Genau 20 Jahre nach dem Erdgipfel in Rio, der als Meilenstein in der internationalen Umweltpolitik gefeiert wurde, beginnt am 20. Juni die Folgekonferenz Rio+20. Martin Kaiser berichtet in der Blogreihe Rio+20 täglich von dem politischen Ringen und twittert von der Konferenz.
An Bord der Rainbow Warrior haben die katholische Kirche und die Landlosenbewegung gestern zur Unterstützung der Mobilisierungkampagne von Greenpeace zur Rettung des Amazonas aufgerufen. In einer einmaligen Aktion sollen in den nächsten Wochen weitere Unterschriften brasilianischer Bürgerinnen und Bürger gesammelt werden. 1,4 Millionen Petitionen werden benötigt, um ein Amazonas-Schutzgesetz im Parlament einzureichen. Wenn man die Geschichte der sehr unterschiedlichen Organisationen betrachtet, war das heute fast historisch.
Es braucht ungewöhnliche Allianzen, um die Macht der Konzerne zu brechen, die von der Zerstörung der Regenwälder und Urwälder profitieren. Die internationale Holz- und Forstindustrie betrachtet die Urwälder und Waldökosysteme immer noch als Holz-Plantagen. Sie haben es seit über 20 Jahren geschafft, den internationalen Urwaldschutz zu verhindern.
1999 habe ich meiner ersten UN-Verhandlung zu Wäldern beigewohnt. Seitdem hat sich nicht viel getan. Bis heute gibt es kein Entwaldungsziel, das nicht nur entscheidend zum Erhalt vieler Arten beitragen sowie zur Speicherung des Klimagifts CO2 dienen, sondern auch Millionen Menschen ihre Heimat bewahren würde.
In den Verhandlungen zeichnet sich ein beschämendes Ergebnis ausgerechnet in dem Bereich ab, in dem die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff verlorengegangenes Renommee zurückgewinnen könnte: dem Urwaldschutz. Der Vorsitzende der Verhandlungsrunde zum Thema Wälder flehte die anwesenden Länder an, doch ein bisschen mehr Text in das Kapitel Wald zu erfinden, weil es doch sonst gegenüber anderen Themen peinlich wäre. Reaktion gleich Null.
Bezeichnend im Verhandlungstext zu Wäldern ist, dass keine Formulierung wirklich Aufbruch signalisiert. Aber es gibt noch einen Satz, um den es sich zu Streiten lohnt. Ein klares Ziel, bis 2020 die globale Entwaldung zu beenden, wäre dringend notwendig. Für Kanzlerin Merkel wäre es eine konsequente Fortsetzung ihrer Ankündigung von 2008, Milliarden für den Urwaldschutz – und damit für den Klimaschutz – zur Verfügung zu stellen.
Ich bin gespannt, wann Deutschland und andere Länder anfangen, für eine bessere Zukunft zu fighten. Ab heute um 12 Uhr wird die brasilianische Regierung den Verhandlungsprozess übernehmen. Bis Freitag wird Tag und Nacht verhandelt. Alle zentralen Verhandlungspunkte sind noch ungeklärt. Anzeichen, die Probleme der Menschen zu lösen zu wollen, gibt es bisher keine.
Es wird Zeit, dass engagierte Ministerinnen und Minister eintreffen! Wenn die Regierungen nicht beweisen, dass sie unsere existenziellen Umweltprobleme lösen können, wird der zivilgesellschaftliche Protest lauter, stärker und globaler werden. Die katholische Kirche und die Landlosenbewegung sind bereits eingestiegen.
20 Jahre nach dem Erdgipfel in Rio ist vom damaligen Optimismus und Veränderungswillen nur noch wenig zu spüren. Einen Rückblick auf 1992 und worauf es jetzt ankommt, ist auf unserer Webseite nachzulesen. Mehr zum Thema Rio+20 und viele Hintergrundpapiere gibt es bei Greenpeace International.
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DirkH
“Ich bin gespannt, wann Deutschland und andere Länder anfangen, für eine bessere Zukunft zu fighten. ”
War Ihnen das deutsche Wort “kämpfen” zu martialisch, Herr Kaiser? Warum? Weil es in einem Kampf Opfer gibt?
17.6.2012 um 12:07 Uhr ·
Marina
Eine regelrecht besessene Liebe für das Mammon macht viele Wirtschaftsunter-nehmen BLIND, dass sie NICHT SEHEN (können), was sie mit ihren Handlungen weltweit anrichten, was letztendlich zu Zerstörungen von Natur und Umwelt wie auch von der Lebensgrundlage der davon betroffenen Menschen führt!
Und ihre Gier und auch ihr Geiz sind SO GROSS, dass sie für die mit ihren Aktionen verursachten Schäden NICHT einstehen WOLLEN – mit der Folge, dass die Allgemeinheit schließlich dafür geradestehen muss!
Mit anderen Worten:
Für ihre Zerstörungswut WOLLEN sie sich NICHT VERANTWORTLICH zeichnen
und wälzen die ganzen, aufgrund der Schäden entstandenen Kosten auf die Gemeinschaft ab.
Fazit:
Solche Konzerne verhalten sich in meinen Augen wie Parasiten oder Krebsgeschwülste …
Beides hinterlässt Krankheit und führt u.U. schließlich zum Tod.
Was IST ZU TUN?
Als Gegenwicht wäre die Politik gefragt … ABER die scheint sich eher im Würgegriff der Wirtschaft zu befinden, aus dem es wohl kein Entkommen gibt!
DESHALB muss das Engagement der Bürger WELTWEIT her, z.T. organisiert in vielen Vereinigungen, deren Aufgabe es nun ist, eine breite Front gegenüber den wirtschaftlichen Mächten zu bilden und somit VEREINT an EINEM Strang zu ziehen!
SCHUTZ von Natur und Umwelt, zu der letztlich auch der Mensch zählt, CONTRA
ihre VERNICHTUNG seitens einiger Wirtschaftsunternehmen!
Eine Schande für die Politik, die sich im Grunde handlungsUNFÄHIG gemacht hat -
infolge verschiedener Kriterien (Spenden, Schmiergelder, Interessenkonflikte usw.)!
Aber auch da steht vielmehr der schnöde Mammon im Vordergrund, das WOHL der ALLGEMEINHEIT scheint eher KLEINgeschrieben zu sein.
SOLANGE dieses Denken sich nur allein um Profit dreht – auf Teufel komm raus,
wird sich für die Welt nicht viel ändern.
Alle Bemühungen dagegen, für deren Schutz aktiv einzutreten, wären da nur ein TRÖPFCHEN auf einem großen Stein!
Was zudem als hinderlich zu bezeichnen wäre – neben der Gier, gepaart mit Respektlosigkeit vor allem Leben, ist die Gleichgültigkeit nicht weniger Bürger
gegenüber der weltweiten Zerstörung zu nennen, als würde diese sie gar nicht betreffen, weil die Sache vielleicht ohnehin weit weg von ihnen stattfindet.
Ob sich auf Rio + 20 wirklich etwas tun wird – zugunsten des NATURSCHUTZES, bezweifle ich vielmehr …
Allenthalben FAULE Kompromisse oder Enthaltungen und sogar Gegenstimmen!
LEIDER habe ich WENIG Hoffnung, es sei denn …
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19.6.2012 um 11:51 Uhr ·