Greenpeace-Fotograf Markus Mauthe war unterwegs im Amazonas-Regenwald. Im Greenpeace Blog berichtet er von seinen Erlebnissen und Eindrücken (zum 1. Teil, zum 2.Teil, zum 3.Teil, zum 4.Teil, zum 5. Teil, zum 6.Teil)
Um die letzte größere Insel des atlantischen Küstenregenwaldes zu erkunden, muss man sechshundert Kilometer ins Landesinnere reisen – ins Dreiländereck von Brasilien, Paraguay und Argentinien. Hier sind in Form des Iguazú Nationalparks etwas mehr als zweitausend Quadratkilometer dieses riesigen Ökosystems unter Schutz gestellt. Die Reise mit dem Bus in Richtig Iguazú lässt mich auf hunderten Kilometern Agrarland passieren.
Vor den Toren des Iguacú Nationalparks liegt die Stadt Foz do Iguacú. Etwa 20 Kilometer außerhalb der Stadt erreiche ich das Besucherzentrum des UNESCO Weltnaturerbes Iguazú. Erstaunlicherweise besteht dieser Teil der Mata Atlântica nicht mehr aus tropischem Regenwald, sondern aus einem saisonalen Laubwald, der zeitweilig einen großen Teil seiner Blätter abwirft. Außerdem beherbergt der Nationalpark eines der bekanntesten Naturschauspiele unserer Erde: die Iguazú-Wasserfälle. Für den Fremdenverkehr sind die Wassermassen, die hier auf knapp drei Kilometern Länge über eine bis zu 90 Meter hohe Kante fallen, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In einem perfekt gemanagten Bussystem werden hier tausende Touristen zu den Fällen gelotst. Dieser Ort ist so etwas wie der Grand Canyon von Südamerika. Für mich als Fotograf sind, wie so oft, die Lichtstimmungen außerhalb der Besuchszeiten interessant. Ich habe von der Parkverwaltung die Erlaubnis bekommen, abends länger bleiben und morgens viel früher an den Ort des Geschehens kommen zu dürfen.
Ich stehe an der äußersten Plattform, die für die Besucher zur Erkundung dieser Naturgewalten errichtet wurde, und nutze die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Nachtfinsternis, um das eindrucksvolle Bild auf den Chip meiner Kamera zu bannen. Am kommenden Morgen ist es für mich fast noch schöner. Es zeichnet sich noch kein Morgenrot über der Abbruchkante der Wasserfälle ab, als ich mein Stativ und die Kamera wieder aufbaue. Auch nach über zwanzig Jahren in der Naturfotografie sind die Momente, in denen sich die ersten zarten Farben des kommenden Tages in das Dunkel mischen, noch immer ein magisches Erlebnis. Als dann viel später der erste Bus mit geöffneten Türen die frühen Besucher entlässt, steht die Sonne schon hoch am Himmel. Ich habe meine Fotos gemacht und bin der Einzige, der zu diesem Zeitpunkt den zwar schönen, aber durch die Menge an Gästen eher an einen Rummelplatz erinnernden Ort, verlassen will.











brumath
Die Abflussmenge des Amazonas liegt bei 209 000 m3 pro Sekunde und ist damit höher als der Gesamtdurchsatz aller anderen Flüsse der Erde zusammengenommen.
Statistiken der Welt in Echtzeit http://de.globometer.com/wasser.php
23.7.2012 um 16:23 Uhr ·