehnte später nutzen kann.
      Mein Eindruck ist auch , das seitdem sich der Heizölpreis in den letzten Jahren erhöt hat , die Brennholzstapel vergrößert haben (um Gotteswillen ich will hier niemandem seinen Holzofen verbieten,ich heize selbst mit Holz).
      Vieleicht möchte Greenpeace deshalb 10% des Deutschen Waldes unter Naturschutz stellen,damit wenn das Öl und Gas versiegt und der alte Beruf des Köhlers wieder aufersteht wenigstens ein paar Bäume erhalten bleiben . Aber ich glaube da passen wir alten Stuhrköpfe ;-) aus dem Spessart schon auf,
      das der Spessart so bleibt wie er ist .So wie jetzt auch !
      Leider wird von Greenpeace so getan als würden die Baysf. nichts für den Naturschutz im Spessart tun , hier ein Link zu einem Interesanten Naturschutsprojekt der Baysf.im Spessart.
      http://www.baysf.de/uploads/media/Projekt_Wiesentaeler_Hochspessart.pdf
      Das möchte ein grossteil der Menschen im Spessart , das solche Flächen erhalten bleiben .
      Nur der Mensch muß halt auch zum Teil helfend eingreifen um diese Flächen zu erhalten .
      Aber das gilt wohl bei Greenpeace nicht als Naturschutz .

      26.3.2012 um 20:54 Uhr · Antworten

  • Rhett

    Hallo alias4711. Intzeressante Infos findest Du hier: http://www.baysf.de/de/home/unternehmen_wald/aktuelles/publikation/article/50/statistikband-2011.html

    27.3.2012 um 10:03 Uhr · Antworten

    • alias4711

      Vielen Dank. Diesen Statistikband kenne ich.
      Ich würde mir halt etwas mehr Erläuterung für Normalsterbliche zu einigen Punkten wünschen (im Anhang eine Liste mit Definitionen oder Erläuterungen; z.B. wie wird der Zuwachs bestimmt – so wie ich das momentan verstehe wird das über eine Stichprobeninventur und eine Wachstumsmodell (SILVA) hochgerechnet).
      Außerdem vermisse ich Statistiken/Aussage zu Regionen – hier konkret wie hoch war der Holzeinschlag im Spessart im Vergleich zum Zuwachs (evtl. nach Baumarten).
      Ich meine mit noch mehr Transparenz – vor allem in den Regionen – könnte man die Bürger besser von den Konzepten der BaySF überzeugen. Im Moment nehme ich immer noch eine große Skepsis war. Die hohen Rentabilitätszahlen (EK-Rendite 29,2%; GK-Rendite 19,1%) lassen – zu mindest mich – stutzig werden.

      27.3.2012 um 15:54 Uhr · Antworten

  • Franziska

    @alias4711: Ich bin zwar weder Bayerin noch Staatsbedienstete aber da das Verfahren landauf landab ähnlich läuft kann ich Dir zumindest einiges erklären. Jeder Forstbetrieb oder Forstamt wird alle 10 Jahre von einem externen Forsteinrichter bereist. Dieser untersucht den Ist- Zustand im Wald, früher hat er jeden Bestand abgelaufen, heute beläuft er fest verankerte Stichprobenpunkte, deren Position der wirtschaftende Förster nicht kennt. Er analysiert die Baumarten, deren Verteilung und Alter, Verjüngungs- und Pflegezustand und ermittelt dann anhand von wissenschaftlich ermittelten Ertragstafeln z.B. den Holzzuwachs des Betriebes, getrennt nach Baumart und Alter. Dann werden zusammen mit dem Forstbetrieb Ziele für dioe Holznutzung und die Waldverjüngung für die nächsten 10 Jahre erarbeitet, z. B. welche reifen Nadelholzbestände in Laubholz langsam umgewandelt werden sollen (wobei ich mich langsam frage woraus wir eigentlich Dachstühle bauen sollen wenn kein Nadelholz mehr da ist ?!) Aber auch ob und wieviel ein fremdländische Baumart wie die Douglasie mit integriert werden soll (Douglas ist eine Holzart die im ökologischen Holzbau gerne verwendet wird da sie im Aussenverbau nicht mit Holzschutzmitteln behandelt werden muss).
    Es werden auch Ziele für den Naturschutz und die Erholungsfunktion des Waldes erarbeitet.
    Das Ganze fliesst dann zusammen in eine dicke Schwarte die sich Bestandeslagerbuch nennt und eben für die nächsten 10 Jahre die Bibel für den Förster oder Waldbesitzer ist. Es resultiert daraus auch der sogenannte Hiebsatz im Ganzen für die nächsten Jahre den der Förster dann aber auf einen Durchschnittssatz pro Jahr zurückrechnen kann. Und nun kommt der wirtschaftliche Faktor: Läuft der Holzmarkt schlecht hackt der Forstbetrieb wenig Holz – also weit unter dem Hiebsatz (das war z.B. bis 2005 so und im Krisenjahr nach Kyrill) Ist der Holzpreis hoch haut man entsprechend mehr- entscheidend ist, dass der Betrieb im 10-Jahreszeitraum nicht über den vereinbarten Hiebsatz schlägt.
    Da der Holzpreis seit 2-3 Jahren gut ist (deshalb und wegen des einhergehenden Personalabbaues auch die tiefschwarzen Zahlen) hat der Betrachter verständlicherweise den Eindruck es würde geräubert- tatsächlich ist das nicht so. Ganz im Gegenteil hacken die meisten Betriebe unter dem Hiebsatz mit der Folge dass die Wälder immer älter und vorratsreicher werden- auch ohne greenpeace.

    27.3.2012 um 19:38 Uhr · Antworten

    • Christoph

      Sehr gute Erläuterung der Naturalplanung in Forstbetrieben, auch für den forstlichen Laien! Ich gehe davon aus, dass bei GP über diese Form des Controllings in unseren öffentlichen Wäldern nur die Wenigsten eine Ahnung haben. Dennoch: bei den BaySF wird die periodische Inventur und Forsteinrichtung der Betriebe von “internen” Forsteinrichtern durchgeführt (!).

      27.3.2012 um 21:57 Uhr · Antworten

    • alias4711

      @Franziska
      Herzlichen Dank für die Erläuterungen – wirklich sehr verständlich für Laien.
      Im Prinzip könnte man also auch regionale Auswertungen/Statistiken veröffentlichen, da die Festlegungen und Datenerhebung (Hiebsatz, Zuwachs) auf Forstbetriebsebene erfolgen?
      Zu den wirtschaftlichen Faktoren: Ich habe noch mal im Jahresbericht nachgeschaut, das Umsatzwachstum der BaySF ist tatsächlich preisgetrieben und nicht mengengetrieben da der Holzabsatz in etwa gleichgeblieben ist (4,9 Mio Festmeter).
      Was mich in diesem Zusammenhang aber noch interessieren würde ist der Punkt, dass es doch langfristige Lieferverträge mit Großabnehmern gibt. Dort sind die Preise sicherlich fixiert, so dass eben Preisschwankungen keine Rolle spielen sollten. Wäre mal interessant zu erfahren wieviel % des Absatzes auf langfristige Lieferverträge entfallen.
      Wie schon gesagt – ich nehme ja an, dass die BaySF nachhaltig wirtschaftet es ist nur nicht auf den ersten Blick verständlich und es wird den Normalbürgern auch nicht unbedingt leicht gemacht es zu verstehen.

      28.3.2012 um 09:43 Uhr · Antworten

  • Franziska

    alias- das Bestandeslagerbuch wird laufend fortgeschrieben, bei der BaySF vermutlich sogar digital, so dass es problemlos möglich sein dürfte den Hiebsatz/Einschlagsabgleich einer Försterei oder eines Forstamtes abzurufen. Vieleicht solltest Du Dich mal direkt beim Forstamt Deines Vertrauens erkundigen? Vieleicht im Forum des BaySF?! Holzkaufverträge werden in der Regel nur über einen überschaubaren Zeitraum und/oder über eine gewisse Holzmenge abgeschlossen um das Risiko für Verkäufer und Käufer klein zu halten. Mir bekannt ist nur ein langfristiger furchtbarer Vertrag in NRW mit einem Säger der nun zu sehr günstigen Konditionen Holz bekommt. Sehr zum Leidwesen der holzsägenden Konkurrenz, des Waldbesitzes und des freien Marktes.

    28.3.2012 um 15:57 Uhr · Antworten

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